Im Zusammenhang mit diesen Ausgrabungen wurden Münzen gefunden.
Darüber informieren die Herren Heuckendorff, Schumacher, Wuesthoff und Wachenhusen in drei Berichten vom 13. und 14.11. sowie am 6.12.1804. Daraus geht hervor, dass mit den Ausgrabungen die Tagelöhner Johann Boldt, Hans Upplegger, Krohn, Schaaren, Buhrmeister und Buhr unter Aufsicht des Amtslandreiters Krieg beschäftigt waren. Am 13.11.1804 gegen 17.00 Uhr meldeten diese dem Amtsverwalter Heuckendorff, dass sie rechter Hand an den Fahrwegen zum Buchenberg-Tor (Rostocker Tor) einige Goldmünzen und beim sofortigen Nachsehen an der unmittelbaren Fundstelle eine kupferne Dose mit Deckel und zwei irdene Gefässe (Kruken) gefunden hätten, in denen Gold-und Silbermünzen enthalten waren. Heuckendorff übergab den Fund dem Amtmann Schumacher. Dieser wies an, dass der Amtshauptmann Wachenhusen den Fundort aufsucht.
Die Fundstelle war 16 – 18 Zoll tief, sandig und lag unter einem alten Fußboden nahe den Fundamenten. Da es bereits anfing, dunkel zu werden, wurde Krieg beauftragt, mit Hilfe einiger Tagelöhner und des Gerichtsdieners Junge über Nacht am Fundort wache zu halten. Obgleich man keinen Grund hatte, die Ehrlichkeit der Tagelöhner anzuzweifeln, wurden diese kontrolliert (visitiret), ob sie sich nicht einige Münzen angeeignet hätten. Dies traf aber nicht zu.
Noch am selben Abend wurde im Hause des Amtmanns Schumacher der Fund näher untersucht und ein Register angelegt.
Ein Vergleich dieses Registers mit der Inschrift des Gedenksteines lässt außer der falschen Jahresangabe noch weitere Differenzen erkennen/ So wurden augenscheinlich aus „1 ein halb dito“ durch die zahlenmäßige Darstellung „112 Species-Thaler“/ Offenbar wurde das erste Inventar beim Abschreiben später verkürzt, wobei aus 1 ½ Thaler durch Zusammenrücken der Ziffern „112 Species-Thaler“ wurden/ !us „545 Stueck in der Groesse 1/3 und 1/6 Rthl“ des Inventars wurde „und 345 grosse dito“ auf der Tafel.
Bemerkenswert ist, dass Lisch (1841) diese Differenzen zwischen Inventarlisten und Inschriften des Gedenksteines entgangen sind. Zudem ist in der Wiedergabe der Gedenksteininschrift bei Lisch ein weiterer Fehler entstanden/ Statt „3130 Silberstuecke“ sind dort nur „313 Silberstuecke“ genannt/
Schumacher äußert die Ansicht, dass die Hälse der Krüge entweder schon beim Einsturz dieses Klostergebäudes oder beim Nachgraben abgebrochen und die herumliegenden Münzen herausgefallen waren.
Am 14.11.1804 gegen 10.00 Uhr wird der Amtslandreiter Krieg zum Herzog gesandt, um diesem die aufgefundenen Münzen einschließlich der Fundgefäße und den Bericht vom 14.11., unterzeichnet von Wachenhusen, Schumacher und Wuesthoff, sowie das erwähnte Register zu überbringen. Mit der weiteren Aufsicht der Tagelöhner bei den Grabungsarbeiten wird der herzogliche Gärtner Nussbaum aus Doberan beauftragt.
Zum Verbleib des Fundes
Wie bereits erwähnt, wurde am 14.11.1804 der Amtsreiter Krieg zum Herzog gesandt, um diesen die aufgefundenen Münzen einschließlich der Fundgefäße zu überbringen. Am 13.11.1804 wurde als Aufenthaltsort des Herzogs Gelbensande erwähnt, am 14.11.1804 Hirschburg (herzogliches Jagdschloss zwischen Ribnitz-Damgarten und Graal-Müritz). Es ist nicht Anliegen dieser Arbeit, die exakten Übergabedaten und -orte zu bestimmen; Tatsache ist aber, dass der gesamte Fund nach Ludwigslust überführt wurde. Dort sollte er in die bereits vorhandene herzogliche Münzsammlung eingegliedert werden. Dazu war aber eine exakte Bestimmung der Münzen notwendig. Diese erfolgte, indem ein nicht bekannter Verfasser in einem undatierten „atalogus von denen in den Ruinen des verwüsteten Klosters Dobberen bey Aufgrabung derselben am 13. und 16. November 1804 gefundene goldene und silberne Münzen;“ eine detaillierte Beschreibung der Silbermünzen vornahm.
Auf einer Seite des „atalogus“ ist vermerkt: „Die Goldmünzen hat der Cammerherr von Oertzen die Güte gehabt zu beschreiben, und ist diesem Catalogus beygelegt.“ Doch ist die Beschreibung der Goldmünzen in diesem „atalogus“ nicht vorhanden. In den Akten befindet sich nur ein Blatt, auf dem neun Goldmünzen beschrieben sind, darunter die beiden portugiesischen Münzen, die Heuckendorff in seinem Register vom 13.11.804 erwähnt.
Fundort
Der heutige Lageort des Gedenksteines markiert nicht mehr den Fundort. Der Stein wurde für den Bau des Parkplatzes 1970 umgesetzt. Denkt man sich von der Ostseite des Münsters, in der Höhe der ersten Seitenkapelle, eine gerade Linie in südlicher Richtung in einer Länge von ca. 53 m und verfolgt diese bis etwa über die Hälfte des Parkplatzes, so dass man in westlicher Richtung an der vorderen Fassade des Küsterhauses gerade vorbeisehen kann, ist der Platz erreicht, an dem erwähnter Anbau stand und der Gedenkstein ursprünglich lag, also der Fundort des Doberaner Münzfundes von 1804. Ob sich in dem Anbau die alte Schatzkammer oder die Rentmeister-Zelle befand, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Auf jeden Fall hatte der Anbau relativ starke Fundamente, die einen massiven Bau tragen konnten.
