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Acht Jahre Zisterzienserkloster im heutigen Althof


Die Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung berichtete am 19.09.2021: Vor 850 Jahren wurde in Althof bei Doberan ein Kloster gegründet.

 

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Das erste Zisterzienserkloster in Mecklenburg hatte nur acht Jahre Bestand. Es wurde vor 850 Jahren im heutigen Althof neu eröffnet. An das Jubiläum wird mit einem Festtag am 18. September erinnert.

VON ANNE-DORLE HOFFGAARD UND MARION WULF-NIXDORF


Bad Doberan. Althof, das seit 1938 ein Ortsteil von Bad Doberan ist und heute knapp 200 Einwohner hat, ist Ort der Erstgründung des Doberaner Klosters. Vor 850 Jahren entstand in Althof, das damals noch Doberan hieß, das erste mecklenburgische Zisterzienserkloster. Allerdings hatte es nur acht Jahre Bestand, wurde aber wenige Jahre später drei Kilometer nordwestlich im heutigen Doberan neu eröffnet.

Bischof Berno aus Schwerin hatte den zum Christentum übergetretenen slawischen Obotritenfürsten Pribislaw zu der Klosterstiftung ermuntert. Am 1. März 1171 wurde der Konvent mit Mönchen, Laienbrüdern und Abt Conrad vom Mutterkloster Amelungsborn bei Holzminden ausgesendet auf eine rund 400 Kilometer lange Reise nach Mecklenburg. In ihrer neuen Heimat fanden sie Sümpfe, Wälder, nach der Ordensvorschrift auch Behelfsbauten, wie ein Bet- und Schlafhaus vor. Die hatte der Stifter zu stellen. „Es ist ein Mythos, dass die Mönche irgendwo in die Wildnis geschickt wurden“, sagt der Kustos des Doberaner Münsters, Martin Heider. So eine Gründung sei von langer Hand bezüglich der Grundausstattung vereinbart und zumindest mit Behelfsbauten vorbereitet worden.

 

 

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Bereits im Jahr 1179 wurde das Kloster in Althof zerstört und alle Mönche und Laienbrüder getötet, nur Abt Conrad konnte entkommen. Auslöser dafür war, dass Pribislaw bei einem Reitturnier in Lüneburg Ende 1178 verstarb und daraufhin Unruhen und Kriege um dessen Nachfolge entbrannten.

Nach dem klösterlichen Neuanfang in Doberan 1186 wurde Althof als Wirtschaftshof, als Grangie, des neuen Klosters genutzt. Mitte des 16. Jahrhunderts endete jedoch auch in Doberan das klösterliche Leben – diesmal durch die Säkularisierung.

Nach der Klosterauflösung war Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge, zumeist verpachtet. Sowohl in Doberan, wie in Althof blieben keine Bauten aus der frühen Klosterzeit vor/um 1200 erhalten. Die heutige Kapelle in Althof entstand um 1300 (Abb. 2), ebenso wie auch das ruinöse Backsteingebäude, das als Klosterscheune bezeichnet wird (in Abb. 1).

Auf intensive Spurensuche zur Geschichte von Althof hat sich der Kustos Martin Heider begeben. Etwa 4000 Aktenseiten hat er in Archiven durchgesehen. Sein umfängliches Buch „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ mit 534 Abbildungen ist gerade erschienen.

 

 

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Im Stadt- und Bädermuseum Bad Doberan wird bis Ende Oktober die Ausstellung „850 Jahre Klostergründung in Althof“ gezeigt. Als ein ganz besonderes Exponat gilt eine glasierte Fliese mit Drachenmotiv aus dem ehemaligen Kreuzgang am Doberaner Münster, die um 1300 gefertigt wurde. Außerdem wurde eine Jubiläumsmedaille herausgebracht.

Am Samstag, 18. September, ist in Althof von 11 bis 17.30 Uhr ein Festtag geplant mit traditionellem Handwerkermarkt und einem ökumenischen Gottesdienst um 18 Uhr mit Bischof im Sprengel MV Tilman Jeremias vor der Kapelle. Zudem werden sich die diesjährigen Doberaner Klostertage am 25. und 26. September mit der Klostergründung beschäftigen (Abb. 3. u. 4).

 

 

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Text: Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung, 19.09.2021.

Foto 1: Manfred Sander (Einhusen)

Fotos 2-4: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

Grußwort zur Eröffnung des Jubiläumsfestes in Althof


Grußwort des Seniors des Klosterkonvents, Pastor i. R. Andreas Timm am 18. September 2021 um 11 Uhr, anlässlich der Eröffnung des Handwerkermarktes in der Klosterruine in Althof.

 

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Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin Katy Hoffmeister, sehr geehrter Herr Bürgermeister Jochen Ahrenz, liebe Althöfer Jubilare, liebe Gäste,

Jetzt jährt sich zum 850. Mal die Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof. 850 Jahre. Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen. 850 Jahre – das sind genau genommen 10200 Monate – 311 100 Tage + (plus 212 mal 29.Februare) – 7 446 612 Stunden!

Wenn wir bedenken, dass eine Stunde manchmal reicht, eine Liebeserklärung zu machen – oder einen Heiratsantrag… wie lang eine Stunde ist, wenn man geprüft wird - oder Frau ein Kind gebärt… In einer Stunde können Menschen das Dach über dem Kopf verlieren… Wenn wir das bedenken, können wir dann ermessen, was fast siebeneinhalb Millionen Stunden bedeuten, die dieser Ort Althof zur Verfügung hatte – oder das ansatzweise nur ahnen???

Zu dieser überaus langen Ortsgeschichte sind viele Bücher geschrieben, viele Vorträge gehalten und zahlreiche Führungen gemacht worden. Althof im Wandel der Zeiten – und heute feiern wir nun DAS Fest in, mit und für diesen Ort und den Menschen, die hier leben.

Im Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und des Konventes an der Klosterkirche darf ich Ihnen allen dazu viele Grüße und herzliche Glückwünsche überbringen, und ich erinnere daran, wieviel Güte Gottes über diesem Ort und seinen Menschen ausgebreitet liegt – angefangen in den „wilden Zeiten“ der Gründung vor über 850 Jahre bis heute hin zu den Friedenszeiten, in denen wir und – wenigstens - die in unserer nächsten Umgebung leben dürfen.

 

 

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Ich lese, was in der Bibel geschrieben ist (im Psalm 127):

„Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst."

Wir dürfen heute und hier einen Ort erleben, wo sich die Generationen begegnen, wo Frauen und Männer, Junge und Alte aufeinander zugehen und miteinander zu tun haben. Ein Ort, an dem Menschenwürde unabhängig von Herkunft, Alter und Geschlecht Grundlage ist und das Miteinander gefördert wird. Ein Ort auch, wo auch Feste wie das heutige in einem ansprechenden Rahmen gefeiert werden.

Das alles ist nicht selbstverständlich… deswegen bin ich dankbar dafür, dass wir alle das heute erleben dürfen – in den Stunden, die wir innerhalb dieser 850 Jahre uns gehören. Bleiben Sie behütet. Gott segne Sie und die Ihren, heute und morgen und alle Tage.

Und ich möchte Sie alle für heute Abend um 18 Uhr an die Kapelle einladen. Dort feiern wir mit unserem Bischof Jeremias und ökumenischen Gästen den Festgottesdienst für dieses Jubiläum (Abb. 2).

Dank an die Stadt und namentlich an Bürgermeister Ahrenz für die großzügige Unterstützung des Althof-Buchs: „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ (Martin Heider, 334 Seiten, 534 Abbildungen). Das Buch ist am 18.9. ganztags an der Kapelle und am Stand der Münzfreunde in der Ruine erhältlich.

Seniors des Klosterkonvents, Pastor i. R. Andreas Timm (in Abb. 1)

 

 

Umfänglicher Band über die Geschichte von Althof


Kapeele Althof

Anlass: 850 Jahre Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof

4.000 historische Aktenseiten aus 193 Einzelakten ausgewertet – viele neue Erkenntnisse

534 überwiegend bislang unveröffentlichte Abbildungen


Autor: Münsterkustos Martin Heider, Bad Doberan

Titel: „Die Geschichte von Althof – Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“.

Verlag: Michael Imhof Verlag, Petersberg

Umfang: 328 Seiten, 534 überwiegend bislang unveröffentlichte Abbildungen.

Preis: 29,95 Euro

Laut Überlieferung wurden Zisterziensermönche im Jahr 1171 vom Kloster Amelungsborn ausgesandt, um im heutigen Doberaner Stadtteil Althof das Kloster Doberan zu beziehen. Das Jubiläum der 850-jährigen Wiederkehr der Klostergründung war Anlass für eine intensive Auseinandersetzung mit deren Historie. Althof, wie der Ort erst später genannt wurde, stand bereits im späten Mittelalter, in der Frühen Neuzeit und erneut verstärkt seit dem frühen 19. Jahrhundert im Fokus historischen Interesses. Davon zeugen eine Reihe von Schriften.

Eine tiefgehende Gesamtdarstellung der Historie Althofs vom Mittelalter bis in die Gegenwart, die auch den Pachthof samt Gebäudebestand sowie Ziegelei, Erbpachtmühle und weitere Aspekte berücksichtigt, liegt mit diesem Band erstmals vor. Schwerpunkt dieser Arbeit ist die erste systematische Auswertung historischer Handschriften und weiterer Quellen von der Zeit der Klosterauflösung in der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Dafür wurden rund 4.000 Seiten Archivgut gesichtet und ausgewertet.

Die Akten bieten auch Einblicke in die Produktionsweise und Abläufe im Ziegelei- und Mühlenwesen sowie in die Landwirtschaft und das gesellschaftliche Leben seit der frühen Neuzeit bis über die frühindustrielle Zeit hinaus.

Das Buch bietet zudem eine einmalige Sammlung von 534 überwiegend bislang unveröffentlichten Abbildungen aus Archiven und Privatbeständen: Pläne, Grundrisse, Schnitte, Postkarten und Fotografien.

Dankenswerterweise haben die Stadt Bad Doberan, die Stiftung der OstseeSparkasse Rostock und der Landkreis Rostock den Druck großzügig gefördert, wodurch das umfängliche Werk qualitativ hochwertig gestaltet und gedruckt werden konnte und zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden kann.

Preis 29,95 Euro. Erhältlich an der Münsterkasse sowie in unserem Shop und über den Buchhandel.

 

 


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Weitere Hintergrund-/Zusatzinformationen über das Buch

  • Geschichte Althofs chronologisch vom Mittelalter bis in die Gegenwart
  • wissenschaftliche Arbeit, verständlich für interessierte Laien
  • Die Innenseiten des Einbands enthalten vier Karten von Althof samt einer Legende mit 80 Standorten. Die Orientierungsnummern aus diesen Plänen ziehen sich durch den gesamten Haupttext und die Bildunterschriften; so dass eine einfache Orientierung im gesamten Buch möglich ist. So hat die Kapelle die Nr. 1, das ehem. Pächterwohnhaus Nr. 5, die ehem. Wassermühle Nr. 33 und die Ziegelei Nr. 35.
  • mehr als 4.000 Aktenseiten aus 193 Einzelakten und weiteres Archivgut ausgewertet
  • umfänglichste Akte aus dem 18. Jh. hatte dabei einen Seitenumfang von rund 350 Seiten
  • die Auswertung der Akten brachte viele neue Erkenntnisse
  • zudem wurden 129 Publikationen, mitunter wenig bekannte Bücher, viele aus dem 18. u. 19. Jahrhundert, verwendet
  • 774 Fußnoten als Endnoten zum detaillierten Nachweis der Aktensignaturen und der Literaturquellen im Anhang
  • Glossar mit 132 Erläuterungen zumeist wenig oder nicht mehr bekannter historischer Begriffe im Anhang
  • ein Ergebnis der intensiven Aktenrecherche ist die Zusammenstellung einer Liste der Pächter, Müller und Ziegeler in Althof
  • Insgesamt haben 12 Institutionen und 39 Personen das Werk im engeren Sinne durch Zuarbeit von Bildmaterial bzw. Informationen unterstützt
  • qualitativ hochwertige Umsetzung und Gestaltung des Materials durch den Imhof-Verlag, der zu den erstklassigen Kunstverlagen in Deutschland zählt. (Mediengestalterin: Meike Krombholz). Dort wurden bereits die Bände Gerhard Weilandt, Kaja von Cossart (Hrsg.) „Die Ausstattung des Doberaner Münsters“ (2018) und Martin Heider, Christian Kayser (Hrsg.) „Das Doberaner Münster – Bau, Geschichte, Kontext“ (2020) herausgegeben. Nun sind alle drei Bände an der Münsterkasse erhältlich.
 

 

Jubiläums-Sonderausstellung bis 31. Oktober 2021


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 Text und Plakat: Stadt- und Bädermuseum

 

Das Stadt- und Bädermuseum Bad Doberan zeigt anlässlich des 850-jährigen Gründungsjubiläums des Klosters im heutigen Althof bis zum 31. Oktober 2021 die Sonderausstellung „850 Jahre Klostergründung in Althof“.

Zu sehen ist die Geschichte der Klostergründung im heutigen Althof sowie das Leben und Wirken der Zisterzienser.

Neben spannenden Informationen zum Leben der Mönche und dem Wiederaufbau des Klosters in Doberan, erfährt der Besucher Interessantes über das mittelalterliche Mecklenburg und die Slawen, die einst dieses Land besiedelten.

 

Das Museum ist

Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr,

Samstag und Sonntag von 11.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

 

 

Historische Führung durch den Hütter Wohld


kindermünsterführer

 

kindermünsterführer

Auf den Spuren der Besiedlung: von der Jungsteinzeit über die Slawen und Zisterziensermönche bis heute.


Das 350 ha große Waldgebiet ca. 5 km südöstl. von Bad Doberan ist im Zuge der letzten Eiszeit vor ca. 10 Tausend Jahren entstanden. Es liegt im Naturraum der Kühlung und ist nur ca. 10 km von der Ostseeküste entfernt. .

Erste nachweisbare Spuren menschlicher Besiedlung finden sich aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit in Form der damals typischen Begräbnisstätten. Diese werden begangen und über Ausgrabungsfunde informiert. Später erreichten Germanen und ab dem 6. Jahrhundert u. Z. aus dem Osten stammende slawische Stämme das Gebiet, ehe diese Mitte des 12. Jahrhunderts unter Führung von Heinrich dem Löwen von Sachsen größtenteils vernichtet wurden.

Mit den deutschen Eroberern und Siedlern kamen auch Zisterziensermönche ins Gebiet und gründeten nahe dem nordwestlichen Waldrand ein Kloster. Einer der vielen Klosterhöfe befand sich in Hütten und wurde 1268 das erste Mal urkundlich erwähnt. In dieser Zeit wurde von den Mönchen vermutlich auch die Kaskade von ehemals mehr als 20 Stauteichen errichtet, die bis heute extensiv bewirtschaftet wird

Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken !
Empfehlenswert ist im Anschluss ein schmackhafter Imbiss beim ansässigen Fischer !
Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen MVs.


Leitung:
Dipl.-Biol. Ina Sakowski (www.ina-sakowski.de)
Wann:
09., 23. u. 30.10.2021, 11-13 Uhr sowie auf persönliche Anfrage.
Ort:
 

 

Fotoausstellung "Bedrohte Schöpfung"


Kapeele Althof

 

Die neue Fotoausstellung "Bedrohte Schöpfung, unser Planet - unsere Zukunft" wurde am 02. Oktober 2021 um 14 Uhr mit einer Andacht im Doberaner Münster eröffnet. Sie kann dort bis zum 20. Januar 2021 besucht werden.


Klimawandel, Artensterben und neue Krankheiten erfordern dringend ein erhöhtes Verantwortungsbewusstsein, eine Umkehr von unserer verschwenderischen Art zu leben und zu wirtschaften.

Die Ausstellung zeigt die Schönheit und die Verletzlichkeit der uns umgebenen Landschaften, Pflanzen und Tiere, hier bei uns in Norddeutschland, direkt vor unserer Haustür.

Und sie zeigt deren Zerstörung, aber auch Möglichkeiten und Wege für den Erhalt durch unser menschliches Verhalten.

Aussteller: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Doberan.

Konzept und Gestaltung: Thomas Grundner, Jörg Hoffmann, Klaus Kronke.

Gefördert durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Der Ausstellungskatalog ist für eine Schutzgebühr von 10,00 Euro im Doberaner Münster erhältlich.

 

 

Bildimpressionen von Wallfahrt und Klostermarkt


 

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5. September 2021 - Katholische Wallfahrt am Münster und Doberaner Klostermarkt rund um das Wirtschaftsgebäude


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Gottesdienste und Andachten


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Folgende Gottesdienste und Andachten werden unter Einhaltung von Hygienebestimmungen in Präsenz gefeiert. Herzlich Willkommen!


 

Sonntags 9:30 Uhr

Gottesdienst im Münster, Klosterstraße 2.

Mittwochs 12:00 Uhr

Mittagsgebet im Münster

3. Donnerstag im Monat 8.00 Uhr

Mette am Kreuz nördlich vom bzw. im Münster

1. Donnerstag im Monat 19.30 Uhr

Taizéandacht im Münster

Freitag 13.30 Uhr 1. Oktober

Klimaandacht im Münster

 

 


Für diese Veranstaltungen gilt die Beachtung entsprechender Hygienemaßnahmen.

Weitere Informationen auf der  Homepage der Ev.-Luth. Kirchengemeinde

 

 

 

Neu: Täglich eine Münster-Innen- und Außenführung


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Anstatt der Außenführung wird nun täglich um 11 Uhr probeweise eine öffentliche kombinierte Innen- und Außen-Münsterführung angeboten.


Es wird derzeit probeweise praktiziert, die tägliche öffentliche Münsterführung um 11 Uhr zumindest teilweise wieder im Innenraum des Münsters stattfinden zu lassen. Im Hinblick auf Kälte und Regen im Herbst und Winter wird eine Alternative zur bisherigen Außenführung geschaffen.

Dazu gibt es drei feste Bereiche, in denen sich die Führungen jeweils für rund zehn Minuten aufhalten:

  • 1. im Westteil, Bankreihen westlich vom Kreuzaltar (Abb. 2), nördlicher Block,
  • 2. im Chorraum, in den Bänken auf der südlichen Seite
  • 3. in der Pribislawkapelle (im vorderen Bereich, rund um den Sarkophag).

Auf diese Weise können den Besuchern wieder verschiedene Bereiche des Münsters gezeigt werden; gleichzeitig ist es durch die vorgegebenen Bereiche und Zeiten möglich, dass andere Gäste mit dem notwendigen Abstand an der Gruppe vorbei kommen bzw. nicht zu lange warten müssen, um diese Bereiche ebenfalls zu betreten.

Die Teilnehmerzahl ist vorerst weiterhin auf 15 Personen begrenzt, so dass sich die Gäste in den Bankreihen mit entsprechendem Abstand verteilen können und die Führungsperson trotzdem gut zu verstehen ist.

Nach diesen insgesamt rund 30 Minuten wird die Führung im Außenbereich fortgesetzt bzw. kann wie bisher die Möglichkeit gegeben werden, sich weitere Bereiche des Innenraums individuell anzusehen. Man verlässt die Kirche über das nördliche Seitenschiff und ein eigens aufgebautes Drehkreuz am Westausgang, damit die vorgeschriebenen Abstände im Eingangsbereich eingehalten werden können.

 

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Durch dieses neue Konzept können die weiterhin geltenden Abstandsregelungen im Doberaner Münster eingehalten werden, ohne den wieder gestiegenen und dennoch recht flüssigen Besucherverkehr nicht durch Führungen zu beeinträchtigen. Besichtigt wird beim Außenrundgang (witterungsabhängig) auch das nördlich vom Münster gelegene spätromanisch-frühgotische Beinhaus aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Die Teilnehmer der kombinierten Innen- und Außenführung können mit der Führungseintrittskarte im Anschluss den Münster-Innenraum eigenständig weiter besichtigen. Dazu kann das kostenfreie Rundgangblatt oder die ausführlicheren Kleinen Kunstführer oder Bücher verwendet werden.

Führungen für Gruppen sind in begrenztem Maß auf schriftliche Anmeldung an die Küsterei am Münster, Prüfung der Realisierbarkeit und schriftlicher Bestätigung möglich.

In der Regel zweimal an einem Nachmittag monatlich, im September aufgrund der Doberaner Klostertage zweimal, werden in Althof Außenführungen anlässlich des Jubiläumsjahres angeboten, auf Nachfrage auch zu gesonderten Terminen.


Kontakt:
Küsterei am Münster

Tel: 038203-62716
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffentliche Deckengewölbe-, Turm- und Gewölbeführungen bleiben weiterhin ausgesetzt.

 

 

 

Althof als Grangie des Klosters Doberan ab 1186


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Fliesen in der Kapelle Althof aus der Zeit um 1300 (Foto: Martin Heider)

Aus der Historie von Althof: Am Gründungsort des Klosters Doberan war ab 1186 bis zur Klosterauflösung im Jahr 1552 eine Kloster-Grangie. Diese Folge thematisiert die Zeit bis um 1300.

Die erste Folge über die Historie des Klosters Doberan thematisierte die Zeit der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof. Wie ging es weiter? Als Landesherr Pribislav bei einem Reitturnier am 30. Dezember 1178 in Lüneburg verstarb, entbrannten Unruhen um seine politische Nachfolge im Land. Dabei wurde das junge Kloster am 10. November 1179 zerstört. Laut der rund 200 Jahre später entstandenen Kirchberg-Chronik erlitten alle 78 Insassen den Tod. Lediglich Abt Conrad, wohl auf einer Dienstreise, überlebte und starb 1180 im Mutterkloster Amelungsborn. Bischof Berno war noch auf Romreise.

Somit fehlte der landesherrliche und kirchliche Rückhalt im Land. 1186 wurde das Kloster drei Kilometer nordwestlich im heutigen Doberan neu eröffnet. Alt-Doberan (Althof) wurde nun ein Wirtschaftshof (Grangie) des Klosters und blieb dies bis zur Klosterauflösung im März 1552.

Der Name „Antiqua Doberan“ (Alt-Doberan) für die Stätte der Erstgründung des Klosters ist erstmals für das Jahr 1273 urkundlich bekannt. 1319 spricht man dann von „Antiqua curia“, dem Alten Hof, der zum Ortsnamen Althof führte und welcher Sitz eines vom Kloster bestellten Hofmeisters (magister curie) wurde. „Antiqua Doberan“ kommt in verschiedenen Schreibweisen und Beugungen bei Kirchberg um 1378 und in Quellen des 15. Jahrhunderts vor. Die frühneuzeitlichen Quellen verwenden zumeist die Bezeichnung „Altenhof“ oder „Oldenhof“.

Aus der frühen Zeit der Klostergründung und der Grangie blieben keine sichtbaren baulichen Zeugnisse erhalten. Sowohl die Kapelle als auch die Ruine der sogenannten Klosterscheune sind im Kern Relikte aus der Zeit um 1300 im gotischen Stil, entstanden um die Zeit der großen Baukampagne in Doberan, mit Klosterkirche (Münster), Umbauten im Klausurtrakt, Wirtschaftsgebäude, Kornhaus, Wollscheune und Klostermauer. Offenbar besaß das Kloster die finanziellen und sonstigen baulichen Kapazitäten, um neben den umfangreichen Baumaßnahmen im Klosterort Doberan auch die Grangie mit massiven neuen Bauten auszustatten.

Die Mosaikziegelfunde in der Kapelle (Abb.) wurden im frühen 19. Jahrhundert fälschlicherweise in die romanische Bauzeit des späten 12. bzw. frühen 13. Jahrhunderts datiert und damit als Teile der ältesten Backsteinkirche Mecklenburgs interpretiert. Sie stammen jedoch sehr wahrscheinlich, analog zu den Ziegeln im Doberaner Münster, aus dem späten 13. bzw. frühen 14. Jahrhundert. Auch auf den wenigen figürlichen Althöfer Exemplaren sind u. a. Tiere, Fabelwesen und eine Lilie dargestellt. Ebenso dürfte die Woizlawa-Inschrift aus dieser Zeit stammen (Abb.).

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Nordwand der Kapelle Althof, Inschrift, um 1300, mit Nennung der Fürstin Woizlava als „Klosterstifterin“ „Fundatrix Woizlava“ (Foto 2021). Ihre Mitwirkung bei der Gründung wird erst später u. a. durch diese Inschrift überhöht. Foto: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

Sonderführung: Mythos um Kapelle Althof wird geklärt


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Der um 1975 abgerissene Schweinestall unweit der Kapelle
(Sammlung: Münsterverwaltung/Familie Maichel)


Die OSTSEE-ZEITUNG berichtete am 6. Juli über die erste Sonderführung in Althof: "Martin Heider erzählt mit Bildern und Grafiken die Geschichte von Althof.

Vom Englischen Park in Althof, in dem die Kurgäste Bad Doberans einst spazieren gingen, und dem Pachthof, den es hier mit Viehwirtschaft gab, erzählt die neue Sonderführung von Martin Heider in Althof, die am Sonnabend erstmals stattgefunden hat. Sie klärt auch mit einem Mythos auf.

Anlass der Sonderführung ist die Gründung des Klosters Doberan im heutigen Bad Doberaner Stadtteil Althof, die in diesem Jahr 850 Jahre zurückliegt. „Ich kann gleich den Mythos aufklären, dass sowohl die Kapelle sowie die sog. Klosterscheune aus der frühen Klosterzeit stammen“, sagt Martin Heider, Kustos des Münsters in Bad Doberan. „Durch Schriften im 19. Jahrhundert entsteht dieser Mythos.

Das Kloster wurde 1171 bezogen und 1179 zerstört. Von den Bauten aus der Klostergründungszeit blieb in Althof nichts Sichtbares erhalten.Die Kapelle und die Scheune wurden um 1300 gebaut. Die Vorgängerkapelle muss eine hölzerne gewesen sein, so Martin Heider. Nach der Zerstörung des Klosters in Althof wurde es im heutigen Doberan 1186 neu eröffnet. Althof wurde eine Grangie, ein Wirtschaftshof des Klosters. Nach der Klosterauflösung im März 1552 wurde Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge. Die Kapelle wurde nun bis in das frühe 19. Jahrhundert als Backhaus genutzt.

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Die sog. Klosterscheune um 1975/80, vor dem Verfall zur Ruine
(Sammlung: Münsterverwaltung/Familie Maichel)


Nach einem Blitzeinschlag fand man in der Kapelle Inschriften und Mosaikziegel. „Das war Anlass genug, die Kapelle als Bauwerk wiederherzurichten. Allerdings nicht zur gottesdienstlichen Nutzung, sondern quasi als Museum oder Mausoleum.“

Denn hier liegt Woizlava, die Frau des slawischen Obotritenfürst Pribislav, der die Klostergründung mit veranlasst hatte, begraben. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Kapelle Baumeister Gottlieb Ludwig Möckel, der sie von 1885 bis 1888 restaurierte und ihr eine einheitliche neogotische Ausstattung gab, nun auch für Gottesdienste. Vor der Kapelle zeigt Martin Heider eine bislang unveröffentlichte Federzeichnung aus dem Jahr 1821. Was heute einfache Fenster über dem Portal sind, waren damals zwei Wappenfenster, eines von Doberan, das andere von Mecklenburg.

Von der Kapelle geht es in Richtung Scheunen-Ruine. Martin Heider erläutert anhand von alten Zeichnungen, wo sich welche Gebäude des Pachthofes befunden haben. Während das Backhaus von 1822 und das Pächterwohnhaus (Gutshaus) noch stehen, sind unter anderem das Schweinehaus (Abb.), der Schafsstall, Milchenhaus oder Feldscheune Geschichte. Bei der Recherche sei ihm deutlich geworden, welche Vorgängerbauten es seit der Frühen Neuzeit gab und was über die letzten Jahrzehnte verloren gegangen sei, so Martin Heider.

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Die ehemalige Wassermühle (um 1910)
(Sammlung: Herbert Drechsler)


So auch große Teile der sogenannten Klosterscheune. Ein Foto von 1974 zeigt, wie sie einst aussah. Weiter Bilder zeigen, wie sie nach und nach verfällt. Bis 1980 war das Haus noch als Lager genutzt worden, sagt Martin Heider. Als das Reet vom Dach rutschte, verfällt das Gebäude immer mehr. Mit dem Abriss seien das Dachtragwerk, die Giebel, das Scheunentor und der Anbau verloren gegangen. Heute stehen hier nur noch die Grundmauern.

Weiteres Thema der Führung: Der Englische Park zu Zeiten von Großherzog Friedrich Franz, der um die Kapelle angelegt worden war. Die Wegebeziehungen seien in Grundzügen noch vorhanden, so Heider. „Althof war zunächst das Ausflugsziel Nummer 1 für Kurgäste.“ Sein Wunsch für die Bundesgartenschau 2025, für die sich Bad Doberan als Außenstandort bewirbt: „Dass man die alten Wegebeziehungen wieder erlebbar macht.“

Am 16. Juli wird es um 15 und 17 Uhr die nächsten Sonderführungen durch Althof geben. (...)"

Anja Levien

 

 

Jubiläumsmedaille 2021 im Münster erhältlich


Kapeele Althof

Kapeele Althof

Ein neues Faltbaltt "Jubiläumsmedaille & Jubiläumsband 2021" – 850 Jahre Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof informiert neben kurzen Informationen zur Althof-Historie wie folgt über die Jubiläumsmedaillen von 1971 und 2012.


Die Jubiläumsmedaille von 1971

1971 ergriffen einzelne Mitglieder der „Doberaner Münzfreunde“, damals noch Fachgruppe Numismatik beim Kreisverband des Kulturbundes der DDR, die Initiative zur Herausgabe einer Jubiläumsmedaille zum 800. Jahrestag der ersten Klostergründung. Diese Medaille mit 30 mm Durchmesser zeigt das Siegel des Klosters Doberan und eine der vielen Rosetten aus dem Chorgestühl des Münsters, verweist jedoch nicht auf Althof.

Die Medaille wurde zum Politikum. Die Münze Berlin vernichtete in Abstimmung mit dem Rat des Bezirks Rostock noch vor dem 9. Juli die Prägewerkzeuge. Wohl etwa 2.000 Medaillen in Kupfer und etwa 50 in Silber überstanden die Kompetenzstreitigkeiten zwischen Staat und Kirche. Als Rarität tauchten wenig später auch Stücke bei westdeutschen Sammlern auf.

 

 

 

Kapeele Althof

Kapeele Althof

Die Jubiläumsmedaille von 2021

In die von der Corona-Virus-Pandemie geprägten Jahre 2020/2021 fällt das 850-jährige Gründungsjubiläum. Leider mussten pandemiebedingt die angedachten Würdigungen und Feierlichkeiten stark reduziert werden. Um so mehr erfreut die gelungene Ausgabe einer Jubiläumsmedaille, die den Entstehungsort des Klosters würdigt. Sie erwähnt den Ort Althof und zeigt die an historischer Stelle stehende Kapelle. Die Medaille selbst hat einen Durchmesser von etwa 35 mm und besteht aus einem Eisenkern, der altmessing patiniert wurde.

Die Medaille trägt im Gegensatz zu der von 1971 den Namen Althof, zeigt die dortige Kapelle und stellt mit zwei nachgestalteten kleinen Kacheln aus der Grabstelle der Stifterin Fürstin Woizlawa eine Verbindung zu ihrem Gatten Pribislaw, dem Herrn von Mecklenburg, her. Das Eichenlaub stellt einen Hinweis auf die aus Holz gebaute Anlage dar.

Entsprechend des Jubiläums ist die Auflage auf 850 Exemplare limitiert. Des Weiteren gab es 85 Exemplare in massivem Feinsilber (bereits ausverkauft). Herausgeber dieser Medaille ist die Münsterverwaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde im Zusammenwirken mit der Interessengemeinschaft „Doberaner Münzfreunde“.

 


Verkaufsdaten der Medaillen

2021
Altmessing, 850 Exemplare – 10,00 Euro (im Münster)
2021 Feinsilber, 85 Exemplare – 40,00 Euro (ausverkauft)
1971
Kupfer (Restbestand) – 15,00 Euro

Bezug der Medaille 2021 täglich im Doberaner Münster (T. 038203-62716), der Medaille 1971 nur über die Doberaner Münzfreunde (Jürgen Hamann, Tel. 038203 17728)
 

 

 

Althof-Video zum Klosterjubiläum von TV-MV 1


Kapeele Althof

850 Jahre Kloster Doberan - Gründung im heutigen Althof – Von der Gründung des ersten Zisterzienserklosters Mecklenburgs bis in die Gegenwart.


Eine Produktion von MV1 – "Heimat bewegt"

Vor 850 Jahren kamen Mönche aus dem niedersächsischen Amelungsborn nach Althof, einem heutigen Ortsteil von Bad Doberan, um hier das erste Zisterzienserkloster Mecklenburgs zu gründen.

Martin Heider, Kustos des Bad Doberaner Münsters, und Joachim Frenkel vom Althof-Verein haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Ortes zu erforschen und bekannter zu machen und stellen in dem Film den Ort mit ehemaliger Klosterkapelle, weiteren Gebäuden und dessen Umfeld gemeinsam vor.

Bericht: Katja Voget
Kamera und Schnitt: Jan Zuch

Der Film ist hier frei zugänglich im Internet.

 

 

 

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STELLENAUSSCHREIBUNG Gemeindepädagogik


pribislav

 

STELLENAUSSCHREIBUNG


In der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bad Doberan ist zum 1.11.2021 (oder nach Vereinbarung) die Stelle für Gemeindepädagogik in einem Umfang von 75% wieder zu besetzen (m/w/d).

Bad Doberan ist eine Stadt etwa 15 km westlich von Rostock, die mit dem Ortsteil Heiligendamm direkt an der der Ostsee liegt. Vor Ort gibt es alle Schularten, u.a. auch die Christliche Münster Schule in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung. Zur Schule besteht eine enge Kooperation. Es gibt eine Vielzahl von Kitas, u.a. auch eine evangelische Kindertagesstätte.

Die gute Anbindung nach Rostock durch den ÖPNV lässt Bad Doberan seit einigen Jahren stetig wachsen. Zurzeit leben hier über 12.000 Menschen.

Zur Kirchengemeinde mit dem Münster Bad Doberan und den beiden Kapellen in Heiligendamm und Althof gehören etwa 2.000 Gemeindeglieder. Die gemeindepädagogische Arbeit hat in der Gemeinde eine große Bedeutung. Weitere Schwerpunkte der Gemeindearbeit sind die Kirchenmusik und die sozialdiakonische Arbeit (Treffpunkt Suppenküche in der Trägerschaft der Kirchengemeinde).

Die Kirchengemeinde lädt grundsätzlich offen zu Angeboten und Veranstaltungen ein.
Ehrenamtlich mitarbeitende Jugendliche konnten in der Vergangenheit u.a. durch die Teamercard-Ausbildung gewonnen werden. Auch Erwachsene haben Projekte und Veranstaltungen ehrenamtlich begleitet.


Stellenausschreibung hier als pdf >

 

 

Eigenverantwortete Bereiche

  • konzeptionelle Planung und Durchführung generationsübergreifender Projekte im Team (auch im Arbeitsbereich GP gabenorientiert)
  • Gewinnung und Begleitung vom ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen für den gemeindepädagogischen Arbeitsbereich
  • Gestaltung der kirchlichen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und die damit verbundene Eltern- und Familienarbeit
  • Ausgestaltung der Arbeit mit den gemeindlichen Kooperationspartnern
  • Gestaltung von generationsübergreifenden Gottesdiensten
  •  Angebote im Rahmen der Kirchenraumpädagogik

Zusammenarbeit in der Gemeinde, Region und Propstei

  • bei der Weiterführung und -entwicklung des Kurses „Kinder führen Kinder“
  • mit dem Pastorat die Verantwortung für die Konfirmandenarbeit
  • mit anderen Angeboten der Kirchengemeinde
  • Durchführung und Mitgestaltung von Gottesdiensten
  • Kirchenraumpädagogik im Münster und anderen Gemeindekirchen
  • projektbezogene Vernetzung mit Verbänden, Vereinen, Schulen, Kitas, Institutionen vor Ort

Vertretung des Arbeitsbereiches

  • durch Teilnahme an den Dienstbesprechungen der Mitarbeitenden
  • durch die Teilnahme am Regionalkonvent mit Mitarbeitenden, am Gemeindepädagog*innenkonvent, Propsteikonvent und der jährlichen Mitarbeitendentagung
  • Mitarbeit im Kinder-, Jugend- Familien- und Seniorenausschuss (KiJuFaSe)

Voraussetzung für eine Bewerbung ist der Abschluss eines gemeindepädagogischen Studiums an einer Fachhochschule oder die Ausbildung an einer entsprechenden Fachschule. Die Eingruppierung erfolgt nach KAVO/MP. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.

 

 


Wir freuen uns auf aussagekräftige Bewerbungen bis zum 15.8.2021 an:

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Doberan/Kirchengemeinderat
Klosterstr. 1b
18209 Bad Doberan

Weitere Auskünfte erteilen:
Pastor Albrecht Jax

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Tel.: 038203 16439 - Gemeindebüro

und Barbara Niehaus (Vorsitzende KiJuFaSe)

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Tel.: 0176-64 82 18 35


 

 

 

Besichtigung des Doberaner Münsters wieder möglich


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Entsprechend der jüngsten Landesverordnung ist das Münster seit 25. Juni auch ohne Nachweis der Schutzimpfung, der Genesung bzw. eines Corona-Negativ-Tests zur Besichtigung geöffnet.

Der Rundgang ist mit einem Rundgangblatt samt Grundriss und Kurzerläuterungen möglich.

Öffnungszeiten Oktober:
  • Montag bis Samstag 10-17 Uhr
  • Sonntag 11-17 Uhr
Öffnungszeiten November:
  • Montag bis Samstag 10-16 Uhr
  • Sonntag 11-16 Uhr

Änderungen, auch aufgrund kirchlicher Veranstaltungen, vorbehalten!

 

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Weiterhin gilt zu beachten:

  • Maskenpflicht
  • Abstand mind. 1.50 m
  • allg. Hygieneregeln

 

Besichtigungsbeitrag für Öffnung und Bauerhalt


 

 

Medaille zum 850. Klosterjubiläum



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Erst jetzt, mit den wiedergewonnenen Möglichkeiten der Besichtigung des Münsters und regulärem Verkauf an der Münsterkasse, startete der reguläre Weiterverkauf der messingfarbenen Gedenkmedaille. Daher veröffentlichen wir den Beitrag aus der OSTSEE−ZEITUNG über die Klosterjubiläums-Medaille vom 17. Februar 2021 erst jetzt:

Münzfreunde und Verwaltung des Münsters würdigen Gründung des Klosters Doberan im Jahr 1171.

Von Lennart Plottke


Althof. Wenn man 850 Jahre alt wird, hat man sich eine besondere Auszeichnung verdient. Das dachten sich zumindest die Interessengemeinschaft „Doberaner Münzfreunde“ sowie die Münsterverwaltung und spendierten dem Ortsteil Althof zum großen Jubiläum eine eigene Gedenkmedaille. „Es war uns in der Gestaltung wichtig, den Schwerpunkt auf Althof zu legen“, erklärt Jürgen Hamann von den Münzfreunden. „Das war in der Vergangenheit nicht immer so.“

Denn schon 1971 hatten einzelne Mitglieder der Münzfreunde, damals noch Fachgruppe Numismatik beim Kreisverband des Kulturbundes der DDR, eine Jubiläumsmedaille zum 800. Jahrestag der ersten Klostergründung geplant. „Diese Medaille zeigt das Siegel des Klosters Doberan und eine der vielen Rosetten aus dem Chorgestühl des Münsters, verweist jedoch nicht auf Althof“, macht Hamann deutlich.

„Der erste Entwurf wurde für den Kulturbund angefertigt“, erklärt Münster-Kustos Martin Heider, der zum diesjährigen Jubiläum unter anderem eine große Ortschronik vorlegen wird und deshalb in den vergangenen Monaten in Unmengen von Akten und Dokumenten gestöbert hat. „Später verlangte der Rat der Stadt Bad Doberan einen anderen Entwurf – Anfang 1970 erteilte die Stadt an die Münze Berlin den Auftrag, 1500 Stück vom zweiten Entwurf zu prägen, zog diesen aber im September auf Weisung der SED-Kreisleitung zurück.“

Schließlich habe sich der frühere Landessuperintendent Traugott Ohse der Sache angenommen und nach Anfertigung eines dritten Entwurfes am 30. Juni 1970 einen Auftrag über 4799 Medaillen in Kupfer und 100 in Silber erteilt. Die Münze Berlin führte den Auftrag aus, die Auslieferung erfolgte am 28. Februar 1971. Tatsächlich erwerben konnte man die Medaille allerdings nicht wirklich. „Nach einigem Hin und Her und Auseinandersetzungen mit der SED wurde die Münze wieder eingezogen“, sagt Jürgen Hamann. „Offiziell, weil für die Produktion keine Genehmigung vorgelegen hatte.“


Inoffiziell habe die ganze Sache aber auch mit „Devisenbeschaffer“ Alexander Schalck-Golodkowski und dem Aufkauf von Kulturgütern in der DDR zu tun, so Hamann.

Diese Sorgen haben die Münzfreunde und auch die Münsterverwaltung zum 850-jährigen Jubiläum nicht mehr. „Die heutige Medaille hat einen Durchmesser von etwa 35 Millimetern und besteht aus einem Eisenkern, der altmessing patiniert wurde“, erklärt Jürgen Hamann. „Entsprechend dem Jubiläum ist die Auflage auf 850 Exemplare limitiert.“ Darüber hinaus gibt es 85 Exemplare in massivem Feinsilber: „Die Medaille zeigt auf der Vorderseite den Namen Althof, die jeweiligen Jahreszahlen und die Kapelle – auf der Rückseite wird mit zwei nachgestalteten Motiven von Kacheln aus der Grabstelle der Stifterin Fürstin Woizlava eine Verbindung zu ihrem Gatten hergestellt – Pribislav, Fürst von Mecklenburg.“

Das Eichenlaub spiegelt die hölzerne Bausubstanz des ersten Klosters wider. „Diese Klosteranlage wurde 1171 in Althof errichtet und bestand nur wenige Jahre“ sagt Jürgen Hamann. „Die 1186 neu gegründete Klosteranlage Doberan war von Anfang an privilegierter, dauerhafter und ließ den ursprünglichen Platz bald in Vergessenheit geraten.“ (...), so Hamann.

(...) Das ehemalige Gelände des Klosters sei nach und nach zum klostereigenen Wirtschaftshof ausgebaut worden: „Später bürgerten sich die Namen Alt-Doberan und Althof ein – im Zuge der Reformation wurde der Wirtschaftshof Althof aufgelöst." (...)

Die messingfarbenen Medaillen sind ab sofort zum Preis von 10 Euro im Münster erhältlich. „Interessenten können sich vorher telefonisch melden“, sagt Kustos Martin Heider. „Wir organisieren dann die Übergabe an der Münsterkasse.“ Auch der Erwerb der silbernen Gedenkmedaille ist nach Vorbestellung möglich – dieses Exemplar kostet 40 Euro pro Stück.


Info Medaillen: 038 203/62 716

OZ-Fotos (Lennart Plottke):

1.) Auf der Vorderseite der Medaille sind die Althöfer Kapelle sowie die Jahreszahlen 1171 und 2021 zu erkennen.

2.) Präsentieren vor der Althöfer Kapelle die Gedenkmedaille in zweifacher Ausfertigung: Martin Heider (l.) mit dem silbernen Exemplar, Jürgen Hamann hält die messingfarbene Plakette in den Händen.

 

 

Aktueller Stand vom 09. Juni 2021 zum Verkauf:

Die Gedenkmedaille aus Feinsilber ist bereits vollständig ausverkauft.

Die ebenfalls limitierte messingfarbene Gedenkmedaille ist wieder für 10 Euro täglich von 11 bis 15 Uhr an der Münsterkasse erhältlich.

 

 

Industriekletterer in 70 Meter Höhe am Münster


pribislav

 

Kugellager am Wetterhahn durch Sturm beschädigt. Der Wetterhahn der Turmbekrönung des Vierungsturmes des Doberaner Münsters drehte sich nicht mehr im Wind.

Vermutlich wurde er bei den Sturmböen am 11. März 2021 beschädigt. Ein nicht drehfähiger Hahn in dieser Höhe von rund 70 Metern bietet großen Widerstand gegen Sturmböen und ist daher gefährdet bzw. kann andere Bereiche gefährden. Bei weiteren Stürmen besteht die Gefahr, dass die Lanze der Turmbekrönung Schaden nimmt und/oder der Hahn beschädigt bzw. im Extremfall durch Absturz größeren Schaden an der historischen Kupfereindeckung verursacht wird.

Die gesamte Konstruktion wurde am 19. Mai von Industriekletterern der Firma TSP-Spezialbau GbR Drechow überprüft, die Schäden fotografisch dokumentiert. Hendrik Köppen aus Rostock, ein erfahrener Industriekletterer, führte die Arbeiten aus.

Zunächst dreht sich der Wetterhahn wieder, allerdings schwer. Offensichtlich ist das Kugellager von um 1890 so geschädigt, dass eine nachhaltige Reparatur notwendig wird.

Für die notwendigen Arbeiten läuft derzeit die weitere Zuarbeit von Unterlagen für die bereits eingereichte Schadensanzeige bei der Versicherung sowie als Entscheidungsgrundlage für die Bauverantwortlichen.

Derartige Wartungs- und Sanierungsarbeiten sind durch die an historischen Bauwerken sehr erfahrenen Industriekletterer, in diesen Höhen und damit nur aufwendig zugänglichen Bereichen, ohne Gerüststellung möglich.

Es erfolgte die Kontrolle und Wartung weiterer Bereiche, so die Verfugung an den Fensterbänken (Solbänke) der Obergadenfenster in knapp 20 Meter Höhe. Auch die Silikonfugen zu den Dachanschlüssen unterhalb dieser Fester erwiesen sich in der Vergangenheit als Problemstellen.

Nach einer Kontrolle wurde nun an einer schadhaften Fuge eine Musterstrecke mit Bleiwolle als Dichtmasse angelegt.


Text: Martin Heider

Fotos: TSP-Spezialbau GbR in Drechow

 

 

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Wartung und Pflege durch Industriekletterer


 

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Reinigung von Dachrinnen und Fallrohren am Doberaner Münster durch Industriekletterer. Kontrolle und Wartung weiterer Bereiche folgen. Überschaubare Sanierungsarbeiten in sonst nur aufwendig zugängliche Bereiche ohne Gerüststellung möglich.

Am Doberaner Münster wurden kürzlich während zweier Einsätze, beginnend mit der Nordseite, die Dachrinnen und Fallrohre durch Industriekletterer der Firma TSP-Spezialbau GbR in Drechow gereinigt.

Bei der Beräumung der Dachrinnen der Nordseite wurde festgestellt, dass diese mehr Verstopfungen und Verschmutzungen aufwiesen als gedacht. Aus den Dachluken waren bei Wartungsgängen die Verschmutzungen und Verstopfungen, insbesondere der Fallrohrstutzen, nicht ausreichend sichtbar. Durch Nistmaterial, z.B. dickere Ästchen sowie Laub und teilweise Mulch bzw. Humus, waren mehrere Stutzen entsprechend gefüllt, einige sogar verstopft.

 

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Es wurden jeweils sowohl die Rinnen des Hochschiffs als auch die der Seitenschiffe gereinigt. Alle Fallrohrstutzen wurden mit einer Wasserspülung geprüft. Ein Gitterträger im Stutzen der Seitenschiffdachrinne auf der Nordseite war - wahrscheinlich durch Eis - stark verbogen, einige der Stäbe sind aus ihrer Befestigung gerissen und ein Stab lag nur noch lose obenauf. Die Stäbe wurden gerade gebogen und mit größeren Nieten neu befestigt.

Während der Begehung der Dachflächen wurde die Fachfirma durch die Münsterverwaltung gebeten, die Silikonfugen zu den Dachanschlüssen unterhalb der Solbänke der Obergadenfester zu prüfen, da sich diese in der Vergangenheit als Problemstellen erwiesen. Rund 15 Jahre nach der letzten Bearbeitung erschien eine Kontrolle erforderlich.

 

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In der Tat ist diese der Witterung stark ausgesetzte Fuge an mehreren Stellen brüchig bzw. an einigen Stellen abgängig. Diese sollen nun überall auf dieses Schadenbild geprüft und ggf. neu mit entsprechender Dichtmasse verfugt werden. In Zukunft sollen die Arbeiten mit einem langlebigerem, geeigneten Material ausgeführt werden. Favorisiert wird Bleiwolle.

Die Taubenabweiser, die die Firma im Jahr 2017 angebracht hatte, haben sich bewährt. Sie sind in einem guten Zustand.

Diese kontinuierlichen Wartungs- und Pflegemaßnahmen beugen größeren Schäden am Gebäude vor und helfen bei der Bestandssicherung.


Text: Martin Heider unter Verwendung einer Angebots-Unterlage der TSP-Spezial.

 

 

Ev. Waldkapelle in Heiligendamm


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Täglich geöffnet und samstags Abendandacht vor der Kapelle.


 

Die Evangelische Kapelle in Heiligendamm ist täglich geöffnet.

Von Mai bis September feiern wir jeden Sonnabend um 19 Uhr vor der Kapelle ein Abendgebet.

 

 

 

Essensausgabe durch Treffpunkt Suppenküche


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Der Treffpunkt Suppenküche ist weiterhin geschlossen.


 

Eine Essensausgabe wird aber

Montag bis Freitag von 11-14 Uhr

an der Terrassentür am Doberaner Amtshaus/Gemeindezentrum ermöglicht.

 

 

 

Rezension Buch Baugeschichte Doberaner Münster



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Bereits im Jahr 2020 erschien der Band "Das Doberaner Münster - Bau | Geschichte | Kontext". Coronabedingt konnte bislang keine Buchvorstellung erfolgen. Es erfreut sich trotz der Verkaufseinschränkungen großer Beliebtheit. Mehrere hundert Exemplare wurden insgesamt im Münster bzw. durch den Buchhandel und den Verlag verkauft. Dipl.-Restaurator Boris Frohberg aus Berlin schrieb folgende Rezension, u. a. für die Fachzeitschrift RESTAURO:

Der Band zur Baugeschichte dieser Zisterzienserklosterkirche fügt sich ein in die Riege der bereits vorliegenden sehr qualitätvollen Publikationen zu diesem Bauwerk. Es schließt aber eine bislang noch bestehende Lücke in der Fachliteratur und ist 2020 im Michael Imhof Verlag Petersberg erschienen. Die Herausgeber sind Martin Heider und Christian Kayser, als weitere Autoren konnten unter anderem Dirk Schumann, Jörg Ansorge, Torsten Rütz und Tilo Schöfbeck gewonnen werden.

Sie beleuchten auf über dreihundert exzellent bebilderten Seiten die Ursprünge der Klosterkirche und die Errichtung des gotischen Baues, die Baukonstruktion und Baugestalt, die Entwicklung des Bauwerkes vom späten 15. Jahrhundert an, sowie das Münster als Gegenstand der Denkmalpflege und Restaurierung bis 2019, aber auch die Stellung dieser Basilika im Kontext zeitgenössischer Backsteingroßkirchen.


Die Ursprünge der Klosterkirche werden im Focus der archäologischen Untersuchungen dargestellt. Hier lautet der Übertitel „Nur auf Sand gebaut?“ Der romanische Vorgängerbau wird dabei mit anderen nordeuropäischen Bauten aus dieser Zeit verglichen.

Der Beitrag zur Errichtung des gotischen Münsters im späten 13. Jahrhundert gibt einen Überblick über Lage, Bestand und Baugeschichte, die Errichtung der Außenwände, das Vorlagensystem, die Einwölbungen, sowie Informationen zu Bauherrn und Baumeister. Außerdem wird die Klausur anhand der Reste der östlichen Kreuzgangswand beleuchtet.

Die Kapitel zur Baukonstruktion und Baugestalt beschäftigen sich mit dem Strebewerk, dem sichtbaren Zeichen der frühen Skelettbauweise an den großen Basiliken, den Ankersystemen, aber auch den Mängeln in der Konstruktion der Strebebögen und die früheren Sicherungsmaßnahmen an der Grundkonstruktion und den Wölbungen. Ergänzend wird das Dachtragwerk über dem Mittelschiff, die Abbundzeichen, die Holzmarken, und die umfassende Dendrochronologie beleuchtet.


 Fortsetzung folgt hier >

 

 

Münster im Kontext von sechs Schwester-Basiliken


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Der Band widmet sich der Stellung des Doberaner Münsters im Kontext zeitgenössischer Backstein-Basiliken, weiterer Forschungen zum Bauwerk und dem Archivgut.


Der umfassendste Einzelbeitrag widmet sich der Stellung des Doberaner Münsters (Abb. 1) im Kontext zeitgenössischer Backstein-Basiliken. „Sechs Schwestern: Vignetten zur Baugeschichte“ stellt die Dome von Schwerin und Lübeck, die Nikolaikirche zu Stralsund und die Marienkirchen in Rostock (Abb. 2) und Lübeck einander gegenüber. Dabei bestimmen die vertikalen Gebäudequerschnitte und Dimensionen, die Basisgeometrie der Choranlagen, das Strebesystem, die Verankerungen, die horizontalen Pfeilerquerschnitte und Wandaufrisse die Untergliederungen.

Bei den Kapiteln zur Entwicklung des Bauwerkes vom späten 15. Jahrhundert (das Reiche und Glückliche in zunehmender Abhängigkeit vom regierenden Herzogshaus) über die Klosterauflösung in der Reformationszeit, die Erhaltung und Weiternutzung des Areals unter Herzog Ulrich von Güstrow, den Dreißigjährigen Krieg und seine Folgen, die Entwicklung bis zur Gründung des Modebades um 1800, werden viele bislang unbekannte Details und Pläne durch das akribische Aktenstudium des Kustos Martin Heider, und die Übersetzung der Inhalte, ans Licht gebracht. In zeitlicher Abfolge schließen sich daran Beiträge über das Münster als Gegenstand der Denkmalpflege und Restaurierung bis 2019 an.

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Dieser Teil enthält auch einen Beitrag von Stefan Thiele, der gekonnt den Bogen zur 2016 veröffentlichten Dissertationsschrift über die Forschung und Denkmalpflege im 19. und 20. Jahrhundert schlägt. Die Restaurierung von 1964 bis 1984 als Referenzobjekt für die gesamte DDR-Denkmalpflege par excellence wird dabei umfassend und sachlich-kritisch in all seinen Facetten behandelt, denn das Konzept steht am Wendepunkt sich ändernder Tendenzen der denkmalpflegerischen Auffassung. Denn wie schon 75 Jahre zuvor unter Möckel geschehen, entstand ein völlig neuer einheitlicher Raumeindruck unter weitgehendem Verlust des qualitätvollen Bestandes an Raumfassung.

„Es entstand ein Handbuch, das den aktuellen Wissensstand zum Münster, einem der wichtigsten Bauwerke der nordischen Backsteingotik und einem Denkmal zisterziensischer Baukunst von internationaler Bedeutung, zusammenfasst. Dem bereits 2018 (im selbigen Verlag) publizierten Tagungsband zu der einzigartigen Ausstattung (Fachzeitschrift RESTAURO berichtete) kann damit ein Folgewerk zur Seite gestellt werden, dass auch den diese bergenden Schrein, das Doberaner Münster selbst, behandelt.“

Boris Frohberg

Dipl.-Restaurator aus Berlin


Eine weitere ausführliche Buchbesprechung ging ein und wurde ebenfalls in einer Fachschrift veröffentlicht. Diese wird in einer der nächsten Newsletter-Ausgaben veröffentlicht.

Das Buch ist im Abhol-Service täglich von 11 bis 13 Uhr im Doberaner Münster erhältlich.

Und hier in unserem Shop bestellbar: shop/literatur/das-doberaner-muenster-bau-geschichte-kontext

 

 

Autoren und Beiträge des Buchs Baugeschichte


kindermünsterführer

 

Dr. Jörg Ansorge während der archäologischen Untersuchungen im Nördlichen Chorumgang

 

kindermünsterführer

 

Titel des Inventars zur Auflösung des Klosters im März 1552. Landeshauptarchiv Schwerin

Autoren und Beiträge des neuen Münsterbuchs


Friedrich Schlie
Zur Geschichte der Zisterzienserabtei Doberan bis zur Auflösung in der Reformation


Jörg Ansorge/Torsten Rütz
Nur auf Sand gebaut?
Archäologische Beobachtungen im ›Untergrund‹ des Doberaner Münsters


Dirk Schumann
Die Klausur des Klosters Doberan
Bauarchäologische Befunde der Reste der östlichen Kreuzgangwand


Christian Kayser
Aus ‚schonen steynen‘ neu erbaut
Die Errichtung des gotischen Münsters im späten 13. Jahrhundert


Christian Kayser
Pfeiler, Bögen, Anker: Das Strebewerk des Münsters


Christian Kayser
Lübeck, Doberan, Schwerin, Rostock, Stralsund
Zur Stellung des Doberaner Münsters im Kontext zeitgenössischer Backsteinbasiliken


Tilo Schöfbeck
Das Dachwerk über dem Mittelschiff Des Doberaner Münsters
Ergebnisse der bauhistorischen Untersuchung


Martin Heider
Das Kloster im späten Mittelalter
Vom späten 15. Jahrhundert bis zur Reformationszeit


Martin Heider
Von der Klosterauflösung bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges
Die Geschichte des Klosterareals zwischen 1550 und 1648 nach zeitgenössischen Quellen


Martin Heider
Vom Kriegsende bis zur Gründung des Modebades
Die Geschichte des Klosterareals von 1648 bis um 1800 nach zeitgenössischen Quellen


Stefan Thiele
„Ein schönes Stück aus der alten Architektur“
Die Doberaner Klosterkirche als Gegenstand der Denkmalpflege im 19. und 20. Jahrhundert


Martin Heider
Baupflege am Doberaner Münster heute
Die Restaurierungsarbeiten in den Jahren 2001 bis 2019


Anhang

Dendrochronologische Datierungen

Martin Heider

Akten zur nachreformatorischen Baugeschichte der Doberaner Kirche und ihrer Nebengebäude

Quellennachweise für die Handschriften (in den Beiträgen von Martin Heider)

Bibliographie

 

 

Doberan, Münster und Kirchgemeinde vor 100 Jahren


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Sukzessive wächst eine umfängliche Zeittafel über Bad Doberan und das Klosterareal mit Münster, die auch zur Schulung der Münsterführer dient. Darin werden nicht nur Daten und Fakten über die Gebäude, sondern auch über das gesellschaftliche samt kirchlichem Leben gesammelt.

Heute ein Blick in das erste Halbjahr 1921 mit dem Schwerpunkt kirchengemeindliches Leben. Die Einträge stammen u. a. aus der Doberaner Pfarrchronik.

Vor allem die hier noch nicht aufgeführten Einträgen aus den folgenden Monaten und Jahren zeigen deutlich, wie wenig die Realität mit den sog. "Goldenen 20er Jahren" zu tun hat, die Gesellschaft unter den Folgen des Krieges und der Weltwirtschaftskrise leidet und der Nationalismus deutlich zunimmt.

21.02.1921: Im Rathaussaal (Großherzogliches Palais) fand eine Versammlung zur Begründung einer „Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft“ statt. Dieselbe will alle diejenigen sammeln, die zur Parole stehen:

"Ich halte zu meiner Kirche"

"Ich arbeite für meine Kirche"

Nachdem der Kirchenchor mit schönen Gesängen den Abend eingeleitet, sprach der Mecklenburgische Jugendpastor Bruno Meyer aus Schwerin über die „moderne Jugendbewegung“ in Deutschland. Sodann referierte Pastor C. Walter über die Ziele der Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft u. legte die Satzungen vor. Dieselben wurden von der Versammlung genehmigt.

In den Vorstand wurden gewählt: D. theol. W. v. Oertzen, Superintendent D. Kliefoth, Herr v. Hassel, Oberlehrer Lic. Klaehn, Major a. d. v. Schweinitz, Lehrer Engel, Pastor C. Walter.

Die Beteiligung des Publikums war sehr groß. Am selben Abend schrieben sich über 300 Personen als Mitglieder ein. Außerdem meldeten sich dazu: Meckl. Bund, Marienfrauenverein, Frauenhilfsverein, Helferkreis des Kindergottesdienstes, die Gemeinschaft Bibelkreis v. Hassel, Pastorin Walter, Frl. Steinmann, Kirchenchor.

01.03.1921: Feier der 750-jährigen Begründung des Klosters Althof-Doberan.

10 Uhr Festgottesdienst in der Kapelle zu Althof. Predigt Superintendent D. Kliefoth. Der Doberaner Kirchenchor sang. Abends 8 Uhr im Rathaussaal zu Doberan Familienabend unter größter Beteiligung. Gesänge vom Sängerbund unter Leitung des Lehrers Burde, Kinderchor unter Leitung von Organist Wiedow.

Ansprachen:

1.) Doberan einst - Rector Hesse

2.) Doberan jetzt - Pastor C. Walter

3.) Doberan in Zukunft - Superint. D. Kliefoth

 

Die Hauptfeier mit einem von Herrn Erich Kuphal gedichtetem Festspiel soll erst Anfang Juli stattfinden.

Palmsonntag 1921: Konfirmation. Die Kirche wurde auf Bitten der Eltern im Altar und Altarraum reich mit Blumen und grünen Gewächsen geschmückt. Pastor C. Walter führte die Konfirmanden, die sich im Küsterhause versammelt hatten, in langem Zuge unter den Klängen der Orgel hinein. Der Kinderchor verschönte die erhabende Feier mit Gesängen.

Jährlich wurden mehr als 100 Jugendliche konfirmiert. Für das Folgejahr waren 110 angemeldet.

Osterdienstag bis Montag nach Quasimodo 1921: „Oster-Freizeit“ für junge Mädchen. Es kamen etwa 70 junge Mädchen aus allen Teilen Norddeutschlands zusammen. Unterkunft boten freundliche Doberaner aus der Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft. Gemeinsame Mahlzeiten im Tempelberg-Restaurant. Gemeinsame Spaziergänge. Vorträge: Prof. D. Althaus, Pastor Walter, Pastor Meyer, Frl. A. Crome. Aussprache u. Frageabende unter starker Beteiligung. Jeden Morgen Andacht in der Kirche: Pastor Walter.

Sonntag Nachmittag Frühlingsfest für die weibliche Jugend Doberans im Park bei der Kirche. Leitung des Ganzen: Frl. A. Crome, Berlin-Dahlem, Burkhard Gaus. Montag Abend 10 Uhr Schlußandacht in der Kirche: Pastor C. Walter.

24.04.1921: Frühlingsfest der Konfirmandinnen 1920 und 1921 im Kellerswald. .

04.06.1921: Einweihung der Gedenktafel für die Gefallenen des 1. Weltkriegs im Gymnasium. 6 Lehrer und 109 Schüler sind auf der Tafel verzeichnet. Die Gedächtnisrede hielt der Director Dr. Lüth. Der Chor der Schüler sang unter der Leitung des Organisten Wiedow. Ungemein grosse Beteiligung auch der früheren Schüler.

19.06.1921: Missionsfest in Althof für die Gemeinden Doberan, Althof und Hohenfelde. Der unerfreulichen Witterung wegen in der Kapelle. Trotzdem recht guter Besuch.

Ansprachen hielten Superintendent D. Kliefoth über den Spruch: „Ach, daß die Hilfe aus Zion käme u. Gott sein gefangen Volk erhörte!“, Hilfsprediger Stüwer: Überblick über den gegenwärtigen Stand der Leiptiger Mission. Pastor Walter über die Missionsarbeit der Gesellschaft „Licht dem Osten“ unter den Russischen Kriegsgefangenen. Die Collekte brutto 187,85 M. Für die Gestaltung der Althöfer Orgel.

26.06.1921: Sommerfest des Kindergottesdienstes zu Doberan auf dem Kamp. Versammlung bei der Kirche. Festzug zum Kamp. Fröhliche Spiele. Speisung der Kinder mit Überreichen von den Hausfrauen gespendeten Speisen. Herrlichstes Wetter.

Schluß des Kindergottesdienstes für die Zeit der Schulferien.


Zusammenstellung: Martin Heider

 

 

Kapelle Althof – Gemeindekirche erst seit 1888



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Kapelle Althof - Innenraum nach Osten, u.a. mit Altar, Kanzel, Tauffünte, Gestühl. (Foto: Martin Heider, 2021)


Im Jahr 2021 wird das Jubiläum "850 Jahre Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof" begangen, das auch als Ortsgründungsjubiläum gefeiert wird. Es ist der Anlass für eine intensive Auseinandersetzung mit der Althof-Historie.

Eine eingehende Gesamtdarstellung Althofs vom Mittelalter bis in die Gegenwart, die auch den ehememaligen Pachthof samt Gebäudebestand sowie Ziegelei, Erbpachtmühle und viele weitere Aspekte berücksichtigt, entsteht derzeit in Form eines umfänglichen, reich bebilderten Buchs.

Laut Überlieferung wurden Zisterziensermönche am 1. März 1171 vom Kloster Amelungsborn ausgesendet, um im heutigen Doberaner Stadtteil Althof das Kloster Doberan zu beziehen.

Im heutigen Beitrag soll nicht auf die Klosterzeit bzw. die Geschichte des Wirtschaftshofes eingegangen werden, sondern auf das 19. Jahrhundert und explizit die Althöfer Kapelle.


Diese war, um 1300 errichtet, ungefähr seit der Klosterauflösung 1552 bis 1822 ein Backhaus als Bestandteil des herzoglichen Pachthofes Altenhof. Um 1823 erfolgte zunächst die „Wiederherstellung“ unter Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin ohne kirchliche Nutzung, und erst von 1885-88 unter Friedrich Franz III. und dem Architekten Gotthilf Ludwig Möckel durch eine neogotische Restaurierung mit dem Ziel der Nutzung als Gemeindekirche.

1833 schreibt H. G. Studemund, dass von den Ausflugszielen in der Doberaner Region „Althof aber mit den Ruinen des Klosters und der restaurirten Capelle, [es] verdient ohne Zweifel zuerst genannt zu werden. (…) Die Althöfer Hügelwelt ist bald erreicht und in der Mühle findet man eine ländliche Restauration. Die hergestellte Capelle ist mit einer artigen englischen Partie [Englischer Garten] umgeben, und findet man in der Mühle den Schlüßel zu derselben. Bis auf den Altar ist die Capelle leer. Vor demselben liegen noch alte Mönchsziegel (…).

Fortsetzung im nächsten Artikel >>

 

 

Althof gehörte bis 1888 kirchlich zu Parkentin



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Kapelle Althof von Westen im Jahr 1962 mit größerem Baumbestand im Kapellenumfeld (Foto: Raimund Koschke, Bad Doberan)


Zeitnah mit der Auflösung des Doberaner Klosters im Jahr 1552 gehörte Althof kirchlich zu Parkentin und blieb dies bis 1888.

Nicht erst im späten 19. Jahrhundert bedachte man die kirchgemeindliche Nutzung der Kapelle. Bereits ein Schreiben des Superintendenten Willebrand vom 15. Juli 1852 beinhaltete Einzelheiten zur möglichen Aufrichtung einer Filialgemeinde zu Althof.

Besonders weit und in der nassen Jahreszeit „tief“ sei der Weg für die Bauern aus Neu Hohenfelde zur Parkentiner Kirche. Die Althöfer Kapelle im Englischen Garten diene nicht dem Glauben, sondern dem Kunstsinn und der Neugierde. Da der Parkentiner Pastor an Feiertagen auch in Stäbelow Gottesdienst hielt, sei dieser für Althof nicht verfügbar. Man erwog den Dienst des Küsters als Prediger. Dieser war Schullehrer in Hohenfelde, wohin auch die Althöfer Kinder zur Schule gingen, und der über den Schulsteig in rund 20 Minuten vor Ort sein könne.


Im Herbst 1887 verhandelten das Großherzogliche Finanzministerium und die herzogliche Kammer die Gründung der evangelischen Filialgemeinde Althof. Der Oberkirchenrat empfahl dem Großherzog, diese aus den Ortschaften Althof (104 Einwohner), Hohenfelde (189) und Neu-Hohenfelde (89), insgesamt 382, von denen 262 Beichtkinder waren, zu konstituieren und zur Pfarre Doberan zu legen.

Dazu sei ein Hilfsprediger oder eine zweite Predigerstelle einzurichten. Zu prüfen waren die Platzkapazität in der Kapelle und die Verfügbarkeit einer Friedhofsfläche. Außer dem fürstlichen und dem Pastoren-Stuhl waren es mit der Orgelempore 160 Sitze, mehr als zuvor für diese Orte in der Kirche Parkentin.

Den umgebenden Englische Garten pflegte der Erbmüller Sengebusch unentgeltlich gegen Nutzung des Graswuchses. Der südlich der Kapelle liegende Teil sei nach Abdrainieren als Friedhof geeignet, der übrige für das Erholung suchende Publikum ausreichend.

Fortsetzung im nächsten Artikel >>

 

 

Althof – Erster Gottesdienst am 6. September 1888



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Zur Neuausstattung zählte die Friese-Orgel von 1887. (Foto: Martin Heider)


Nach baulicher Umgestaltung und der Einrichtung mit liturgischen Ausstattungsstücken sowie diversen Vorbereitungen für ein kirchengemeindliches Leben, feierte die neue Kirchengemeinde am 6. September 1888, Jahrhunderte nach Klosterauflösung, den ersten offziellen Gottesdienst in der Kapelle.

Ein großherzogliches Schreiben vom 8. August 1888 regelte die baulichen Lasten für die geistlichen Anlagen. Nachdem die Kapelle und der Begräbnisplatz auf großherzogliche Kosten hergestellt waren, ging die Baulast an die Kirchgemeinde. Die Mehrkosten von außergewöhnlich kostbarer, vom Herzogshaus gewünschter Ausstattung der Kapelle und deren Umgebung samt Einfriedung des Friedhofs gingen zu dessen Lasten. Die drei Ortschaften hatten die Spann- und Handdienste zu leisten. Dabei entfielen auf Hohenfelde samt Neu-Hohenfelde 2/3 und auf Althof 1/3.

Für die Wiederherstellung des sakralen Lebens war vieles zu bedenken, z. B. die Anschaffung und sichere Aufbewahrung der Vasa Sacra (u. a. Abendmahlsgeräte, Kranken-Abendmahlsgerät, Taufschale), ein Kirchensiegel, die Organisation der notwendigen Ämter, so des Hilfspredigers, Juraten und Küsters.

Der erste Gottesdienst war am 6. September 1888, die erste Predigt hielt der Doberaner Pastor Kliefoth..


Ein Schreiben des Oberkirchenrats vom 17. September an das Großherzogliche Finanzministerium trug Einzelheiten vor. Der Müller Sengebusch zeigte sich als zukünftiger Kapellenvorsteher bereit, den Küsterdienst zu übernehmen. Er hatte interessierten Besuchern bislang das Gebäude geöffnet. Aufgrund der durch die Mühle betriebenen Gastwirtschaft könne dieser jedoch insbesondere im Sommer kein regelmäßiger Kirchengänger sein.

Daher erwog man, die für den Klingelbeutel bestimmten Gelder in den Opferstock zu tun, für die andere Kollekte die Anfertigung eines Beckens. Da es an anderweitigen Alternativen mangelte, übernahm er auch den Dienst des Orgelbälgetreters- und Glockenläuters, ausgeführt durch einen geeigneten Bediensteten. Das Pulsschlagen der Glocke bei Beerdigungen verantwortete die Gemeinde. Am 6. November 1888 wurde auch der Friedhof geweiht.

Es gäbe viel aus der Kirchengemeinde zu berichten, festgehalten u.a. in den Gemeindeberichten, die heute im Landeskirchlichen Archiv Schwerin verwahrt sind; übrigens alle geschrieben in sehr „individueller“ Handschrift. Aber dazu mehr zu einem anderen Zeitpunkt bzw. ab Juni im unten genannten Buch.

Martin Heider


Das neue Buch wird an der Münsterkasse und im Buchhandel erhältlich sein, voraussichtlich ab Juni 2021: Martin Heider „Die Geschichte Althofs – Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“. Es wird, neben vielen neuen Erkenntnissen aus den Akten, zahlreiche unveröffentlichte Pläne, Zeichnungen und Fotos enthalten.

 

 

"Tourismuskirchen" – "Es herrscht Krisenmodus"



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Vortrag/Führung im Doberaner Münster


Die MECKLENBURGISCHE & POMMERSCHE Kirchenzeitung berichtete am 7. März 2021: „Es herrscht Krisenmodus“ - Touristisch geprägten Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern brechen Einnahmen weg.

Durch ausfallende Konzerte und Ausstellungen fehlen Einnahmen, bei manchen Kirchen fallen Eintrittsgelder weg. Das sei ein „ein Fiasko für Kirchengemeinden", sagt der Tourismusexperte des Kirchenkreises Mecklenburg.


VON NICOLE KIESEWETTER

Bad Doberan/Schwerin/Stralsund. Viele Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern sind längst nicht mehr nur sonntäglicher Anlaufpunkt für gläubige Christen. Sie sind Bildungsorte, Museen, kulturelle Veranstaltungsorte und touristische Anziehungspunkte. Doch seit Monaten bleiben die Besucher wegen der Corona-Pandemie weg – und mit ihnen finanzielle Einnahmen, mit denen die Kirchengemeinden in ihrem Stellen- und Haushaltsplan fest rechnen, sagt Kersten Koepcke, Beauftragter für Kirche und Tourismus im Kirchenkreis Mecklenburg.

Ausfallende Einnahmen durch Konzerte und Ausstellungen – oder bei manchen Kirchen auch die fehlenden Eintrittsgelder – seien „ein Fiasko für Kirchengemeinden und für die Künstler ohnehin“. So wie beim Doberaner Münster: Die Eigenmittel für die Restaurierung der einstigen Zisterzienserkirche aus dem 13. Jahrhundert und die Gehälter für die Mitarbeiter im Münster, die nicht Umfang des kirchlichen Stellenplans sind, werden nahezu vollständig aus den Besichtigungs- und Führungseinnahmen finanziert, erklärt Kustos Martin Heider.

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Haushalt aus Rücklagen ausgleichen



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Gewölbe-, Turm- und Glockenführung im Doberaner Münster (Foto: M. Heider)


Erwachsene Individualbesucher zahlen im Münster drei Euro Eintritt. „Die seit Monaten andauernden Einnahmeausfälle stellen für uns ein Problem dar“, bestätigt Heider. Derzeit würden die Fixkosten anteilig aus den Rücklagen der Baukasse finanziert, „was nicht deren Sinn ist“.

Die Rücklagen in der Baukasse reichen noch für die bisher geplanten Sanierungsmaßnahmen im Münster, aber nicht mehr für die seit zehn Jahren geplante Sanierung des Küsterhauses. Diese muss nun vorerst weiter zurückgestellt werden.

„Festzustellen ist, dass die touristischen Einnahmen für Turmaufstieg und die Spenden zur Erhaltung des Domes, die wir von jedem Besucher erbitten, beinahe gänzlich ausgeblieben sind im Zeitraum nun beinahe eines Jahres“, bestätigt auch Volker Mischok, Domprediger in Schwerin.

Die Ehrenamtspauschale für die Aufsichtskräfte habe deutlich das Spendenaufkommen überwogen. Auch dort sei die Gemeinde gezwungen gewesen, den Haushalt aus Rücklagen auszugleichen, „die auch nicht so üppig sind“.

 

 

 



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Stralsund, St. Nikolai (Foto: M. Heider)


Noch konkreter wird Albrecht Mantei, Pastor an St. Nikolai Stralsund: „Uns sind seit letztem Frühjahr rund 20 000 Euro verlorenen gegangen.“Und das, obwohl durch die vorübergehende Öffnung in den Sommermonaten und im Früherbst einiges an finanziellen Ausfällen wettgemacht werden konnte. „Da wurden wir mit Touristen überströmt.“ Auch in St. Nikolai zahlen Besucher drei Euro Eintritt. Gläubige, die zum Gebet kommen, sind wie in allen anderen Kirchen, die ein „Erhaltungsbeitrag“ erheben, nicht betroffen. Auch Kinder und Jugendliche haben weiter freien Eintritt.

Aus den touristischen Einnahmen werden an St. Nikolai sonst fünf Angestellte mit einem jeweiligen Stellenanteil finanziert. Noch konnte die Kirchengemeinde davon absehen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit zuschicken. Doch je länger die Durststrecke anhält, desto schwieriger wird es. „Wir haben jetzt Anfang März schon Einbußen von mehreren Tausend Euro im Vergleich zu den Vorjahresmonaten“, so Albrecht Mantei.

Tourismusbeauftragter Kersten Koepcke schaut realistisch auf die Krise: „Ist Kirchengemeinde Veranstalter oder Anbieter, ergeht es ihr nicht anders als der übrigen Branche in diesen Zeiten.“ Für Förderungen und Überbrückungsgelder würden Kirchengemeinden nur schlecht in die Kulisse der Antragsberechtigten passen, obwohl sie ein wesentlicher Bestandteil des „Kulturbetriebes“ gerade im ländlichen Raum seien. „Das deutlicher als bisher zu kommunizieren – auch in die Politik – ist dringend notwendig und eine Erkenntnis aus den vergangenen Monaten.“


Quelle: Die MECKLENBURGISCHE & POMMERSCHE Kirchenzeitung; Nr. 10 MV | Sonntag, 7. März 2021.

 

 

Hochauflösende Münster-Bilder in Videoclips



videoclips


Hochauflösende Fotografien vom Doberaner Münster per Panoramatechnik aus bis zu 500 Einzelfotos von Volker Hoffmann (Neumünster) nun auch auf der Münsterhomepage. Online-Präsention anstatt Ausstellung im Münster.


Anläßlich der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen über Objekte im Münster Bad Doberan (siehe: Die Ausstattung des Doberaner Münsters / Hrsg. Gerhard Weilandt und Kaja von Cossart / erschienen 2018 ) wurden zur Veranschaulichung besonders gute Fotos gesucht.

Prof. Gerhard Weilandt (UNI Greifswald), der einige hochaufgelöste Fotos von Retabeln in schwedischen Kirchen gesehen hatte, bat Volker Hoffmann, das vorhandene Bildmaterial durch seine Fotos zu ergänzen. Die meisten erstellten Fotos sprengen den Rahmen eines Buchformates und sollten, um die volle Kapazität zu nutzen, digital projiziert werden.

Die einzelnen Aufnahmen wurden durch eine Panoramatechnik aus bis zu 500 Einzelfotos erstellt. Weitere Fotos werden auf seiner Webseite "www.panoaltar.de" gezeigt.

Geplant war für das Jahr 2021 die Ausstellung einer Auswahl der hervorragenden Bilder im Doberaner Münster im Großformat. Zusätzlich sollten weitere Aufnahmen auf eine 300 x 250 cm große Leinwand projiziert werden.

Coronabedingt wird es diese Ausstellung vorerst nicht geben. Deshalb werden nun auf der Homepage des Doberaner Münsters und auf Youtube Beispiele der Bilder in mehreren thematischen Videoclips gezeigt.

 

 




 

 

Alle hochauflösenden Bilder sehen Sie unter folgendem Link: https://muenster-doberan.de/index.php/de/impressionen/hochaufloesende-bilder

 

Auf den Spuren der Zisterzienser-Mönche


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Naturkundliche-Historische Führung von Althof in den Hütter Wohld anlässlich der Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof vor 850 Jahren.

Im März 1171 trafen Zisterziensermönche mit ihrem Abt Conrad im heutigen Althof (Oldehoff, Altenhof), nahe dem nordwestlichen Rand des Hütter Wohldes, ein. Stifter war der zum christlichen Glauben konvertierte, ehemalige Slawenfürst Pribislaw. Er erhielt von den deutschen Eroberern unter Heinrich dem Löwen das Land seines Vaters Niklot als Lehen.

Nach nur acht Jahren wurde das Kloster zerstört und die Mönche getötet. Die Ruine des großen Wirtschaftsgebäudes (Abb.) und die Kapelle mit dem Grab der 1172 verstorbenen Woizlawa werden zum Beginn der Führung besichtigt und geschichtlich erläutert.

Weiter geht’s auf einem schönen, baumgesäumten Hohlweg zum Hütter Wohld, wo wir auf einem alten Pilgerweg bis zum Pflanzgartenteich gelangen. Dieser gehört zu einer, von den Zisterziensermönchen vor ca. 750 Jahren errichteten Kette von ursprünglich mehr als 20 Stauteichen.

Hier machen wir kurz Rast und erfahren Interessantes über die geologische Entstehung und naturräumliche Einordnung des 350 ha großen Waldgebiets, die ersten nachweisbaren Spuren menschlicher Besiedlung, das Gewässersystem und Abflussgeschehen sowie die Hydrologie und fischereiliche Nutzung.

Der Rückweg nach Althof verläuft im nördlichen, von mit Altbuchen bestandenen Waldbereich, wo wir auf weichen Pfaden die Tier- und Pflanzenwelt entdecken und erleben werden. Kurz vorm Einbiegen auf den alten Hohlweg umrunden wir ein schilfgesäumtes Stillwässer und werden an der Waldkante von großen Baumriesen gegrüßt.

Im Hütter Wohld hat sich aufgrund des kleinräumigen Wechsels sehr unterschiedlicher Lebensräume eine einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl von gefährdeten und geschützten Arten entwickelt, so z.B. Bachneunauge, Rotbauchunke, Großer Abendsegler, Rotmilan, Gebirgsstelze, Edelkrebs, Mopsfledermaus und Grüne Waldhyazinthe. Daher wurde der der Wald 1999 als Naturschutzgebiet und 2004 als Europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen.

Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken! Empfehlenswert ist im Anschluss ein schmackhafter Imbiss beim ansässigen Fischer!

Leitung: Dipl.-Biol. Ina Sakowski


Wann:

ganzjährig, (bevorzugt April – Okt.) 3 Stunden
auf persönl. Anfrage

Anmeldung erforderlich:

038295 / 724669 (AB), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Treffpunkt:

Althof, Parkplatz an Kloster-Ruine

Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen MVs.

 

Weitere Informationen über die Führungen, Kurse und weitere Angebote der Dipl.-Biol. Ina Sakowski auf der Homepage www.ina-sakowski.de

 

Die Ankunft im heutigen Althof vor dem 24. März 1171


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Siegel des Bischofs Berno von Mecklenburg († 1191).
Mecklenburgisches Urkundenbuch Band III, 1865

 

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Die Vorbereitungen liefen bereits in den Vorjahren.

Paul Alexander Nebauer führt weiter aus: Aus dem zweiten und dem dritten Zitat der Nr. 98 des Mecklenburgischen Urkundenbuches (mit Bezug auf die Doberaner Genealogie und der „Wandalia“ des Albert Krantz) ist zu schließen, dass geistliche und fürstliche Herrschaften (Berno und Pribislaw) 1171 die Bauten und den ersten Besitz dem Konvent aus Amelungsborn feierlich übergaben.

Die Mönche kamen aus dem Zisterzienserkloster Amelungsborn, in dem Bischof Berno (Abb. 3) einst Klosterinsasse war. Stifter war Landesherr Pribislav, Bischof Berno Initiator, Konrad der erste Abt. Der Konvent bestand wohl aus dem Abt, zwölf Mönchen – nach dem Vorbild Jesu und den zwölf Aposteln – sowie 25 Laienbrüdern.

Pribislav sah mit der Klostergründung auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes. Die Gegend war zuvor nicht unbesiedelt und unkultiviert, doch hatten die Zisterzienser den Hauptanteil an den Rodungs-, Entwässerungs- und Urbanisierungsarbeiten.

Mit der Stärkung des Christentums, als Basis der abendländischen Gesellschaft, durfte sich Pribislav eine größere Anerkennung und Stellung unter den deutschen Fürsten sichern. Das Kloster wurde zu einem entscheidenden Faktor bei der kirchlichen Entwicklung des Landes.

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte mit seinem Tross wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Unter den damaligen Rahmenbedingungen dürfte die Ankunft zwischen dem 18. und 24. März des Jahres 1171 erfolgt sein.

Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Das Notwendige war vorbereitet. Vor der Ankunft des Konvents waren nach den Ordensbestimmungen die notwendigsten Räumlichkeiten, wie das Bet-, Schlaf- und Speisehaus, die Herberge für Gäste und die Zelle des Pförtners, der den Aus- und Eingang und die Umzäunung des klösterlichen Bezirkes beaufsichtigte, bereitgestellt.

Martin Heider

 

 

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Andacht am 1. März 2021 18 Uhr vor der Kapelle Althof zum Gedenken an die Aussendung der Mönche von Amelungsborn

(Foto: Martin Heider)

 

 

Die Gründung des Klosters Doberan vor 850 Jahren


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Ahnengalerie im Doberaner Münster, Landesherr Pribislav, Fürst der Obotriten und Gründer des Klosters Doberan (†1178), Bild frühes 16. Jh., Ausschnitt (Foto 2007).Foto: Martin Heider (Bad Doberan

Die Aussendung der Mönche vom Mutterkloster Amelungsborn am 1. März 1171.

Die genauen Umstände der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof lassen sich nur begrenzt sicher nachvollziehen. Der slawische Obotritenfürst Pribislav (Abb. 1) soll zuvor bereits 1164, im mutmaßlichen Jahr seiner Taufe, eine heidnische Kultstätte am späteren Standort des Klosters zerstört haben. Der mutmaßliche Tempel ist allerdings weder durch zeitgenössische Quellen noch über archäologische Funde nachweisbar. Erst die Kirchberg-Chronik berichtet um 1378 darüber. Ebenso legendenhaft scheint der Bericht in der Chronik zur Vermählung Pribislavs mit Woizlava (Abb. 2) im Jahr 1164, einer vermeintlichen norwegischen Königstochter; die im selben Jahr ihren Gemahl und dessen Neffen zum Christentum geführt habe.

Die Gründung eines Klosters im Obotritenland hing sicher mit einem Versprechen des getauften Fürsten Pribislav zusammen. Damit war es wohl Bischof Berno, der das Versprechen des zum Glauben Christi bekehrten Pribislav entgegennahm. Genaues zur Auswahl des Standorts wissen wir nicht; eine Gründungsurkunde ist nicht überliefert. Damit steht aber Doberan in der Geschichte nicht allein.

Erst viele Jahre nach dem Versprechen Pribislavs konnte Berno das Signal nach Amelungsborn geben: Der Gründungskonvent konnte sich nach Doberan aufmachen, es war alles für die Ankunft hergerichtet. Ohne eigentliche Urkunde sind wir zur Klostergründung auf mittelalterliche Chroniken und Schriften angewiesen.

Die wohl älteste Überlieferung stammt aus dem Kloster Ryens in der Flensburger Bucht, die „Annales Ryenses“, so Paul Alexander Nebauer (Alt Karin). Die Mönche dieses Zisterzienserklosters, einer Filiation von Esrom, schrieben in ihrer Chronik die Geschichte Dänemarks, die Ereignisse der Christenheit und der Zisterzienser chronologisch für jedes Jahr auf.

„In der lateinischen Fassung finden wir den 1. März als Datum für den Auszug des Konvents aus Amelungsborn“, so Nebauer. Unter der Jahreszahl 1170 finden wir als letzten Eintrag in diesem Werk das Zitat, welches als erstes im Mecklenburgischen Urkundenbuch in der Nr. 98 zu lesen ist: „Conventus mittitur in Dobrum kal. Martii.“ Übersetzt und unter der Berücksichtigung der mittelalterlichen Kalenderrechnung: Ein Konvent wird nach Doberan gesandt am 1. März (1171).

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Nordwand der Kapelle Althof, Inschrift, um 1300, mit Nennung der Fürstin Woizlava als „Klosterstifterin“ „Fundatrix Woizlava“ (Foto 2021). Ihre Mitwirkung bei der Gründung wird erst später u. a. durch diese Inschrift überhöht. Foto: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

Die Historie der Kloster-Jubiläen – Das Jahr 1921


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Bad Doberan mit seinem Stadtteil Althof, der Stelle der ersten Klostergründung, beging in den letzten 100 Jahren mehrere Kloster-Jubiläen bzw. Gedenken.

So gab es Jubiläumsveranstaltungen in den Jahren 1921 (750 Jahre) und 1971 (800 Jahre), basierend auf dem nicht eindeutig überlieferten Gründungsjahr 1171 im heutigen Althof. Die großen Feierlichkeiten 1986 (800 Jahre) und 2011 (825 Jahre) basieren auf dem Jahr der Neueröffnung des Klosters an heutiger Stelle im Jahr 1186, nachdem die Erstgründung einem Thronfolgekrieg zum Opfer fiel. Auf diese Frühzeit des Klosters soll heute nicht eingegangen werden, sondern auf das Jubiläum im Jahr 1921.

Damals beging Doberan mit diversen Feierlichkeiten und Veranstaltungen sein 750jähriges Jubiläum, im Verständnis eines Ortsjubiläums. Am 1. März, dem offiziellen Gründungstag des Klosters, fand um 10 Uhr ein Festgottesdienst mit Superintendent D. Kliefoth in der Kapelle zu Althof statt. Der Doberaner Kirchenchor sang. Abends 8 Uhr gab es im Rathaussaal zu Doberan einen Familienabend unter größter Beteiligung. Der Sängerbund sang unter Leitung des Lehrers Bura, der Kirchenchor unter Leitung von Organist Wierow. Es gab drei Ansprachen: 1. Doberan einst, 2. Doberan jetzt (Pastor Walter), 3. Doberan in Zukunft (Superintendent D. Kliefoth). Die Hauptfeier fand aufgrund der Witterung erst Anfang Juli statt.

Für den 1. März verfasste der Oberkirchenrat eine Grußbotschaft an die Gemeinde. Diese bezieht sich zunächst auf die Historie, um dann auf die Gegenwart zu kommen: „Aber wie die alte Kapelle zu Althof, so steht in hehrer Schöne, von kunstsinnigen Fürsten und Baumeistern gepflegt und verjüngt, in Doberan das alterhrwürdige Münster, und in beiden Gotteshäusern erschallt das lautere Gotteswort zur Erbauung der Gemeinde auf dem Grunde, der unbeweglich steht. Der allmächtige, ewigtreue Gott walte mit seinem gnädigen Schutz und Segen bis in fernste Zukunft über diese Stätten und lasse sie durch die Kraft des in ihnen verkündeten Evangeliums allezeit Quellorte freudigen Christenglaubens und Pflanzstätten christlicher Bekennertreue sein, dieser Erweisungen des heiligen Geistes, die wir in unseren Tagen zum kirchlichen Neubau wie zum Aufbau unseres zerschlagenen Vaterlandes dringender als je bedürfen. Der Herr höre und erhöre solchen Gebetswunsch, in dem der Oberkirchenrat sich mit der feiernden Gemeinde Doberan-Althof zusammenschliesst! Der Oberkirchenrat. Giese.“

2020 09 03 367 71 73 75 77 Fusion Natuerlich

 

Althof wird in diesem Schreiben, mitunter auch in der Presse, wiederholt als Alt-Doberan bezeichnet, die Doberaner Kirche als Münster. Beides damals eher selten verwendete Begriffe. Am 19. Juni war Missionsfest in Althof für die Gemeinden Doberan, Althof und Hohenfelde, der unfreundlichen Witterung wegen in der Kapelle. Trotzdem herrschte recht guter Besuch. Ansprachen hielten Superintendent D. Kliefoth über den Spruch: „Ach daß die Hilfe aus Zion kam und Gott sein gefangen Volk erlösete!“, Hilfsprediger Stüwer: „Überblick über den gegenwärtigen Stand der Leipziger Mission“ und Pastor Walter über die Missionsarbeit der Gesellschaft „Licht dem Osten!“ unter den russischen Kriegsgefangenen. Die Kollekte für die Herstellung der Althöfer Orgel betrug brutto 187,85 Mark.

 

Die Jubiläumswoche vom 3. bis 8. Juli 1921


 Die Jubiläumswoche veranstaltete man vom 3. bis 8. Juli. Obwohl die Klostergründung auf den heutigen Stadtteil Althof zurückgeht, konzentrierten sich die Feierlichkeiten auf das Stadtgebiet Doberans.

Die Zeitungen berichteten umfänglich, zumeist in volkstümlicher Erzählweise, über die Geschichte und die Bauten Doberans, kaum jedoch über die Althöfer. Wiederholt verweist man auf die aktuelle „schicksalsschwere Zeit“ und damit auf den verlorenen Krieg und die Wirtschaftskrise.

Wenige Jahre nach dem Ende der Monarchie scheint man dieser durchaus nachzutrauern. Mitglieder der großherzoglichen Familie waren Ehrengäste der Feierlichkeiten.

Die Presse und Festreden thematisieren die großen Verdienste des Herzoghauses für Doberan. Laut dem Mecklenburger Fremdenblatt vom 30. Juni sei Doberan nach der glanzvollen Vergangenheit nun „eine stille träumerische Stadt. Es besinnt sich auf neue Aufgaben.“ Eine Rostocker Zeitung bezeichnet Doberan als „unser liebliches Nachbarstädtchen“.

 

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Aus zahlreichen Druckerzeugnissen, wie Programmblättern und Zeitungsberichten, sei hier auszugsweise aus der Festordnung zitiert:

Sonnabend 2. Juli. 8½ Uhr abends: Begrüßung der Gäste auf dem Kamp. Ansprachen. Promenadenkonzert.

Sonntag 3. Juli. 10 Uhr vormittags Festgottesdienst [die Kirche war überfüllt]. Rückmarsch mit Musik nach dem Kamp. 1 Stunde lang Promenadenkonzert. 12 Uhr mittags: Eröffnung der Kunstausstellung im Palais. 3-4 Uhr nachmittags: Großer Festzug durch die Stadt. 4 Uhr Festrede. Volksfest auf dem Kamp. 8 Uhr abends: Festvorstellung im Rathaussaal „Der Sieger“ von Erst Püschel [täglich bis zum 8. Juli]. 9½ Uhr: Illumination des Kamps. Promenadenkonzert.

Montag 4. Juli. 12-1 Uhr: Kirchenkonzert. 4-6 Uhr: Bunter Nachmittag („Frohe Stunden“) im Rathaussaal [auch am 5. Juli]. 6-7 Uhr Promenadenkonzert auf dem Kamp. Dienstag 5. Juli. 12-1 Uhr Promenadenkonzert auf dem Kamp [täglich bis zum 7. Juli]. Mittwoch 6. Juli. 4-6 Uhr: Kirchenkonzert.

Donnerstag 7. Juli. 2 Uhr: Abmarsch zum Kinderfest vom Markt.

Freitag 8. Juli. Nachmittags: Ausflug nach Heiligendamm. Gemeinschaftliche Kaffeetafel. Konzert.

Das Doberaner Schauspiel „Der Sieger“, aufgeführt im damaligen Rathaussaal, dem Festsaal im Großherzoglichen Palais, thematisierte den Sieg des Christentums über die Wenden in der Zeit der Klostergründung. Es spielten Doberaner unter Mitwirkung von Mitgliedern des Rostocker Stadttheaters unter der Gesamtleitung des Oberspielleiters Alfons Godard. Zu den Rollen zählten Gozzo der Wendenfürst, dessen Tochter Maltela, Abt Konrad, die Mönche Gotthold und Bertram, der alte Wende Radirak, Bischof Berno, ein Oberpriester, der Laienbruder Wernhard. Die großen Kirchenkonzerte leitete Organist Wiedow. Zur Illumination auf dem Kamp im Rahmen des großen Volksfestes glühten tausend Lichterflammen. Es erschienen Doberaner-Jubiläums-Notgeld-Scheine mit Entwürfen von Egon Tschirsch.

Martin Heider


Quellen: Akten aus dem Landeskirchlichen Archiv Schwerin, Pfarrchronik der Kirchengemeinde Bad Doberan 1899-2005.

 

 

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