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Aktuelle Informationen (30. April 2021)


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Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie entfallen weiterhin alle Veranstaltungen, Gruppen und Kreise. Unsere Gottesdienste und Andachten dürfen unter Auflagen in Präsenz gefeiert werden - bis zu einem Inzidenzwert von 100 im Landkreis Rostock.

Wir laden die Gemeinde parallel dazu ein, sich im stellvertretenden Gebet miteinander zu verbinden. Texte und Musik der Sonntags-, Mittwochs- und Freitagsandachten können auf der Startseite der Münstergeminde Bad Doberan abgerufen werden.

https://www.muenstergemeinde-doberan.de/

Für alle, die nicht über PC, Tablet oder Smartphone verfügen und somit das Angebot nicht nutzen können, gibt es ab Sonntag eine weitere Möglichkeit, sich im Gebet zu verbinden. Ab ca. 12 Uhr des jeweiligen Sonntags können Sie unter Tel. (03 82 03) 54 91 99 (Ortstarif) die Sonntagsandacht im Münster anhören. Dies ist dann auch in den Folgetagen zu jeder Zeit möglich.


Für das persönliche Gebet, die stille Andacht und das Anzünden von Kerzen bleibt das Münster weiterhin täglich von 11-13 Uhr geöffnet.

 

 

Kapelle Althof – Gemeindekirche erst seit 1888



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Kapelle Althof - Innenraum nach Osten, u.a. mit Altar, Kanzel, Tauffünte, Gestühl. (Foto: Martin Heider, 2021)


Im Jahr 2021 wird das Jubiläum "850 Jahre Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof" begangen, das auch als Ortsgründungsjubiläum gefeiert wird. Es ist der Anlass für eine intensive Auseinandersetzung mit der Althof-Historie.

Eine eingehende Gesamtdarstellung Althofs vom Mittelalter bis in die Gegenwart, die auch den ehememaligen Pachthof samt Gebäudebestand sowie Ziegelei, Erbpachtmühle und viele weitere Aspekte berücksichtigt, entsteht derzeit in Form eines umfänglichen, reich bebilderten Buchs.

Laut Überlieferung wurden Zisterziensermönche am 1. März 1171 vom Kloster Amelungsborn ausgesendet, um im heutigen Doberaner Stadtteil Althof das Kloster Doberan zu beziehen.

Im heutigen Beitrag soll nicht auf die Klosterzeit bzw. die Geschichte des Wirtschaftshofes eingegangen werden, sondern auf das 19. Jahrhundert und explizit die Althöfer Kapelle.


Diese war, um 1300 errichtet, ungefähr seit der Klosterauflösung 1552 bis 1822 ein Backhaus als Bestandteil des herzoglichen Pachthofes Altenhof. Um 1823 erfolgte zunächst die „Wiederherstellung“ unter Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin ohne kirchliche Nutzung, und erst von 1885-88 unter Friedrich Franz III. und dem Architekten Gotthilf Ludwig Möckel durch eine neogotische Restaurierung mit dem Ziel der Nutzung als Gemeindekirche.

1833 schreibt H. G. Studemund, dass von den Ausflugszielen in der Doberaner Region „Althof aber mit den Ruinen des Klosters und der restaurirten Capelle, [es] verdient ohne Zweifel zuerst genannt zu werden. (…) Die Althöfer Hügelwelt ist bald erreicht und in der Mühle findet man eine ländliche Restauration. Die hergestellte Capelle ist mit einer artigen englischen Partie [Englischer Garten] umgeben, und findet man in der Mühle den Schlüßel zu derselben. Bis auf den Altar ist die Capelle leer. Vor demselben liegen noch alte Mönchsziegel (…).

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Althof gehörte bis 1888 kirchlich zu Parkentin



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Kapelle Althof von Westen im Jahr 1962 mit größerem Baumbestand im Kapellenumfeld (Foto: Raimund Koschke, Bad Doberan)


Zeitnah mit der Auflösung des Doberaner Klosters im Jahr 1552 gehörte Althof kirchlich zu Parkentin und blieb dies bis 1888.

Nicht erst im späten 19. Jahrhundert bedachte man die kirchgemeindliche Nutzung der Kapelle. Bereits ein Schreiben des Superintendenten Willebrand vom 15. Juli 1852 beinhaltete Einzelheiten zur möglichen Aufrichtung einer Filialgemeinde zu Althof.

Besonders weit und in der nassen Jahreszeit „tief“ sei der Weg für die Bauern aus Neu Hohenfelde zur Parkentiner Kirche. Die Althöfer Kapelle im Englischen Garten diene nicht dem Glauben, sondern dem Kunstsinn und der Neugierde. Da der Parkentiner Pastor an Feiertagen auch in Stäbelow Gottesdienst hielt, sei dieser für Althof nicht verfügbar. Man erwog den Dienst des Küsters als Prediger. Dieser war Schullehrer in Hohenfelde, wohin auch die Althöfer Kinder zur Schule gingen, und der über den Schulsteig in rund 20 Minuten vor Ort sein könne.


Im Herbst 1887 verhandelten das Großherzogliche Finanzministerium und die herzogliche Kammer die Gründung der evangelischen Filialgemeinde Althof. Der Oberkirchenrat empfahl dem Großherzog, diese aus den Ortschaften Althof (104 Einwohner), Hohenfelde (189) und Neu-Hohenfelde (89), insgesamt 382, von denen 262 Beichtkinder waren, zu konstituieren und zur Pfarre Doberan zu legen.

Dazu sei ein Hilfsprediger oder eine zweite Predigerstelle einzurichten. Zu prüfen waren die Platzkapazität in der Kapelle und die Verfügbarkeit einer Friedhofsfläche. Außer dem fürstlichen und dem Pastoren-Stuhl waren es mit der Orgelempore 160 Sitze, mehr als zuvor für diese Orte in der Kirche Parkentin.

Den umgebenden Englische Garten pflegte der Erbmüller Sengebusch unentgeltlich gegen Nutzung des Graswuchses. Der südlich der Kapelle liegende Teil sei nach Abdrainieren als Friedhof geeignet, der übrige für das Erholung suchende Publikum ausreichend.

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Althof – Erster Gottesdienst am 6. September 1888



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Zur Neuausstattung zählte die Friese-Orgel von 1887. (Foto: Martin Heider)


Nach baulicher Umgestaltung und der Einrichtung mit liturgischen Ausstattungsstücken sowie diversen Vorbereitungen für ein kirchengemeindliches Leben, feierte die neue Kirchengemeinde am 6. September 1888, Jahrhunderte nach Klosterauflösung, den ersten offziellen Gottesdienst in der Kapelle.

Ein großherzogliches Schreiben vom 8. August 1888 regelte die baulichen Lasten für die geistlichen Anlagen. Nachdem die Kapelle und der Begräbnisplatz auf großherzogliche Kosten hergestellt waren, ging die Baulast an die Kirchgemeinde. Die Mehrkosten von außergewöhnlich kostbarer, vom Herzogshaus gewünschter Ausstattung der Kapelle und deren Umgebung samt Einfriedung des Friedhofs gingen zu dessen Lasten. Die drei Ortschaften hatten die Spann- und Handdienste zu leisten. Dabei entfielen auf Hohenfelde samt Neu-Hohenfelde 2/3 und auf Althof 1/3.

Für die Wiederherstellung des sakralen Lebens war vieles zu bedenken, z. B. die Anschaffung und sichere Aufbewahrung der Vasa Sacra (u. a. Abendmahlsgeräte, Kranken-Abendmahlsgerät, Taufschale), ein Kirchensiegel, die Organisation der notwendigen Ämter, so des Hilfspredigers, Juraten und Küsters.

Der erste Gottesdienst war am 6. September 1888, die erste Predigt hielt der Doberaner Pastor Kliefoth..


Ein Schreiben des Oberkirchenrats vom 17. September an das Großherzogliche Finanzministerium trug Einzelheiten vor. Der Müller Sengebusch zeigte sich als zukünftiger Kapellenvorsteher bereit, den Küsterdienst zu übernehmen. Er hatte interessierten Besuchern bislang das Gebäude geöffnet. Aufgrund der durch die Mühle betriebenen Gastwirtschaft könne dieser jedoch insbesondere im Sommer kein regelmäßiger Kirchengänger sein.

Daher erwog man, die für den Klingelbeutel bestimmten Gelder in den Opferstock zu tun, für die andere Kollekte die Anfertigung eines Beckens. Da es an anderweitigen Alternativen mangelte, übernahm er auch den Dienst des Orgelbälgetreters- und Glockenläuters, ausgeführt durch einen geeigneten Bediensteten. Das Pulsschlagen der Glocke bei Beerdigungen verantwortete die Gemeinde. Am 6. November 1888 wurde auch der Friedhof geweiht.

Es gäbe viel aus der Kirchengemeinde zu berichten, festgehalten u.a. in den Gemeindeberichten, die heute im Landeskirchlichen Archiv Schwerin verwahrt sind; übrigens alle geschrieben in sehr „individueller“ Handschrift. Aber dazu mehr zu einem anderen Zeitpunkt bzw. ab Juni im unten genannten Buch.

Martin Heider


Das neue Buch wird an der Münsterkasse und im Buchhandel erhältlich sein, voraussichtlich ab Juni 2021: Martin Heider „Die Geschichte Althofs – Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“. Es wird, neben vielen neuen Erkenntnissen aus den Akten, zahlreiche unveröffentlichte Pläne, Zeichnungen und Fotos enthalten.

 

 

Haushalt aus Rücklagen ausgleichen



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Gewölbe-, Turm- und Glockenführung im Doberaner Münster (Foto: M. Heider)


Erwachsene Individualbesucher zahlen im Münster drei Euro Eintritt. „Die seit Monaten andauernden Einnahmeausfälle stellen für uns ein Problem dar“, bestätigt Heider. Derzeit würden die Fixkosten anteilig aus den Rücklagen der Baukasse finanziert, „was nicht deren Sinn ist“.

Die Rücklagen in der Baukasse reichen noch für die bisher geplanten Sanierungsmaßnahmen im Münster, aber nicht mehr für die seit zehn Jahren geplante Sanierung des Küsterhauses. Diese muss nun vorerst weiter zurückgestellt werden.

„Festzustellen ist, dass die touristischen Einnahmen für Turmaufstieg und die Spenden zur Erhaltung des Domes, die wir von jedem Besucher erbitten, beinahe gänzlich ausgeblieben sind im Zeitraum nun beinahe eines Jahres“, bestätigt auch Volker Mischok, Domprediger in Schwerin.

Die Ehrenamtspauschale für die Aufsichtskräfte habe deutlich das Spendenaufkommen überwogen. Auch dort sei die Gemeinde gezwungen gewesen, den Haushalt aus Rücklagen auszugleichen, „die auch nicht so üppig sind“.

 

 

 



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Stralsund, St. Nikolai (Foto: M. Heider)


Noch konkreter wird Albrecht Mantei, Pastor an St. Nikolai Stralsund: „Uns sind seit letztem Frühjahr rund 20 000 Euro verlorenen gegangen.“Und das, obwohl durch die vorübergehende Öffnung in den Sommermonaten und im Früherbst einiges an finanziellen Ausfällen wettgemacht werden konnte. „Da wurden wir mit Touristen überströmt.“ Auch in St. Nikolai zahlen Besucher drei Euro Eintritt. Gläubige, die zum Gebet kommen, sind wie in allen anderen Kirchen, die ein „Erhaltungsbeitrag“ erheben, nicht betroffen. Auch Kinder und Jugendliche haben weiter freien Eintritt.

Aus den touristischen Einnahmen werden an St. Nikolai sonst fünf Angestellte mit einem jeweiligen Stellenanteil finanziert. Noch konnte die Kirchengemeinde davon absehen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit zuschicken. Doch je länger die Durststrecke anhält, desto schwieriger wird es. „Wir haben jetzt Anfang März schon Einbußen von mehreren Tausend Euro im Vergleich zu den Vorjahresmonaten“, so Albrecht Mantei.

Tourismusbeauftragter Kersten Koepcke schaut realistisch auf die Krise: „Ist Kirchengemeinde Veranstalter oder Anbieter, ergeht es ihr nicht anders als der übrigen Branche in diesen Zeiten.“ Für Förderungen und Überbrückungsgelder würden Kirchengemeinden nur schlecht in die Kulisse der Antragsberechtigten passen, obwohl sie ein wesentlicher Bestandteil des „Kulturbetriebes“ gerade im ländlichen Raum seien. „Das deutlicher als bisher zu kommunizieren – auch in die Politik – ist dringend notwendig und eine Erkenntnis aus den vergangenen Monaten.“


Quelle: Die MECKLENBURGISCHE & POMMERSCHE Kirchenzeitung; Nr. 10 MV | Sonntag, 7. März 2021.

 

 

"Tourismuskirchen" – "Es herrscht Krisenmodus"



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Vortrag/Führung im Doberaner Münster


Die MECKLENBURGISCHE & POMMERSCHE Kirchenzeitung berichtete am 7. März 2021: „Es herrscht Krisenmodus“ - Touristisch geprägten Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern brechen Einnahmen weg.

Durch ausfallende Konzerte und Ausstellungen fehlen Einnahmen, bei manchen Kirchen fallen Eintrittsgelder weg. Das sei ein „ein Fiasko für Kirchengemeinden", sagt der Tourismusexperte des Kirchenkreises Mecklenburg.


VON NICOLE KIESEWETTER

Bad Doberan/Schwerin/Stralsund. Viele Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern sind längst nicht mehr nur sonntäglicher Anlaufpunkt für gläubige Christen. Sie sind Bildungsorte, Museen, kulturelle Veranstaltungsorte und touristische Anziehungspunkte. Doch seit Monaten bleiben die Besucher wegen der Corona-Pandemie weg – und mit ihnen finanzielle Einnahmen, mit denen die Kirchengemeinden in ihrem Stellen- und Haushaltsplan fest rechnen, sagt Kersten Koepcke, Beauftragter für Kirche und Tourismus im Kirchenkreis Mecklenburg.

Ausfallende Einnahmen durch Konzerte und Ausstellungen – oder bei manchen Kirchen auch die fehlenden Eintrittsgelder – seien „ein Fiasko für Kirchengemeinden und für die Künstler ohnehin“. So wie beim Doberaner Münster: Die Eigenmittel für die Restaurierung der einstigen Zisterzienserkirche aus dem 13. Jahrhundert und die Gehälter für die Mitarbeiter im Münster, die nicht Umfang des kirchlichen Stellenplans sind, werden nahezu vollständig aus den Besichtigungs- und Führungseinnahmen finanziert, erklärt Kustos Martin Heider.

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Hochauflösende Münster-Bilder in Videoclips



videoclips


Hochauflösende Fotografien vom Doberaner Münster per Panoramatechnik aus bis zu 500 Einzelfotos von Volker Hoffmann (Neumünster) nun auch auf der Münsterhomepage. Online-Präsention anstatt Ausstellung im Münster.


Anläßlich der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen über Objekte im Münster Bad Doberan (siehe: Die Ausstattung des Doberaner Münsters / Hrsg. Gerhard Weilandt und Kaja von Cossart / erschienen 2018 ) wurden zur Veranschaulichung besonders gute Fotos gesucht.

Prof. Gerhard Weilandt (UNI Greifswald), der einige hochaufgelöste Fotos von Retabeln in schwedischen Kirchen gesehen hatte, bat Volker Hoffmann, das vorhandene Bildmaterial durch seine Fotos zu ergänzen. Die meisten erstellten Fotos sprengen den Rahmen eines Buchformates und sollten, um die volle Kapazität zu nutzen, digital projiziert werden.

Die einzelnen Aufnahmen wurden durch eine Panoramatechnik aus bis zu 500 Einzelfotos erstellt. Weitere Fotos werden auf seiner Webseite "www.panoaltar.de" gezeigt.

Geplant war für das Jahr 2021 die Ausstellung einer Auswahl der hervorragenden Bilder im Doberaner Münster im Großformat. Zusätzlich sollten weitere Aufnahmen auf eine 300 x 250 cm große Leinwand projiziert werden.

Coronabedingt wird es diese Ausstellung vorerst nicht geben. Deshalb werden nun auf der Homepage des Doberaner Münsters und auf Youtube Beispiele der Bilder in mehreren thematischen Videoclips gezeigt.

 

 




 

 

Alle hochauflösenden Bilder sehen Sie unter folgendem Link: https://muenster-doberan.de/index.php/de/impressionen/hochaufloesende-bilder

 

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