Münsterbauverein-Aktionen für die Gewölbesanierung

Mit vielfältigen Aktionen rund um das Doberaner Münster hat der Münsterbauverein im vergangenen Jahr neue Wege gesucht, um seine Arbeit für das Doberaner Münster stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Gelder für die Instandsetzung einzuwerben.
Seit längerer Zeit überlegten wir im Vorstand, wie wir die Bekanntheit bzw. die öffentliche Wahrnehmung des Münsterbauvereines erhöhen könnten. Natürlich waren wir bei Aktionen in und um das Münster mit von der Partie, wie z. B. bei „Münster ganz nah“, bei den Klostertagen und dem Klostermarkt. Wir veranstalteten gemeinsam mit dem Klosterverein Referate und Vorträge, richteten im Herbst eine Exkursion und ein Benefizkonzert aus und waren beim „lebendigen Adventskalender“ der Ev.-Luth. Kirchengemeinde einen Abend als Gastgeber präsent.
Dennoch: Als Förderverein für das berühmteste, beeindruckendste und größte Gebäude unserer Stadt sind wir trotz gut 100 Mitgliedern (deutschlandweit) in der Region recht unbekannt. Das soll sich ändern, denn wir brauchen Co-Partner, Freunde und Förderer unserer Anliegen.
So machten sich Mitglieder des Münsterbauvereins auf und verteilten in den Tagen vor Weihnachten einen persönlichen Brief unseres Vorstandes und den Jahreskalender 2026 vom Münster an Einrichtungen und Unternehmen in Bad Doberan und Umgebung. Die Rückmeldungen bei unseren Besuchen vor Ort waren überaus freundlich und durchweg positiv. Wir konnten uns als Verein vorstellen und u. a. von der aktuellen Gewölbesanierung im Münster berichten.
Infolge unseres Engagements können wir mit folgenden Ergebnissen aufwarten:
Unsere Spendenbriefaktion zugunsten der Gewölbesanierung im Münster erbrachte bis zum Jahresende 2025 eine Summe von 8.175,00 € und das Benefizkonzert am 24.10.2025 einen Erlös von 1.185,00 €. Darüber haben wir uns sehr gefreut und danken an dieser Stelle allen Spendern für ihre Unterstützung bei der Sanierung des bedeutendsten Bauwerks der Münsterstadt Bad Doberan.
Text: Heidrun Böttcher und Andreas Timm für den Vorstand des Münsterbauvereins (MBV)
Foto: 24.10.2025 – Christian Packmohr (Trompete) und KMD Christiane Werbs (Orgel) musizierten zugunsten der Gewölbesanierung, Foto: Heidrun Böttcher.
185.232 Euro Spenden und Patenschaften fürs Deckengewölbe


Die Patenschaftsaktion im Doberaner Münster hat sich seit ihrem Start im Sommer 2022 sehr erfolgreich für die Gewölbesanierung entwickelt.
Die Aktion begann am 24.07.2022 im Zusammenhang mit der notwendigen Restaurierung der Deckengewölbe, zunächst im Chorraum, dann im Langhaus und der Vierung.
Patinnen und Paten können seitdem klar abgegrenzte kleine Felder des Gewölbes (z.B. 20 x 20 cm) symbolisch übernehmen; bereits Beträge ab 10 Euro reichen für eine „offizielle“ Patenschaft mit Urkunde und Eintrag auf einer Tafel, wenn gewünscht.
Bis Juli 2024 stieg die Summe auf über 100.000 Euro. Nun – bereits angekommen im Sanierungsabschnitt Nr. 4 (Querhaus Süd) beträgt sie enorme 185.232 Euro.
Diese jeweils eine ganz konkrete Patenschaftsfläche betreffende Aktion löst eine merklich höhere Spendenbereitschaft aus als allgemeine Spendenaufrufe und schafft eine langfristige Bindung zwischen Einheimischen bzw. den Münsterbesuchern und „ihrem“ Münster.
Dadurch, dass im Münster über Aushänge, in Faltblättern und im Internet regelmäßig der aktuelle Stand und der noch benötigte Betrag gezeigt werden, wird die eigene Patenschaft als sichtbarer Teil eines gemeinsamen Restaurierungsprojekts erlebt.
Patenschaftsaktion, Spenden und Zahlungswege
Einheimische und Gäste können weiterhin Patin oder Pate für klar definierte Gewölbefelder werden, zum Beispiel 20×20 cm für 10 Euro oder 1 m² für 250 Euro, und erhalten dafür eine namentliche Patenschaftsurkunde. Auf einem Plan im Münster werden die vergebenen Felder markiert, sodass sichtbar wird, wo das „eigene“ Stück Gewölbe liegt.
Spenden werden erbeten auf das Konto des Kirchenkreises Mecklenburg:
IBAN: DE17 5206 0410 8505 0502 00, Kennwort: „Gewölbe Doberaner Münster“.
Patenschaften können zudem direkt an der Münsterkasse bar oder per Karte übernommen werden – jeder Euro zählt.
Dank für Patenschaften, Spenden und Fördergelder
Ganz herzlichen Dank gilt allen bisherigen und zukünftigen Spenderinnen und Spendern sowie Patinnen und Paten aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Sie unterstützen damit entscheidend die Aufbringung der Eigenmittel, die notwendig sind, um Fördergelder zu beantragen.
Die Gesamtsanierungskosten für die große Sanierungsphase von 2022-2027 betragen 2,6 Millionen Euro. Dankenswerterweise unterstützen die folgenden beiden großen Fördergeldgeber auch den aktuell beginnenden Bauabschnitt:
- der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages
- Kirchenkreis Mecklenburg innerhalb der Nordkirche aus Patronatsmitteln
Martin Heider
14.02. und 14.03.2026– Sonderführung zu den Tier-Darstellungen in der Loggia



Die nächsten Sonderführungen „Tier-Darstellungen in der Fürstengrablege“ sind am 14.02. und 14.03.2026 von 14.00-15.15 Uhr (Nov.-Mrz., jeden 2. Sa. im Monat um 14 Uhr).
Tier-Darstellungen, -Reliefs und -Abbildungen finden sich viele im Münster. Einige davon können in einer Sonderführung mit Diplom-Biologin Ina Sakowski (Satow) in der Loggia der Adolf-Friedrich-Kapelle erkundet werden (Ausführlicher Text siehe Webseite unter:
(https://muenster-doberan.de/index.php/de/projekte-gruppen/klimalehrpfad-tiere-am-muenster-artenschutz).
Tiere spielten im praktischen Alltagsleben der Mönche eine wichtige Rolle (z. B. Ernährung, Kleidung, Heilkunde). Sie waren auch ständige Wegbegleiter, oft Vertraute und Tröster der Menschen sowie häufige Bewohner der vielen Klosterbauten. Noch heute leben eine Reihe von ihnen in den heiligen Gemäuern des Münsters.
Besonders in den fürstlichen Grablegen wurden v. a. Säugetiere und Vögel immer wieder dargestellt; so z. B. der Hund, am Fuße des/der dargestellten Verstorbenen, als Symbol der Treue und Frömmigkeit. Eine Besonderheit stellt die baulich ohnehin sehr eindrucksvolle Grablege von Herzog Adolf Friedrich I. und dessen erster Gemahlin Anna Maria dar, die Anfang des 17. Jahrhunderts, kurz vor den Plünderungen und Zerstörungen des 30-jährigen Krieges, errichtet wurde.
In der über dem Gruftgewölbe errichteten sechsbogigen Loggia „wimmelt“ es neben Ornamenten, christlichen Symbolen, Blüten und Fabelwesen nur so von damals in Europa bekannten – sowohl rezenten als auch ausgestorbenen – Tierarten. Insbesondere die Vielzahl von Wirbellosen, wie z. B. Weichtieren, Insekten, Krebs- und Spinnentieren ist beeindruckend.
In der Führung wird der Versuch unternommen, die Tierabbildungen naturwissenschaftlich ein- bzw. zuzuordnen, wohl wissend, dass sie oftmals auch eine christliche Symbolik innehaben und mit einer gewissen künstlerischen Freiheit vom Steinmetz ausgeführt wurden.
Text und Fotos: Ina Sakowski (Satow).
Alle Führungen werden auf Wunsch für Gruppen zu gesonderten Terminen organisiert. Weitere Infos unter www.muenster-doberan.de
Forschungen enthüllen neue Details zum Kriegsende in Doberan

Martin Heider hat einer Fülle von Zeitdokumenten aus dem Jahr 1945 gesichtet.
Die OSTSEE-ZEITUNG berichtete am 27.11.1026: „Münsterkustos Martin Heider hat über 1000 Dokumente dazu gesichtet / Zweiteiliges Werk soll 2026 erscheinen
VON WERNER GESKE
BAD DOBERAN. Das Thema lässt Martin Heider nicht mehr los. Seit er in der Pfarrchronik der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde von den Vorgängen des Jahres 1945 in Bad Doberan las, begleitet ihn das Gelesene.
Nachdem er weit mehr als 1000 Dokumente gesichtet hat, Gespräche mit Zeitzeugen führte und neue Details ans Licht brachte, soll nun 2026 sein neues Buch erscheinen. In zwei Bänden widmet sich der Münsterkustos dem Thema „Bad Doberan 1945 – Zusammenbruch und Neuanfang“.
Pastor Hans-Martin Ehlers hatte seinerzeit die damaligen Ereignisse aus Furcht vor den Nazis, später vor den sowjetischen Besatzern, nur knapp und vorsichtig beschrieben. „Für mich waren seine Aufzeichnungen Anlass, mich mit dem zu befassen, was damals in Bad Doberan geschah“, sagt Münsterkustos Martin Heider.
„Spätestens um 6 Uhr stehe ich auf, um mich mit den historischen Dokumenten zu befassen.“ Der Münsterkustos arbeitet sich nicht nur vor Dienstbeginn, sondern auch am Wochenende und auf Reisen durch Dokumente, Briefe, Postkarten oder Zeitzeugenberichte. Mit dem Material kann er das Geschehen von 1945 in den zwei Bänden so plastisch darstellen, wie es bisher noch nicht der Fall war.
Heider unterstreicht, dass ein so tiefschürfendes Werk ohne die Hilfe vieler Doberaner und die Unterstützung von Archiven der Münsterstadt, des Kreises, Schwerin oder Berlin gar nicht möglich wäre. Die Fülle des bisher nicht oder kaum bekannten Materials hat ihn überrascht: „Ich habe bisher weit über 1000 Dokumente gesichtet und in meine Sammlung aufgenommen. Besonders glücklich bin ich, dass es noch Menschen gibt, die aus eigenem Erleben darüber berichten können, was sich vor und nach dem Ende des Krieges hier ereignete.“ Durch diese sehr privaten Sichtweisen zeigten sich Zusammenhänge in ganz neuem Licht.
Der historische Spurensucher befasst sich im ersten Band seines zweiteiligen Werkes vorrangig mit dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes. „Die Fülle an Material macht es notwendig, die restlichen Monate des Jahres in einem zweiten Band zu behandeln“, meint der Autor. Er geht dabei chronologisch vor, beginnt mit dem 1. Januar 1945.
Noch terrorisieren die Nazis jeden, der Zweifel am „Endsieg" äußert. Nach bisheriger Lesart sorgten in erster Linie Kommunisten, Sozialdemokraten und Parteilose für die kampflose Übergabe der Stadt an die Rote Armee. „Laut Akten und Aussagen von Zeitzeugen gab es aber auch couragierte Nationalsozialisten, die der Stadt Kampfhandlungen und Zerstörung ersparten“, sagt Martin Heider.
Auch wie es sich unter sowjetischer Besatzung lebte, könne Heider gut belegen. Nach dem Zusammenbruch herrschten in der von Flüchtlingen überfüllten Stadt Hunger, Tod, Wohnungsmangel und Chaos.
In den ersten Tagen der russischen Besetzung gab es rund 20 Suizide und Morde. Was sich in der schweren Anfangszeit abspielte, war bisher wenig bekannt. Daher war es für Heider ein Glücksfall, dass ihm auch das Original eines Schreibens des Direktors des Gymnasiums in die Hände kam. Darin wollte sich Schulleiter Willy Brandt gegenüber der sowjetischen Militäradministration für den Erhalt der Schule einsetzen - er beklagte aber auch Übergriffe, Unzulänglichkeiten und Mängel, die auf das Konto der Sowjets gingen. „Zum Glück entschärfte der kommunistische Bürgermeister Joachim Butz das Schreiben deutlich. Wer weiß, was Brandt ansonsten passiert wäre“, meint der Buchautor.
Die etwa 300 Seiten starke Publikation wird voraussichtlich Anfang 2026 [Anm.: wohl im Februar] erscheinen. Mit vielen Bildern und Dokumenten liefert sie einen tiefen Einblick in das Geschehen 1945.
„Mein Anliegen ist es, das Geschichtsbild weiter zu präzisieren und an Leid und Schrecken dieser Zeit zu erinnern.“
Wer hat noch Dokumente aus der Zeit?
Autor Martin Heider ist weiterhin auf der Suche nach Fotoalben, Briefen, Feldpost, Tagebüchern, Fluchtberichten und Ähnlichem aus jener Zeit. Hilfreich wären auch Informationen zur Versorgungslage, zum Schulalltag und medizinischen Einrichtungen an
Quelle: OSTSEE-ZEITUNG Bad Doberan vom 27.11.1025
FOTO: WERNER GESKE
Vertiefende Exkurse über Personen und Ereignisse von 1945
In dem Buch „Bad Doberan 1945 – Zusammenbruch und Neuanfang“ wird es zahlreiche Exkurse geben. Sie dienen dazu, die chronologische Zeittafel durch thematische Vertiefungen zu ergänzen und einzelne Akteure, Institutionen, Quellenarten und Schauplätze ausführlicher darzustellen.
Es wird Exkurse geben zu den Themen Quellen und Medien, zu Sterbefällen und Gesundheit, Todesfällen samt Selbstmorden und Gewalttode, zu Institutionen und Infrastruktur, zu Verwaltung, Politik und Besatzung, zu Personen und Gruppen sowie zu Alltag, Flucht und Nachkriegswirklichkeit.
Folgende Exkurse wird das Buch u.a. enthalten:
- Auszüge aus dem „Doberan-Album“ über die Jahre 1943/44
- Zeitung „Doberaner Nachrichten“ / „Ostsee-Bote“
- Todesfälle im Januar 1945 in Bad Doberan
- Arbeitsmaiden und ihr Einsatz in Bad Doberan
- Ausweichstation der Chirurgischen Universitätsklinik in Heiligendamm
- Ärzte in Bad Doberan
- Kriegssterbefallanzeigen des Reserve-Lazaretts Bad Doberan
- Ausweichstation der Universitäts-Frauenklinik Rostock in Bad Doberan
- Marineschule Heiligendamm
- „Doberaner“ Feldpostbriefe
- sonstige Briefe und Postkarten im Bad Doberaner Kontext
- Das Barackenlager der Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke in Althof
- Elise-Albrecht-Schule / Teillazarett Kreiskrankenhaus
- Widerstandsgruppen, -zirkel und lose Netzwerke in Bad Doberan
- NSDAP-Ortsgruppenleiter Walter Kittmann
- Schlachtermeister Schröder – Einer der entscheidenden Retter Doberans
- Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Aussagen zum Kriegsende
- Selbstmorde und gewaltsame Todesfälle im Jahr 1945 in Bad Doberan
- Das kollektive Suizidgeschehen vom 4. Mai in Bad Doberan
- Tag der Befreiung und eine „Doberanerin“ zur Schuld der Deutschen
- Sowjetische Kommandanten bzw. Offiziere der Stadtkommandantur
- Der neue Bürgermeister Joachim Butz
- Das schicksalhafte Leben des Boris Belikow – 1945 Roter-Armee-Offizier
- Doberaner Zeitzeugin zur Versorgungslage und zum Alltag nach Kriegsende
- Der katastrophale Wohnungsmangel u.a. aufgrund der vielen Flüchtlinge
- Die Umbenennung von Straßennamen in Bad Doberan

Postkarte der Arbeitsmaid Hildegard Kahrbek aus dem Reichsarbeitsdienstlager Bad Doberan vom 10.02.1945 nach Hamburg (Sammlung: Martin Heider).
Exkurs: Das Barackenlager der Heinkel-Flugzeugwerke in Althof
Das Barackenlager der Ernst Heinkel Flugzeugwerke in Althof war ein seit 1942 errichteter großer Ausweich- und Wohnstandort der Rostocker Heinkel-Werke auf etwa 5 Hektar Domänenfläche nördlich des Bahnhofs Althof.
Seit 1942 ließ Heinkel auf dem beschlagnahmten Domänengelände genormte Reichsarbeitsdienst- und RLM-Baracken errichten, um nach den Luftangriffen auf Rostock vor allem Personal und Produktion auszulagern. Die Anlagen umfassten zahlreiche Wohnbaracken für „Gefolgschaftsmitglieder“ bzw. Arbeitsdienstmänner, Wirtschafts‑, Lager‑, Küchen‑, Wasch- und Krankenbaracken, Abortanlagen, Feuerlöschteich und Luftschutzbauten wie Splittergräben; die Küchenbaracke wurde wegen Holzmangels sogar massiv gebaut.
Im Lager waren neben Konstrukteuren, Meistern und Facharbeitern vor allem Fremd- und Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangene verschiedener Nationalitäten untergebracht, darunter Niederländer, Polen und weitere ausländische Arbeitskräfte. Zeitzeugen betonen, dass hunderte Kriegsgefangene für Heinkel arbeiteten und auch in Althof einquartiert waren und dort Flugzeugteile, insbesondere Tragflächen, gefertigt und per Waggon abtransportiert wurden.
Das Lager war in die örtliche Verteidigungs- und Kriegsinfrastruktur eingebunden, etwa durch Splittergräben als Luftschutz und den engen Bezug zum Reichsarbeitsdienst in Bad Doberan. In den letzten Kriegstagen kam es laut Zeitzeugen zu bewaffneten Vorbereitungen im Umfeld des Reichsarbeitsdienstes, während Heinkel kurz vor dem 1. Mai 1945 den Befehl gab, sämtliche Konstruktionsunterlagen auszubrennen; dazu wurde der große Feuerlöschteich ausgepumpt und die Akten im Garten des Barackenlagers vernichtet.
Vom 15. April bis 22. Mai 1945 dienten die Baracken als Notunterkunft für Geflüchtete und Vertriebene, insbesondere aus Kühlungsborn, dessen Hotels zu Lazaretten umgewandelt worden waren. Vom 22. Mai bis 31. Juli 1945 belegten mehrere sowjetische Einheiten das Lager militärisch, bevor ab 1. August 1945 ein Teil der Baracken (1–6 und 11) als Getreidelager verpachtet, andere bis April 1946 weiter durch sowjetische Stellen genutzt und das Areal bis mindestens 1948 teilweise noch zur Flüchtlingsunterbringung verwendet wurde.
Das Vermögen der Heinkel-Werke einschließlich des Althof-Lagers ging unmittelbar nach dem Einmarsch der Roten Armee zunächst in treuhänderische Verwaltung der Stadt Bad Doberan über, die die Kosten für Wachdienst, Reparaturen und Bestandserhaltung trug, bis später die sowjetische Militäradministration in Berlin-Karlshorst die Kontrolle übernahm. In den Nachkriegsjahren galten Adressen wie „Althof Baraki“ in russischen Einwohnerlisten als sozial stigmatisierend; dort lebende Flüchtlingskinder berichteten später von Diskriminierung, während zahlreiche als „Flüchtlinge“ vermerkte Gewerbeanmeldungen (etwa Schneiderinnen) mit dieser Lageradresse belegt sind.1
1 Diese Angaben basieren auf den Aktenrecherchen des Autors für das Althof Buch „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ (2021) und für dieses Buch sowie Hinweisen von Herrn Karl Krüger aus dem Zeitzeugenge-spräch am 03.07.2025.
Folgende Angaben stammen von Herr Karl Krüger (Bad Doberan).
Er schilderte als Zeitzeuge im Zeitzeugengespräch vom 03.07.2025, dass das Heinkel-Barackenlager in Althof zum Kriegsende als Ausweichstandort für die Heinkel-Flugzeugwerke diente, nach den Bombardierungen von Rostock. Laut Akten wurde es zunächst vorrangig zur Unterbringung der Mitarbeiter errichtet. Dort waren aber auch deutsche Konstrukteure und Facharbeiter, sowie vor allem viele Fremd- und Zwangsarbeiter beschäftigt – unter anderem aus Holland und Polen sowie Kriegsgefangene verschiedener Nationen. Noch Wochen nach Kriegsende blieben diese Arbeitskräfte im Lager, ehe sie nach und nach in ihre Herkunftsländer zurückkehren durften.
Krüger berichtet, dass sein Vater sich bei einem Kommandeur des Reichsarbeitsdienstes dafür einsetzte, dass junge Männer vor der Front nach Hause gehen konnten. Es waren militärische
Abwehrmaßnahmen eingerichtet; Splittergräben für den Luftschutz angelegt. Beim Einmarsch der sowjetischen Truppen versteckten sich Teile seiner Familie und andere Zivilisten aus Angst, wurden jedoch nicht verletzt, nachdem die Soldaten zusicherten, dass ihnen nichts geschehen würde. Aller-dings kam es vor, dass Zwangsarbeiter die Verstecke der Deutschen verrieten.
Kurz vor dem Ende des Krieges erhielt Krügers Vater den Befehl, sämtliche Konstruktionsunterlagen der Heinkelwerke zu verbrennen. Dies wurde akribisch durchgeführt, um Beweise zu vernichten. Krüger reflektiert schließlich kritisch die Rolle von Ernst Heinkel, den er als Kriegsverbrecher einstuft, da dieser durch materielle Vorteile Arbeitskräfte auch zur Mitgliedschaft in der NSDAP zwang und damit systematisch zum Funktionieren des Regimes beitrug. Herr Krüger hat Dokumente und Erinnerungen dieser Zeit dem Museum in Rostock zur Verfügung gestellt, um zur historischen Aufarbeitung beizutragen.
Auf diese Aussagen hin gab es in der Gesprächsrunde am 03.07.2025 folgende Ergänzungen:
Gerda von Hof (*1936) berichtet, dass es nach Kriegsende – vermutlich im Mai 1945 – unter Kontrolle der russischen Kommandantur zu einer Volkszählung kam. Dabei mussten alle Einwohner von Bad Doberan, einschließlich der zahlreichen Flüchtlinge, nach und nach bei der Kommandantur vorsprechen. Es wurden Listen erstellt, in denen Angaben wie Wohnort, Adresse, Geburtsdatum, Beruf, zur Mitgliedschaft in einer NS-Organisation aufgenommen wurden. Diese wichtigen Unterlagen sind im Stadtarchiv erhalten und sind ihrer Meinung nach dringend auswertenswert. Von Hof hebt außerdem hervor, dass im Barackenlager viele Flüchtlinge untergebracht wurden. Sie schildert einen Fall, in dem sich eine Frau, die als Kind in den Althof-Baracken lebte und später Lehrerin wurde, wegen ihrer Herkunft als Flüchtling diskriminiert fühlte. Die in den russischen Listen meist mit „Althof Baraki“ bezeichnete Adresse galt als sozial stigmatisierend und war kein „guter“ Wohnort.
Martin Heider führt aus, dass ihm bei der Recherche in den Akten des Stadtarchivs Bad Doberan betreffs Gewerbeanmeldungen viele Flüchtlingsnamen begegnet sind. Das waren insbesondere Frauen – deren Männer häufig noch im Krieg waren – die versuchten, sich einen Lebensunterhalt zu sichern und kleine Gewerbe anmeldeten, etwa als Schneiderin. In den Unterlagen ist oft vermerkt, wenn es sich um Flüchtlinge handelt. Dabei tauchen häufig als Adresse das Barackenlager Althof oder der Stülower Weg auf.
Martin Dostal ergänzt, dass die in russischer Sprache geführte Einwohnerliste, in der auch alle Flüchtlingsnamen verzeichnet wurden, später ins Deutsche übersetzt wurde. Er berichtet zudem aus eigener Familiengeschichte: Seine Großmutter väterlicherseits kam aus dem Sudetenland zunächst nach Graal Müritz und wurde dann ins Barackenlager Althof gebracht. Es existieren sogar Fotos der Familie vor einer der Baracken. Seine andere Großmutter wurde in Heiligendamm mehrfach umquartiert und lebte bis 1946/47 unter sehr einfachen Bedingungen in einem ehemaligen Lazarett – dort war die Lebenssituation über lange Zeit äußerst prekär.
Exkurs: Todesfälle im April 1945 in Bad Doberan
Im April 1945 kam es in Bad Doberan zu einer ungewöhnlich hohen Zahl von Todesfällen, die die dramatische Situation der letzten Kriegswochen widerspiegeln.
Es verstarben zahlreiche Menschen aus unterschiedlichen Personengruppen. Hauptsächlich betraf dies Flüchtlingskinder aus Pommern, Westpreußen, Ostpreußen und Schlesien, die aufgrund der Fluchtbewegungen und schlechter Versorgung unter Krankheiten wie Grippe, Ruhr, Masern, Tuberkulose, Gelbsucht, Ernährungs- oder Lebensschwäche litten. Sehr häufig werden als Todesursachen Grippe, Lungenentzündung, Ernährungsstörungen, Ruhr, Herzschwäche oder Infektionskrankheiten genannt.

Verletzte Soldaten der Wehrmacht, SS und anderer militärischer Einheiten verstarben in den Behelfslazaretten (etwa im Gymnasium, im Kurhaus, im Stahlbad sowie in anderen umfunktionierten Gebäuden) an Verwundungen, Infektionen (insbesondere Gasbrand, Sepsis, schwere Granatsplitterverletzungen) sowie Amputationsfolgen. Ältere Menschen und Zivilisten kamen bei der Flucht oder durch die Folgen der kriegsbedingten Entbehrungen und Krankheiten ums Leben.
Typische Einträge aus dem Sterbebuch der Stadt Bad Doberan (Beispiele):
- 1. April: Säugling Peter Wolfgang Herbert Benz (Flüchtling), Todesursache Grippe.
-
3. April: Grace von Oertzen, geb. Hoffmann-Burnett (Zivilistin),
Todesursache Kreislaufschwäche bei Pneumonie.
-
4./5. April: Obergefreiter Theodor Strobel und SS-Mann Herbert Bachmann,
jeweils an Verwundungsfolgen bzw. Gasbrand in Lazaretten verstorben.
- 18. April: Ursula Mönke (Kind, Flüchtling), Todesursache Meningitis, Tuberkulose.
-
27./29. April: Mehrere Soldaten (z.B. Stabsgefreiter Helmut Zinnecker, SS-Sturmmann Günter
Wugk) verstarben an schweren Granatsplitterverletzungen, Amputationsfolgen,
Sepsis oder Gasbrand.
-
30. April: Gleich mehrere Kindstodesfälle in der Kinderklinik durch Grippe,
dazu Soldaten und Zivilisten an Verwundungsfolgen oder Folgekrankheiten
Ende des Monats kumulierten die Todesfälle durch mehrere, sich überlagernde Faktoren. Die Versorgungslage brach weitgehend zusammen, insbesondere angesichts des massiv angestiegenen Flüchtlingsstroms. Es herrschte großes Chaos, Angst und Desorganisation infolge der nahenden Front und der bevorstehenden Besetzung durch die Rote Armee. In Lazaretten starben vielfach verwundete Soldaten an ihren schweren Verletzungen, oft noch in den letzten Kriegstagen. Fast täglich verstarben Säuglinge und Kleinstkinder an Infektionskrankheiten, die unter den Bedingungen der Flucht und der schlechten Hygiene grassierten. Es war eine Zeit des extremen Ausnahmezustands.
Münster-Medaillen in Feinsilber wieder erhältlich


Die beliebten Münstermedaillen zugunsten der Gewölberestaurierung sind wieder verfügbar.
Es stehen zwei Motive zur Auswahl: die Grabfigur der Königin Margarete Sambiria von Dänemark (†1283) sowie der Marienleuchter, beide auf der Rückseite mit einer Vogelperspektive des Doberaner Münsters.
Nach der im Juni 2024 erschienenen Medaille mit dem Marienleuchter folgte im Sommer 2025 die Medaille mit der Grabfigur der Königin Margarete Sambiria; beide widmen sich der einzigartigen Innenausstattung des Münsters.
Sie sind jeweils in Feinsilber (999/1000) sowie mit versilbertem Eisenkern (magnetisch) geprägt; die Feinsilberstücke tragen am unteren Rand der Vorderseite die Punze „999“.
Die in kleiner Auflage gefertigten Feinsilber-Medaillen waren zwischenzeitlich vergriffen, jetzt sind neue Exemplare eingetroffen. Die kleinen Kunstwerke entstanden in enger Kooperation der Dobera-ner Münzfreunde mit der Münsterverwaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und sind ausschließlich im Doberaner Münster oder nach Vorkasse per Versand erhältlich; der Reinerlös unterstützt die Restaurierungsarbeiten am Münster.
Verkaufsdaten der im Münster erhältlichen Medaillen:
Medaille 2025 „Ausstattung / Königin Margarete“– Eisenkern versilbert – 15,00 €
Medaille 2025 „Ausstattung / Königin Margarete“– Feinsilber– 60,00 €
Medaille 2024 „Ausstattung / Marienleuchter“– Eisenkern versilbert – 15,00 € (Restbestände)
Medaille 2024 „Ausstattung / Marienleuchter“– Feinsilber– 60,00 € (Restbestände)


Medaille 1971 „800 Jahre Klostergründung“– Kupfer – 15,00 € (geringe Restbestände des Originals!)
Gottesdienste und Andachten im Februar 2026

Zu den Gottesdiensten und Andachten lädt das Münstergeläut zum Lobe Gottes ein. Während der
Deckengewölbe-, Turm- und Glockenführung (siehe oben) kann es sogar täglich besichtigt werden.
Herzliche Einladung zu folgenden Gottesdiensten und Andachten
Sonntags 9.30 Uhr – Evangelischer Gottesdienst (Gemeindezentrum)
Do. 05.02.2026 – 09:30 Uhr Mette (Morgenandacht im Münster)
Do. 05.02.2026 - 19.30 Uhr – Abschlussabend der Bibelwoche mit einer Andacht und Gesängen aus Taizé (Gemeindezentrum)
Weitere Veranstaltungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde – u.a. die Andachten in den Pflegeheimen und in der Rehabilitationsklinik „Moorbad“, Junge Gemeinde, Angebote für Kinder, Musikalische Gruppen, Bibel- und Männerkreis – unter https://www.muenstergemeinde-doberan.de/
13.01. und 10.02.2026 um 20 Uhr – Abendführung im Kerzenschein
Impressionen von der ersten Führung im Februar: Andrea Schneider (Bad Doberan)
Abendführung im Kerzenschein – unter diesem Motto gibt es im Winterhalbjahr an jedem weiteren 2. Dienstag im Monat um 20 Uhr eine Führung durch das Doberaner Münster mit besonderem Ambiente.
Münsterführer André Benc wird jeweils ab 20.00 Uhr das Münster in (fast) völliger Stille und nur spärlich mit Kerzen erleuchtet erlebbar werden lassen. Es erwartet Sie ein ca. einstündiges Raum- und Lichterlebnis außerhalb der regulären Öffnungszeit.
Eine Anmeldung ist erforderlich!
Der Eintrittspreis beträgt 12,00 EUR pro Person.
Eine telefonische Anmeldung ist unter 0171-4111030 erforderlich!
Auch diese Führung wird auf Wunsch für Gruppen zu gesonderten Terminen organisiert.
Bund und Kirchenkreis fördern weiteren Münster-Bauabschnitt

800.000 Euro Gesamtvolumen inkl. Förderung, Eigenmittel, Spenden und Patenschaften
Die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde Bad Doberan erhielt kürzlich die Förderzusage für einen weiteren Sanierungsabschnitt des Doberaner Münsters. Bis 2027 steht eine erneute Förderung des Bundes in Kombination mit Kirchenkreis-Patronats-Mitteln zur Verfügung.
Das Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ ist ein Förderprogramm des Bundes über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Es unterstützt die Erhaltung und Restaurierung von Kulturdenkmälern, die als besonders bedeutsam für das nationale Kulturerbe eingestuft werden. Ziel ist die Sicherung, Instandhaltung und Restaurierung herausragender Baudenkmäler, etwa bedeutender Kirchen, Klöster, historischer Stadtanlagen oder Industrie- und Kulturbauten. Gefördert werden vor allem Maßnahmen zum Substanzerhalt.
Die Größenordnung des Gesamtvolumens liegt inkl. Eigenmitteln bei 800.000 Euro. Die Eigenmittel sollen, wie in den letzten 2 ½ Jahrzehnten, vollständig aus den Einnahmen des Münsterhaushalts (Besichtigungen, Führungen) sowie Spenden, Patenschaften, dem Verkauf spezieller Artikel, etwa des Kalenders, der Fensterbilder und Medaillen sowie durch Zuweisungen aus dem Münsterbauverein Bad Doberan e.V. erbracht werden. Denn die Kirchensteuerzuweisungen und das Kirchgeld werden vollständig für die anderen kirchengemeindlichen Aufgaben benötigt.
Nun konnte auch das Gerüst im Westteil (Foto) abgebaut und ein neuer Bauabschnitt begonnen werden. Dieser ist die Fortsetzung und Verlängerung eines seit 2022 laufenden und bislang größten Bauabschnitts seit 1990 mit einem Gesamtvolumen von rund 1,8 Mio. Euro.
7,8 Millionen Euro für Bauerhalt des Münsters seit 2001
Seit 2001 sind insgesamt etwa 7 Mio. Euro in Erhalt und Restaurierung des Münsters und seiner international bedeutenden Ausstattung geflossen, zu denen nun weitere 800.000 Euro hinzukommen.
Für 2026 und 2027 ist insbesondere die Gewölbesanierung in den Querhäusern sowie einiger Gewölbefelder der Seitenschiffe vorgesehen. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die abschließende nachhaltige Beseitigung statischer Probleme, insbesondere der Rissbildungen im Südquerhausgiebel, die unter anderem durch korrodierte historische Zuganker verursacht wurden.
Parallel zur statischen Instandsetzung der Gewölbe werden die rund 45 Jahre alten Wandfassungen an den rund 25 Meter hohen Wandflächen der Querhäuser gereinigt, konserviert und punktuell restauriert, damit es in den nächsten Jahrzehnten keiner separaten „Generalrestaurierung“ des Innenraums, sondern allenfalls Pflege- und Wartungsarbeiten bedarf.
Martin Heider
Deutlich geringere Einschränkungen durch neuen Bauabschnitt

Der aktuelle Bauabschnitt 2022–2025 im Mittelschiff läuft nun aus. Im neuen Bauabschnitt in den Querhäusern und Teilen der Seitenschiffe ist mit deutlich geringeren Einschränkungen für Gottesdienste, Konzerte und Führungen zu rechnen.
Der Wechsel des Bauabschnitts vom Mittelschiff zu den Querhäusern bedeutet für Kirchengemeinde, Besucher und Veranstaltungen eine deutliche Erleichterung. Im nun endenden Bauabschnitt stand mit dem Mittelschiff der zentrale Kirchenraum des Münsters im Fokus der Arbeiten. Das machte umfangreiche Gerüststellungen, Abdeckungen und Sperrungen notwendig, die zeitweise Veranstaltungen und Führungen deutlich beeinträchtigten.
Nun verlagern sich die Sanierungsarbeiten in die seitlich gelegenen Querhäuser (Nord- und Südquerhaus – Foto 2) sowie in Teile der Seitenschiffe. Diese Bereiche liegen außerhalb der Hauptachse des Kirchenraums und werden für zentrale Veranstaltungen nur als Zugangsbereiche genutzt. Das Mittelschiff ist nun wieder vollständig zugänglich und nutzbar.
Gottesdienste finden seit dem Ewigkeitssonntag wieder im banktemperierten Westteil statt. Wahlweise können nun wieder Teilbereiche (Ost- oder Westteil) bzw. das gesamte Mittelschiff (Heiligabend, Großkonzerte) ohne Einschränkungen genutzt werden.
Führungen gehen nun wieder uneingeschränkt zur außergewöhnlich reichen Ausstattung im Mittelschiff samt dem monumentalen Lettner-Kreuzaltar; nun auch ohne Sichtbarrieren, da das Gerüst zwischen Kreuzaltar und Westwand komplett demontiert ist.
Baumaßnahmen werden durchaus unterschiedlich wahrgenommen; nicht zwingend als störend. Sie wecken Interesse am Baugeschehen und die Spendenbereitschaft. Zudem brachte der endende Bauabschnitt wieder viele neue Erkenntnisse über das Münster. Mit den bevorstehenden Arbeiten in den Querhäusern ermöglichen sich für Interessierte wieder Einblicke in die frühere und heutige Restaurierungspraxis.
Martin Heider
Neu: Kalender 2026 zugunsten der Gewölbesanierung

Druckfrisch liegt der Doberaner Münster-Wandkalender 2026 in A3-Größe vor.
Er zeigt nach der Titelseite folgende zwölf Motive:
- Nördliches Seitenschiff – wertvolle Reste mittelalterlicher Fenster aus der Zeit um 1300.
- Innenraumblick vom Langhaus in das Sanktuarium (Chorraum) mit Hochaltar (um 1300).
- Blick vom Lesepult ins nördliche Querhaus mit Zentralpfeiler mit arabischer Kachelmustermalerei.
- Kreuzaltar (um 1370), Christusseite. Abraham opfert Isaak (1. Mose 22,9-14).
- Blick vom Vierungsturm über das Dach des Langhauses zur Innenstadt von Bad Doberan
- Blick von Norden zum Dachbereich des Chorraumes, Nordquerhaus und Vierungsturm.
- Obergaden des Sanktuariums (Chorraum) mit gemaltem Scheintriforium.
- Schuke-Orgel (Potsdam) von 1980; 3220 Pfeifen, 44 Register, 3 Manuale.
- Bronzeglocke von 2011 (Schlagton d.); Inschrift der ehemaligen Stundenglocke von 1390 entlehnt.
- Chorgestühl (um 1300). Mönchsgestühlswange mit Verkündigung an Maria und den Mönchsvätern.
- Beinhaus (um 1260) nördlich vom Münster. Malereien im Deckengewölbe.
- Hochaltar (um 1300), Darstellung der Geburt Christi.
12 Fotografien und Gestaltung: Martin Heider (Bad Doberan)
Er ist für 10 Euro im Doberaner Münster erhältlich, im Online-Shop zzgl. der Versandkosten.
Der Reinerlös fließt in die Restaurierung der Deckengewölbe im Westteil des Münsters.
Nur noch drei Orgelpfeifen der Schuke-Orgel von 1980 erhältlich

Von den letzten 13 Zink-Orgelpfeifen der Schuke-Orgel aus dem Jahr 1980 wurden bereits zehn zu-gunsten der Gewölbesanierung versteigert bzw. veräußert.
Während der letzten Generalsanierung wurden Orgelpfeifen aus Zink durch besserklingende aus Zinn ersetzt. Die Zinkpfeifen sind nun größtenteils versteigert bzw. verkauft und sind nun u.a. in Heiligenhafen, Berlin, Bernau und an verschiedenen Orten in Bad Doberan.
Möchten Sie eine der drei letzten großen Münster-Orgelpfeifen erwerben, beispielsweise für ein Kunstprojekt oder die Gestaltung von Garten, Haus oder Hof?
Wir bitten um eine Spende ab 100 Euro pro Pfeife. Der Betrag kann direkt an der Münsterkasse bezahlt werden.

In einer aufwendigen Transportaktion kamen die letzten zwölf Zink-Orgelpfeifen der Schuke-Orgel von der Orgelempore in das nördliche Seitenschiff. Diese werden seit der letzten Orgelsanierung nicht mehr benötigt und werden nun zugunsten der Gewölbesanierung veräußert.
Preis: Spende ab 100 Euro pro Pfeife
- Prospektpfeifen aus dem Jahr 1980
- bei der letzten Orgelsanierung ersetzt durch Zinnpfeifen
- zu künstlerischen Getaltung von Garten/Haus/Hof
Bitte an die Kasse wenden und dort bezahlen.
Die noch verfügbaren gehören zu den längsten und haben eine Höhe von 4 m bis ca. 5,20 m.

