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Neues Buch über Bad Doberan im Jahr 1945 erschienen

Vor wenigen Tagen erschien das Buch „Bad Doberan 1945 – Zusammenbruch und Neuanfang“ (Autor: Martin Heider). Der 330 Seiten starke Band bietet zahlreiche, bislang unveröffentlichte Dokumente, thematische Exkurse, Zeichnungen und Fotos.
Auf der Grundlage umfangreicher schriftlicher Quellen und Zeitzeugenberichte entstand eine Zeittafel, die die Monate von Januar bis Juni 1945 im Doberaner Kontext nachzeichnet. Im Zentrum stehen vom Autor transkribierte Originalquellen aus dem Stadtarchiv Bad Doberan, dem Archiv des Landkreises Rostock, dem Landeshauptarchiv und dem Landeskirchlichen Archiv Schwerin, dazu Einträge in der Pfarrchronik, zeitgenössische Zeitungsberichte, Inhalte aus den Gesprächsrunden „80 Jahre Kriegsende“ (2025) sowie private Briefe und Berichte; Tag für Tag – für die ersten Maitage oft Stunde für Stunde – werden Flucht, Luftkrieg, Volkssturm, Gewalt, Wohnungsnot, Entnazifizierung und organisatorische Neuordnung dokumentiert und durch Exkurse zu Personen, Orten und Institutionen vertieft. Diese thematischen Einschübe liefern u.a. Informationen zu Todesfällen, besonderen Funktionsträgern, der im Krieg besonders geschützten Innenausstattung des Münsters sowie zu Einrichtungen und Straßennamen.
Nach den letzten Kriegswochen treten im Mai die Ambivalenzen der „Befreiung“ deutlich hervor: Für Verfolgte, Zwangsarbeiter und Gegner des Regimes markiert sie das Ende der NS-Herrschaft, für viele Einheimische und Flüchtlinge zugleich eine Phase massiver Gewalt, Plünderungen, Vergewaltigungen und Not. Die für Bad Doberan und Heiligendamm dokumentierten Suizide machen sichtbar, wie sich Fluchttraumata, Propagandabilder drohender „Schmach“ und Besatzungserfahrungen so verdichten, dass der Tod als letzter! Ausweg erscheint.
Parallel dazu beginnt in den ersten Maitagen ein pragmatischer, von Improvisation geprägter Neuanfang. Die Quellen zeigen, wie tastend und brüchig dieser bleibt: unter sowjetischer Kommandantur, umfassenden Beschlagnahmungen und anhaltender Versorgungs- und Wohnungsnot. Dass die Stadt von Bombardierungen und Frontkämpfen verschont blieb, ermöglicht zwar eine relativ rasche infrastrukturelle und verwaltungstechnische Neuordnung, doch diese ist von Mangel und Fremdbestimmung geprägt.
Lokale Akteure aus Verwaltung, Handwerk, Technik und Medizin arbeiten mit der sowjetischen Kommandantur zusammen, um Versorgung, Krankenpflege, Wohnraumverwaltung und eine minimale Stadtverwaltung zu sichern. Die Neuanfänge bleiben fragil; Requirierungen, neue Machtverhältnisse, Denunziationen, Entnazifizierung und die prekäre Versorgungslage führen zu Engpässen, Wohnkonflikten und Arbeitsverpflichtungen.
Die neue Publikation liefert ein umfassendes Bild von Kriegsalltag im NS-Staat, Zusammenbruch, Besatzung und tastenden Neuanfängen unter sowjetischer Kommandantur. Der Offizier der Roten Armee, Boris Belikow, blickt später als Angehöriger des sowjetischen „Siegervolkes“ auf 1945 zurück und benennt ausdrücklich auch das Leid der deutschen evölkerung: „Es gab so viel Elend; Man fragte sich: Wofür das alles?“
Die Zeittafel soll helfen, diesen außergewöhnlichen Abschnitt der Doberaner Geschichte genauer zu verstehen und damit eine Grundlage schaffen, aus der Vergangenheit Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu entwickeln.
Das Buch ist an der Münsterkasse zum Preis von 37 Euro erhältlich und wird auf Wunsch zuzüglich Verpackungs- und Versandkosten zugesandt. Versandbestellungen bitte per E-Mail-Adresse an verwaltung@muenster-doberan.deverwaltung@muenster-doberan.de . Da ein Zeitzeuge bereits 28 Exemplare bestellt hat, könnte die erste überschaubare Auflage schnell vergriffen sein. Weitere Exemplare sind im Druck und sollten in den nächsten zehn Tagen eintreffen.
Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus den Ausführungen zum März 1945 in Bad Doberan.
Martin Heider
Auszug: März 1945 – Sowjets in Pommern, Fanatismus, weiter steigende Sterberaten
In Bad Doberan stand der März 1945 im Zeichen massiver Flüchtlingsströme, hoher Sterblichkeit unter Kindern und alten Menschen sowie eines von NS-Propaganda und totalem Krieg geprägten Alltags. Zugleich blieb u.a. die Verwaltung, das lokale religiöse weitgehend, das schulische Leben nur in Resten funktionsfähig. Die Frontkämpfe wurden noch in einiger Entfernung ausgetragen. Die Stadt lag noch abseits der unmittelbaren Kampfzone. Die großen Offensiven der Roten Armee richteten sich vor allem gegen Ostpommern und den Raum Stettin/Altdamm, wo die 3. Panzerarmee zurückgedrängt und der Brückenkopf Altdamm bis spätestens 21.3. aufgegeben wurde.
Der Zeitzeugenbericht des Lothar Blask zeigt, wie Doberaner Reichsarbeitsdienst-Angehörige im März bei Stettin als faktische Kindersoldaten in völlig aussichtslose Abwehrkämpfe gerieten und dort den Zusammenbruch aller heroischen Kriegsmythen erlebten.
Das Stadtbild war von Flüchtlingstrecks u.a. aus Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und dem Warthegau geprägt; viele Ankommende erreichten Bad Doberan in desolatem gesundheitlichem Zustand.
Die „Doberaner Nachrichten“ verbinden großspurige Durchhalteparolen (Abwehrschlachten am Rhein, „Heldenkampf von Posen“, Hetze gegen „Bolschewisten“ und Alliierte) mit lokalen Bekanntmachungen.
Dazu gehören Anordnungen zur Tierkörperverwertung, eine reichsweit angeordnete Rattenbekämpfungsaktion, Bekanntmachungen zu Stromsperren, zur Erfassung weiblicher Dienstpflichtiger des Jahrgangs 1927 (viele aus „geräumten Gebieten“) sowie Hinweise zu Lebensmittelkarten und Bekleidungsbewirtschaftung. Anzeigen für die „Kamp-Lichtspiele“ mit Ufa-Filmen zeigen, dass ein rudimentäres Kulturangebot auch als propagandistisches Normalitätssignal aufrechterhalten wurde.
Trotz Raummangels konnte an der Mädchenvolksschule, im ansonsten sehr eingeschränkten Schulbetrieb, zeitweise wieder Unterricht stattfinden.
Am 26. März fanden in Bad Doberan und Umgebung HJ-Aufnahmeappelle statt: Zehnjährige wurden als „Pimpfe“ bzw. „Jungmädel“ vereidigt und auf Treue zum „Führer“ verpflichtet, was die tiefe ideologische Durchdringung des Alltags gerade im Jugendbereich belegt.

Abb. 1: Junge aus Jungvolk (DJ) der Hitlerjugend, sog. Pimpf (1940). Deutsche Fotothek df_hauptkatalog_0746660.
Kirchlich blieb das Leben in reduzierter Form bestehen: Die Pfarrchronik meldet am 18. März eine Konfirmation „in alter Ordnung“ mit vielen Flüchtlingskindern und kirchliche Veranstaltungstermine wurden weiterhin in der Zeitung angekündigt.
Ein Soldat schildert auf einer Feldpostkarte Bad Doberan, Kühlungsborn und Heiligendamm als Stationen einer „Bäderfahrt“. Möglicherweise handelt es sich um einen Verletzten in einem der Reserve-Lazarette oder im kurzen Fronturlaub.
Angesichts der vorrückenden Roten Armee ordnete der Oberkirchenrat am 20. März heimliche Sicherungsmaßnahmen für die „vasa sacra“ der Kapelle in Althof an. Die liturgischen Geräte wurden in speziell angefertigten Kästen nahe der Kapelle vergraben und nur einem engen Personenkreis lokalisierbar gemacht. Was berichten die Archivalien und Zeitzeugendokumente über den März 1945 im Einzelnen [hier ein Auszug der Einträge vom 01.-09.03.1945]:
1 Lothar Blask (*11.11.1929): „Episoden aus meinem Leben“
– Ende 1944 bis Anfang 1946. Veröffentlicht im September 2013. Akte Stadtarchiv Bad Doberan ZS 1301. Fortsetzung des Berichts siehe hier im Buch unter Ende März 1945, Anfang April, 29.04.1945, 30.04.1945, 02.05.1945.
03.1945: Der oben [im Buch] aufgeführte Auszug 1 (s. Januar 1945) des Berichts des Lothar Blask (*11.11.1929) schildert im Rückblick seine Erfahrungen als Jugendlicher, als er im Herbst 1944 als Flüchtlingsschüler zunächst Unterricht in Waren (Müritz) erhält und dann als Vierzehnjähriger zum Reichsarbeitsdienst nach Bad Doberan eingezogen wurde.
Im März kommt der nun 15jährige an der Front bei Stettin (Ostfront) als Kindersoldat zum Einsatz und gerät später in britische Kriegsgefangenschaft. Die Aufzeichnungen zeugen von Not und Schrek-ken auf diesem Marsch und der Erkenntnis, dass der Krieg jeglichen Heldenmythos zerstört hatte:
„Im März 1945 erhielten wir den Marschbefehl, südöstlich von Stettin, in einer neu errichteten Hauptkampflinie mit unserer Batterie in Stellung zugehen. Das bedeutete, wir waren für den Erdkampf zur Panzerbekämpfung eingesetzt.
Der Marsch alleine dahin war für mich, und sicherlich für alle meine Kameraden, ein sehr tiefes deprimierendes Erlebnis. Ständig kamen uns auf dem Weg zur Front Flüchtlingstreck verwundete Soldaten und auch Kolonnen sowjetischer Kriegsgefangener entgegen.
Die Ränder der Straßen waren mit verschossenen Militärfahrzeugen und zerbrochenen Leiterwagen von Flüchtlingen gesäumt. In dieser Stimmung erreichten wir die Hauptkampflinie. Am Rande eines Dorfes gingen wir in Stellung. Wir hatten einfach Angst.
Die Helden waren schon lange gestorben.“1
März/ April 1945 – Im März und April 1945 konnten an der Mädchenvolksschule Bad Doberan (ab 14.11.1947 Mädchenoberschule, ab 1953 Lessingschule) nach Schließungen und Raummangel zeitweise wieder Unterrichtsstunden gehalten werden. Die Schulchronik vermittelt somit seltene Einblicke in das eingeschränkte, aber nicht vollständig unterbrochene Schulleben dieser schwierigen Zeit:
„Im März und April 1945 wurden die Räume zeitweise wieder frei, und es konnte Unterricht erteilt werden.“2
2 Akte Stadtarchiv Bad Doberan ZS393. Chronik der Mädchenvolksschule Bad Doberan (Lessingoberschule) 1945-51. Weitere Einträge aus der Schulchronik siehe Januar 1945, ab Ende April, ab Juli, ab 1.10.1945.
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Doberaner Stadtschule (Mädchenschule), 1947, Klasse 6a mit Schülerin Erika Stubbig (oben, 3. von rechts), Jahrgang 1933, eingeschult 1940. Sammlung des Sohns Peter Zimmermann (Kröpelin)
Anfang 03.1945: Die Sowjetarmee war nach Pommern vorgestoßen. Sie ließ Flugblätter verteilen, die an die Mecklenburger gerichtet waren. Darin baten 75 deutsche kriegsgefangene Offiziere und Soldaten, unauffällig ihren Angehörigen mitzuteilen, dass sie entgegen der deutschen Propaganda nicht in der Sowjetunion getötet wurden, sondern am Leben seien. Unter den Adressen war die eines Oberzahlmeisters aus Bad Doberan.3
Exkurs: Todesfälle im März
Auch für den März 1945 sind eine hohe Zahl an Todesfälle in Bad Doberan verzeichnet. Die für diese Publikation ausgewählten Einträge aus den Sterbebüchern betreffen vor allem Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten sowie Soldaten.
Viele Todesfälle betrafen auch in diesem Monat Säuglinge und Kleinkinder, deren Familien sich auf der Flucht befanden, und die nach extremen Strapazen in der Kinderklinik an Krankheiten wie Grippe, Lungenentzündung, Durchfall, Ruhr, Sepsis oder Ernährungsstörungen sowie Lebensschwäche starben. Zahlreiche Kinder waren erst kurz zuvor auf der Flucht oder sogar „im Treck“ bzw. an Bord von Flüchtlingsschiffen geboren worden.
Häufig starben ältere Menschen und Fluchtgeschwächte an Herzschwäche, Altersschwäche oder infolge der Strapazen der Flucht, oft in Flüchtlingsunterkünften, etwa im Großherzoglichen Palais, und am Bahnhof.

Blick vom Wohnhaus Althöfer Straße (Clara-Zetkin-Straße) 16 im Jahr 1941 nach Südwesten zum Doberaner Bahnhof. Ältere Flüchtlinge und durch die Strapazen der Flucht Geschwächte kamen im Frühjahr 1945 am Bahnhof zu Tode, überwiegend infolge von Herz-und Altersschwäche, teils noch in den Zügen. Im Vordergrund sind die Anlagen der Kleinbahn Bad Doberan–Kühlungsborn zu erkennen, dahinter die Gleisanlagen der Deutschen Reichsbahn im Regelspurbetrieb auf der Strecke Rostock–Bad Doberan–Wismar. Im Hintergrund ein heute nicht mehr erhaltener Wasserturm. Weitere Aufnahmen der Bahnanlagen finden sich hier im Buch unter dem Datum 08.06.1945. Diese bislang unveröffentlichten Fotos erlauben einen Einblick in den früheren betrieblichen Umfang des Bahnhofs.
Bildnachweis: „Doberan-Album“ / H.-J. Seeger (Berlin). Sammlung Robert Dröse (Kühlungsborn).
3 Hermann Langer: „Alltag unterm Hakenkreuz (Teil 16) – Kampf bis fünf nach zwölf!“ Ostsee-Zeitung 16.04.1993.
Viele Todesfälle von Personen sind dokumentiert, die erst kurz zuvor nach Bad Doberan geflohen waren. Die amtlichen Sterbebücher listen Todesopfer mit Herkunft aus Ostpreußen, Pommern, Westpreußen, dem Warthegau sowie dem Inneren Reich.
Beispielhafte Einzelfälle für März 1945: -Udo Willy Franke aus Rostock, Kleinkind, 01.03., Durchfall und Grippe -Gerhard Immisch aus Thüringen, Soldat, 02.03., Hirnschuss, gestorben im Teillazarett Kurhaus -Emma Zimmerriemer, Witwe aus Ostpreußen, 14.03., Herzschlag am Bahnhof im Flüchtlingszug -Heidemarie Dillei, Neugeborenes, 14.03., Lebensschwäche, geboren an Bord eines Schiffes auf der Flucht von Ostpreußen, gestorben in Bad Doberan -Kurt Müller, Rittergutbesitzer aus Stettin, 17.03., Herzschwäche.
01.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C. Nr. 91. Bad Doberan, den 5. März 1945. Das Kind Udo Willy Franke, wohnhaft in Rostock-Dierkow, Hermann-Löns-Weg 5, ist am
1. März 1945 um 23 Uhr 30 Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)4 Todesursache: Durchfall und Grippe“5
02.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 93. Bad Doberan, den 6. März 1945. Das Kind Gerd Uwe Raupach, wohnhaft in Posen, Dr. Wilhelmstraße 35, ist am 2. März 1945 um 13 Uhr Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)6 Todesursache: Pneumonie.“7 Flüchtling aus Posen (Wartheland).
4 „Der Verstorbene war geboren am 4. Januar 1945 in Seestadt Rostock (Standesamt Seestadt Rostock Nr. 28/1945). Vater: Zimmermann Ernst Willy Franke, wohnhaft in Rostock-Dierkow. Mutter: Olga Helene Franke geborene Steinmüller, wohnhaft in Rostock-Dierkow. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan, Der Standesbeamte, In Vertretung, Starck.“ 5 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. 6 „Der Verstorbene war geboren am 31. Dezember 1943 in Elbing (Standesamt Elbing Nr. 9/1944). Vater: Hauptgefreiter Gerhard Erich Willi Raupach, wohnhaft in Posen. Mutter: Annemarie Edith Raupach geborene Konietzko, wohnhaft in Posen. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte, In Vertretung: Starck.“ 7 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. 8 „Der Verstorbene war geboren am 30. November 1926 in Driebisch in Thüringen (Standesamt Nr. -). Vater: -. Mutter: -. Der Verstorbene war nicht verheiratet. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung des Reserve-Lazaretts in Bad Doberan. Der Standesbeamte, In Vertretung: Starck.“
03.03.-02.05.1945 – Folgender dritter Abschnitt aus dem Fluchtbericht von Margit Wolf schildert, wie die Flucht ihrer Familie von Elbing (Ostpreußen) im März 1945 zur Ankunft in Bad Doberan führte. Die erste Zeit war geprägt von Unterkunft bei freundlichen Gastgebern, Nachrichten aus der Familie und den Ereignissen der letzten Kriegsphase:
„(…) [Wir] landeten am 3.3.45 in Doberan. Gleich der Bahnhof war uns sympathisch. Wir fanden hier bei netten, alten Herrschaften ein
9 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. Laut Kriegssterbefallanzeigen des Reserve-Lazaretts Bad Doberan Beisetzung am 06.03.1945. Stadtarchiv Bad Doberan Sammelakte 99 – Reserve-Lazarett, Kriegssterbefallanzeigen / Beisetzungen Friedhof „Ehrenhain“. 10 „Der Verstorbene war geboren am 23. Mai 1944 in Flatow, (Grenzmark) (Standesamt Flatow Nr. 140/1944). Vater: Versicherungsangestellter Richard Friedrich Gustav Höfke, wohnhaft in Stettin. Mutter: Luise Albertine Höfke geborene Kohls, wohnhaft in Stettin. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte, in Vertretung: Starck.“ 11 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. 12 „Die Verstorbene war geboren am 18. Februar 1945 in Seestadt Rostock (Standesamt Seestadt Rostock Nr. 306/1945). Vater: -. Mutter: Witwe Martha Balden geborene Lenz, wohnhaft in Bischofsburg. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte. In Vertretung: Starck.“ 13 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21.
02.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 99. Bad Doberan, den 6. März 1945. Der Füsilier, Tischlergeselle, Gerhard Immisch, wohnhaft in Driebisch/Thür. Zeichenrotherstraße 28 ist am 2. März 1945 um 22 Uhr 10 Minuten in Bad Doberan, Teillazarett Kurhaus, verstorben. (…)8 Todesursache: Hirnschuß.“9
03.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 95. Bad Doberan, den 6. März 1945. Das Kind Christian Helmut Ewald Höfke, wohnhaft in Stettin, Am Hufeisen 32, ist am 3. März 1945 um 0 Uhr 15 Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)10 Todesursache: Lungenentzündung.“11 Flüchtling aus Pommern.
03.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 96. Bad Doberan, den 6. März 1945. Das Kind Annelore Lenz, wohnhaft in Bischofsburg, Brunnenstraße 17, ist am 3. März 1945 um 16 Uhr in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)12 Todesursache: Dyspepsie.“13 Flüchtling aus Ostpreußen.
03.03.-02.05.1945 – Folgender dritter Abschnitt aus dem Fluchtbericht von Margit Wolf schildert,
wie die Flucht ihrer Familie von Elbing (Ostpreußen) im März 1945 zur Ankunft in Bad Doberan
führte. Die erste Zeit war geprägt von Unterkunft bei freundlichen Gastgebern, Nachrichten aus der Familie und den Ereignissen der letzten Kriegsphase:
„(…) [Wir] landeten am 3.3.45 in Doberan.
Gleich der Bahnhof war uns sympathisch. Wir fanden hier bei netten, alten Herrschaften ein kleines, bescheidenes Zimmerlein und Dank an Gott für die Gnade und Liebe, die wir täglich erleben durften und dürfen.“
9 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. Laut Kriegssterbefallanzeigen des Reserve-Lazaretts Bad Doberan
Beisetzung am 06.03.1945. Stadtarchiv Bad Doberan Sammelakte 99 – Reserve-Lazarett, Kriegssterbefallanzeigen / Beisetzungen
Friedhof „Ehrenhain“.
10 „Der Verstorbene war geboren am 23. Mai 1944 in Flatow, (Grenzmark) (Standesamt Flatow Nr. 140/1944). Vater: Versicherungsangestellter Richard Friedrich Gustav Höfke, wohnhaft in Stettin. Mutter: Luise Albertine Höfke geborene Kohls, wohnhaft in Stettin.
Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte,
in Vertretung: Starck.“
11 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21.
12 „Die Verstorbene war geboren am 18. Februar 1945 in Seestadt
Rostock (Standesamt Seestadt Rostock Nr. 306/1945).
Vater: - . Mutter: Witwe Martha Balden geborene Lenz, wohnhaft in Bischofsburg.
Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte.
In Vertretung: Starck.“
13 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21.
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Bad Doberan, Bahnhof (um 1930). Bildrechte: Deutsche Fotothek df_hauptkatalog_0045522
Aus weiteren Notizen: „4. März in Doberan, Bismarckstr. 6 bei Frühsorge angekommen.
16.3. Pappa Geburtstag – Nachricht von Tante Erna, Marta Hannchen, Hedwig, Lydia u. Anna. Ostern regnerisches Wetter, Pappa und ONKEL Ernst in Doberan. Am 1. Mai 1945 ist die weiße Flagge auf Doberan gehisst. Am 2. Mai Panzer auf Doberan.“14 (Fortsetzung siehe „08.05.1945-20.05.1946“)
04.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„Nr. 101. C1. Bad Doberan, den 8. März 1945. Das Kind Reinhard Christian Trembitzki, wohnhaft in Allenstein, Soldauerstraße, ist am 4. März 1945 um 15 Uhr -Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)15 Todesursache: Sepsis, Grippe.“16 Flüchtling aus Ostpreußen.
05.03.1945 – Die Doberaner Nachrichten berichten auf der Titelseite über die militärische Lage im Westen, verbreiten propagandistische Durchhalteparolen und beschwören Kampfbereitschaft für die Zukunft.
Themen im Doberaner Kontext sind die Erfassung weiblicher Dienstpflichtiger des Jahrgangs 1927, betreffend diejenigen, die aus den geräumten Ostgebieten stammen, organisatorische Hinweise zur Tierkörperverwertung und Beratungsangebote für Freiwillige für die Wehrmacht und Waffen-SS. Zudem gibt es Hinweise auf örtliche Kinoveranstaltungen und eine propagandistische Parole Adolf Hitlers:
Ostsee-Bote / Doberaner Nachrichten – Schlagzeilen auf der Titelseite (Auswahl): „Den Blick vorwärts – Alle Kräfte im Kampf für die Zukunft“ / „Die große Westschlacht“ / „ ,Humane Kriegsführung‘ – Roosevelt findet den Bombenkrieg ,ideal und anständig‘ „ / „Kampf bis aufs Messer – Ribbentrop zu Churchills Unterhauserklärung“ / „Die Rede des Falschspielers – Roosevelt verlogener Bericht über Jalta“
„Bekanntmachungen. Die Erfassung der, aus den geräumten Gebieten, zurückgeführten weiblichen Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1927 erfolgt am Donnerstag, dem 8. März 1945, nachmittags von 14 – 16 Uhr, im Rathaus Zimmer 7. Bad Doberan, den 5. März 1945. Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde.
14 „Meine Flucht“ von Elbing (Ostpreußen) nach Bad Doberan vom 21.01. bis 03.03.1945 – von Margit Wolf, Jahrgang 1937 – Auszug 4: Die erste Zeit in Bad Doberan bis zum 2. Mai (Fortsetzung von „21.01.-26.01.1945“, „27.01.27.02.1945“ u. „27.02.-03.03.1945“). 15 „Der Verstorbene war geboren am 24. Januar 1945 in Königsberg /Pr. (Standesamt Königsberg/Pr. Nr. 122/1945).
Beratung von Freiwilligen und Bewerbern für die aktiven Offizier- bzw. Führerlaufbahnen, die Reserveoffizier- bzw. Reserveführerlaufbahnen und die Unteroffizier- bzw. Unterführerlaufbahnen
des Heeres und der Waffen-SS sowie die Auskunfterteilung an die Eltern erfolgt schriftlich und
mündlich durch den Nachwuchsführer des Heeres und der Waffen-SS, Rostock, Füsilierkaserne. Beratungsstunden Montag 8–18 Uhr.
Neuzugezogene Freiwillige und Führernachwuchs von Heer und Waffen-SS mit vorläufigen oder endgültigen Annahmescheinen melden sich mündlich oder schriftlich beim Nachwuchsführer, ebenso Bewerber für obige Laufbahnen.
[Anzeige:] Kamp-Lichtspiele Doberan. Eine ganze Woche Dienstag bis einschl. Montag 21.15 Uhr. Mittwoch 15 u. 21.15 Uhr, Donnerstag 15 u. 21.15 Uhr, Sonnabend 15 u. 21.15 Uhr, Sonntag 13 ½, 16 u. 21.15 Uhr, Montag 15 u. 21.15 Uhr.
„Die Neigungsehe!“ / Jugendliche unter 18 Jahren haben keinen Zutritt.



Filmtechnik im Kino „Kamp-Lichtspiele“. Bildquelle (3 Fotos): Buch ROCHOW / HAVEMANN 1993
Adolf Hitler – ,Den jüdisch-bolschewistischen Volksvernichtern und ihren westeuropäischen und amerikanischen Zuhältern gegenüber gilt nur ein Gebot: mit äußerstem Fanatismus und verbissener Standhaftigkeit auch die letzte Kraft einzusetzen, die ein gnädiger Gott den Menschen in schweren Zeiten zur Verteidigung seines Lebens läßt.‘ “17
08.03.1945 – Die Doberaner Nachrichten liefern
u.a. folgende Schlagzeilen auf der Titelseite: „Sowjetische Kräftegruppe bei Lauban eingeschlossen – Starke bolschewistische Angriffe bei Frankfurt und Küstrin scheiterten in Gegenstößen – Durchbruch zum Stettiner Haff verhindert – In Westpreußen feindlich Panzerangriffe nach tiefen Einbrüchen zum Stehen gebracht – Verlustreiche kanadische Angriffe auf Xanten – Rheinberg ging verloren – Straßenkämpfe in Köln – Der Fein im Vorgehen auf die Ahr – Terrorflieger warfen deutsches Lazarettschiff bei Angriff auf Saßnitz in
Brand“ / „Der Deutsche verteidigt jeden Meter Boden – Britisches Eingeständnis“18
09.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 106. Bad Doberan, den 15. März 1945. Das Kind Roswitha Brigitte Bombe, wohnhaft in Sensburg/Ostpreußen, Blocksberg 4, ist am 9. März 1945 um 20 Uhr Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)Todesursache: Ernährungsstörung.“19 Flüchtling aus Ostpreußen.
Abb. 8: Saal im Kino „Kamp-Lichtspiele“.
17 Ostsee-Bote / Doberaner Nachrichten vom 05.03.1945, Stadtarchiv Bad Doberan, Akte ZF001. 18 Ostsee-Bote / Doberaner Nachrichten vom 08.03.1945, Stadtarchiv Bad Doberan, Akte ZF001. Keine Doberanspezifischen Beiträge. Die Zeitung besteht offensichtlich ressourcenbedingt längst nur noch aus wenigen Seiten.
19 „(…) geboren am 2. Februar 1945 in Braunsberg (Standesamt Köslin Nr. -). Vater: Streckenwärter Johann Bombe, wohnhaft in Sensburg. Mutter: Marta Bombe geborene Sierke, wohnhaft in Sensburg. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21.
Münsterkonzerte im September 2026
Münsterklänge - hörbarer Glaube aus Tradition
Seit über 800 Jahren gibt es eine ununterbrochene kirchenmusikalische Praxis in Bad Doberan und bereits seit der Klosterzeit die Pflege der Orgelmusik. Dort, wo früher Zisterziensermönche ihre klösterlichen Gesänge anstimmten, erklingen heute in einzigartiger Akustik viele verschiedene Instrumente und Musikstile. Herzliche Einladung zu folgenden fünf Geistlichen Abendmusiken im September 2026.
04. September 2026 19:30
FRAU MUSICA SINGT
Geistliche und weltliche a-cappella-Werke von der Renaissance bis zur Moderne
mit Werken von Georges Bizet, Enrique Crespo, Louis Moreau Gottschalk u.a.
Athos Ensemble:
Angelika Lenter (Sopran)
Sandra Stahlheber (Alt)
Hannes Wagner (Tenor)
Christian Dahm (Bass)

Eintritt frei -Spende erbeten
11. September 2026 19:30
CHOR & ORGEL
Ökumenisches Chorprojekt mit Werken von Bach, Beethoven, Tambling, Schütz, Franck u.a.
Kantoreien des Ökumenischen Chorprojektes Bad Doberan (Leitung & Orgel: Werner Koch, Andreas Hain)

Eintritt frei -Spende erbeten
18. September 2026 19:30
ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE
MYSTIK UND POESIE TREFFEN AUF KLANGIMPRESSIONEN, ORGEL UND SAXOPHON EINGEBETTET IN GEISTLICHE MUSIK
Hans-Walter Putze Gongs, Schlag- & Klanginstrumente
Michael Oliver Stemmer Saxofon & Orgel

Eintritt: 12,-(Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei)
25. September 2026 19:30
FESTLICHE ORGEL-DUO-KLÄNGE
ORGELKONZERT FÜR 4 HÄNDE, 4 FÜSSE & 2 ORGELN
mit Werken von Händel, Rinck, Elgar, Mendelssohn u.a. Stuttgarter Orgel-Duo:
Andrea-Ulrike Schneller & Hans-Rudolf Krüger (Orgel

Eintritt: 12,-(Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei)
Weitere Münsterkonzerte von Oktober bis Dezember
Samstag 10.10.26 um 18.00 ①
GOSPEL MASS (Robert Ray) – Ökumenisches Chorprojekt
Gospelchöre aus der Region singen zur Doberaner Kulturnacht
Sonntag 18.10.26 um 17 Uhr ① Zusatzkonzert außerhalb der regulären Konzertreihe:
Benefizkonzert zugunsten der Restaurierung des Hauptportals
KONZERT FÜR ORGEL, TROMPETE, HORN
An der Orgel: Werner Lamm (Hamburg) Trompete, Flügelhorn und hohes Horn: Boris Havkin (Hamburg)
Samstag 21.11.26 um 17.00 ①
MESSE G-DUR (Franz Schubert) – Chor & Orchester
Kath. Regionalchor & Projektorchester, Werner Koch Leitung
Sonntag 29.11.26 um 17.00 ·①
BLÄSERMUSIK – 1. Advent
Brassfreunde Mecklenburg-Vorpommern
Samstag 12.12.26 um 17.00 ·①
MAGNIFICAT – Marianische Motetten a cappella
Kammerchor der Region Bad Doberan
Mittwoch 16.12.26 um 19.00 ①
WEIHNACHTSKONZERT
Shantychor Reriker Heulbojen
Donnerstag 17.12.26 um 19.00 ·①
WEIHNACHTSKONZERT – Schulkonzert
Schülerinnen und Schüler des Friderico-Francisceum Gymnasiums Bad Doberan
Freitag 18.12.26 um 19.00 ①
QUEMPAS – Weihnachtsliedersingen mit Chören
Ökumenisches Chorprojekt mit Chören & Bläsern aus der Region
Mittwoch 30.12.26 um 17.00 ②
ORGELMUSIK – Zum Jahresausklang
Matthias Bonner Orgel
① Eintritt frei, Spende erbeten
② Eintritt: € 12,–
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben zu allen Veranstaltungen freien Eintritt.
Einen Gesamtüberblick aller Konzerte in 2026 erhalten Sie hier 〉 〉
Gewölbesanierung im Südquerhaus beendet – Gerüstumbau

Im Südquerhaus des Doberaner Münsters wurde kürzlich der vierte Abschnitt der umfassenden Deckengewölbesanierung und die konservatorische Sicherung der historischen Wandfassungen beendet. Die Maßnahme ist Teil der großen Sanierungsphase 2022–2027, deren Schwerpunkt auf der Sicherung und konservatorischen Instandsetzung der mittelalterlichen Gewölbe liegt.
Die Gerüste für diese Baumaßnahme werden gegenwärtig im Südquerhaus abgebaut und parallel im Nordquerhaus, ebenfalls für die Ausführung dieser Maßnahmen, wieder errichtet.
Die Gewölbesanierung wurde notwendig, weil sich erneut Risse und Schäden in den mittelalterlichen Backsteingewölben gebildet hatten. Ursache waren vor allem langsame Auswärtsbewegungen der hohen Außenwände unter dem seitlichen Schub des Dachwerks sowie korrodierende historische Eisenkeile, deren Rostbildung das Gewölbemauerwerk zusätzlich schädigte.
Durch die statische Sicherung mit Edelstahlzugankern seit dem Jahr 2008 und die nun seit 2022 laufende anschließende konservatorische Bearbeitung der Gewölbe sollen Tragfähigkeit, Putz und historische Fassung dauerhaft erhalten werden.
Zu den Arbeiten gehörte auch die Erweiterung der Wasserauffangvorrichtungen auf den Innenseiten der Fenster. Sie dienen dazu, Feuchteeinträge durch Schlagregen oder Schwitzwasser mehr Auffangvolumen zu geben und über mittelalterliche Röhren in den Fensterbänken kontrolliert nach außen abzuleiten.
Das Problem bestand darin, dass durch Schlagregen durch die feinen Ritzen der Bleiverglasung eindringendes oder kondensierendes Wasser nicht ausreichend aufgefangen beziehungsweise abgeführt werden konnte. Dadurch bestand die Gefahr der Schädigung der Farbfassung der Wandflächen und der benachbarten Innenausstattung durch wiederholt in den Innenraum eindringendes Wasser.
Die Gewölbesanierung und weitere zum Bauabschnitt gehörende Maßnahmen werden von der Bundesrepublik Deutschland (Sonderprogramm für national bedeutende Kulturdenkmäler in Ostdeutschland, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien) und dem Kirchenkreis Mecklenburg innerhalb der Nordkirche (Patronatsmittel) gefördert. Einen wesentlichen Anteil am Eigenanteil des Münsterhaushaltes der Kirchengemeinde tragen zahlreiche Spenderinnen und Spender sowie Patinnen und Paten aus ganz Deutschland und darüber hinaus; auch der Münsterbauverein Bad Doberan e. V. unterstützte die Spendenaktion deutlich. Seit Beginn der Aktion im Juli 2022 kamen für die vier Gewölbebauabschnitte insgesamt rund 217.646 Euro zusammen.
Martin Heider
Glockenanlage durch Blitzeinschlag beschädigt

Manche Doberanerinnen und Doberaner wundern sich vermutlich, warum nicht wie gewohnt täglich dreimal zu den Tageszeiten geläutet wird und zu Gottesdiensten und Veranstaltungen nur ein reduziertes Geläut zu hören ist. Ein starker Blitzeinschlag am 20.07.2026 verursachte Schäden an der Glockensteuerung sowie an weiteren elektrischen Anlagen im und um das Münster.
Überspannungsschutzschalter haben dabei offenbar größere Schäden verhindert. Udo Griwahn aus Grimmen, Elektromeister und Fachhandwerker für Turmuhren- und Läuteanlagenbau, betreut die Uhr- und Läuteanlage im Münster. Er überprüfte die Glockenanlage wenige Tage nach deren Ausfall. Da es Newsletter-Leser gibt, die an technischen Details interessiert sind, veröffentlichen wir diese hiermit:
Nach dem Wiedereinschalten der Hauptsicherungen am Tag nach dem Blitzschlag ließen sich drei der vier Glocken von Hand einschalten. Die große Glocke und die Schaltuhr funktionierten jedoch nicht. Beim Öffnen der Schaltuhr, wenige Tage nach dem Ereignis, stellte Udo Griwahn einen beißenden Geruch fest. Offenbar wurde die Spannungsversorgung der Uhr auf der Leiterplatte beschädigt. Der Transformator auf der Leiterplatte hat sich verfärbt und verformt. Die Feinsicherung der Schaltuhr löste nach dem Blitzschlag aus und spricht auch nach dem Austausch der Sicherung weiterhin wiederholt an.
Auch die Steuer-und Leistungsplatine der großen Glocke ist durchgebrannt. Im Leistungsbereich der Leiterplatte ist ein sichtbarer Spannungsüberschlag erkennbar. Ein Varistor ist explodiert und hat Schmauchspuren hinterlassen. Die Leiterplatte wurde ausgebaut und der Münsterverwaltung übergeben. Grundsätzlich arbeiten die elektrischen Glockenantriebe auf zwei Spannungsebenen:
Der Steuerungsteil arbeitet mit 230 V Wechselspannung („Lichtstrom“); Dazu gehören die Glockenschalter und die Schaltuhr unten in der Kirche sowie die Spannungsversorgung der Steuerplatinen oben in der Glockenstube. Jede Glocke verfügt über eine Steuerplatine und einen elektronischen Geber, der sich am jeweiligen Motor befindet.
9.940 Euro fürs Hauptportal gespendet – 66 % vom Spendenziel


Auf der Internetseite vrbankmecklenburg.de/doberanermuenster läuft seit dem 13. Juli 2026 noch bis Ende Ojtober 2026 die Spendenphase der gemeinsamen Crowdfunding-Aktion der VR-Bank Mecklenburg und des Münsterbauvereins Bad Doberan.
Lag der Spendenstand vor einem Monat noch bei 3.315 Euro (22 % vom Spendenziel) sind nun bereits 9.940 Euro gespendet (66 % vom Spendenziel). Wir hoffen auf weitere Spenden und danken für jede Unterstützung!
Haben wir in den letzten beiden Newsletterausgaben die Bedeutung des Portals erläutert und worum es in diesem Projekt geht und warum der Münsterbauverein Bad Doberan dieses Projekt für wichtig hält, möchten wir nun über die Gestaltung des Portals berichten:
Das Portal-Mauerwerk
Baulich architektonisch handelt es sich um einen hohen, schlank proportionierten Spitzbogen in dem Bereich, in dem einst das Mönchshaus der Klausur und Kreuzgangsanlage an die Kirche stieß.
Er hat ein mehrfach gestuftes Gewände. Der Bogen springt in mehreren hintereinanderliegenden Staffelungen zurück und erzeugt eine deutliche Tiefenwirkung.
Er ist aus sauber zugeschnittenen Formziegeln gemauert, mit klar profilierten Kanten (Fasen, Kehlen), die die Stufung des Gewändes plastisch hervorheben. Die Profilierung ist so geführt, dass sich Licht-Schatten-Kontraste stark ausprägen – typisch für die neogotische Schärfung mittelalterlicher Formen.
Im Steinformat, farblich und im Fugenbild passt sich der Einbau an das bestehende mittelalterliche Backsteinmauerwerk an.
Die klare Profilierung und die strengere Stufung zeugen von der Entstehung in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die eigentliche Türanlage und deren Holzarbeiten
Die zweiflügelige eichene Portaltür mit Maßwerk, Schnitzwerk und der Erzengel-Michaels-Figur wurde 1855 vom Bildhauer Jacob Alberty gefertigt. Alberty war vor allem in Berlin tätig. Er wurde 1811 in Berlin geboren und schuf weitere sakrale und baugebundene plastische Arbeiten im Umfeld der preußisch-schinkelschen Tradition. Die Türanlage besteht aus einer zweiflügeligen Eichenholztür, die den Portalrahmen vollständig ausfüllt und bündig in der Gewändetiefe sitzt. Die Türblätter sind vertikal gegliedert, indem kräftige,
gekehlte Rahmenhölzer die Fläche in mehrere hochrechteckige Felder teilen, sodass die Tür selbst wie ein kleines Architekturgerüst
wirkt. In den oberen Zonen der Türflügel greifen maßwerkartig ausgebildete Felder die Form des Spitzbogens auf, sei es durch spitzbogige Ausschnitte oder durch entsprechend profilierte Blendfelder.
Die Füllungen der einzelnen Felder liegen leicht zurück und sind mit fein profilierten Leisten eingefasst, wodurch ein lebhaftes Wechselspiel von Licht und Schatten entsteht. Insgesamt ist die Holzarbeit mit Maßwerk und Blattornamentik sorgfältig auf die Backsteinarchitektur des Portals abgestimmt.
Spenden für das Hauptportal des Münsters
Spenden erbitten wir über den Crowdfunding-Link vrbankmecklenburg.de/doberanermuenster oder den ebenfalls dorthin verlinkenden QR-Code im obenstehenden Plakat
oder alternativ auf das Konto des Münsterbauvereins Bad Doberan e.V. IBAN: DE69 1406 1308 0002 3032 56 BIC: GENODEF1GUE Verwendungszweck: Münsterportal Spenden sind steuerlich absetzbar. Gerne stellen wir Spendenquittungen aus!
Herzlichen Dank für jegliche Unterstützung!

Das hier dargestellte Foto entstand vor rund 20 Jahren.
Aktuell ist das Portal teilweise durch Gerüste für die Fassadensanierung verdeckt.
13.09.2026 – Tag des offenen Denkmals in und rund um das Münster

Der bundesweite Tag des offenen Denkmals 2026 steht unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ und findet deutschlandweit am 13; September statt.
Am Sonntag, dem 13. September 2026, ist das Doberaner Münster von 11:00 bis 17:00 Uhr ohne Besichtigungsbeitrag geöffnet. Stattdessen wird um Spenden für die Restaurierung des Hauptportals gebeten.
Münsterführungen finden um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr statt. Eine Deckengewölbe-, Turm-und Glockenführung wird um 13:00 Uhr angeboten.
Außerordentlich ist das Beinhaus von 12:00 bis 15:00 Uhr geöffnet, es gibt Kurzführungen.
Im Umfeld des Münsters wird im Stadt-und Bädermuseum im Möckelhaus die klostergeschichtliche !usstellung „ORA ET LAORA ET LEGE – Darstellung von Klöstern in Schriften, Briefmarken und Medaillen“ eröffnet.
Die Backhausmühle im Wirtschaftsgebäude ist von 11:00 bis 16:00 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Der Eingang erfolgt von der Festwiese aus.
Doberaner Klostertage 2026

Vom 18. bis 20. September 2026 finden in Bad Doberan die Doberaner Klostertage unter dem Titel „Mütter und Töchter – die Beziehungen der Zisterzienserklöster untereinander” statt.
Im Mittelpunkt steht die Beziehung Doberans zu seinem Mutterkloster Amelungsborn sowie zu den Tochterklöstern Dargun und Pelplin.
Zu den Gästen zählen Vertreter:innen aller drei Klöster, darunter auch ein Vertreter:innen des polnischen Partnerklosters Pelplin.
Zum Download: Flyer Doberaner Klostertage 2026
Gottesdienste und Andachten im September 2026

Zu den Gottesdiensten und Andachten lädt das Münstergeläut zum Lobe Gottes ein.
Herzliche Einladung zu folgenden Gottesdiensten und Andachten:
Sonntags (außer 06. u. 20.09.)
9.30 Uhr – Evangelischer Gottesdienst (im Münster)
Sonntag 06.09.26 – 11.00 Uhr Katholische Wallfahrt im Münster
Sonntag 20.09.2026 – 11.00 Uhr Familiengottesdienst in Althof
Mittwochs – 12.00 Uhr Mittagsgebet mit Orgelmusik (Münster)
Donnerstag 03.09.2026
8.00 Uhr – Mette (Morgenandacht im Münster)
19.30 Uhr – Abendgebet mit Taizégesängen (Münster)
Samstags
19.00 Uhr – Abendandacht (Kapelle Heiligendamm)
Weitere Veranstaltungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde – u.a. die Andachten in den Pflegeheimen und in der Rehabilitationsklinik „Moorbad“, Junge Gemeinde, Angebote für Kinder, Musikalische Gruppen, Bibel- und Männerkreis – unter https://www.muenstergemeinde-doberan.de/
Aus der Klostergeschichte: Der Doberaner Münzfund von 1804
Einleitung
An den Ruinen des Kreuzganges links am Weg zum Eingang des Münsters kündet ein großer Gedenkstein von einem Münzfund. Auf diesem kann man folgenden Text lesen:
„Hier an dieser Stelle ist am 12; November 1805 beim Nachgraben zwischen den alten
Klosterfundamenten gefunden worden: 1 päbstl. Münze, in der Grösse eines Guldens, 5 Louisdor an Gewicht, 1 dito etwas kleiner, aber dicker, von gleichem Gewicht und Stück, 12 doppelte Dukaten vom Gewicht eines Louisdors, 38 Stück päbstliche Dukaten, 133 dito, dito, 16 Species-Thaler In der Kruke mit Oese 112 Species-Thaler und 345 grosse dito. 275 kleine Silberstücke nach den Rostocker Schillingen In der Kruke ohne Henkel 3130 Silberstücke Am 14. November 1805 1 päbstl. Dukaten“
Viele Besucher verweilen schon für einige Minuten am Gedenkstein und studieren das linksseitig stehende Hinweisschild, bevor sie das Münster betreten. Nicht selten wird gefragt, wo die Münzen aus dem Fund geblieben sind. Doch ihre Frage bleibt oft unbeantwortet.
Zum Jahresende 1983/84 haben sich die Mitglieder der Fachgruppe Numismatik im Kulturbund der DDR-Bad Doberan Gedanken gemacht, wie sie die Informationslücken über den Münzfund schließen könnten. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die ganz gezielt Informationen zum Thema zusammentragen sollte, um zu einem späteren Zeitpunkt eine Veröffentlichung in Buchform zu erarbeiten.
Die Grundlagen bildeten hierbei die akribischen Auswertungen archivierter Originalakten, Protokolle, Beschreibungen und Urkunden aus den Archiven und Museen des Landes, des Kreises, der Kirche und der Stadt. Da der Münzfund in seiner Gesamtheit schon in der Zeit kurz nach seiner Hebung auseinandergerissen wurde, nur Teile der Goldmünzen in die Großherzogliche Sammlung integriert und Großteile ohne schriftliche Nachweise verkauft oder versteigert worden sind, ist eine bildhafte Darstellung dieser originalen Fundmünzen schon 1994 nicht möglich gewesen. So entschied man sich damals für eine Publikation ohne Münzabbildungen.
Auf nachfolgenden Tafeln können die Doberaner Münzfreunde nun eine Auswahl an silbernen Münz-typen in Originalgröße zeigen, welche tatsächlich im Münzfund vertreten waren. So hat der Betrachter die Möglichkeit, diese kleinen, auch kulturhistorisch wertvollen Denkmale aus Metall besser kennenzulernen.
Fundumstände des Münzschatzes
Mit der Gründung des ersten deutschen Seebades 1793 in Heiligendamm bei Doberan wurde der Bau einer Chaussee von Doberan nach Heiligendamm erforderlich. Dieser Bau begann mit der Erweiterung des „Grünen“ oder „Rostocker Tores“ in der Ringmauer des Klosters/ Das Tor liegt im östlichen Teil der Mauer gegenüber dem Buchenberg. Im Zuge der Arbeiten an der Chaussee (Fahrweg), die in annähernder Ost-West Richtung südlich der Klosterkirche durch das Klostergelände führt, stieß man auf Reste alter Fundamente.
Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg hatte ein starkes Interesse an den Altertümern seines Landes und förderte zielgerichtete Grabungen. Daraus resultiert auch seine Weisung an das Amt
Doberan, Untersuchungen an den festgestellten Fundamenten und weiteren „Erhebungen“ im
sogenannten Ziergarten durchzuführen. Ein großer Teil des von den Mauern umschlossenen Klostergeländes war in den Jahren vor Beginn der Grabungen als Englischer Garten angelegt worden. Der genaue Zeitpunkt des Beginns der Grabungen ist nicht bekannt. Offensichtlich ist aber, dass die Arbeiten über einen längeren Zeitraum vor dem 13.11.1804 erfolgten.


Im Zusammenhang mit diesen Ausgrabungen wurden Münzen gefunden.
Darüber informieren die Herren Heuckendorff, Schumacher, Wuesthoff und Wachenhusen in drei Berichten vom 13. und 14.11. sowie am 6.12.1804. Daraus geht hervor, dass mit den Ausgrabungen die Tagelöhner Johann Boldt, Hans Upplegger, Krohn, Schaaren, Buhrmeister und Buhr unter Aufsicht des Amtslandreiters Krieg beschäftigt waren. Am 13.11.1804 gegen 17.00 Uhr meldeten diese dem Amtsverwalter Heuckendorff, dass sie rechter Hand an den Fahrwegen zum Buchenberg-Tor (Rostocker Tor) einige Goldmünzen und beim sofortigen Nachsehen an der unmittelbaren Fundstelle eine kupferne Dose mit Deckel und zwei irdene Gefässe (Kruken) gefunden hätten, in denen Gold-und Silbermünzen enthalten waren. Heuckendorff übergab den Fund dem Amtmann Schumacher. Dieser wies an, dass der Amtshauptmann Wachenhusen den Fundort aufsucht.
Die Fundstelle war 16 – 18 Zoll tief, sandig und lag unter einem alten Fußboden nahe den Fundamenten. Da es bereits anfing, dunkel zu werden, wurde Krieg beauftragt, mit Hilfe einiger Tagelöhner und des Gerichtsdieners Junge über Nacht am Fundort wache zu halten. Obgleich man keinen Grund hatte, die Ehrlichkeit der Tagelöhner anzuzweifeln, wurden diese kontrolliert (visitiret), ob sie sich nicht einige Münzen angeeignet hätten. Dies traf aber nicht zu.
Noch am selben Abend wurde im Hause des Amtmanns Schumacher der Fund näher untersucht und ein Register angelegt.
Ein Vergleich dieses Registers mit der Inschrift des Gedenksteines lässt außer der falschen Jahresangabe noch weitere Differenzen erkennen/ So wurden augenscheinlich aus „1 ein halb dito“ durch die zahlenmäßige Darstellung „112 Species-Thaler“/ Offenbar wurde das erste Inventar beim Abschreiben später verkürzt, wobei aus 1 ½ Thaler durch Zusammenrücken der Ziffern „112 Species-Thaler“ wurden/ !us „545 Stueck in der Groesse 1/3 und 1/6 Rthl“ des Inventars wurde „und 345 grosse dito“ auf der Tafel.
Bemerkenswert ist, dass Lisch (1841) diese Differenzen zwischen Inventarlisten und Inschriften des Gedenksteines entgangen sind. Zudem ist in der Wiedergabe der Gedenksteininschrift bei Lisch ein weiterer Fehler entstanden/ Statt „3130 Silberstuecke“ sind dort nur „313 Silberstuecke“ genannt/
Schumacher äußert die Ansicht, dass die Hälse der Krüge entweder schon beim Einsturz dieses Klostergebäudes oder beim Nachgraben abgebrochen und die herumliegenden Münzen herausgefallen waren.
Am 14.11.1804 gegen 10.00 Uhr wird der Amtslandreiter Krieg zum Herzog gesandt, um diesem die aufgefundenen Münzen einschließlich der Fundgefäße und den Bericht vom 14.11., unterzeichnet von Wachenhusen, Schumacher und Wuesthoff, sowie das erwähnte Register zu überbringen. Mit der weiteren Aufsicht der Tagelöhner bei den Grabungsarbeiten wird der herzogliche Gärtner Nussbaum aus Doberan beauftragt.
Zum Verbleib des Fundes
Wie bereits erwähnt, wurde am 14.11.1804 der Amtsreiter Krieg zum Herzog gesandt, um diesen die aufgefundenen Münzen einschließlich der Fundgefäße zu überbringen. Am 13.11.1804 wurde als Aufenthaltsort des Herzogs Gelbensande erwähnt, am 14.11.1804 Hirschburg (herzogliches Jagdschloss zwischen Ribnitz-Damgarten und Graal-Müritz). Es ist nicht Anliegen dieser Arbeit, die exakten Übergabedaten und -orte zu bestimmen; Tatsache ist aber, dass der gesamte Fund nach Ludwigslust überführt wurde. Dort sollte er in die bereits vorhandene herzogliche Münzsammlung eingegliedert werden. Dazu war aber eine exakte Bestimmung der Münzen notwendig. Diese erfolgte, indem ein nicht bekannter Verfasser in einem undatierten „atalogus von denen in den Ruinen des verwüsteten Klosters Dobberen bey Aufgrabung derselben am 13. und 16. November 1804 gefundene goldene und silberne Münzen;“ eine detaillierte Beschreibung der Silbermünzen vornahm.
Auf einer Seite des „atalogus“ ist vermerkt: „Die Goldmünzen hat der Cammerherr von Oertzen die Güte gehabt zu beschreiben, und ist diesem Catalogus beygelegt.“ Doch ist die Beschreibung der Goldmünzen in diesem „atalogus“ nicht vorhanden. In den Akten befindet sich nur ein Blatt, auf dem neun Goldmünzen beschrieben sind, darunter die beiden portugiesischen Münzen, die Heuckendorff in seinem Register vom 13.11.804 erwähnt.
Fundort
Der heutige Lageort des Gedenksteines markiert nicht mehr den Fundort. Der Stein wurde für den Bau des Parkplatzes 1970 umgesetzt. Denkt man sich von der Ostseite des Münsters, in der Höhe der ersten Seitenkapelle, eine gerade Linie in südlicher Richtung in einer Länge von ca. 53 m und verfolgt diese bis etwa über die Hälfte des Parkplatzes, so dass man in westlicher Richtung an der vorderen Fassade des Küsterhauses gerade vorbeisehen kann, ist der Platz erreicht, an dem erwähnter Anbau stand und der Gedenkstein ursprünglich lag, also der Fundort des Doberaner Münzfundes von 1804. Ob sich in dem Anbau die alte Schatzkammer oder die Rentmeister-Zelle befand, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Auf jeden Fall hatte der Anbau relativ starke Fundamente, die einen massiven Bau tragen konnten.

Für weitere Hinweise und Nachfragen
Kontakt: INTERESSENGEMEINSCHAFT DOBERANER MÜNZFREUNDE E-Mail: doberaner-muenzfreunde@web.de
Die Grundlage dieser Abhandlung bildet das Buch „Der Doberaner Münzfund von 1804“, herausgegeben vom den Doberaner Münzfreunden e.V. im Kulturbund, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, Bad Doberan 1994, Autorenkollektiv um Jürgen Hamann, Mitautoren: Klaus Börner, Heinz Decker und Paul Janou. Mit freundlicher Unterstützung von Rolf Mohr.
Durch die Initiative der Doberaner Münzfreunde wurde in Kooperation mit der Münsterverwaltung die Lesbarkeit der Informationstafel am Gedenkstein verbessert und ein QR-Code angebracht, der den Interessierten vor Ort vom Handy oder anderen Endgeräten aus den Link auf die oben veröffentlichten Informationen ermöglicht.

Inventarisation mittelalterlicher Glasmalereien von um 1300

Im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts Corpus Vitrearum Medii Aevi (https://corpusvitrearum.org/; https://corpusvitrearum.de/) werden sämtliche vor 1550 entstandenen Verglasungen in Mecklenburg-Vorpommern und somit auch die im Doberaner Münster fotografiert, kunsthistorisch erforscht und abschließend in einem Corpusband publiziert.
Die Glasmalereien des Doberaner Münsters sind um 1300 entstanden und gehören damit zu den ältesten Verglasungen Norddeutschlands. Sie werden dabei einen zentralen Bestandteil bilden und wurden nun Mitte Juli 2026 inventarisiert. Die Felder wurden hierfür ausgebaut, von der Vorder-und Rückseite untersucht und in einer Stellage professionell fotografiert.
Zugleich erfolgte ein restauratorischer Kontrolltermin. Dabei prüfte man Abplatzungen, Schimmelbefall, Glaskorrosion sowie die Wirksamkeit von Schutzverglasung und Haltekonstruktion und reinigte Scheiben, Halterungen und Schutzgläser mit einem Wasser-Ethanol-Gemisch.
Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften finanzierte die Gerüststellung für die bei den betroffenen Fenster. Ausbau und restauratorische Begleitung erfolgten durch Dipl.-Rest. Kathrin Rahfoth, Erfurt. Die Kosten hierfür tragen die Kirchengemeinde (Münsterhaushalt) und der Denkmalfonds des Kirchenkreises Mecklenburg gemeinsam. Als Fotograf war Holger Kupfer tätig. Die Aufnahmen stehen der Kirchengemeinde kostenfrei zur Verfügung.
Die Maßnahme betrifft die Depotfenster nord XIV im nördlichen Seitenschiff und süd XV (oben) im südlichen Seitenschiff, in denen seit den späten 1970er-Jahren beziehungsweise seit dem späten 19. Jahrhundert der größte Teil der mittelalterlichen Scheiben versammelt ist. Die Arbeiten dauerten knapp zwei Wochen.

Schadhafte Windstangen von um 1978 brauchen Ersatz
Die Inventarisation der mittelalterlichen Glasmalereien von um 1300 brachten Schäden an den Stabilisierungs-und Halterungselementen zum Vorschein, die im Idealfall im Kontext des Ausbaus zum dauerhaften Erhalt des wertvollen Glasbestands behoben werden sollen.
Die Maßnahme hatte auch das Ziel, zu prüfen, ob es Abplatzungen, Schimmelbefall oder Korrosion gibt und ob die Schutzverglasung und Luftzirkulation noch funktionieren. Diplom-Restauratorin (FH) Kathrin Rahfoth und alle am Projekt Beteiligten mussten im Rahmen des Ausbaus der Glasfenster und der konservatorischen Bearbeitung zur fotografischen Erfassung der Glasfelder feststellen, dass sich die rückseitig mit Kupferdraht befestigten Windstangen aus der Zeit um 1978 (Glaswerkstatt Hajna, Erfurt) sehr stark korrodiert haben.
Um einen Abtrag von Korrosionsprodukten in die Oberflächen der Glasfelder zu vermeiden, wird empfohlen, das Windstangenmaterial gegen Kupferrundstab auszutauschen. Die Vorhangkonstruktion im Fenster zur Montage der nach innen vorgehängten Glasfelder erfolgte mit Eisenschrauben, die korrodiert sind; auch hier wird der Austausch gegen Edelstahlschrauben empfohlen.
Zu den notwendigen Maßnahmen zählen der Ersatz der vorhandenen Windstangen durch neue Windstangen aus Kupferrundstab 8 mm, das Ablöten der vorhandenen Windstangen, das Lösen der Kupferdrahthaften und deren Austausch durch neue Kupferdrahthaften, da die vorhandenen Drahthaften brüchig und nicht wiederzuverwenden sind. Hinzu kommen der Zuschnitt des Kupferrundstabes und das Abflachen der Enden sowie das Auflöten auf den vorhandenen Kupferrahmen. Insgesamt sind 101 Windstangen und etwa 550 Drahthaften zu erneuern, ebenso rund 200 Schrauben zur Befestigung der Vorhangkonstruktion.
Nun ist die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde im Kontakt mit den kirchlichen und staatlichen Baubehörden, um die Maßnahme inhaltlich zu klären, aber insbesondere eine tragfähige Finanzierung für diese ungeplante Maßnahme sicherzustellen.
Zusammenstellung: Martin Heider (unter Verwendung der Projekt-und Angebotsunterlagen von Dr. Markus Mock (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Glasmalereiforschung des Corpus Vitrearum Medii Aevi) und Diplomrestauratorin (FH) für Glasmalerei und Glasfenster Kathrin Rahfoth. Foto 1: Martin Heider, Foto 2: Kathrin Rahfoth.
Neu: Spenden fürs Münster-Deckengewölbe per Spenden-App


Die „Spenden-App“ ist ein digitales Werkzeug, mit dem Spenden über Smartphone, Tablet oder Computer Online-Spenden eingeworben werden können.
Die Doberaner Kirchengemeinde bietet damit eine unkomplizierte Möglichkeit, die Sanierung der De-ckengewölbe im Doberaner Münster gezielt zu unterstützen. Mit wenigen Klicks können Sie bequem spenden – auch dann, wenn Sie gerade nicht persönlich im Münster sind.
Scannen Sie dazu den hier abgedruckten QR-Code zur Spendenaktion „Deckengewölbe“ oder nutzen Sie den Link
https://spende.app/o/025f4edd-5940-48d9-ae08-c78b78c2eb75 .
Sie werden auf eine geschützte Spendenseite weitergeleitet, auf der der Spendenzweck „Deckengewölbe Doberaner Münster“ bereits voreingestellt ist. Dort tragen Sie Ihren Wunschbetrag ein und wählen eine der angebotenen Zahlungsarten. Ihre Spende wird dem Konto der Kirchengemeinde mit der Zweckbindung „Gewölbesanierung“ gutgeschrieben.
Ihre Spende kommt vollständig der Restaurierung der mittelalterlichen Deckengewölbe zugute und hilft mit, dieses außergewöhnliche Bauwerk für kommende Generationen zu erhalten. Schon kleine Beiträge tragen dazu bei, die umfangreichen Arbeiten zu finanzieren und den Fortgang der Restaurierung zu sichern. Praktisch bedeutet das: Anstelle von Bargeld oder Überweisungsträgern können Spenden schnell und unkompliziert digital gegeben werden. Die Doberaner Kirchengemeinde plant über diese Plattform weitere Spendenaktionen.
Die Plattform „spende.app“ wird EKD-weit (Evangelische Kirche in Deutschland) eingesetzt und ist so angelegt, dass Daten- und Zahlungssicherheit gewährleistet sind.
Wir sind sehr dankbar für jede Spende!
Münsterverwaltung, Martin Heider.
Veranstaltungen des Klostervereins im Jahr 2026


Der Verein der Freunde und Förderer des Doberaner Klosters e.V. lädt herzlich zu folgenden sechs Vorträgen sowie den Doberaner Klostertagen und dem Doberaner Klostermarkt ein.
Notieren Sie sich bitte diese Termine in Ihren Kalendern.
Mit dem Vortrag am 18. Juni im Münster gibt es auch in diesem Jahr wieder eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Münsterbauverein e.V.
28.05. – Vortrag des Klostereins fällt aus
Der für den 28. Mai 2026 geplante Vortrag von Prof. Dr. Franz-Josef Holznagel zum Thema „Das mittelniederdeutsche Mühlenlied“, der im Rahmen der Vortragsreihe des Klostervereins Bad Doberan stattfinden sollte, muss leider entfallen. Grund hierfür sind unvorhersehbare organisatorische Gründe, die eine Durchführung zum vorgesehenen Termin nicht erlauben.
Der Klosterverein bedauert die Absage sehr, zumal das Thema in engem Zusammenhang mit der Geschichte des Klosters und der regionalen Mühlenlandschaft steht, und dankt allen Interessierten für ihr Verständnis. Sobald ein Ersatztermin feststeht oder ein ähnlicher Vortrag angeboten werden kann, wird darüber rechtzeitig informiert.
Doberaner Münster täglich zur Besichtigung geöffnet
Öffnungszeiten November-März:
Montag-Freitag: 10:45-15:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 10:45-16:00 Uhr
(keine Besichtigung und Führungen am Karfreitag und Heiligabend)
Öffnungszeiten April - Oktober:
Montag bis Samstag 10:00-17:00 Uhr
Sonntag und Feiertag 11:00-17:00 Uhr
Am Sonntag 06.09.26 sind aufgrund der katholischen Wallfahrt im Münster
Besichtigung und Führungen erst ab 15.15 Uhr regulär möglich.
Die Gewölbeführung in den Dachbereich um 13 Uhr findet statt.
Täglich 11, 13 und 14 Uhr Führungen im Münster (außer Heiligabend)
„Kinder führen Kinder“ – jeden Sonnabend um 11 Uhr (Mai-Oktober)
Adresse
Doberaner Münster
Klosterstraße 2
18209 Bad Doberan
FON: 038203 62716
Spenden Restaurierung
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Doberan Ev.
Kennwort: Restaurierung Münster
IBAN: DE17 5206 0410 8505 0502 00
BIC: GENODEF1EK1
Öffnungszeiten
April-Oktober
Montag bis Samstag 10:00-17:00 Uhr
Sonntag und Feiertag 11:00-17:00 Uhr
November-März
Montag-Freitag: 10:45-15:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 10:45-16:00 Uhr
Änderungen vorbehalten!
Das Münster ist außer Karfreitag und Heiligabend täglich zur Besichtigung geöffnet.
An Sonn- und Feiertagen ist um 9:30 Evangelischer Gottesdienst. Keine Besichtigung und Führung bis ca. 11:00.
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