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Acht Jahre Zisterzienserkloster im heutigen Althof


Die Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung berichtete am 19.09.2021: Vor 850 Jahren wurde in Althof bei Doberan ein Kloster gegründet.

 

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Das erste Zisterzienserkloster in Mecklenburg hatte nur acht Jahre Bestand. Es wurde vor 850 Jahren im heutigen Althof neu eröffnet. An das Jubiläum wird mit einem Festtag am 18. September erinnert.

VON ANNE-DORLE HOFFGAARD UND MARION WULF-NIXDORF


Bad Doberan. Althof, das seit 1938 ein Ortsteil von Bad Doberan ist und heute knapp 200 Einwohner hat, ist Ort der Erstgründung des Doberaner Klosters. Vor 850 Jahren entstand in Althof, das damals noch Doberan hieß, das erste mecklenburgische Zisterzienserkloster. Allerdings hatte es nur acht Jahre Bestand, wurde aber wenige Jahre später drei Kilometer nordwestlich im heutigen Doberan neu eröffnet.

Bischof Berno aus Schwerin hatte den zum Christentum übergetretenen slawischen Obotritenfürsten Pribislaw zu der Klosterstiftung ermuntert. Am 1. März 1171 wurde der Konvent mit Mönchen, Laienbrüdern und Abt Conrad vom Mutterkloster Amelungsborn bei Holzminden ausgesendet auf eine rund 400 Kilometer lange Reise nach Mecklenburg. In ihrer neuen Heimat fanden sie Sümpfe, Wälder, nach der Ordensvorschrift auch Behelfsbauten, wie ein Bet- und Schlafhaus vor. Die hatte der Stifter zu stellen. „Es ist ein Mythos, dass die Mönche irgendwo in die Wildnis geschickt wurden“, sagt der Kustos des Doberaner Münsters, Martin Heider. So eine Gründung sei von langer Hand bezüglich der Grundausstattung vereinbart und zumindest mit Behelfsbauten vorbereitet worden.

 

 

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Bereits im Jahr 1179 wurde das Kloster in Althof zerstört und alle Mönche und Laienbrüder getötet, nur Abt Conrad konnte entkommen. Auslöser dafür war, dass Pribislaw bei einem Reitturnier in Lüneburg Ende 1178 verstarb und daraufhin Unruhen und Kriege um dessen Nachfolge entbrannten.

Nach dem klösterlichen Neuanfang in Doberan 1186 wurde Althof als Wirtschaftshof, als Grangie, des neuen Klosters genutzt. Mitte des 16. Jahrhunderts endete jedoch auch in Doberan das klösterliche Leben – diesmal durch die Säkularisierung.

Nach der Klosterauflösung war Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge, zumeist verpachtet. Sowohl in Doberan, wie in Althof blieben keine Bauten aus der frühen Klosterzeit vor/um 1200 erhalten. Die heutige Kapelle in Althof entstand um 1300 (Abb. 2), ebenso wie auch das ruinöse Backsteingebäude, das als Klosterscheune bezeichnet wird (in Abb. 1).

Auf intensive Spurensuche zur Geschichte von Althof hat sich der Kustos Martin Heider begeben. Etwa 4000 Aktenseiten hat er in Archiven durchgesehen. Sein umfängliches Buch „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ mit 534 Abbildungen ist gerade erschienen.

 

 

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Im Stadt- und Bädermuseum Bad Doberan wird bis Ende Oktober die Ausstellung „850 Jahre Klostergründung in Althof“ gezeigt. Als ein ganz besonderes Exponat gilt eine glasierte Fliese mit Drachenmotiv aus dem ehemaligen Kreuzgang am Doberaner Münster, die um 1300 gefertigt wurde. Außerdem wurde eine Jubiläumsmedaille herausgebracht.

Am Samstag, 18. September, ist in Althof von 11 bis 17.30 Uhr ein Festtag geplant mit traditionellem Handwerkermarkt und einem ökumenischen Gottesdienst um 18 Uhr mit Bischof im Sprengel MV Tilman Jeremias vor der Kapelle. Zudem werden sich die diesjährigen Doberaner Klostertage am 25. und 26. September mit der Klostergründung beschäftigen (Abb. 3. u. 4).

 

 

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Text: Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung, 19.09.2021.

Foto 1: Manfred Sander (Einhusen)

Fotos 2-4: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

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