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Geheimnisvolles Münster


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Foto: Sander

Die OSTSEE-ZEITUNG berichtete über die Forschungen zur Geschichte des Münsters:
Kustos Martin Heider hat Schriften zur Doberaner Kirche aus dem 16. bis 18. Jahrhundert ausgewertet / Neue Fakten zur aufwendigen Restaurierung des hochgotischen Backsteinbaus

„Ich nehme mir dann mal die nächsten paar Blätter“, sagt Martin Heider und holt in seinem Büro im Küsterhaus an der Doberaner Klosterstraße einen großen Stapel ausgedruckter DIN-A3-Seiten aus dem Regal. Was für den ungeübten Betrachter lediglich alte, zum allergrößten Teil unleserliche Schreibschriften sind, ist für den Münster-Kustos wahrer „Goldstaub“. „Wir haben hier wertvolle Unterlagen zur Kirche aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, die bislang noch überhaupt nicht erforscht wurden“, erklärt Heider. „Es ist erstaunlich, wie viele Akten dazu im Archiv liegen – da muss man schon von laufenden Metern sprechen.“

Und diese laufenden Meter hat sich Heider in den vergangenen Monaten mehr und mehr erschlossen. Im Schweriner Landeshauptarchiv habe er rund 2500 Seiten gesichtet, abfotografiert und anschließend transkribiert: „Allein sich einen Überblick zu verschaffen, was eigentlich alles vorliegt, ist schon eine Herausforderung.“

Besonders schwierig: „Es gab im 16. bis 18. Jahrhundert grob geschätzt 15 verschiedene Schriftgruppen“, macht Heider deutlich. „Die Zeichen und Wörter lesen und verstehen zu können, hat eine ganze Weile gedauert – das habe ich mir in den vergangenen Jahren autodidaktisch angeeignet.“

Und zwar privat und neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit, betont der Kustos. „Der eigene Antrieb wird immer stärker, weil man merkt, dass es in den alten Schriften noch so viel zu entdecken gibt.“ Dabei seien ihm auch einige Mitglieder aus dem Münsterbauverein eine große Hilfe, so Heider: „Sie unterstützen mich dabei, die vielen handschriftlichen Seiten auf dem Computer abzutippen – das ist eine große Erleichterung.“

Ihm gehe es bei seiner Forschung vor allem um die Restaurierungsarbeiten am Münster zu dieser Zeit, erklärt der Kustos: „Für mich ist hier nicht das damalige Inventar wichtig – sondern vielmehr, welche Gebäude überhaupt vorhanden und in welchem Zustand sie waren.“

Ein Engagement, das sich offenbar lohnt: „Es gibt tatsächlich viele neue Erkenntnisse“, sagt Martin Heider. „Denn bislang ging man zumeist davon aus, dass unmittelbar nach dem Ende des Mönchslebens im Jahr 1552 der Abbruch der Konventsbauten begann – etwa, um Baumaterial für die herzoglichen Residenzprojekte zu erhalten.“

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