• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte

Klosteranlage

Beinhaus (um 1250)
Innenraum Beinhaus
Wirtschaftsgebäude mit Mühle
Ruine Wirtschaftsgebäude
Kornhaus mit Spielplatz
Kornhaus und Schuldienerhaus
Kreuzgangsrest (um 1250)
Klostermauer
Ruine Wollscheune
Amtshaus

Die Klosterparkanlage rund um das Münster zeugt mit seinen Bauten und baulichen Resten von der Bedeutung des ehemaligen Zisterzienserklosters und sollte in Zusammenhang mit dem Besuch des Münsters besichtigt werden.

 

Das Beinhaus

Aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt der achtseitige schlanke Backsteinbau an der Nord-Ost-Seite der später errichteten gotischen Kirche. Dieser auch Michaelskapelle genannte Karner diente mit seiner Krypta zur Aufbewahrung der Gebeine verstorbener Brüder, die bei Neubelegung ihrer Gräber hier die letzte Ruhestätte fanden.

Im norddeutschen Raum ist dieser Bau - neben dem in Hardehausen bei Paderborn - das einzige Exemplar seiner Art. Rundstäbe und das Mauerwerk, im Wechsel aus glasierten und unglasierten Ziegel errichtet, weisen auf seine frühromanische Prägung hin.

Das Gebäude gilt seit 2002 als national bedeutendes Denkmal. Von 2002 bis 2010 fanden umfangreiche Restaurierungsarbeiten an Fassade, Fenstern, Altarrelief, Fußboden, Tür und Eingangsgitter statt. Die bereits zweimal in dieser Zeit gesicherten Wandmalereien wurden im Jahr 2010 restauriert.

 

Das Wirtschaftshaus

Das imposante Hauptgebäude im südlichen Bereich der Klosteranlage ist in Nord-Süd-Richtung angelegt, dreischiffig mit drei Geschossen und einst drei weiteren Speicherböden. Das östliche Schiff war zweigeschossig, die westliche Seite eingeschossig und schon seit dem 19. Jahrhundert ohne Dach. Seit einer Brandstiftung 1979 ist der Bau im nördlichen Bereich eine offene Ruine. Ein Notdach schützt den Südbereich.

Prächtig sind die Nord- und Südgiebel des Hauptbaus gestaltet: Spitz- und Segmentbogenfenster mit Rahmenblenden, Kleeblattfriese am Fuße der Giebel gliedern und schmücken die Flächen. Westlich schließt sich das Mühlenhaus an. Sein Giebel wird durch gestaffelte Spitzbogenblenden über Kleeblattbogenfries geprägt. An der Nord- und Südwand des Mühlenhauses erkennt man die Durchlässe für den einst das Mühlrad antreibenden Mühlbach. In einem künstlich erhöhten Bett wird er von Süden herangeführt und noch heute durch das Gebäude geleitet.
Im Inneren beider Gebäude befanden sich einst außer der Mühle die Mälzerei und die Brauerei sowie Speicher-, Arbeits- und Wohnräume.

 

Das Kornhaus

Das benachbarte Kornhaus wurde um 1270/80 als dreigeschossiger Backsteinbau für Speicherzwecke errichtet. Das Haus enthielt ursprünglich sechs Speicherebenen. Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude an seinem Ostteil verkürzt. Aus dieser Zeit stammt der ungegliederte Ostgiebel.

Der Westgiebel und die Längsseiten sind durch Spitzbogenblenden gegliedert, die bis unter das Hauptgesims reichen. Im 19. Jahrhundert wurde das Kornhaus zu einem zweigeschossigen Schulhaus umgestaltet. Heute ist es eine Jugend- und Freizeitstätte in Regie des Kornhausvereins.

 

Die Wolfsscheune

Die sogenannte Wolfsscheune in der Nähe des Nordtores wurde um 1280/90 als zweigeschossiger Backsteinbau errichtet und diente vermutlich als Hospiz oder Herberge. Nur die nördliche Seitenwand und Teile des Ost- und des Westgiebels sind erhalten. Beide Giebel sind durch Spitz- und Segmentbögen gegliedert.

 

Die Tore

Vier Tore gewähren Zugang zum Klostergelände. Das Westtor, mit dem Pförtnerhaus und der ehemaligen Torkapelle verbunden, weist eine breitere Durchfahrt und einen schmalen Durchgang auf.

Ähnlich ist das Südtor gestaltet, nur fehlt hier eine schmückende Bekrönung. Das Nordtor ist in seiner jetzigen Gestalt späteren Datums. Die breite Ostzufahrt stammt aus dem 18. Jahrhundert (1795). Niedrige Bögen in der Mauer dienen dem Durchfluss der Bäche.

 

Die Ringmauer

Etwa zwischen 1283 und 1290 wurde die 1,4 km lange Ringmauer errichtet. Durchschnittlich 2,50 m ist die Mauer hoch und ist bis heute fast vollständig erhalten. Nirgends sonst ist eine Backstein-Klostermauer in solcher Stärke und Länge so vollständig erhalten.

 

Das Amtshaus

Das sogenannte Amtshaus wurde 1793 bis 1801 durch Johann Christoph Heinrich von Seydewitz als Jagdschloss des Herzogs erbaut und diente später der herzoglichen Amtsverwaltung. Es ist auf den Fundamenten des Gästehauses des Klosters errichtet. Der eingeschossige Fachwerkbau mit Krüppelwalm-Mansardendach ist auf der Nordseite mit einem Dreiecksgiebel gekrönt. Das Amtshaus gehört in die Reihe der Bad Doberan prägenden, etwa ab 1800 errichteten Gebäude, als der Ort mit Heiligendamm Sommerresidenz des mecklenburgischen Fürstenhauses wurde.

Derzeit wird intensiv daran gearbeitet, das Gebäude in Zukunft vor dem Verfall zu retten. Es soll "Haus der Begegnung, Bildung und Kultur" in Regie der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Bad Doberan werden.

 

 

Der Mönchsfriedhof

Nördlich der Totenpforte des Münsters liegt der Mönchsfriedhof, gegenwärtig nur noch an der leichten Erhöhung des Bodens zu erkennen. Er ist auch heute ein Bereich der Stille und des Gedenkens. An der östlichen Klostermauer wurde im 18. Jahrhundert ein weiterer Friedhof angelegt.

 

Text: Klosterverein e.V. und Münsterverwaltung