• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
31.12.2011

Doberaner Hochaltar restauriert

Zu Weihnachten erstrahlt der restaurierte Hochaltar im Münster. Die Arbeiten sind abgeschlossen. Am 13. Dezember war offizielle Begutachtung.

Bad Doberan (OZ) - Pastor Albrecht Jax ist glücklich. Nun kann er den Gottesdienst vor dem frisch restaurierten Hochaltar im Doberaner Münster abhalten.

Auch das Gerüst, das für den Anbau der letzten beiden Zuganker benötigt wurde, ist bis Weihnachten verschwunden. Denn vor Beginn der Arbeiten am Altar mussten im gesamten Chorraum aus statischen Gründen Zuganker eingezogen werden.

Erst mit dem Weiterziehen des Gerüsts, das sich nun in den beiden westlichen Gewölbefeldern befindet, konnte gefahrlos am Altar gearbeitet werden. Der Abbau ist kompliziert, weil die Arbeiter aufgrund der sensiblen Umgebung nur langsam voran kommen. Von Juni bis November dauerten die Restaurierungsarbeiten am Hochaltar, die Georg von Knorre, Restaurator aus Rostock, durchführte.

Die letzte umfassende Sanierung liegt mehr als 150 Jahre zurück. „Die größten Schäden befanden sich an der Rückseite des Altars, an dem sich über größere Bereiche Farbschollen lösten“, erklärte der Restaurator.

Architektin Carla Strebe, Frank Hösel vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, Pastor Jax und Münsterkustos Martin Heider ließen sich vom Restaurator die Maßnahmen erklären: „Die Konservierung von um die 400 rostigen Nägeln und einiger Beschläge stand an.“

Es galt die gesamte Oberfläche zu säubern, kleinere Ausbrüche mussten ergänzt werden. Weitere Maßnahmen waren: Sicherheitsbeklebung schollenartiger aufstehender Fassungspartien, besonders auf der Rückseite des Schreins, Festigen und Niederlegen von Farbschollen und Leinwandkaschierungen, Kitten, Schleifen, Strukturieren, Isolieren von Kittungen an sehr störenden Fehlstellen, Farb-und Metallretuschen.

Mehrere zehntausend Euro wurden dafür benötigt. Der Hochaltar gilt als der älteste Flügelaltar der Kunstgeschichte (um 1300). Durch einen bestehenden Wartungsvertrag mit dem Münster sollen größere Schäden in Zukunft verhindert werden. Angedacht ist auch den Hochaltar mit in den Vertrag aufzunehmen.

Spenden und Patenschaften an die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Bad Doberan und den Münsterbauverein ermöglichten durch Spendeneinnahmen die Restaurierung der Farbfassung am Hochaltar.

sah

Quelle: www.ostsee-zeitung.de

14.12.2011