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UNESCO-Welterbe in Mecklenburg-Vorpommern im Internet

Informationen des Kultusministeriums Mecklenburg-Vorpommern im Hinblick auf das UNESCO-Welterbe.

 

UNESCO–Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von 1972

Am 16. November 1972 hat die UNESCO das "Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" verabschiedet. Es ist das international bedeutendste Instrument, das jemals von der Völkergemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen und natürlichen Erbes beschlossen wurde. Bis heute haben 190 Staaten das Übereinkommen ratifiziert.

Leitidee der Welterbekonvention ist die "Erwägung, dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen" (aus der Präambel der Welterbekonvention). Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichten sich die Vertragsstaaten, die innerhalb ihrer Grenzen gelegenen Welterbestätten zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten.

Ein eigens von der UNESCO eingerichtetes zwischenstaatliches Komitee prüft jährlich, welche Stätten neu in die "Liste des Welterbes" aufgenommen werden. Das Welterbekomitee überprüft, ob die von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Stätten die in der Welterbekonvention festgelegten Kriterien erfüllen. Hierzu zählen das Kriterium der "Einzigartigkeit" und der "Authentizität" (historische Echtheit) eines Kulturdenkmals oder der "Integrität" einer Naturerbestätte. Neben dem aktuellen "Erhaltungszustand" muss auch ein überzeugender Erhaltungsplan vorgelegt werden.

981 Kultur- und Naturerbestätten aus 160 Staaten aller Kontinente haben die Voraussetzungen für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste bislang erfüllt (Stand: Juni 2013). Gegenüber 759 Kulturdenkmälern ist das Naturerbe mit 193 Eintragungen unterrepräsentiert. 29 Denkmäler gehören sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe an.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei folgenden Einrichtungen:

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder (aktuelle Fassung der einheitlichen deutschen Tentativliste)

Bundesregierung

UNESCO

Deutsche UNESCO Kommission

Deutsches Nationalkomitee von ICOMOS

UNESCO-Welterbestätten Deutschland e. V. (Zusammenschluss der deutschen Welterbestätten und der jeweiligen touristischen Organisationen)

 

Welterbestätten in Mecklenburg-Vorpommern

 

Altstädte Stralsund und Wismar

Die UNESCO hat die Altstädte von Stralsund und Wismar 2002 gemeinsam als repräsentatives Beispiel für das kulturelle Erbe der Hanse in die Welterbeliste aufgenommen.

 

Die Altstädte von Stralsund und Wismar repräsentieren idealtypisch die entwickelte Hansestadt während der Blütezeit des Städtebundes im 14. Jahrhundert. Die historischen Stadtkerne haben ihren mittelalterlichen Grundriss nahezu unverändert bewahrt und legen Zeugnis für die Anlage von Seehandelsstädten nach Lübischem Recht ab. Die überlieferte Bausubstanz mit zahlreichen herausragenden Einzeldenkmälern dokumentiert anschaulich die politische Bedeutung und den außerordentlichen Reichtum der Ostseestädte im Mittelalter. Die Gruppe der sechs monumentalen Backsteinkirchen bildet einen einzigartigen Querschnitt durch die berühmte Sakralarchitektur der Hansestädte.

Wismar ist die einzige in dieser Größe und Geschlossenheit erhaltene Hansestadt im südlichen Ostseeraum. Das historische Hafenbecken vermittelt ein authentisches Bild von dem eigentlichen Rückgrat der Seehandelsstadt. Stralsunds einmalige Insellage zwischen dem Strelasund und den im 13. Jahrhundert aufgestauten Teichen betont den mittelalterlich geprägten Stadtkörper.

Stralsund war neben Lübeck im 14. Jahrhundert die bedeutendste Stadt im gesamten Ostseeraum und wurde 1370 als Ort für die Friedensverhandlungen mit Dänemark (Stralsunder Friede) ausgewählt. Von dieser Zeit zeugen die aufwändig gestalteten Kaufmannshäuser und das historische Rathaus.

Im 17. und 18. Jahrhundert standen Stralsund und Wismar unter schwedischer Herrschaft. Aus dieser Zeit stammen einige herausragende Barockbauten wie das Zeughaus in Wismar oder das Schwedische Regierungspalais in Stralsund. Das UNESCO-Welterbekomitee hat insbesondere die umfangreich erhaltene historische Bausubstanz der Altstädte von Stralsund und Wismar hervorgehoben: Häuser, Straßen, Plätze und Höfe in der Altstadt wurden in beiden Städten saniert.

Die Aufnahme der beiden Hansestädte Stralsund und Wismar in die Welterbeliste erfolgte am 27. Juni 2002 auf der 26. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Budapest, Ungarn.

 

Weiterführende Links:

www.strasund.de

www.wismar.de

www.wismar-stralsund.de

 

Buchenwälder Jasmund und Müritz

Fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland wurden im Juni 2011 in die Liste des Welterbes aufgenommen: der Grumsiner Forst in Brandenburg, der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen, der Nationalpark Jasmund und der Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern und der Nationalpark Hainich in Thüringen. Die fünf deutschen Buchenwaldgebiete sind Teil der grenzüberschreitenden Naturerbestätte "Buchenurwälder der Karpaten und alte Buchenwälder Deutschlands".

2007 hatte die UNESCO die Buchenurwälder der Karpaten als Weltnaturerbe anerkannt. Dazu zählen zehn Gebiete in der Slowakei und der Ukraine, die in montanen und subalpinen Höhenlagen von bis zu 1.940 Metern liegen. Die fünf deutschen Buchenwaldgebiete wurden als serielle Erweiterung der Naturerbestätte in die Welterbeliste aufgenommen. Es sind die wertvollsten verbliebenen Reste naturnaher Tiefland-Buchenwälder, die es weltweit nur noch in Deutschland gibt. Der Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen liegt etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel, der Kellerwald auf bis zu 626 Metern.

Weitere Informationen erhalten Sie bei folgenden Einrichtungen:

www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de

www.nationalpark-jasmund.de

www.mueritz-nationalpark.de

 

 

Bewerber zur Tentativliste der Bundesrepublik Deutschland zur Aufnahme in das Welterbe der UNESCO

Herr Minister Mathias Brodkorb hat fristgerecht die beiden Bewerbungen für das Land Mecklenburg-Vorpommern für die Tentativliste der Bundesrepublik Deutschland zur Bewerbung für die Aufnahme in das Welterbe der UNESCO „Die hochgotische Ausstattung des Doberaner Münsters“ und das „Residenzensemble Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus“ an die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland geleitet. Eine Entscheidung über die Aufnahme auf die deutsche Liste soll Ende 2014 durch die Kultusministerkonferenz getroffen werden.

 

Bad Doberan und Landeshauptstadt Schwerin

 

Die hochgotische Ausstattung des Doberaner Münsters

Die Klosterkirche von Doberan hat ihre hochgotische Ausstattung des 13./14. Jahrhunderts in singulärer Weise bewahrt. Der Mönchschor verfügt mit Hochaltarretabel, Sakramentsturm, Chorgestühl und Levitenstuhl, Kelch- und Kredenzschrank bis heute über seine wichtigsten Funktionselemente, ebenso der Konversenchor mit doppelseitigem Kreuzaltar, Triumphkreuz und Chorgestühl der Konversen. Zahlreiche Nebenretabel sind ebenso erhalten wie das Zifferblatt der mittelalterlichen astronomischen Uhr und ein aufwändig geschnitzter Marienleuchter. Die neben den liturgischen Anforderungen zweite zentrale Funktion einer Kirche als Begräbnisstätte ranghoher Persönlichkeiten ist durch das Grabmal der Königin Margarete von Dänemark und zahlreiche weitere Dynastengrabmäler dokumentiert. Sie belegen die dauerhafte Bedeutung und nachhaltige Wertschätzung des Ortes. 

Doberan bietet als einzige hochmittelalterliche Klosterkirche Europas die Möglichkeit, eine komplexe Kirchenausstattung in ihrer Gesamtheit zu erfahren, eingefügt in eine Architektur von kathedralem Anspruch, ausgeführt auf höchstem künstlerischen Niveau und mit sehr origineller Ikonographie. Teilweise handelt es sich um die ältesten bekannten Funktionselemente überhaupt, teilweise um einmalige Lösungen. Doberan ist das am besten erhaltene und damit zentrale Denkmal der kulturellen Erschließung des Ostseeraums im Mittelalter, gleichsam ein Schnittpunkt zwischen dem westlichen und östlichen Europa. In ihr verbindet sich in singulärer Weise die religiös-monastische Kultur der Reformorden mit fürstlicher Repräsentation im hochmittelalterlichen Europa.

 

 

Residenzensemble Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus

Das Schweriner Residenzensemble repräsentiert eine einzigartige architektonische und städtebauliche Umsetzung von funktionalen und ideengeschichtlichen Residenzkonzeptionen des 19. Jahrhunderts.  Das Schloss wird ergänzt durch die geschlossene und komplett erhaltene Gruppe von Residenzbauten am Alten Garten. Diese Erweiterung der Residenz über das eigentliche Schloss hinaus ist ein charakteristisches Merkmal von Regierungssitzen des 19. Jahrhunderts. Ihr kommt praktische und symbolische Bedeutung zu. Das Residenzensemble verknüpft Stadt und Schloss miteinander, wobei die Größe, Würde und architektonische Qualität der zur Residenzgruppe gehörenden Bauten weiterhin den Vorrang des Landesherrn unterstreichen. Diese für das 19. Jahrhundert sehr charakteristische Situation hat sich im Stadtbild von Schwerin authentisch und beispielhaft erhalten.

 

Das Residenzensemble Schwerin zeigt eine einzigartige Verbindung von Architektur und Kulturlandschaft sowie deren Einbettung in die glazial geformte Naturlandschaft. Es ergibt sich eine außergewöhnliche Vielfalt an Blickbezügen durch die Einbindung der Architektur in die durch Parks und Seen geprägte Umgebung. Die das Schlossensemble umgebende Naturlandschaft ist auch in ökologischer Hinsicht außergewöhnlich hochwertig. Der Schweriner See stellt als ein international bedeutsames Feuchtgebiet (EU-Vogelschutzgebiet) einen bedeutenden Lebensraum für schutzbedürftige Vogelarten dar. Somit verbinden sich in Schwerin Denkmalschutz und Naturschutz in mustergültiger Weise.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei folgenden Einrichtungen:

www.bad-doberan.de

www.muenster-doberan.de

www.schwerin.de

www.landtag.mv.de

 

 UNESCO-Programm „Memory of the World“

Das UNESCO-Weltregister "Memory of the World" ist ein weltumspannendes digitales Netzwerk mit ausgewählten herausragenden Dokumenten: wertvollen Buchbeständen, Handschriften, Partituren, Unikaten, Bild-, Ton- und Filmdokumenten.

Das Register umfasst 299 Dokumente aus aller Welt, darunter die 21 Thesen der Solidarnosc, die Kolonialarchive Benins, Senegals und Tansanias, die Sammlung indigener Sprachen in Mexiko, die Archive des Warschauer Ghettos, das älteste noch erhaltene Manuskript des Korans "Mushaf von Othman" aus Usbekistan sowie als erste Zeugnisse des Buchdrucks die Göttinger Gutenberg-Bibel und der koreanische Frühdruck Jikji (Anthologie der Zen-Lehre).

Ziel ist es, dokumentarische Zeugnisse von außergewöhnlichem Wert in Archiven, Bibliotheken und Museen zu sichern und auf neuen informationstechnischen Wegen zugänglich zu machen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei der folgenden Einrichtung:

Deutsche UNESCO Kommission

 

UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes

 

Die UNESCO-Konvention zum Immateriellen Kulturerbe wird am 9. Juli 2013 in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft treten. Immaterielles Kulturerbe sind lebendige kulturelle Ausdruckformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen werden. Hierzu zählen mündliche Traditionen und Ausdrucksformen, darstellende Künste wie Tanz, Theater und Musik, Bräuche, Rituale und Feste, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie das Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken und Handwerkstraditionen.

Mit dem Inkrafttreten des Übereinkommens können auch Träger des Immateriellen Welterbes in Mecklenburg-Vorpommern sich bis zum 30. November 2013 beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern  um die Aufnahme zur Anmeldung bei der Kultusministerkonferenz bewerben.

Über die Einreichung von Vorschlägen aus Mecklenburg-Vorpommern bei der Kultusministerkonferenz entscheidet der Kulturrat Mecklenburg-Vorpommern bis zum 15.04.2014.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei der folgenden Einrichtung:

Deutsche UNESCO Kommission

 

Ansprechpartner:

 

Dr. Karl-Reinhard Titzck

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Werderstr. 124

19055 Schwerin

Tel. 0385-588/7440

Fax: 0385-588/7087

E-Mail: k.titzck@bm.mv-regierung.de

 

Zusammenstellung: Dr. Karl-Reinhard Titzck