• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte

Pressestimmen zum Doberaner Welterbeantrag

OZ-Coupon pro Münster-Welterbe
Doberaner präsentieren Ausstellung im Kultusministerium
Rollupps zur Welterbebewerbung
Marienleuchter (um 1400) - Detail
Laiengestühl (ab 1280)
Astronomische Uhr (um 1390)
Gewölbe-Schlussscheibe (14. Jh.)
Abt-Grabplatten 14. Jh.
Königin Margarethe von Dänemark (um 1300)
Predella (15. Jh.)
Tugendenaltar (um 1340)
Kreuzaltar - Christusseite (um 1360)
Jakob u. Himmelsleiter (um 1360)
Eherne Schlange (um 1360)
Mittelschrein Chrtistusseite (um 1360)
Chorgestühl im Langhaus (um 1300)
Kreuzaltar - Christusseite - nördlicher Flügel
Kreuzaltar - Christus in Gethsemane
Kreuzaltar - Verhaftung Christi
Kreuzaltar - Adam und Eva
Kreuzaltar - Kreuztragung
Kreuzaltar - Hiob leidet
Geißelung Christi
Simson und die Stadttore
Abel und Melchisedek
Wasserwunder
Eliah und die Witwe
Die Versiegelung der Zeugen
Predella Christusseite
Engel und Gideon
Moses Berufung
Darbringung Samuels
Flucht nach Ägypten
Evangelist Matthäus
Kundschafter mit großer Traube
Marienkrönung
Eliah am Berg Kamel

 

 

 

Neue Ausstellung zu Kloster, Münster und Welterbebewerbung im Kultusministerium

Der Ostsee-Anzeiger Bad Doberan berichtete am 16. Oktober über die neue Ausstellung über das Kloster und Münster in dem Artikel "Einzigartige Symbiose -  Im Kultusministerium ausgestellt und präsentiert: Gemeinsam fürs Klosterareal engagiert – dort leben und arbeiten"

Bad Doberan/ Schwerin – Bis ins kleinste Detail geplant wurde die Ausstellung von der Jugendkunstschule wie auch vom Verein der Freunde und Förderer des Klosters. Jeder in eigener Sache, jeder in Verantwortung seiner Institution und dennoch gemeinsam für das Klostergelände, fürs Münster und seine Bewerbung für die Aufnahme ins Welterbe der UNESCO und für kreative Arbeit hinter historischen Mauern – im Kornhaus eben. Das wird seit vergangener Woche im Kultusministerium, sprich Marstall, gezeigt – bis Mitte November. Und danach soll die Ausstellung, im Januar eventuell, in der Partnerstadt Bad Schwartau gezeigt werden, weiß Gunter Heilemann, Vorsitzender des Klostervereins, der mit in Schwerin war zur offiziellen

Eröffnung. Mit dabei auch Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau, Vertreter des Klostervereins wie Günter Rein, Fritz Wrase und Barbara Krause, Leiterin der Jugendkunstschule am Kornhaus.

Sinn und Zweck der Ausstellung ist u. a., weitere Befürworter fürs Münster hinsichtlich Welterbe zu gewinnen, aber auch, um aufzuklären und zu dokumentieren: Im gesamten Klosterareal ist aktives Leben eingezogen, es wird geforscht, gewerkelt, betreut, gesungen, getanzt – dort ist Engagement vieler Ehrenamtler an der Tagesordnung – in der Kirchgemeinde, im Kornhaus, im Torhaus... in der Stadt und für sie, für die hier lebenden Menschen, für Touristen. 70 fest Beschäftigte und gut 3000 Leute sind im Klosterareal ehrenamtlich unterwegs, wusste Rein zu berichten.

Karl-Reinhard Titzck, Referatsleiter in der Kulturabteilung des Ministeriums, bedankte sich bei allen Anwesenden für die sehr schöne und informative Ausstellung, die im Foyer beginnt und sich in zwei Sitzungsräumen fortsetzt. Dort werde man, so Titzck, vor jeder beginnenden Sitzung eine kleine Einführung zur Ausstellung geben, und auf das ausliegende Informationsmaterial hinweisen.

20 Schautafeln hat der Klosterverein ausgestellt, darunter im Blickpunkt des Eingangsbereiches zum Ministerium acht Tafeln zum Münster selbst, der Perle des Klosterareals. Sie wurden einst von der Münsterverwaltung finanziert und auch mitgestaltet. Viele Fotos hat Martin Heider, Kustos am Münster, beigesteuert. Hinzu kommt eine gesonderte Reihe von Roll-Ups vom Doberaner Münster, die noch konkret über die Innenausstattung, den Weltkulturerbeantrag und Europäische Route der Backsteingotik informieren. Diese wurden durch die Münsterverwaltung gestaltet und finanziert.

Fritz Wrase gehörte mit zur Delegation und seine Worte: „Vergesst mir den Tiefbau nicht“, sagte der Bad Doberaner Wasserbauexperte in die Runde. Denn jene Leistungen, die die Mönche im „Untergrund“ vollbrachten, sind nicht sichtbar wie Münster & Co., sie sind einmalig und durch die „Wasserbaukunst der Zisterziensermönche“ erst möglich geworden. Tafeln über jenes Thema zeugen davon. Sie geben die Forschungsergebnisse wieder, die in einem Projekt von Schülern der Buchenbergschule und des Doberaner Gymnasium erarbeitet wurden. Vieles würde noch im Verborgenen liegen und warte nur darauf, entdeckt zu werden, gab Wrase zu verstehen und würde es begrüßen, wenn sich ein kleines Forschungsinstitut, so als Ableger der Uni Rostock, in Bad Doberan etablieren würde.

Barbara Krause führte durch die kleine Bildergalerie ihrer „Eleven“, und sagte: „Es gibt im Malkurs keine Vorgaben“, und nichts, aber auch rein gar nichts könne der Teilnehmer falsch machen. Sich ausprobieren, heißt es in der Jugendkunstschule am Kornhaus. Inspirierend natürlich die klösterlichen Bauten – und alle Achtung, Betrachter der Bilder würden nicht gleich auf Werke aus den Kursen der Jugendkunstschule schließen. Sie sind teilweise expressionistisch, die Darstellungen der klösterlichen Anlagen, und manche scheinen sogar surreal.

Text und 2 Fotos: Eva-Maria Reinhardt, Bad Doberan

Ostseeanzeiger – 16. Oktober 2013

 

 

 

 

 

Unterlagen für Doberaner Münster zum Weltkulturerbe eingereicht

Bad Doberan (dpa/mv) - Bad Doberan hat am Dienstag die Unterlagen für die Bewerbung des Doberaner Münsters als Unesco-Weltkulturerbe beim Bildungsministerium eingereicht. Das Münster bewerbe sich mit 36 anderen deutschen Stätten um einen Platz auf der deutschen Vorschlagsliste, sagte Sabine Schulze vom Denkmalschutzamt des Landkreises Rostock und Koordinatorin der Aktivitäten Bad Doberans. Aus Mecklenburg-Vorpommern bewerbe sich auch das Schweriner Schloss.

 

Die Zisterzienserkirche sei mit ihrer vollständig erhaltenen hochmittelalterliches Ausstattung und der Verbindung zur Backsteinarchitektur weltweit einmalig, begründete Schulze den Antrag. In den 1970er Jahren habe das Münster schon auf der Weltkulturerbe-Vorschlagsliste der DDR gestanden, der Antrag sei dann aber nicht weiter verfolgt worden.

Quelle: http://www.welt.de

15.01.13

Welterbe: Neuer Antrag eingereicht

Bad Doberan/Schwerin (OZ) - Die Doberaner Arbeitsgruppe „Welterbe“ hat die Antragsunterlagen für die Anerkennung des Doberaner Münsters als Weltkulturerbe der Unesco am Dienstag fristgerecht beim Kultusministerium in Schwerin eingereicht. Zuvor waren alle 37 deutschen Bewerber, die sich um eine Listung auf der deutschen Vorschlagsliste für die Titelverleihung bei der Unesco bewerben, aufgefordert worden, zur besseren Vergleichbarkeit der Anträge ihre Unterlagen nach einheitlichen Standards zu gestalten.

Die Doberaner Unterlagen bestehen jetzt aus einem fünfseitigen Antragsformular in Deutsch und Englisch, das den außergewöhnlichen Wert des Münsters und seiner mittelalterlichen Ausstattung begründet.

Hinzu kommt eine CD mit 20 Fotografien. Gezeigt werden neben der Außenansicht und dem Grundriss des Münsters der Hochaltar, der Kelchschrank geöffnet und geschlossen, der Kredenzschrank, das mittelalterliche Gestühl der Priestermönche und das Gestühl der Konversen, das Grabmal der dänischen Königin Margarethe, der Sakramentsturm und weitere Kulturschätze des Münsters. Alle Aufnahmen wurden mit einem deutschen und englischen Bildtext versehen.

Quelle: http://www.ostsee-zeitung.de

17.01.2013

 

Landtag: Münster soll Welterbe werden

Ostsee-Zeitung: Jubel in Bad Doberan: Der Weg für die Weltkulturerbe-Bewerbung des Münsters ist frei.

Die Ostsee-Zeitung berichtet aus Schwerin und Bad Doberan: Jubel in Bad Doberan: Der Weg für die Weltkulturerbe-Bewerbung des Münsters ist frei. Am Mittwochabend hatte der Landtag mit breiter Mehrheit entschieden, die Klosterkirche doch noch in das Rennen um den begehrten Unesco-Titel zu schicken. SPD, CDU, Grüne und auch Linke stimmten für den Antrag. Bad Doberan tritt zusammen mit dem Schweriner Schloss für MV an. Das Parlament forderte die Landesregierung eindringlich auf, alles zu tun, um die Bewerbung zu unterstützen.

Das Münster bewirbt sich mit seiner hochgotischen Innenausstattung. Nirgendwo sonst in Europa sei eine derart gut und umfassend erhaltene Ausstattung aus dem Mittelalter zu finden, heißt es im Welterbe-Antrag von Stadt und Münster- Verwaltung. „Die Klosterkirche blieb vom Bilderstürmen und auch von Kriegen verschont“, erklärt Martin Heider, Verwalter der Kirche. „Die in Doberan überlieferte, künstlerisch hochwertige Ausstattung mit Skulpturen und Malereien des 13. und 14. Jahrhunderts stellt das am besten erhaltene Monument der kulturellen Erschließung des Ostseeraums im Mittelalter dar“, so Stefanie Drese, SPD-Abgeordnete aus der Münsterstadt in ihrer Antragsbegründung.

Auch Experten aus Leipzig und Greifswald bescheinigen den Bad Doberanern deshalb beste Chancen auf die Welterbe-Ehren. „Die Voraussetzungen sind nicht schlecht, dass es sowohl das Schlossensemble Schwerin als auch das Bad Doberaner Münster auf die deutsche Vorschlagsliste für die Unesco schaffen“, sagte der CDU-Abgeordnete Egbert Liskow. Er lobte das große Engagement der Region für die Bewerbung.

Denn lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde sich das Land allein auf Schwerin konzentrieren. Auch Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) hatte noch vor einigen Wochen betont, dass eine Bewerbung Doberans nur in Frage komme, wenn dadurch die Ambitionen des Schlosses nicht gefährdet würden. Die Region Doberan machte aber Druck. Unter anderem hatten sich 3514 OZ-Leser an einer Couponaktion unter dem Motto „Meine Stimme für das Doberaner Münster“ beteiligt. Vor wenigen Wochen dann das Umdenken in der Politik.

Am Mittwoch sagte Brodkorb: „Ich freue mich, dass der Landtag den Weg für zwei Bewerbungen aus MV frei macht. Das erhöht die Chancen des Landes, auf der deutschen Liste berücksichtigt zu werden.“

Schwerin und Doberan würden vom Land gleich behandelt. Die nächste Hürde steht für nun im August an: Dann entscheidet die Kultusminister-Konferenz, welche Vorschläge aus den 16 Bundesländern an die UN-Organisation gemeldet werden. Diese wird bis 2015 entscheiden.

Andreas Meyer

Quelle: http://www.ostsee-zeitung.de

25.05.2012

 

 

Münster soll doch Weltkulturerbe werden

OSTSEE-ZEITUNG: Der große Traum vom Welterbe-Titel könnte für Bad Doberan nun doch noch wahr werden: Der Weg für eine Unesco-Bewerbung des Doberaner Münsters als Weltkulturerbe ist endlich frei.

Bad Doberan / Schwerin (Ostsee-Zeitung vom 8. Mai 2012) - Der große Traum vom Welterbe-Titel könnte für Bad Doberan nun doch noch wahr werden: Der Weg für eine Unesco-Bewerbung des Doberaner Münsters als Weltkulturerbe ist endlich frei.

Gestern Mittag hatten sich in Schwerin die Spitzen von CDU und SPD im Landtag darauf geeinigt, nicht nur das Schweriner Schloss, sondern auch Bad Doberan für Mecklenburg-Vorpommern ins aufwendige Bewerbungs-Rennen zu schicken.

Ende Mai soll der Landtag in Schwerin über einen gemeinsamen Antrag abstimmen. Das sagte Marc Reinhardt, kulturpolitischer Sprecher der CDU, gestern gegenüber der OSTEE-ZEITUNG.

Das „Ja“ des Parlaments gilt als relativ sicher: Denn nicht nur die Regierungskoalition, sondern auch Grüne und Linke wollen für das Münster stimmen und die Bewerbung so starten.

In Bad Doberan reagierten die Verantwortlichen euphorisch auf die Nachricht aus der Landeshauptstadt: „Ich könnte Luftsprünge vor Freude machen. Damit kommen wir unserem gemeinsamen Ziel ein großes Stück näher“, schwärmte Thorsten Semrau, parteiloser Bürgermeister der Münsterstadt.

Auch Martin Heider, Kustos des Münsters und eine der treibende Kräfte der Bewerbung, war begeistert: „Dass der Landtag ,grünes Licht‘ für eine Bewerbung geben wird, ist ein entscheidender Schritt.

Das ist eine unerwartet schnelle, aber absolut positive Entwicklung.“

Zwei Welterbe-Kandidaten darf jedes Bundesland bis August an die zuständige Kultusministerkonferenz melden. Bisher sah es so aus, als würde Mecklenbur-Vorpommern nur das Schloss der Landeshauptstadt anmelden. Im Kultusministerium herrschte die Befürchtung, eine Bewerbung Bad Doberans könnte Schwerins Chancen schmälern. Nun das Umdenken: „Ich freue mich, dass der große öffentliche Druck dazu geführt hat, dass SPD und CDU ihre Position überdenken“, so Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr. Er kündigte bereits an, dass die Grünen den Antrag für Bad Doberan unterstützen werden. „Wir können mit zwei sehr guten Vorschlägen an den Start gehen.“ Auch Helmut Holter, Landtags-Chef der Linken, sicherte Unterstützung zu: „Das Bauwerk ist von herausragender kulturhistorischer Bedeutung.“

Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin und Bad Doberaner Abgeordnete Stefanie Drese forderte die Landesregierung auf, nun alles für eine erfolgreiche Bewerbung Bad Doberans zu tun. Ingulf Donig, kulturpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, unterstrich die Bedeutung des Münsters. Vor allem die hochgotische Innenausstattung sei weltweit einzigartig. „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Münster sehr gute Chancen haben, einen weiteren Welterbe-Titel für unser Land zu gewinnen“, so CDU-Mann Reinhardt. Auch für Schwerin seien die Aussichten gut.

Andreas Meyer

8. Mai 2012

www.ostsee-zeitung.de

 

Unesco-Antrag eingereicht: Showdown im Juni

Kulturausschuss des Landtages soll noch im Mai über Bad Doberaner Bewerbung beraten.

Bad Doberan/Schwerin (OZ) - Das Kämpfen hat sich gelohnt: Bad Doberan bekommt seine Chance auf den Unesco-Welterbe-Titel für das Münster. Gestern reichten Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) und Kustos Martin Heider offiziell den ersten Teil der Bewerbung ein. „Wir haben die ersten Dokumente, die Zusammenfassung der Expertisen, an die Vorsitzende des Kulturausschusses im Landtag gesandt“, sagte Semrau gestern der OZ. Bereits am Vorabend — bei einem Festakt in Schwerin — überreichten die Doberaner die Dokumente an Ministerpräsident Erwin Sellering.

Die Ausschussvorsitzende, die Greifswalder Landtagsabgeordnete Ulrike Berger (Grüne), soll das Thema Münster so schnell es geht auf die Tagesordnung der Landespolitik hieven. „Bereits im Juni könnte das Thema Münster dann im Landtag behandelt werden. Dann könnte die Entscheidung für uns fallen“, so Semrau.

Die knapp acht Wochen bis zur Abstimmung wollen die Welterbe- Verfechter in Bad Doberan nun für „Wahlkampf“ nutzen. Bereits am Rande der Feierstunde in Schwerin, in der eigentlich die Bewerbung des Schlosses im Vordergrund stand, gingen Semrau und Heider auf Stimmenfang. „Wir haben natürlich auch den Ministerpräsidenten angesprochen. Er hat zugesagt, sich der Sache anzunehmen“, sagt Bad Doberans Rathaus- Chef. „Wir bekommen immer mehr Unterstützung aus der großen Landespolitik — auch aus den beiden Regierungsfraktionen“, erklärt Münster-Kustos Heider — und ihm huscht ein Lächeln über das Gesicht: „Zu unseren Unterstützern gehört auch Stefanie Drese, die SPD-Landtagsabgeordnete für die Region Bad Doberan.“ Sie ist gleichzeitig die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion. „Aber auch CDU-Landespolitiker haben sich bereits für einen Besuch im Münster angesagt.“

Ende kommender Woche sollen dann die kompletten Bewerbungsunterlagen nach Schwerin gehen. „Da steckt die Arbeit von sieben Jahren drin“, erklärt Semrau. Bereits 1984 habe die DDR überlegt, dass Münster für den Welterbe-Titel zu nominieren. „Der Antrag wurde von der damaligen Regierung zurückgezogen.“

Wenn auch Sie die Bewerbung unterstützen wollen, machen Sie mit bei der OZ-Aktion „Meine Stimme für das Doberaner Münster“.

• Internet: www.ostsee-zeitung.de

Andreas Meyer 

20.04.2012

Quelle: www.ostsee-zeitung.de

 

Sellering: Doberan soll sich bewerben

Ministerpräsident Erwin Sellering stärkt den Bad Doberaner Welterbe-Kämpfern den Rücken. Bis Mai soll die Stadt ihre Bewerbung um den begehrten Titel einreichen. Danach entscheidet der Landtag.

Bad Doberan/Schwerin (OZ) - Es ist noch kein endgültiges „Ja“, aber immerhin scheint die Landesregierung ihre zögerliche Haltung gegenüber Bad Doberan doch noch aufzugeben.

Während sich das zuständige Kultusministerium in Sachen Welterbe-Bewerbung zurückhält, spricht der Regierungschef jetzt Klartext: Ja, das Bad Doberaner Münster soll sich bewerben, ließ

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern ausrichten.

„Ich habe im vergangenen Jahr das 825-jährige Jubiläum des Klosters besucht. Und es gilt nach wie vor, was ich damals gesagt habe: Das Doberaner Münster ist von großem historischen Wert. Auf dieses Kloster können wir alle wirklich stolz sein“, so Sellering gestern gegenüber der OZ. Und weiter: „Ich bin gespannt auf den Antrag, den Bad Doberan im Mai dem Land übergeben will.“ Die Worte des Regierungschefs sind Wasser auf die Mühlen der Welterbe-Kämpfer in der Stadt. Aber ein Freifahrt-Schein auf die deutsche Vorschlagsliste sind sie noch nicht. Denn Sellering schränkt ein: „Ich muss darauf aufmerksam machen, dass so eine Bewerbung auch gut begründet sein muss.“

An der Bewerbung für das Schweriner Schloss, die gestern feierlich und mit viel landespolitischer Prominenz vorgestellt wurde, arbeiten die Stadt Schwerin und das Land schon seit Jahren. „Der Landtag hat bereits 2007 die Bewerbung beschlossen. Und dann haben Stadt und Land 2010 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um diese Bewerbung gemeinsam vorzubereiten“, sagt Sellering.

Bad Doberan hingegen tritt als Einzelkämpfer an. Was aber die Qualität einer Bewerbung nicht schmälern dürfte: Seit Jahren arbeitet die Arbeitsgemeinschaft Welterbe — besetzt mit engagierten Ehrenamtlern, Mitarbeitern der Münster-Verwaltung, des Rathauses und auch der Landesbehörden — emsig an den erforderlichen Unterlagen. „Die Bewerbung ist fertig, wir warten auf die gedruckten Exemplare“, sagt Münster-Kustos Martin Heider. Den Experten-Part haben Dr. Markus Hörsch, Kunsthistoriker an der Uni Leipzig, und Prof. Dr. Gerhard Weilandt (Uni Greifswald) übernommen. „Wir haben im Münster das älteste überhaupt erhaltene Altar-Retabel der Welt“, so Hörsch. 400 Klöster in Europa hat sich Hörsch angeschaut — aber in keinem seien die Kunstschätze so reichhaltig, so vollständig und so gut erhalten wie in Bad Doberan. „Das Münster ist einzigartig.“

Den Festakt in Schwerin nutzten Heider und Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) übrigens für die Doberaner Sache: Sie machten bei den Spitzen der Politik Werbung für die Bewerbung. Denn eines sagt der Ministerpräsident auch sehr deutlich: Das endgültige „Ja“ zum Münster muss vom Landtag kommen — nicht vom Landesvater.

Andreas Meyer

Quelle: www.ostsee-zeitung.de

19.04.2012

 

 

Start der OZ-Aktion „Meine Stimme für das Münster“

 

Welterbe-Bewerbung aus Bad Doberan. Neuschwanstein und Co. treten gegen das Münster an

Die anderen Bundesländer schicken weltberühmte Bewerber ins Unesco-Rennen. Die sind aber mehr Konkurrenz für Schwerin.

Bad Doberan (OZ) - Etwas mehr als drei Monate bleiben noch, dann aber heißt es: Rien ne vas plus — nichts geht mehr. Bis August müssen alle 16 Bundesländer ihre Vorschläge einreichen, welche Denkmäler auf die deutsche Vorschlagsliste für das Unesco-Welterbe sollen. Für MV soll das Schweriner Schloss antreten. Das gilt als sicher. Ob Doberans Münster Vorschlag Nummer zwei wird, ist noch unklar. Eines steht aber fest: Die Konkurrenz wäre hart.

Das beste Beispiel kommt aus dem tiefen Süden Deutschlands: Vier weltberühmte Bauten sind noch im Bayern-internen Rennen. Unter anderem das Märchenschloss Neuschwanstein. Mehr als eine Million Besucher pro Jahr strömen zu dem Prachtbau, der dem Schweriner Schloss mehr Konkurrenz machen dürfte als dem Münster. Beide Residenzen stammen aus der gleichen Epoche. Allerdings gilt Neuschwanstein als wichtigster Bau des Historismus, nicht Schwerin. Chancen, nominiert zu werden, hat auch der Gerichtssaal 600, in dem die Nürnberger Prozesse gegen die Nazi-Verbrecher stattfanden. „Die Entscheidung fällt der Ministerrat“, so Susanne Raab, Sprecherin im Münchner Wirtschaftsministerium.

Doch auch der Norden hat aussichtsreiche Aspiranten: In Niedersachsen haben sich unter anderem die Lüneburger Altstadt, das „Alte Land“ und die Heide beworben. Aus Hamburg heißt es: „Wir bereiten die Bewerbungen für die Sternwarte in Bergedorf und den jüdischen Friedhof in Altona vor“, so der Sprecher der Kulturbehörde, Stefan Nowiki. Berlin denkt über die alte AEG-Turbinenhalle, die „Elektropolis“, nach — und zudem über eine Bewerbung des Schlosses Charlottenburg. Das wäre Konkurrenz für Schwerin, nicht aber für Doberan.

Gelassen kann das Münster auch den Vorschlag Baden-Württembergs sehen: „Der Landtag hat entschieden, die steinzeitlichen Höhlen der Schwäbischen Alp anzumelden, in denen die älteste Kunst der Menschheit gefunden wurde“, sagt Oksana Rudt, Sprecherin der Stuttgarter Landesregierung. NordrheinWestfalen denkt über den Prinzipalmarkt in Münster, die Zeche Zollverein in Dortmund, die Mies-van- der-Rohe-Bauten in Krefeld und den Fundort des Neandertalers nach. Schleswig-Holstein benennt keinen Anwärter. Keine schlechte Nachricht für Doberans Münster.

Einzig direkte Konkurrenz dürfte aus Rheinland-Pfalz kommen: „Wir werden einen Antrag zu den Kaiserdomen in Speyer, Worms und Mainz stellen“, so Yvonne Globert aus dem Mainzer Wissenschaftsministeriums. Die Konkurrenz ist hart. Aber härter für Schwerin.

Andreas Meyer

16.04.2012

Quelle: www.ostsee-zeitung.de

 

 

 

OZ: Welterbe: Doberan fühlt sich von Minister ausgebootet

Landesregierung lässt Entscheidung, ob das Münster sich bewerben darf, weiter offen.

Bad Doberan/Schwerin (OZ) - Muss Bad Doberan verzichten, damit Schwerin bessere Karten hat? Die Landesregierung zögert eine Entscheidung über die Bewerbung des Münsters um den Unesco-Welterbe-Titel weiter hinaus. Während als sicher gilt, dass Schwerin mit dem Schloss (gleichzeitig Sitz des Landtages) antreten darf, hat das Münster noch immer keine Klarheit. Politik und Verwaltung in der Münsterstadt fühlen sich ausgebootet — vor allem vom zuständigen Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD).

Erst vor wenigen Tagen hatte Brodkorb es abgelehnt, sich mit Vertretern der Stadt zu treffen und über die Welterbe-Bewerbung zu sprechen. „Der Minister bittet um Verständnis, dass er in der jetzigen Situation alle potenziellen Kandidaten gleich behandeln und darum keine Einzelgespräche führen möchte“, schreibt Enoch Lemcke, Leiter der Kulturabteilung im Ministerium, an Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos). Diese Abfuhr sorgt in der Stadt für verständnisloses Kopfschütteln.

Und nur einen Tag nach dem Brief erschien ein Bericht, in dem die Rede davon ist, dass es aus MV „kurzerhand“ nur einen Bewerber geben wird — das Schloss. „Es scheint, als sei das Doberaner Anliegen bereits ad acta gelegt worden“, schreibt nun Stadtvertretervorsteher Guido Lex (Bürgerbund) in einer Antwort an Brodkorb. „Es versteht sich von selbst, dass dies höchste Beunruhigung auslöst“, so Lex weiter. Er appelliert an Brodkorb, sich selbst ein Bild vom Münster zu machen und lädt ihn nach Bad Doberan ein.

Für Lex ist klar, dass Bad Doberan größere Chancen hätte als Schwerin: Das Schloss sei bloß „eine historische Nachbildung des bereits anderenorts zu findenden Originals“. Er spielt damit auf den Fakt an, dass sich die Baumeister des Schlosses das Château de Chambord in Frankreich zum Vorbild nahmen. Das Münster hingegen sei „Nabel der mecklenburgischen Welt“ gewesen, die hochgotische Ausstattung von Experten als welterbereif beurteilt worden.

Auch Bürgermeister Semrau appelliert an Brodkorb, dem Münster eine Chance zu geben: „Das Land kann zwei Vorschläge einreichen und Doberan muss dabei sein. Das Wohl des Landes muss über das Interesse Schwerins gestellt werden. Wir erwarten die gleiche Chance wie die Landeshauptstadt.“

Brodkorb ließ dazu nur über seinen Sprecher Henning Lipski ausrichten: „Der Landtag hat die Bewerbung des Schlosses beschlossen. Die Landesregierung setzt alles daran, diesen Beschluss erfolgreich umzusetzen. Eine weitere Bewerbung darf die Chancen des Schlosses nicht schmälern.“ Immerhin: Das Ministerium sei für Gespräche offen. Kultur-Chef Lemcke macht Bad Doberan etwas mehr Hoffnung: „Der Minister hat eine Befassung des Parlaments vorgesehen“, schreibt er. Linke und Grüne im Landtag haben Bad Doberan bereits Unterstützung zugesagt.

Heute startet die OZ eine Unterschriften-Aktion „Meine Stimme für das Doberaner Münster“.

• Petition unterzeichnen:

www.ostsee-zeitung.de

OSTSEE-ZETUNG 16. April 2012

 

 

Diskussion um Welterbe-Titel für Doberaner Münster

Dreimal in einer Woche thematisierte die OSTSEE-ZEITUNG Bad Doberan das Thema Welterbeantrag für das Münster. Dabei meldet sich auch die Politik zu Wort

Am 13. Februar 2012 berichtet die Zeitung unter dem Titel „Welterbe-Titel: Doberan macht Druck“, dass die Münsterverwaltung sehr gute Chancen für den Welterbestatus des Doberaner Münsters sehe, da dies Experten so äußerten, denn das Münster würde in der UNESCO-Liste eine inhaltliche Lücke schließen. Eine derart reiche und noch original erhaltene Innenausstattung habe kaum eine andere Kirche auf der Welt zu bieten. Mit Hochdruck wird deshalb an der Bewerbung gearbeitet. Bis April will Bad Doberan alle Antragsunterlagen und eine gedruckte Präsentation fertig haben. 

Doch ausgerechnet die Landesregierung stehe auf der Bremse, so die OSTSEE-ZEITUNG: Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) räume dem Schweriner Schloss absoluten Vorrang ein. „Maßgeblich ist der Beschluss des Landtages zum Weltkulturerbe des Schweriner Schlossensembles aus 2007“, so Brodkorb. Damals hatte das Parlament entschieden, alles zu unternehmen, um Schwerins Bewerbung voranzubringen. „Jede weitere Nominierung wird Einfluss auf die Erfolgschancen Schwerins haben und deshalb nicht ohne die Einbeziehung des Parlaments getroffen.“ Ob und wann sich der Landtag mit dem Doberaner Welterbe-Wunsch beschäftigt, sei aber noch völlig offen.  

Am 16. Februar folgt darauf die Meldung: "Bundestagsabgeordnete von CDU und Linke gegen Blockadehaltung in Schwerin". Darin heißt es: Nachdem sich Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister, Mathias Brodkorb (SPD), gegen eine Unterstützung des Landes für den Welterbeantrag des Doberaner Münsters ausgesprochen hat, kommt nun Hilfe aus dem Bundestag. Abgeordnete von CDU und Linkspartei forderten gestern die Landesregierung in Schwerin auf, sich für den Bad Doberaner Antrag stark zu machen.  

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg sagte, das Bildungsministerium in Schwerin solle die Bewerbung des Münsters in Bad Doberan für die Aufnahme in die Liste der UNESCO-Weltkulturstätten „nicht weiter blockieren“: „Auch wenn die Chancen für Deutschland, weitere Kultur- und Denkmäler in die Liste der UNESCO einzuordnen, nicht einfach sein werden, warten andere Bundesländer auch mit mehr als nur einer Bewerbung auf“, sagte der Politiker. „Der Beschluss des Landtages, das Schweriner Schlossensemble als Weltkulturerbe aufnehmen zu lassen, kann durchaus in einem neuerlichen Beschluss erweitert werden. Indem der Bildungsminister sich jedoch schon im Vorfeld sperrt, greift er einer möglichen Diskussion im Parlament und in der Sache vor“, sagte Rehberg. Auch der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Steffen Bockhahn, zugleich Landesvorsitzender seiner Partei, befürwortet eine Unterstützung des Doberaner Weltkulturerbeantrages durch das Land. „Der Landtag hat 2007 beschlossen, einen Schwerpunkt auf das Schweriner Schloss zu legen“, stellte Bockhahn fest. „Für eine weitere Runde sehe ich aber das Münster ganz oben auf der Liste.“ 

In einem weiteren Artikel am darauf folgenden Tag, stellt der Schweriner Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) klar, weder er noch der Landtag hätten bisher eine Entscheidung in dieser Sache getroffen. Falsch sei, dass sich der Minister gegen eine Unterstützung für den Doberaner Antrag ausgesprochen habe und dem Welterbeantrag des Schlosses absoluten Vorrang einräume. „Maßgeblich ist der Beschluss des Landtages zum Weltkulturerbe des Schweriner Schlossensembles aus 2007“, wiederholte der Minister. Damals habe das Parlament entschieden, alles zu unternehmen, um Schwerins Bewerbung voranzubringen. Brodkorb: „Jede weitere Nominierung wird Einfluss auf die Erfolgschancen Schwerins haben und deshalb nicht ohne Einbeziehung des Parlaments getroffen.“ 

Abschließend noch ein Hinweis der Münsterverwaltung: am 29. Februar 2012 trifft sich die Doberaner Welterbegruppe mit ihren Beratern. Dort wird beraten werden müssen, auf welchem Wege und wann ein Landtagsbeschluss zum Doberaner Vorhaben herbeigeführt werden kann. Überdies sollte von externer unabhängiger Seite geprüft werden, inwieweit die außerordentliche universelle Bedeutung (Outstandig Universal Value) des Doberaner Münsters bzw. des Schweriner Schlosses zu bewerten ist. Bei der ganzen Diskussion steht die bislang kaum öffentlich gestellte Frage, in wie weit Welterbe-Verfahren mittlerweile stärker politisch als inhaltlich motiviert sind und entschieden werden. 

Münsterverwaltung

 

 

Welterbe: Landtag entscheidet bis August

 

Die OSTSEE-ZEITUNG berichtet am 2. März 2012 zum Thema Welterbeantrag über die internationale Bedeutung der Doberaner Ausstattung und über die Frage der politischen Unterstützung durch die Landespolitik.

Bad Doberan (OZ) - Die Freiheitsstatue in New York hat den Titel bereits. Die Verbotene Stadt in Peking, die Pyramiden in Gizeh und die Akropolis in Athen sind ebenfalls dabei. Und auch Bad Doberan könnte bald zu diesem weltweiten erlauchten Kreis gehören: Denn die Chancen, dass sich das Münster bald mit dem Unesco-Welterbetitel schmücken darf, steigen. Noch vor August will sich der Schweriner Landtag mit der Bewerbung beschäftigen. Das bestätigte das zuständige Kultusministerium gestern der OZ. Die Front der Unterstützer wächst — auch in der Landespolitik. 

„Ich werde die Bemühungen des Bad Doberaner Münsters um Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der Unesco unterstützen“, verspricht nicht nur Helmut Holter, Fraktionschef der Linken im Landesparlament. „Das Münster ist ein Bauwerk von herausragender kulturhistorischer Bedeutung. Es ist europaweit einmalig.“ Auch Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr stellt sich hinter die Pläne (...) 

Bisher hatte für die Landespolitik stets die Unesco-Bewerbung des Schweriner Schlosses Vorrang. Doch jedes Bundesland dürfe zwei Orte für die Welterbe-Liste vorschlagen, heißt es jetzt aus dem Kultusministerium in Schwerin. „Die Vorschläge der Länder gehen an die Kultusministerkonferenz und die legt fest, welche Orte der Unesco als Vorschlag gemeldet werden“, sagt Jörn Mothes, Referatsleiter für Bau- und Kunstdenkmalpflege. In MV gebe es gleich mehrere Kandidaten, die mit einer Unesco-Bewerbung liebäugeln. „Ich gehe aber davon aus, dass nur Schwerin und Bad Doberan ins Rennen gehen.“ Sobald die Bewerbung des Münsters vorliege, würden sich die Landesregierung und der Landtag damit befassen. „Das ist schließlich eine Angelegenheit mit Bedeutung für ganz MV.“ Ob das komplette Parlament oder „nur“ der Kulturausschuss die Entscheidung trifft, sei noch offen. Nur so viel ist sicher: „Bis August müssen wir an den Bund unsere Kandidaten melden.“ 

Viel Zeit bleibt den Bad Doberanern also nicht mehr. „Doch wir haben einen straffen Zeitplan, und wir liegen im Soll“, sagt Bürgermeister Hartmut Polzin. Am Mittwoch traf sich die Arbeitsgemeinschaft Welterbe zur jüngsten Sitzung. „Bis April ist die Bewerbung gedruckt“, verspricht Münster-Kustos Martin Heider. Dass es das Münster verdient hat, in eine Reihe mit den Pyramiden und der Verbotenen Stadt zu stehen, davon ist Dr. Markus Hörsch überzeugt. Der Kunsthistoriker der Uni Leipzig ist Fachmann für Zisterzienser Kunst und schreibt mit seinem Kollegen Prof. Dr. Gerhard Weilandt (Uni Greifswald) die Begründung für Bad Doberans Antrag. „Wir haben im Münster das älteste überhaupt erhaltene Altar-Retabel der Welt.“ 400 Klöster in ganz Europa hat sich Hörsch angeschaut — aber in keinem seien die Kunstschätze so reichhaltig, so vollständig und so gut erhalten wie in Bad Doberan. (...) 

Doch eine aussagekräftige, wissenschaftliche Arbeit wird nicht reichen. Das wissen auch Polzin, Heider und Sabine Schulze von der Unteren Denkmalpflege des Landkreises Rostock: „Wir müssen Werbung in der Politik machen, Lobby-Arbeit.“ Der Bürgermeister hat bereits um einen Termin bei Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gebeten, will um dessen Unterstützung werben. (...) 

Andreas Meyer 

2. März 2012 

Vollständiger Artikel unter http://www.ostsee-zeitung.de 

 

 

 

Münster soll Welterbe-Titel holen

Doberan will Antrag für Aufnahme auf UNESCO-Liste stellen — muss aber zuerst Konkurrenz im Land schlagen.

Die Ostsee-Zeitung Bad Doberan berichtet am 20.12.2011: Das Doberaner Münster in einem Atemzug mit der Kathedrale Notre Dame in Paris und der Altstadt von Venedig genannt — diesem Traum gehen die Stadtvertreter mit einem einstimmigen Beschluss entgegen.  

Sie segneten ab, dass die Verwaltung einen Antrag zur Aufnahme der Klosteranlage auf die Welterbeliste der UNESCO vorbereitet. Im kommenden Jahr will die Stadt für Bewerbung und nötige Unterlagen 20 000 Euro ausgeben. Weitere 10 000 Euro sollen von Evangelisch-lutherischer Kirchgemeinde und Münsterverwaltung kommen. Zunächst einmal muss jedoch die Konkurrenz im Land Mecklenburg-Vorpommern in den Schatten gestellt werden. 

Die mittelalterliche Ausstattung im Münster sei etwas Besonderes, erklärt Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD). In seiner Beschlussvorlage ist gar von „universeller Einmaligkeit“ die Rede. „Unter den früheren 1500 Zisterzienserklöstern ist die hochgotische Ausstattung einzigartig“, erklärt Münsterverwalter Martin Heider. Von einem anerkannten Experten habe er die Auskunft, dass dies in Deutschland auch auf alle Kirchen bezogen gelte. So habe das Münster den ältesten Flügelaltar der Kunstgeschichte (um 1300) und den ältesten Sakramentsturm Deutschlands (1360/70). Auf dieses Alleinstellungsmerkmal soll sich der Antrag konzentrieren. 

Nach dem Versuch, mit den Klöstern Lögum (Dänemark) und Pelplin (Polen) einen gemeinsamen Vorstoß zu unternehmen, sollte die Klosteranlage Doberans allein Richtung Weltkulturerbe steuern, so Polzin. Parallel solle mit Lögum und Pelplin weiter kooperiert werden. Ziel: Ausweisung als europäisches Kleinod. 

Die Hürden fürs Weltkulturerbe sind hoch: Zunächst einmal müsse das Münster auf eine nationale Vorschlagsliste kommen, erklärte Sabine Schulze, die in einer Arbeitsgruppe der Stadt zum Thema sitzt. 

„Das war bisher nicht möglich.“ Denn bis zu diesem Jahr sei diese Liste geschlossen gewesen. Schulze. „Keiner geht freiwillig von dieser Liste.“
Neues Jahr, neues Glück: Bis August 2012 könne jedes Bundesland der Kultusministerkonferenz zwei Vorschläge für die Weltkulturerbe-Liste unterbreiten. Vermutlich werde es in MV Konkurrenz mit der früheren Heeresversuchsanstalt in Peenemünde, dem Schweriner Schloss und der Astronomischen Uhr in der Rostocker Marienkirche geben. Die Städte arbeiteten wie Doberan an einer entsprechenden Bewerbung, so Schulze: „Es liegt im Moment noch kein Antrag in Schwerin vor.“ 

Den ersten Schritt haben die Doberaner Stadtvertreter mit ihrer Bewilligung von 20 000 Euro aus dem Haushalt des kommenden Jahres getan. Nun sei ein wissenschaftliches Gutachten zur Klosteranlage erforderlich. „Ich halte diese Sache für außerordentlich wichtig“, sagte Sylvia Stracke (FDP). Ihr Parteifreund Harry Klinik stimmte ein: Allein der Antrag Bad Doberans auf die Aufnahme ins Weltkulturerbe werde für Aufmerksamkeit und vermutlich zusätzliche Touristen sorgen. 

Ob und wann das Münster in die Reihe der größten Schätze weltweit aufgenommen wird, sei völlig offen, so Martin Heider. „Das kann viele Jahre dauern. Regensburg hat mit seiner Altstadt 20 Jahre gebraucht.“
In jedem Fall brächte eine Weltkulturerbe-Anerkennung neben Ruhm und Bekanntheit auch die Chance auf mehr Fördermittel für die Sanierung. Heider: „Derzeit gibt es ein Sonderförderprogramm für UNESCO-Welterbestätten.“ 

Welterbe in Deutschland

 

Rund 50 Stätten bzw. Orte Deutschlands stehen bereits auf der UNESCO-Welterbeliste, darunter die historischen Altstädte von Wismar und Stralsund sowie Buchenwälder im Jasmunder Nationalpark und im Müritz-Nationalpark. Voraussetzung für eine Aufnahme sind Kriterien wie Einzigartigkeit, Authentizität (historische Echtheit) und Unversehrtheit. 
Weitere Beispiele: der Kölner Dom, Bremer Rathaus und Roland, Museumsinsel in Berlin, Wartburg bei Eisenach, Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, Martin-Luther-Stätten in Eisleben und Wittenberg, Wattenmeer bei Hamburg.
• Nähere Informationen zu den einzelnen Orten im Internet unter www.unesco-welterbe.de 

Frank Pubantz 

Quelle: www.ostsee-zeitung.de