• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte

Welterbeantrag nach UNESCO-Standards eingereicht

Fotograf Radovan Boček aus Prag
Bewerbungsunterlagen der Doberaner Arbeitsgruppe
Lettneraltar - Kreuz Christusseite (um 1360)
Corpus-Christi-Altar (um 1330)
Retabel "Mühlenaltar" (um 1420)
Hochaltar - Marienkrönung (um 1360)
Laiengestühl - Südreihe (um 1290)
Gestühlwange mit Fischadler (um 1300)

 

Januar 2013: Formeller Antrag auf fünf Seiten in Deutsch und Englisch mit Foto-CD beim Kultusministerium fristgerecht eingereicht

 

Nachdem 37 Bewerbungen bei der Kultusministerkonferenz eingingen, wurde schnell deutlich, dass ohne ausreichende formale Vorgaben an die Bewerber keine Vergleichbarkeit der Anträge möglich ist. Im November 2012 hat daher die Amtschefkonferenz der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland einige Beschlüsse zum weiteren Verfahren im Hinblick auf die Tentativliste zur Anmeldung zum UNESCO-Welterbe gefasst.

 

Für jede Stätte, die das Bewerbungsverfahren durchlaufen soll, wurde eine auf fünf Seiten begrenzte Version des Tentativ List Submission Formats mit englischer Übersetzung und bis zu max. 20 Lichtbildern bis zum 01.02.2013 gefordert. Die neuerliche Vorlage soll einheitliche Standards gewährleisten und schon den internationalen Anforderungen der UNESCO entsprechen. Dies bedeutete für die Doberaner Arbeitsgruppe die Überarbeitung bis zum 15. Januar 2013 zur Vorlage im Kultusministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Die am 15. Januar 2013 fristgemäß beim Kultusministerium eingereichten Unterlagen bestehen aus einem auf fünf Seiten begrenztes Antragsformular, jeweils in Deutsch und Englisch. Dies beinhaltet eine Beschreibung des zu beantragten Gutes, die Begründung des außergewöhnlichen universellen Wertes, die Erfüllung von Kriterien für die Beurteilung des außergewöhnlichen universellen Wertes, die Echtheit und Unversehrtheit sowie den Vergleich mit anderen Denkmälern. Als Fachautoren waren Prof. Gerhard Weilandt (UNI Greifswald) und Dr. Markus Hörsch (Bamberg/Leipzig) tätig.

 

Eine CD mit 20 Lichtbildern ist der zweite wichtige Bestandteil des Antrags. Es sind folgende Motive, vorrangig aufgenommen von Thomas Bachmann (Bamberg), einige von Fotograf Radovan Boček aus Prag neu aufgenommen: Außenansicht, Grundriss, Hochaltar, Kelchschrank geöffnet und geschlossen, Kredenzschrank, Gestühl der Priestermönche, Gestühl der Konversen, Grabmal der Königin Margarethe, Sakramentsturm, Kreuzaltar Marienseite, Kreuzaltar Christusseite, Marienleuchter, Altar Tugendkreuzigung, Corpus-Christi-Retabel, Grablege Herzog Albrechts Oktogon, Mühlenretabel, Astronomische Uhr, Grabmal Albrechts und seiner ersten Frau. Alle Aufnahmen wurden mit einem deutschen und englischen Bildtext versehen und in eine durchgehende Gestaltung gebracht.

 

Obwohl dies nicht ausdrücklich gefordert wurde, war es der Doberaner Arbeitsgruppe wichtig, die Bewerbungsmappe, die CD-Hülle und den CD-Aufdruck einheitlich mit immer demselben Fotomotiv und Titeln zu gestalten und drucken zu lassen.

 

Die ausführlichere 45seitige Begründung von Dr. Markus Hörsch (Bamberg/Leipzig) konnte zu diesem Antragszeitpunkt aufgrund der formalen Vorgaben nicht beigefügt werden, ist aber eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zur Weiterarbeit in diesem Projekt.

 

Der Beirat, der infolge maßgeblich über die Tentativliste entscheidet, soll aus elf Persönlichkeiten bestehen und bis Ende 2014 eine Entscheidung zur Nominierung für die deutsche Tentativliste treffen.

 

Martin Heider (Münsterverwaltung), 21. Januar 2013

 

 

 

 

Welterbebewerbung im Bewertungsverfahren

Levitengestühl (um 1300)
Tugendkreuzigungsaltar (um 1330)
Corpus-Christi-Altar - Abendmahlstafel (um 1320)

 

Bad Doberan, 22. März 2013: Aufgrund verschiedener Artikel in Tageszeitungen erhält die Münsterverwaltung von Bürgern, Institutionen und Pressediensten Anfragen zum Stand des Bewerbungsverfahren und zu aktuellen Entwicklungen bezüglich der Bewerbung auf die deutsche Vorschlagsliste für das Welterbe der UNESCO.

 

Stand der Dinge ist, dass im Verlauf dieses und des nächsten Jahres das Bewerbungsverfahren zur Aufnahme der hochmittelalterlichen Ausstattung des Münsters und aller anderer Bewerber für die Tentativliste der Bundesrepublik Deutschland läuft und bislang keine Entscheidung dazu gefallen ist.

 

Zu Beginn des Jahres wurden die Unterlagen fristgemäß über das Kultusministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern und die Staatskanzlei bei der Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland eingereicht.

 

Auf das laufende Verfahren kann und soll derzeit von Doberaner Seite kein Einfluss genommen werden. Elf in- und ausländische Experten werden sich mit den 34 deutschen Bewerbungen befassen.

 

Was kann zwischenzeitlich getan werden? Die Arbeitsgruppe Welterbe traf sich, um über die Weiterarbeit und kleinere Teilprojekte in dieser Zeit zu beraten. Ein wichtiges Thema dabei waren zwei Förderanträge, die Ende letzten Jahres beim Kultusministerium gestellt wurden. Aus Eigenmitteln und der Förderung sollten Studien und Veröffentlichungen in Verbindung mit einer Internetpräsenz, auch in englischer Sprache, finanziert werden. Einer der Anträge wurde mit der Begründung fehlender finanzieller Mittel abgelehnt, der zweite mit einer geringen Summe bewilligt.

 

Aufgrund von Fragen interessierter, vor allem besorgter Bürger und Institutionen, aber auch von Pressediensten, möchten wir klarstellen, dass es sich bei den abgelehnten Projekten nicht um die eigentliche Welterbe-Bewerbung handelt. Die Entscheidung über die Listung auf die deutsche Vorschlagsliste folgt erst nach dem ausführlichen Bewertungsverfahren.

 

Bei den abgelehnten Vorhaben durch das Kultusministerium handelt es sich um sinnvolle begleitende Teilprojekte. Ein positiver Entscheid zu dem Kulturförderantrag wäre ein gutes Zeichen des Landes gewesen. Die Ablehnung bzw. Teilbewilligung der benannten Projekte beeinträchtigt jedoch aus Sicht der Münsterverwaltung nicht die die laufende Bewerbung. Bad Doberan beruft sich diesbezüglich auf den Landtagsbeschluss zur gleichberechtigten Beantragung auf die Tentativliste der Bundesrepublik Deutschland.

 

Für die Finanzierung des eigentlichen Bewerbungsverfahren müssen andere Wege als die Kulturförderung gefunden werden. Mit Hilfe von Landespolitikern wird man sich um einen Landtagsbeschluss zur Finanzierung bemühen.

 

Desweiteren wurde in der Arbeitsgruppe Maßnahmen zur verstärkten Öffentlichkeitsarbeit vereinbart.

 

Martin Heider, Münsterverwaltung, März 2013

 

 

 

Aktuelle Projekte der Arbeitsgruppe Weltkulturerbe

Rollup zum Thema Welterbebewerbung
Doberaner zur Ausstellungseröffnung im Kultusministerium

 

November 2013: Das internationale Expertengremium zur Bewertung der Bewerbungen für die Aufnahme auf der deutschen Tentativliste hat seine Arbeit aufgenommen. Bis zu einer Entscheidung werden weitere Projekte realisiert.

 

Die 31 eingereichten Bewerbungen für die deutsche Tentativliste werden nun in längeren komplexen Verfahren geprüft.

 

Parallel setzt die Doberaner Arbeitsgruppe weitere Projekte um. Dazu zählt im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit die Erstellung von Informationswänden (Rollups) mit Fotos der Innenausstattung und Kurzinformationen zur Antragstellung.

 

Im November 2013 wurde eine Ausstellung über das Münster, Kloster und die Welterbebewerbung im Kultusministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern präsentiert.

 

Überdies behandelte der Landkreis Rostock das Thema sehr positiv. Er hat eine Willensbekundung zur Unterstützung des Projekts im Kreistag herbeigeführt.

 

Touristische Orientierungsschilder für die Klosteranlage und die Innenstadt wurden für 28 Standorte, auch in Hinblick auf die Welterbebewerbung, erstellt. Informationsstelen mit Hintergrundinformationen zur Stadt und zum Kloster sollen in einem nächsten Schritt folgen.

 

Weiterhin gibt es einen inhaltlichen Austausch mit den Welterbe-Managern von Wismar und Stralsund und der Schweriner Arbeitsgruppe. Die Einbeziehung der Bürger über einen zu gründenden Verein UNESCO-Welterbe ist angedacht. Aufgaben und Zielstellung sind noch genauer zu definieren. Es könnte an die positive Stimmung in der Bevölkerung bei der Stimmzettel-Aktion der Ostsee-Zeitung vom vergangenen Jahr angeknüpft werden.

 

Martin Heider, Münsterverwaltung, November 2013

 

 

 

 

 

Marienleuchter (um 1400) mit Figur (um 1300)
Marienleuchter - Konsole
Rollup Welterbe

Wie geht es weiter im Jahr 2014

 

1.) Informationen zum Verfahren

 

Die 31 bei der Kultusministerkonferenz eingereichten Bewerbungen für die Erstellung einer neuen deutschen Tentativliste werden derzeit in einem längeren, gründlichen und komplexen Verfahren durch einen eigens gebildeten Beitrat unter internationaler Beteiligung geprüft. Dies findet aus verfahrenstechnischen Gründen vertraulich statt, es gibt dazu verständlicherweise kaum Informationen. Das Ergebnis des Beirates gilt als Entscheidungsgrundlage für die Deutsche Kultusministerkonferenz. Die Entscheidung zu den nominierten Bewerbern wird für Ende 2014 erwartet.



2.) Projekte der Doberaner AG Weltkulturerbe

Auf angemeldeten oder unangekündigten Besuch des wissenschaftlichen Beirats muss  jederzeit vorbereitet sein. Das Münster und dessen Umfeld sollte fortwährend in einem ordentlichen und gepflegten Zustand gehalten werden; natürlich nicht nur im Zusammenhang mit der Bewerbung. Positiv sind dabei die umfangreichen Arbeiten der Stadt im Umfeld von Wirtschaftsgebäude und Kornhaus zu werten. Zur weiteren Fortbildung der Mitarbeiter im Führungsdienst im Münster finden monatlich Schulungen durch die Münsterverwaltung zu verschiedenen Themenkomplexen statt.

Die wichtigste Veranstaltung zur vertieften inhaltlichen Beschäftigung wird vom 25.-28. September 2014 eine wissenschaftliche Tagung zur Innenausstattung des Doberaner Münsters mit rund 25 Fachexperten aus dem In- und Ausland sein. Diese soll in Zusammenarbeit mit der UNI Greifswald und dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig organisiert werden. Dabei werden außer den Altären weitere bedeutende liturgische mittelalterliche Ausstattungsstücke wie der Sakramentsturm und der Marienleuchter (Foto 1: Gesamtansicht, Foto 2: Konsole) sowie die fürstlichen Grablegen behandelt.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind vor wenigen Tagen zehn weitere Informationswände (Rollups) mit Fotos der Innenausstattung und Kurzinformationen zur Antrags tellung fertig gestellt worden. Damit sind nun insgesamt 15 Stück verfügbar, die in öffentlichen Gebäuden in der Stadt, Landkreis, Land MV und bei Tourismusmessen und Fachtagungen aufgestellt werden. Die Gestaltung wurde am Layout der Europäischen Route der Backsteingotik orientiert.

Ein Faltblatt "Welterbebewerbung" ist in Arbeit. Dies wird eine Zusammenstellung von Texten und Bildern zum Projekt enthalten und wendet sich an die breite Öffentlichkeit. Parallel soll eine Werbestrategie erarbeitet werden. Dazu wird die Arbeitsgruppe externen Rat einholen. Aus bestehenden Welterbestätten bzw. von weiteren Bewerbern sammeln wi r dafür derzeit u.a. Druckerzeugnisse zur Thematik, um uns weitere Anregungen zu holen.
Die im November 2013 im Kultusministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern präsentierte Ausstellung über das Münster und die Klosteranlage soll ergänzende Tafeln zur Welterbebewerbung erhalten.
In diesem Jahr wird überdies erstmals die Arbeitsgruppe die Welterbebewerbung auf dem MV-Tag vorstellen, dieser findet in in Neustrelitz statt.

Sobald die Entscheidung zur Tentativliste vorliegt, muss die Herbeiführung eines Landtagsbeschlusses zur finanziellen Ausstattung des Doberaner Antrages verfolgt werden. Denn mit der Erstellung des Hauptantrages beginnt dann erst richtig die Arbeit und der damit verbundene finanzielle Bedarf.

Zur Einbeziehung der Bürger, Politik, Wirtschaft und weiterer gesellschaftlicher Gruppen könnte ein Verein UNESCO-Welterbe gegründet werden. Außerdem ist die Teilnahme von Mitgliedern der AG an Fachtagungen des Vereins Welterbestätten in Deutschland und anderer relevanter Institutionen geplant.

Martin Heider, Münsterverwaltung

Weitere Informationen zur Bewerbung