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19.01.2018

Klosteraufhebung 1552

Die Auflösung des Klosters Doberan im März 1552

Die Auflösung des Klosters Doberan im März 1552

Am 12. Dezember fand ein Vortrag über die drei letzten Jahre des Klosterbestehens, 1549 bis 1552, statt. Die Themenreihe über das Doberaner Münster in der Reformationszeit, die bis zum Schluss sehr gut besucht war, wurde damit beendet.

Es wurde über die Pest im Kloster, den Landtagsbeschluss zum Übertritt des Herzogtums zur lutherischen Lehre, die Bestattungsfeier für den evangelischen Herzog Magnus III. im noch bestehenden, katholischen Kloster und die Auflösung des Klosters Doberan im März 1552 berichtet.


Hier ein kleiner Einblick in die Umstände der Klosterauflösung:

Am 7.3.1552, nur einen Tag nach dem Kloster Dargun, wird das Doberaner Kloster säkularisiert. Abt Nikolaus Pepperkorn übergab Herzog Johann Albrecht I. das Kloster mit allen Gütern in und außerhalb Mecklenburgs.

Im Kloster sollen, so heißt es, zu diesem Zeitpunkt nur noch fünf alte Mönche gelebt haben. Solches muss allerdings angezweifelt werden, da die Stärke des Konvents in den Urkunden des Jahres 1552 nicht benannt wird. Diese Zahl schlussfolgert Friedrich Lisch im 19. Jahrhundert. Seitdem wurde diese in der Literatur mehrfach wiederholt, so bei Karl Schmaltz: Da Mönche das Kloster verlassen hatten bzw. gestorben waren, hätten außer dem Abt nur noch fünf Mönche, „alte, schwache, betagte Leute" dort gelebt, die nicht in der Lage waren, den weitausgedehnten Besitz der Abtei zu verwalten.

 

Überliefert ist, dass das Kloster mit seinen Untertanen und Gütern „ungezwungen und ungedrungen“ an den Herzog
übergeben wurde. Der Doberaner Abt zog sich in das westpreußische Kloster Pelplin bei Danzig zurück, zu welchem Doberan ursprünglich den ersten Konvent gesendet hatte. Dort soll er um das Jahr 1564 gestorben sein.

In einer Schweriner Handschrift heißt es: "In dissen suluen (selbigen) yar (Jahr) worden de monik (Mönche) vth den beiden klosteren Marien Ehe vnd Dobbran vordreuen (vertrieben) van den hertogen van meckelenborch." Das Kloster war offensichtlich schon lange in Verfall. Man hatte bereits die Kleinodien und einige Güter verkaufen müssen.

Die erste Abtretungsurkunde stammt vom 7. März 1552. Abt Nikolaus tritt für sich und seine Konventsbrüder dem Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg das Kloster Doberan ab.

 

Eine zweite Urkunde, ausgestellt in Schwerin, stammt vom selben Tag. Herzog Johann Albrecht verschreibt Abt Nikolaus für die Abtretung des Klosters eine jährliche Pension von 100 Gulden auf dessen Lebenszeit. Die Verhandlungen zu diesen Vereinbarungen müssen bereits vorab geführt worden sein. Es gibt bereits genaue Regelungen für die Überweisung der Leibrente über einen Danziger Bürger. Demnach dürfte auch der Ort für den zukünftigen Lebensabschnitt des Abtes im ferngelegenen Pelplin mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf festgelegt worden sein.

Wertvolle Hinweise zu den in Doberan bei der Auflösung des Klosters vorhandenen Gütern gibt ein ausführliches Inventarium, welches ebenfalls noch am selben Tage enstand.

 

Zweite Abdankungsurkunde des Abtes vom 13. März

Der ersten Abdankungsurkunde vom 7. März folgte eine weitere am 13. März 1552. Beide stimmen hinsichtlich der Inhalte weitestgehend überein, die zweite behandelt allerdings auch einige zusätzliche Aspekte.

Eventuelle Rückgabeforderungen an den neuen Eigentümer werden darin noch klarer ausgeschlossen.

Laut der Urkunde waren nur noch "alte, schwache, betagte Leute" im Kloster. Diese Einschätzung scheint auch fragwürdig. Das alle alt gewesen seien, kann kaum zugetroffen haben, denn das weitere Schicksal einiger Klosterinsassen lässt sich nachvollziehen. Einige sind noch für viele weitere Jahre in neuen Ämtern bezeugt, so u.a. als evangelische Geistliche an verschiedenen anderen Orten. Möglicherweise hatten diese aber das Kloster schon vor dem 13. März verlassen.

Es wird aus der Urkunde ersichtlich, dass außer dem Abt auch die anderen Brüder abgefunden wurden. Das gesamte Dienstpersonal, Handwerker und Knechte wurden für die weitere Nutzung des Klosters als herzoglicher Landwirtschaftsbetrieb übernommen.

Martin Heider