• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte

Eine Übersicht der erfolgten Restaurierungen

Sicherung Stundenglocke 2011
Sanierung Chorgewölbe 2011
Restaurierung Beinhaus 2010
Neuaufstellung Grabplatten 2004
Fenstersanierung 2004
Gerüste für Obergaden 2004
Grabplattentrasport 2004
Details Fürstenepitaph 2004
Schrifttafeln Fürstenepitaph 2004
Baubehausung im Südschiff 2004
Untersuchungen am Kreuzaltar
Sakramentsturm 2016
Fenster südl. Obergaden 2016
Fußboden Kapelle Samuel Behr 2016
Fenster südl. Obergaden 2016
Fenster südl. Obergaden 2016
Reiterstandbild 2015
Reiterstandbild 2016
Reiterstandbild 2016
Reiterstandbild 2016
Sanierung Westgiebel 2015
Echter Hausschwamm am Chorgestühl bis 2016
Feuchteschäden am Chorgestühl bis 2016

 

Das Jahr 2001

  • Sockelsanierung
  • Restaurierung Schloss Bülowkapelle

 

 

Das Jahr 2002

  • Restaurierung von zwei Fenstern (Pribislavkapelle, Westfassade)

Gesamtkosten: 42.530 EUR (Eigenanteil Kirchgemeinde/Münster, Förderung durch Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Ostseesparkasse Rostock)

  • Beinhaus (Hülle, Fenster, Sicherung Wandmalereien)

Gesamtkosten 56.520 EUR (Eigenanteil Kirchgemeinde/Münster, Förderung durch Landesmittel MV, Deutsche Stiftung Denkmalschutz und Spenden)

  •  Restaurierung des Lesepults
  • Restaurierung der Glocke von 1301

 

 

Das Jahr 2003

  • Restaurierung von 15 Münsterfenstern
  • Restaurierung von vier Grabplatten
  • Teilrestaurierung Altar der Kreuzigung Christi durch die Tugenden
  • Wandmalerei am Oktogon
  • Restaurierung der Regenentwässerung
  • Maurer- und Malerarbeiten

Gesamtkosten 292.960 EUR (Eigenanteil Kirchgemeinde / Münster, Förderung durch Land, Bund, Deutsche Stiftung Denkmalschutz und Spender)

 

 

Das Jahr 2004

  • Restaurierung von 13 Fenstern
  • Restaurierung von vier Grabplatten
  • Freilegung und Restaurierung der Blendnische im Südquerhaus
  • Notsicherung des Großen Fürstenepitaphs im Südquerhaus
  • Sanierung Treppentürme, Maurer- und Malerarbeiten

 

Gesamtkosten 308.960 EUR (Eigenanteil Kirchgemeinde /Münster, Förderung durch Bund, Land und Spender)

 

 

Das Jahr 2005

  • Restaurierung von zehn Fenstern
  • Restaurierung von acht Grabplatten
  • Restaurierung von 15 Schrift-Epitaphtafeln im Südseitenschiff
  • Restaurierung und luftumspülte Montage von 6 Ziegelreliefs im Nordquerhaus
  • Restaurierung und luftumspülte Montage von 3 Marmorplatten im Nordquerhaus
  • Restaurierung der Wandmalerei in der Sakristei
  • Restaurierung der Wandmalerei in Gruft der Chorscheitelkapelle
  • Maurer- und Malerarbeiten

Gesamtkosten 367.000 EUR (Eigenanteil Kirchgemeinde /Münster, Förderung durch Bund, Land und Spender)

 

 

Das Jahr 2006

  • Restaurierung von 14 Fenstern
  • Restaurierung von drei Grabplatten
  • Restaurierung des Großen Fürstenepitaphs im Südquerhaus
  • Maßnahmen gegen Echten Hausschwamm im Dachstuhl
  • Maurer- und Malerarbeiten

Gesamtkosten 330.000 EUR (Eigenanteil, Förderung durch Bund, Land und Spender)

 

 

Das Jahr 2007

  • Schwammsanierung und Instandsetzung der Dachkonstruktion Hauptschiff
  • Restaurierung von fünf Grabplatten
  • Voruntersuchungen im Dachbereich und Kreuzgangsrest
  • Restaurierungsmaßnahmen im Beinhaus

Gesamtkosten ca. 280.000 Euro (Förderung durch Bund, Land und Spender)

 

 

Das Jahr 2008

  •  Sanierung des Dachstuhls über Langhaus und Querhäusern
  • Teilsanierung bzw. Erneuerung der Kupfereindeckung über dem Chorumgang
  • Sicherung und Restaurierung des romanischen Kreuzgangsrestes
  • Restaurierung der Innenraumwandflächen des Obergadens einschließlich Triforium und Fensteranschlüssen an der Südseite des Hauptschiffs
  • Restaurierung der Adolf-Friedrich-Kapelle
  • Notsicherung an Fußbodenfliesen der Axekowschen Grabkapelle

Gesamtkosten 300.000 Euro (Förderung durch Bund, Land, EU, Münsterbauverein und Spender)

 

 

Das Jahr 2009

  • Instandsetzen des Kupferdaches am Chorumgang
  • Sicherung des Gewölbes über der Orgelempore
  • Instandsetzung der hölzernen Dachkonstruktionen der Seitendächer
  • Instandsetzung des Hauptdaches und der Seitendächer
  • Instandsetzung von Teilen der Turmeindeckung
  • Restaurierung des Kreuzaltares

Gesamtkosten 350.000 Euro (Förderung durch Bund, Land, EU, Münsterbauverein und Spender)

 

 

Das Jahr 2010

  • Restaurierungsphase 3 des Beinhauses, Restaurierung der Wandmalerei
  • Weitere Sanierung des Dachstuhls im Hauptschiff
  • Statische Sicherung im Dachstuhl des Hauptschiffs
  • Restaurierung von Schnitzereien und weiterem Inventar
  • Sicherung der Stundenglocke durch Demontage

Gesamtkosten 170.000  Euro (Förderung durch Bund, Land, EU, Münsterbauverein und Spender)

 

 

Das Jahr 2011

  • Restaurierung des Hochaltars (ca. 30.000 Euro - Finanzierung aus Patenschaften und Spenden)
  • Einzug von Zugankern im westlichen Langhaus (Finanzierung aus Förderjahr 2010)
  • Weitere Sanierung des Dachstuhls im Hauptschiff (Finanzierung aus Förderjahr 2010)
  • Neuguss von zwei Bronzeglocken (ca. 40.000 Euro aus Spenden)
  • Wartungsarbeiten an Schnitzereien und weiterem Inventar (Finanzierung aus Münsterhaushalt)

 

 

Das Jahr 2012

  • Montage und Weihe der zwei im Jahr 2011 gegossenen Bronzeglocken
  • Guss einer Kopie der Viertelstundenschlagglocke von 1831
  • Demontage, Planung der Sicherung und Restaurierung der Stundenglocken samt Überdachung
  • Untersuchungen in den unteren von Feuchtigkeit und Schwamm bedrohten unteren Bereichen des Chorgestühls
  • Wartungsarbeiten an Schnitzereien und weiterem Inventar
  • Restaurierung der Weihnachtskrippenfiguren
  • Grabmäler im Chor: Öffnen und Reinigen der Gitter
  • Transport und Schädlingsbekämpfung an Sakristeitüren

Finanzierung aus Münsterhaushalt, Münsterbauverein und Spenden

 

 

Das Jahr 2013

  • Untersuchungen in den unteren von Feuchtigkeit und Schwamm bedrohten unteren Bereichen des Chorgestühls
  • Wartungsarbeiten an Schnitzereien und weiterem Inventar
  • Wartungsarbeiten in den unteren Bereichen der Farbfassung an den Wandflächen
  • Putzausbesserungen und Verfugungen an der Wand im gesamten Innenraum, am Außenportal, an der Oberkante des Steinsockels vom Kreuzaltarretabel
  • Umfangreiche Voruntersuchungen und Maßnahmebeschreibung für die Restaurierung des Reiterstandbildes des Kanzlers Samuel von Behr

Finanzierung aus Münsterhaushalt, Münsterbauverein und Spenden; Voruntersuchungen und Maßnahmebeschreibung Reiterstandbild: Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der OstseeSparkasse Rostock und Eigenmittel

 

 

Das Jahr 2014

  • Sanierung des Vierungsturmes und der Turmbekrönung mit Kreuz und Wetterhahn
  • Erneuerung des Blitzschutzes
  • Einbau von Lüftungshauben an Spitze Vierungsturm
  • Sanierung der Verfugung am Nordgiebel des Querhauses
  • Restaurierung der Putze und Farbfassung an Rosette und Kleeblattbogenfries Nordquerhaus
  • Beseitigung von partiellen Schäden an der Verfugung des Nordgiebels und der Außenseite der Treppentürme am Nordquerhaus
  • Voruntersuchung zur Restaurierung des Reiterstandbildes des Samuel von Behr

Gesamtkosten Sanierung Vierungsturm: 294.161,21 €

Finanzierung Sanierung Vierungsturm: maßgeblich gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Außerden Patronatsmittel sowie Eigenmittel aus Besichtigungsfond und Spenden.  

 

 

Das Jahr 2015

  • Restaurierung Vierungskreuz Westgiebel
  • Restaurierung und Montage Blechhaube Stundenglocken
  • Herstellen einer Revisionsöffnung für die Hammerwerke der Stundenglocken
  • Restaurierung der Stützkonstruktion Kragbalken Schlagwerk
  • Wiederherstellung des Schlagwerks der Uhr inkl. Restaurierung/ Überarbeitung der Hammerwerke, Restaurierung Ziffernblatt und Zeiger der Uhr, Montage der Stundenglocke von 1831 und der neuen Viertelstundenglocke
  • Instandsetzung Fugen und Mauerwerk Westgiebel
  • holzschutztechnische Untersuchungen und Sanierung des Chorgestühls (erster kleinerer Abschnitt)
  • Weitere statische Instandsetzung der Dachkonstruktion der Hochschiffe (kleinerer Abschnitt) 
  • Restaurierung des Reiterstandbildes des Samuel von Behr

 

Finanzierung Westgiebel, Schlagwerk Uhr, Gestühl, Dachwerk (ca. 128.000 Euro): Maßgebliche Förderung durch den Bund (Sonder-Förderprogramm für National bedeutende Denkmale in Ostdeutschland), Land Mecklenburg-Vorpommern, Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt, Münsterbauverein und Spenden. 

Finanzierung Reiterstandbild: Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der OstseeSparkasse Rostock, Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt, Münsterbauverein und Spenden. 

 

 

Das Jahr 2016

  • Sanierung der Nordwand des Nördlichen Seitenschiffs
  • Sanierung der Westwand des Nördlichen Seitenschiffs
  • Umfängliche Sanierung des im bodennahen Bereich mit Echtem Hausschwamm befallenen Chorgestühls (Gesundschnitt der Auflagerbalken inkl. Trennung zwischen Holz und Kirchenfußboden zum Schutz vor der massiven Feuchtigkeit im Fußbodenbereich, Herstellung einer besseren Durchlüftung des durch das Gestühl überbauten Bereiches und Ersatz der durch pilzliche Holzzerstörer zerstörten Schwelle der Rückwand inkl. dem Schließen der Rückwand durch den teilweisen Ersatz der fehlenden Holztäfelung sowie der fehlenden Fußleiste)
  • Weitere statische Teilsanierung der Dachkonstruktion der Hochschiffe
  • Einzug von Edelstahlzugstäben zur Aufnahme von Dachschub der Stichsparren
  • Stabilisierung der Zugbalken die nachträglich durch Möckel im späten 19. Jh. eingebaut wurden
  • Sanierung des Stabwerks an einem Fenster im südlichen Obergaden
  • Konservierung und Restaurierung des Sakramentshauses
  • Wartungs- und Pflegearbeiten an Schnitzereien, Stein- und Metallarbeiten
  • Sanierung im Fußbodenbereich der Kapelle Samuel Behr
  • Weitere Restaurierung des Reiterstandbildes

 

Finanzierung (ca. 250.000 Euro): 50%ige Förderung durch den Bund (Sonder-Förderprogramm für National bedeutende Denkmale in Ostdeutschland), Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt, Münsterbauverein, Spenden sowie Patronatsmittel der Nordkirche. 

Finanzierung Reiterstandbild: Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der OstseeSparkasse Rostock, Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt, Münsterbauverein und Spenden. 

 

Das Jahr 2017

  • weitere Sanierung Nordwände des Nördlichen Seitenschiffs
  • Beginn der Sanierung bzw. Erneuerung des Fußbodens im nördlichen Chorumgang
  • weitere statische Teilsanierung der Dachkonstruktion der Hochschiffe
  • Herstellung Belüftungsöffnungen Chorumgang, partielle Fassadeninstandsetzung am Chorumgang
  • Restaurierung des mittelalterlichen Taufsteins
  • weiterführende Konservierung und Restaurierung des Altars der Kreuzigung Christi durch die Tugenden
  • Metallrestaurierungsarbeiten an den Laternen Südeingang, Außengländer Sakristei, Grabplatten Chorbereich, Schutzgitter Seitenkapellen Chor
  • Wartungs- und Pflegearbeiten an Schnitzereien, Stein- und Metallarbeiten
  • Weitere Restaurierung des Reiterstandbildes des Samuel Behr 

 

Finanzierung (ca. 350.000 Euro): 50%ige Förderung durch den Bund (Sonder-Förderprogramm für National bedeutende Denkmale in Ostdeutschland), Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt, Münsterbauverein, Spenden sowie Patronatsmittel der Nordkirche. 

Finanzierung Reiterstandbild: Maßgebliche Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der OstseeSparkasse Rostock, Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt, Münsterbauverein und Spenden. 

 

 

 

 

Restaurierungsmaßnahmen auf Hochtouren

Herbst 2016: Am Doberaner Münster sind weiterhin umfängliche Baumaßnahmen im Gange. Dankenswerterweise ermöglicht vor allem durch eine Sonderförderung der Bundesrepublik Deutschland.

Eine Teilmaßnahme, die Sanierung eines Fensters am südlichen Obergaden (Foto4) konnte in der vergangenen Woche abgeschlossen werden. Die im unteren Bereich im späten 19. Jahrhundert neugemauerte Rippe aus Ziegel-Formsteinen waren gerissen und damit die Standsicherheit der Konstruktion gefährdet. Das Mauerwerk wurde zwischenzeitlich aus neuen Formziegeln aufgemauert, die ausgebauten Fensterfelder wieder eingebaut.

Die Maßnahme umfasst weiterhin Arbeiten an der Dachkonstruktion, den Fassaden, insbesondere an der Westwand des nördlichen Seitenschiffs sowie an der Nordwand des nördlichen Seitenschiffs und des nördlichen Obergaden (Foto1).

Überdies geplant ist die weitere Sanierung der Unterbauten des mittelalterlichen Chor- und Laiengestühls (ab ca. 1280). In der kommenden Woche beginnt zudem die Teilrestaurierung des Sakramentshauses (um 1360/70 - Foto 3). Das 11,60 m hohe Schnitzwerk, in der Klosterzeit Aufbewahrungsort geweihter Hostien, das älteste Beispiel der freistehenden Sakramentstürme in Deutschland, ist bereits eingerüstet. Es erfolgen auch Arbeiten im Fußbodenbereich (Foto 2).


Finanzierung: Gesamtinvestition 250.000 Euro

125.000 Euro Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines
Beschlusses des Deutschen Bundestages aus dem Sonderförderprogramm für National Bedeutende Denkmale in Ostdeutschland

125.000 Euro Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt der Kirchengemeinde, Spenden, Zuwendungen aus dem Münsterbauverein und Patronatsmitteln der Kirche.

Fortgesetzt wird auch die Restaurierung des Reiterstandbildes, die nicht über das zuvor benannte Förderprogramm, sondern durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Ostseesparkasse Rostock unterstützt wird.

M.H.

 

 

 

Schlagglocken ertönen vollständig

Bauabnahme: Mathias Heitmann und Udo Griwahn von der Firma Udo Griwahn sowie Frank Thoms (BTZ-Ingenierbüro Rostock)
Repariertes Uhrwerk
Neu geschaffene Revisionsöffnung im Westgiebel zur verbesserten Wartung des Schlagwerks
Der Dreiecksgiebel an der Westfassade ist bereits abgerüstet. Dezember 2015
Montage der Schlagglocken am 26.11.2016

2016: Nach rund 50 Jahren hat das Doberaner Münster wieder ein vollständig funktionierendes Uhren-Schlagwerk.

Am 26. November 2015 wurden die Schlagglocken der Uhr am Westgiebel montiert. Die größere der beiden, die im Mai 2011 demontierte Stundenglocke aus dem Jahr 1831, sowie der Nachguss der kleineren Viertelstundenglocke, gegossen am 11. Mai 2012, nach den Resten des Originals neu entstanden, sowie deren Schutzhaube wurden mit einem Kran am Westgiebel des Doberaner Münsters in rund 35 Meter Höhe gebracht und dort montiert. Die Schlagglocken für das Schlagwerk wurden im Jahr 1831 von Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg der Doberaner Gemeinde gestiftet. Nach dem Absturz und dem Zerschellen der Viertelstundenglocke in den 1960er Jahren konnte nur das Schlagwerk für die vollen Stunden genutzt werden, welches aber auch bereits 10 Jahre nicht mehr in Nutzung war.

Nun ist das Schlagwerk endlich wieder vollständig zu hören, nachdem in den letzten Wochen die Gewichte und Stahlseile durch Udo Griwahn und Mathias Heitmann von der Firma Udo Griwahn Turmuhren- und Läuteanlagenbau aus Grimmen in Ordnung gebracht wurden. Am 18. Januar 2016 erfolgte die offizielle Abnahme der umfänglichen Leitungen. In diesem Zusammenhang wurden die Küsterinnen am Münster in die Funktion des mechanischen Werkes und den Dienst des wöchentlichen Aufziehens der Uhr eingewiesen. Die drei Gewichte werden wie eh und je mit einer Kurbel aufgezogen werden. Ein Gewicht dient zum Antrieb des Uhrwerkes und je eines für den Viertelstunden- sowie den Stundenschlag.

Nach der langen ungenutzten Zeit des Werkes wird es in der ersten Zeit zu zeitlichen Abweichungen kommen. Absprachen zu entsprechenden Korrekturen und einem Wartungsvertrag zur zunächst häufigeren Kontrolle und Wartung, später dann im jährlichen Rhythmus, wurden getroffen.


Die Gerüststellung, die Instandsetzung der Halterungen, der Schutzhaube und des Schlagwerkes sowie die Montage der Schlagglocken wurden im Rahmen einer größeren Gesamtmaßnahme durch eine Sonderförderung des Bundes aus dem Förderprogramm für Nationalbedeutende Denkmale in Ostdeutschland und Patronatsmittel anteilig unterstützt. Eigenmittel kamen aus dem Münsterhaushalt, Patronatsmitteln der Kirche und Spenden. Wir danken allen, die an der Instandsetzung und Finanzierung beteiligt waren!


Blicken wir kurz in die Geschichte von Uhr und Schlagglocken. Eine genaue Datierung des jetzigen Uhrwerks ist nicht möglich. Dazu konnten bislang keine genauen Angaben in den Archiven gefunden werden. Nach Aussage der Uhrmonteure sollte es in den 1920er Jahren entstanden sein.


In einem Bericht vom 7. September 1892 erfahren wir, dass die Uhr am Westgiebel ganz renoviert und mit einem neuen Ziffernblatt versehen wurde, bei Verwendung der Schlagglocken von 1831, wie auch ältere Ansichten der Kirche belegen.
Schauen wir weiter zurück: S. v. Schreiber schreibt in seinem Album über Doberan im Jahr 1855, dass der "westliche Giebel die goldbezifferte Stundenuhr der Kirche" birgt. Es handelt sich hier um das vorherige Ziffernblatt.


Zu den Schlagglocken: In der Acta betreffs "Die Bauten und Reparaturen an der Kirche und den geistlichen Gebäuden zu Doberan...", erfahren wir für 1831 die Beantragung der Umgießung der Glocken in Stralsund. Dass die Schlagglocken 1831 dort gegossen wurden, "VON SIMON ZACH / IN STRALSUND IM IAHR CHRISTI 1831" besagen die Inschriften auf den Glocken.

Hans Heinrich Klüver nennt 1738 die Inschrift an der Stunden-Glocke, damals sicher der Astronomischen Uhr zugehörig: "Im Jahr des Herrn 1330/ Am Tage Simonis Judae feyerlich / Der da kömmt im Nahmen des Herrn/ Gelobet sey nah und auch fern.", wobei es 1390 heißen müsste, aber der Eintrag ist wertvoll, da der Zusammenhang mit der Schlagglocke überliefert wird.

In der gerade publizierten und unbedingt zu empfehlenden Doktorarbeit von Stefan Thiele über die Restaurierungsarbeiten am Münster im 19. und 20. Jahrhundert (darüber werden wir noch ausführlicher berichten), erfahren wir darüber hinaus, dass die alte Schlagglocke in einem extra Dachreiter auf dem Südquerhaus hing, der 1750 abgetragen wurde.

Martin Heider
Münsterkustos / Münsterverwalter

 

 

 

Turmkreuz auf dem Münster zurück

Wolfgang Hofmann lötet die Zeitkapseln zu
Zeitkapseln werden in Turmknauf eingelegt
Zeitkapsel wird auf Turmspitze gesetzt
Turmkreuz wird mit Seilzügen nach oben gezogen
Aufgesetztes Turmkreuz erhält letzten Anstrich

 

2014: Kreuz mit Seilzügen und Muskelkraft auf Turmspitze des Münsters gebracht - Drei Zeitkapseln mit Dokumenten und Münzen

Eine wichtige Etappe bei der Sanierung des Dachreiters und dessen Bekrönung ist geschafft. Das Turmkreuz mit Wetterhahn und Knauf ist restauriert, die Turmbekrönung wurde am Donnerstag, dem 3. Juli 2014, in einer außergewöhnlichen Transportaktion in mehreren Etappen in rund 70 Meter Höhe gebracht und dort montiert.

Der Transport des ca. 120 Kilo schweren Kreuzes mit wiederhergestellten Ranken und Blattwerk erfolgte in der ersten Etappe in rund 40 Meter Höhe mit dem Lastenaufzug. In weiteren fünf Etappen ging es außen am Gerüst entlang mit drei Seilzügen (Foto Nr. 4), die mehrfach umgerüstet werden mussten, weiter hinauf. Alle Beteiligten arbeiteten mit besonderer Vorsicht, um das restaurierte Kreuz und dessen Verzierungen nicht durch Anschlagen am Gerüst zu beschädigen. Metallrestaurator Wolfgang Hofmann aus Wolgast, fünf Mitarbeiter der Gerüstbaufirma Werdermann sowie zwei Dachklempner der Firma pgh Dachdecker Bad Doberan meisterten mit weiterer Unterstützung diese nicht einfache Aufgabe.

Die Turmbekrönung wurde anschließend auf den originalen und völlig intakten Gewindezapfen aus dem Jahr 1892 mit einem Durchmesser von ca. 6 cm und einer Länge von ca. 20 cm aufgeschraubt. Später wurde am unterem Ende die Gewindehülse zur Abdichtung gegenüber der Dachhaut mit Bleiwolle verstemmt.

Die rund 1 1/2stündige Aktion war beendet, alle Beteiligten froh und dankbar für das geglückte Vorhaben. Ungefähr 100 Zuschauer verfolgten dieses einmalige Ereignis. Letztmalig gab es solch eine Aktion vor 122 Jahren am Münster. Wir hoffen, dass solches in den nächsten 100 Jahren aus baulicher Sicht nicht wieder notwendig wird.

Dies war sicherlich die spektakulärste und am meisten beachtete Handlung im gesamten Sanierungsprozess. Doch viele Planungen, Abstimmungsprozesse und Arbeiten gingen dieser Aktion voraus; so wie die mehrwöchige anspruchsvolle Einrüstung und die dann am 23. April folgende Demontage der Turmbekrönung.

Die Restaurierung der Grundelemente des 5 Meter hohen Turmkreuzes führte der Wolgaster Metallrestaurator vor Ort in Doberan aus. Die Arbeiten am Wetterhahn einschließlich seiner Kugellagerung - drei fehlende Kugeln wurden ergänzt - sowie die Wiederherstellung der Zierelemente erfolgten in seiner Werkstatt in Peenemünde. Die Arbeiten an der Turmspitze und am Knauf, in dem sich zwei historische Zeitkapseln befanden, wurden durch die Doberaner Fachleute Fred Manske und Jens Langer von der pgh Dachdecker ausgeführt.

An den beiden Vortagen der Montage und am frühen Morgen des 3. Juli erfolgten die notwendigen Schritte zum Füllen der drei Zeitkapseln. Neben den beiden historischen, deren Inhalte von 1892 und vom vorherigen Dachreiter von 1841 stammen, wurde eine neue Zeitkapsel beigefügt.

Dokumente über die erfolgten Restaurierungsarbeiten sowie Gruß- und Dankesworte wurden dafür verfasst, diese auf besonders lange beständigem Papier gedruckt bzw. kopiert, Münzen durch Jürgen Hamann von den Doberaner Münzfreunden gestiftet und sorgsam verpackt, die historischen Dokumente und Münzen der alten Zeitkapseln mit Unterstützung von Denkmalpfleger Alexander Schacht wieder eingelegt.

Einige Dokumente aus der Zeitkapsel von 1841 wurden aufgrund des schlechten Zustandes nicht wieder eingelegt, sondern in der zylinderförmigen Zeitkapsel von 1892 als Kopien beigefügt. Die Originale werden archiviert. 

Die Zeitkapseln lötete Metallspezialist Wolfgang Hofmann am Morgen des 3. Juli zu (Foto Nr. 1), die Fachleute von pgh Dachdecker hängten diese in den Knauf ein (Foto Nr. 2), um diesen dann auf die Turmspitze zu setzen (Foto Nr. 3). Erst dann konnte die von vielen Interessierten beobachtete Transport- und Montageaktion beginnen. Als Abschluss der Arbeiten erhielt das Kreuz und dessen Zierelemente einen dauerhaften, traditionellen Korrosionsschutz (Foto Nr. 5).

Die Gesamt-Investition mit Einrüstung, Sanierung der Dachhaut und der Turmspitze sowie weiteren Arbeiten am Vierungsturm beträgt 288.000 Euro. Maßgeblich unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Von dort erhalten wir 150.000 Euro, darunter viele zweckgebundene Spenden für das Münster. 68.000 Euro kommen aus dem Münsterhaushalt der Kirchengemeinde, Patronatsmittel der Landeskirche runden die Finanzierung ab. 

Dank gilt allen an der Arbeit Beteiligten und all denen, die sich auf andere Weise beteiligten.

Martin Heider (Münsterkustos)

 

Zahlreiche Fotos der Restaurierungsmaßnahmen am Vierungsturm sind in einer Fotogalerie auf der Internetseite des Münsters www.muenster-doberan.de veröffentlicht.

 

 

 

 

Gegenstände in neuer Zeitkapsel

Alexander Schacht füllt die alten Zeitkapseln
Herr Hamann verpackt die Münzen
Dokumente für Zeitkapsel
Broschüren für Zeitkapsel
Gruß der Christenlehrekinder

2014: Verzeichnis der am 3. Juli 2014 in den Knauf des Vierungsturms des Doberaner Münsters eingelegten Gegenstände

 

  • Gruß-, Dankes- und Segensworte von Albrecht Jax, Pastor am Münster
  • 12seitiger Bericht mit Abbildungen zu der jüngsten größeren Restaurierungsphase am Doberaner Münster in der Zeit von 2001 bis 2014 von Martin Heider, Münsterkustos
  • Kopien von Zeitungsartikeln zu den Restaurierungsmaßnahmen am Doberaner Münster in den Jahren 2013 und 2014 (Sanierung Vierungsturm und Öffnung der alten Zeitkapseln, Restaurierung Reiterstandbild)
  • Kopien von Zeitungsartikeln zu weiteren Ereignissen in und um das Münster aus den Jahren 2013 und 2014 (u.a. 1.400 Veranstaltungen im Münster in 2014, Weltkulturerbe-Bewerbung, Sanierung des Amtshauses, Doberaner Münster auf Russisch, Umgestaltung des Kornhausumfeldes)
  • Im "Münsterblick", dem Gemeindebrief der Kirchengemeinde, erschienene Beiträge zur Sanierung des ehemaligen Amtshauses zum Gemeindezentrum der Kirchengemeinde
  • Gruß- und Gebetsworte von Kindern der Christenlehre der Kirchengemeinde vom 27. Mai 2014
  • Eine Ostsee-Zeitung vom 3. Juli 2014
  • Kleiner Kunstführer - Münster Bad Doberan - Rundgang und Führung, Deutsch, 2013
  • Kleiner Kunstführer - Domkirken Bad Doberan - Rundgang med forklaringer, Dänisch, 2014
  • 46seitige Broschüre: Die hochgotische Ausstattung des Doberaner Münsters - Begründung zum Welterbeantrag, 2012
  • 102seitige Festschrift: 825 Jahre Kloster Doberan - Geschichte und Entwicklung des Klosters und der Stadt, 2011
  • Eine Auswahl von Faltblättern: Kirchengemeinde, Münster, Kloster, Stadt
  • Ein aktuelles Exemplar des Kirchengemeindebriefes „Münsterblick“
  • Ein Gastgeberverzeichnis Bad Doberan-Heiligendamm 2013 – 2014
  • Transkriptionen der in den älteren Zeitkapseln vorgefundenen Schriften (ausgeführt durch Denkmalpfleger Alexander Schacht)

 

Gestiftet von den Doberaner Münzfreunden

  • Ein Satz aktueller Euro-Münzen aus dem Jahr 2014
  • Eine Medaille vom Klosterjubiläum 825 Jahre Doberan aus dem Jahr 2011
  • Eine silberne Medaille zur Glockenweihe aus dem Jahr 2012
  • Ein Button "Münster Bad Doberan - Kulturerbe"
  • Eine Mark der DDR aus dem Jahr 1989 und eine Mark der BRD aus dem Jahr 1990

 

Hinweis auf Kopien einiger Dokumente von 1841

Einige Dokumente aus der Zeitkapsel von 1841 wurden aufgrund des schlechten Zustandes nicht wieder eingelegt, sondern in der zylinderförmigen Zeitkapsel von 1892 als Kopien beigefügt (Auszug der neuesten Zeitungen, Rostock, Sonntag, den 28. November 1841, Doberaner Rennagende von 1841, Verzeichnis der Doberaner Badegäste von 1841, Verzeichnis der Mitglieder der fünften allgemeinen Versammlung Deutscher Land- und Forstwirte zu Doberan 1841). Die Originale sollen im Stadt- und Bädermuseum bzw. im Stadtarchiv verwahrt werden. 

 

 

 

 

Der Neuguss von zwei Glocken

Schadhafte Glocke von 1960
Gießerei Bachert Karlsruhe 5.8.2011
Kanäle für Bronze zur Glockengrube
25.11.11 Besichtigung der am 5.8. gegossene großen Münsterglocke

2012: Die Wartung der Glockenanlage am 3. Juli 2008 ergab, dass in der Aufhängung der Eisenhartgussglocke von 1960 Risse entstanden sind. Daher wurde diese Glocke am 9. Juli stillgelegt.

Die schadhafte Anlage wurde bis zum 29. April 2012 durch zwei neue Bronzeglocken mit Eichenholzjoch ersetzt werden, da die bereits restaurierte Bronzeglocke von 1301 (die zweitälteste Glocke in Mecklenburg) aufgrund ihres Alters bezüglich der Einsatzdauer deutlich möglichst geschont werden soll.

Bei weiterer Inbetriebnahme der jüngeren Glocke hätte ein Absturz mit erheblichen Folgeschäden drohen können.

Investition in das Geläut: ca. 45.000 Euro

 

 

Zwei neue Glocken für das Doberaner Münster

Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Bad Doberan feierte am 29. April 2012 im Festgottesdienst die Weihe der zwei neuen Bronzeglocken für das Doberaner Münster.

Am 5. August 2011 wurde die neue größere Münsterglocke, am 25. November 2011 die kleinere in der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe gegossen.

 

Die neue große Münsterglocke

Die an der Schulter der großen Münsterglocke greift den zeitlos gültigen lateinischen Text der 1638 zerstörten Vorgängerglocke auf:

+ EN EGO CAMPANA NUNQVAM DENUNCIO VANA LAUDO DEUM VERUM PLEBEM VOCO CONGREGO CLERUM.

Übersetzt: Siehe, ich, die Glocke, verkünde niemals Nichtiges. Ich lobe den wahren Gott, rufe das Volk und versammle den Klerus.

Eine zweite Inschrift auf dieser Glocke thematisiert das Schicksal dieser Glocke und den Neuguss:

+ MULTOS ANNOS SERVIENS RAPTA SUM ANNO DOMINI 1638 + NOVITER FUSA  A. D. 1926 + DENUO RAPTA BELLO A. D. 1942 + DULCE SONO REDIVIVA CANO LAUDEM DEI AETERNI . ANNO DOMINI 2011.

Übersetzt: Viele Jahre diente ich bis ich 1638 unterging, neu erklungen im Jahre 1926, wieder zerstört im Krieg 1942. Mit reinem Ton wiedererstanden im Jahr des Herrn 2011, singe ich das Lob des ewigen Gottes.

Diese Glocke wurde am 5. August 2011 in Karlsruhe gegossen. Sie wiegt 900 kg und hat den Schlagton fis. Schulterumfang: 199 cm, Höhe mit Krone: 115 cm.

 

Die neue kleine Münsterglocke

Die Inschrift der kleinen neuen Münsterglocke ist der alten Stundenglocke von 1390 entlehnt. Lateinische Inschrift an der Schulter: + ANNO DOMINI MCCCXC IN VIGILIIS SIMONIS ET IVDE. BENEDICTUS QVI VENIT IN NOMINE DOMINI

Übersetzt: Im Jahr des Herrn 1390 am Tage vor Simon und Juda (27.Oktober gegossen). Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.

Diese Glocke hat eine zweite lateinische Inschrift, die auf ihre Geschichte Bezug nimmt:

+ REFUSA ANNO DOMINI 1831 + NUNC REDIVIVA VOCO VOS AD SACRA A. D. 2011

Übersetzt: Neu gegossen im Jahr des Herrn 1831 + Jetzt im Jahr des Herrn 2011 neu erstanden, rufe ich euch zum Gottesdienst“.

Diese Glocke wurde am 25. November 2011 in Karlsruhe gegossen. Sie wiegt rund 249 Kg und hat den Schlagton d. Schulterumfang: 123 cm, Höhe mit Krone: 72 cm.

 

 

Einzug von Zugankern im westlichen Langhaus

Gerüststellung für Zugankereinbau
Edelstahlanker über mittelalterlichem Holzanker
Arbeiten im Westteil - Herbst 2011

2011: Die Ostsee-Zeitung berichtet über die Baumaßnahme: Doberans Münster geht in die Breite - Zuganker sollen verhindern, dass Wände nach außen drücken. Studie: Statik ist seit 300 Jahren ein Thema.

Bad Doberan (OZ) - Ein 25 Meter hohes Baugerüst ragt im Bad Doberaner Münster bis ans Gewölbe. Dort starteten gestern Sanierungsarbeiten, die die Statik des riesigen Kirchenbaus verbessern sollen. Denn der Baukörper drifte auseinander. „Die starken Lasten des gewaltigen Dachstuhls drücken nach außen“, erklärt Martin Heider, Kustos des Münsters. Daher sollen nun im Westteil des Gebäudes Zuganker aus Edelstahl knapp unter dem Gewölbe eingebaut werden, die das Münster zusammenhalten. Im Ostteil ist dies bereits geschehen.

Mit den Zugankern folgen die Bauherren einer Idee, die bereits Baumeister Gotthilf Ludwig Möckel um 1890 einsetzte. (…) Die neue Lösung sei weniger auffällig. Es würden Zuganker aus zwei Zentimeter dickem Edelstahl verwendet. „Das ist optisch keine Beeinträchtigung“, erklärt Architektin Carla Strebe aus Bad Doberan. Die Metallstreben sollen etwa 35 Zentimeter oberhalb von Möckels Holzbalken montiert werden. Aus ihrer Sicht „fallen Möckels Anker viel mehr auf“.

Die Sanierung sei nötig, habe die Münsterbaukonferenz entschieden, so Heider. „Es gibt schon Risse im Gewölbe.“ Die Kirche habe in Mecklenburg schon einige Gebäude verloren, weil zu spät auf die Baufälligkeit reagiert wurde. Mit den neuen Ankern werde das Münster von innen stabilisiert. Heider: „Dann ist das Gebäude durchgehend gesichert.“ Auch von außen stehen derzeit Baugerüste am Gebäude, denn dort müssten Stahlplatten als Sicherung der Anker montiert werden, die später wieder verkleidet würden. 

Neue Erkenntnisse zu Errichtung und Statik des Münsters haben Kustos und Architektin durch eine Studie der Technischen Universität München gewonnen. So sei darin beschrieben, dass Bauherren seit 300 Jahren mit der Instandsetzung des Kirchenbaus beschäftigt seien, um die Statik zu sichern. 

Wie ein Bauwerk mutet bereits das gigantische Gerüst an, das jetzt im Westteil des Münsters steht. Besonderheit: Es hat unten nur eine geringe Standfläche und breitet sich nach oben hin aus, wirkt von Ferne wie ein Spinnennetz. Grund sei das alte Gestühl, das nicht in Mitleidenschaft gezogen werden dürfe. Oben an den Wänden sei das Gerüst zusätzlich gesichert, sagt Carla Strebe. Auf dieses Baugerüst kletterte gestern Morgen Bodo Hoffmann von der Wismarer Firma SHB. Bis Dezember sollen die Zuganker fertiggestellt sein.

Der Einbau der Zuganker koste insgesamt rund 100 000 Euro, größtenteils Fördermittel. Allein das Aufstellen des Gerüstes schlage mit rund 20 000 Euro zu Buche. „Seit Beginn der Instandsetzung 2003 sind zwei Millionen Euro investiert“, so Carla Strebe.

Frank Pubantz

Quelle: http://www.ostsee-zeitung.de

08.11.2011

Restaurierung Hochaltar

Schäden an Reliquienschreinfächer
Schäden an Leinenbeklebung
Hochaltar (um 1300)
Farbfassungsschäden Türmchen

2011: Durch eine mehrjährige Spendenaktion wurde es im Jahr 2011 möglich, die Farbfassung am Hochaltar als ältesten Flügelaltar der Kunstgeschichte (um 1300) zu konservieren und restaurieren. 

Der Altar stellt in mehreren geschnitzten Bildern Begebenheiten aus dem Leben Jesu dar - angefangen von der Verkündigung bis zum Tod am Kreuz und der Auferstehung. Als Besonderheit kann dabei die Darstellung der jeweiligen Hinweise des Alten Testamentes auf das Leben Jesu im Neuen Testament gesehen werden. Dazu kommen noch 14 geschnitzte Apostel und Heilige, so dass es sich insgesamt um 43 geschnitzte wunderschöne kleine Bildwerke handelt, die zusammen mit Wimpergen und Fialen restauriert werden müssen.

Seit der letzten umfassenden Restaurierung, die bereits mehr als 150 Jahre zurück liegt, kam es zunehmend zu Farbschichtabhebungen und weiteren Schäden an der Farbfassung insbesondere an dem für den Kirchenbesucher nicht einsehbaren Bereich rückseitig sowie zu Schäden durch rostende Beschläge und abgelöste Leinenbeklebung insbesondere im unteren Bereich des Altarschreins.


Folgende Maßnahmen erfolgten in engster Abstimmung mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege: Reinigen der gesamten Oberfläche; Ergänzen kleiner Ausbrüche; Konservieren rostender Beschläge und verrosteter Nägel; Sicherheitsbeklebungen schollenartig aufstehender Fassungspartien insbesondere auf der Rückseite des Schreins; Festigen und Niederlegen von Farbschollen und Leinwandkaschierungen; Kitten, Schleifen, Strukturieren, Isolieren von Kittungen an sehr störenden Fehlstellen sowie Farb- und Metallretuschen.
 

Die Gesamtkosten lagen bei mehreren zehntausend Euro. 

Vielen Dank für alle Spenden und Patenschaften

 

 

 

Die Restaurierung des Beinhauses

Montage Beinhausleuchte
Leuchte und Deckengewölbe
Restaurator Boris Frohberg
Wandmalerei Kreuzigung
Beinhaus erbaut um 1250
Beinhaus von Norden
Rosette über Kapellenzugang

2010: Das Doberaner Beinhaus

Das Beinhaus (Karner) auf dem ehemaligen Mönchsfriedhof diente als letzte Ruhestätte der Mönchsgebeine im Kellergewölbe, die bei der Neuanlegung einer Grabstelle entdeckt wurden.

Es wurde als Kapelle zu Toten- und Seelenmessen und den Bestattungen auf dem Friedhof genutzt. Im Stil der frühen Gotik, mit spätromanischen Ornamenten, wurde es um 1240/50 erbaut.

Im Inneren befinden sich, im 19. Jahrhundert stark übermalte Wandmalereien aus dem dritten Viertel des 13.Jahrhunderts. Dargestellt sind z.B. die Klugen und Törichten Jungfrauen als weltgerichtsbezogenes Thema und Christus mit einigen Jüngern. Der Altar ist dem Seelenbegleiter und -wäger St. Michael geweiht.

Heute ist das Doberaner Beinhaus neben dem Karner in Hardehausen das einzig erhaltene in Norddeutschland. Lisch in den 1850er Jahren über das Beinhaus: "Die ganze Ausstattung der Kapelle, wie in Mecklenburg an Geist und Ausführung noch kein zweites Mal bekannt geworden ist, verdient die höchste Aufmerksamkeit und Pflege".

 

Restaurierungsmaßnahmen 2002-2006:

  • Bestandsaufnahme und Sicherung der Malerei an den Innenflächen des Umfassungsmauerwerks
  • Sanierung des Mauerwerks von außen, einschließlich Sockel und Treppe
  • Erneuerung der Fensterverglasung
  • Malschicht reinigen und festigen Ausbrüche und Abbruchkanten sichern
  • Hohllagen im Putzgefüge konsolidieren Mauerwerk,
  • Putz und Malschicht salzreduzieren
  • "weichen" Putz in ziegelsichtige Teilbereiche einsetzen

Kosten des Bauabschnitts 1: ca. 70.000 €

Finanzierung: 50 % Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 25 % Land Mecklenburg-Vorpommern, 25 % Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Bad Doberan

 

Restaurierungsmaßnahmen 2007 und 2008

  • Kontrolle und erneute Sicherung der Wandmalereien
  • Planung und Umsetzung einer Wandtemperierung
  • Restaurierung und Instandsetzung der von Gotthilf Ludwig Möckel entworfenen Totenleuchte
  • Instandsetzung der schmiedeeisernen Gittertür
  • der Holzpforte
  • des Fußbodens
  • Restaurierung des Altarreliefs

Kosten des Bauabschnitts 2: ca. 30.000 €

Finanzierung: Bund, Land, Ev.-Luth. Kirchgemeinde

 

 

Restaurierungsmaßnahmen 2010

  • Kontrolle, Sicherung und Restaurierung der Wand- und Gewölbemalereien
  • Instandsetzungsarbeiten an Paneele und Bänken

Finanzierung 2010: 10.000 Euro Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt und Spenden, 45.000 Euro vom Bund zum Erhalt National bedeutender Denkmäler, 15.000 Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern (inkl. anteiliger EU-Förderung)

 

 

Fensterrestaurierung

Fensterrestaurierung 2008
Fensterrestaurierung 2004
Fenster Obergaden Chor 2004

Vorrangig 2002-2006: Die Fenstersanierung konnte nach vielen Jahren aufwendiger Restaurierungsmaßnahmen im Jahr 2006 abgeschlossen werden.

Ein wichtiger Schritt bei der Restaurierung des Doberaner Münsters wurde damals erreicht: Die Fenstersanierung war vorerst abgeschlossen. Durch die starke Förderung von Bund und Land, aber auch durch viele Spenden aus ganz Deutschland und durch Hilfe des Münsterbauvereins, konnten alle 70 farbigen bleiverglasten Fenster früher als geplant in einem guten Zustand gebracht werden. 

 

Die Restaurierung und Sanierung der mittelalterlichen Glasmalereien wurde 1999 abgeschlossen. Das Westfenster wurde 1996, das Stifterfenster durch eine großzügige Spende im Jahr 2000, zwei Fenster in 2002 mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassen und der Ostseesparkasse Rostock und sechs wertvolle Fenster aus dem 19. Jahrhundert im Jahr 2003 restauriert. 

In den Jahren 2004, 2005 und 2006 konnten die Arbeiten weiter intensiviert werden. Es konnten die Arbeiten an mehr als 40 Fenstern abgeschlossen werden. Dazu zählen die Obergadenfenster im nördlichen Bereich, alle Kapellenkranzfenster, die vier ca. 20 Meter hohe Fenster in den Querhäusern und alle neun Obergadenfenster im Chorraum.

 

Folgende Schäden wurden an den Fenstern beseitigt: 

 

Glasmalerei 

Fehlende Verglasung: Schäden an der Verglasung einiger Fenster sind bereits mit dem bloßen Auge zu sehen. 
 
Neuanfertigungen waren notwendig. 
 

Abgängigkeit der Bemalung: 
Durch Witterungseinflüsse und Schwitzwasserbildung hatte sich die Schwarzlotbemalung von vielen Gläsern gelöst, so dass die ursprünglich schwarzen Konturen teilweise nur noch in negativer Form, d.h. hell stehen geblieben sind. 
 
 Durchgeführte Maßnahmen:

  • Scheiben gereinigt
  • zersprungene Scheiben verklebt 
  • provisorisch behandelte Scheiben originalgetreu ergänzt 
  • zerstörte Scheiben originalgetreu ergänzt 
  • abgängige Bemalung vorsichtig gefestigt 
     

Wasserschäden 

Verstopfte Abflussröhren 

Am unteren Abschluss der Fenster waren über drei Röhren das Kondenswasser von innen nach außen geführt. Diese Röhren waren verstopft, defekt oder teilweise zugemauert. Bei starkem Wind und Regen liefen die Rinnen über. 
 

Das führt zu Wasserschäden an der Innenausmalung. Deutliche Wasserspuren sind unter den Obergadenfenstern am Triforium erkennbar. 

Durchgeführte Maßnahmen:

  • Abflussrinnen geprüft, repariert und erneuert 
  • Auslaufröhren gereinigt und nachgebessert 
  • innere Brüstungen gesäubert 
  • Fugen abgedichtet 
  • innere Brüstungen malermäßig behandelt
     

Halterungen der Glasmalerei

Schäden: Im 19. Jahrhundert wurden die teilweise nicht in exakten Maßen vorgefertigten Bleiglasfelder beim Einsetzen unsachgemäß bearbeitet. Die Steine in den Fensterlaibungen wurden stark ausgestemmt, um die Felder einsetzen zu können. 
Das führte z.B. zu Rissbildung und Verlust der Brennhaut der Steine. Die Folge waren Schäden für die Glasmalerei und die Statik der Fenster. Der Bestand vieler Fenster war infolge Korrosion der Halterungen bedroht. Es fehlte die ausreichende Verkittung an den Standeisen. Die eindringende Witterung verursachte Spannungs- und Frostsprünge. 
 
 

Durchgeführte Maßnahmen: 

  • alte Verbleiung und Halterungen überarbeitet 
  • gebrochene Lötstellen verzinnt 
  • alte Bleiwangen beidseitig hochgebörtelt und verkittet 
  • Felder in Kupfer- bzw. Messingrahmen einfasst 
     

Schutzkonstruktionen

Schutzgitter: Falsche Anbringung der Schutzgitter und Korrosion verursachten Folgeschäden im Glas- und Mauerwerksbereich. Bogen sich diese bei Spannungsausgleich nach innen, zerdrückten sie Teile der Glasmalerei. 
An den Fenstern des Kapellenkranzes und der Nordseite des Münsters mussten die Gitter entfernt und ersetzt werden. Die Außengitter erfüllten nicht mehr die notwendige Schutzfunktion. Dies begünstigte beispielsweise im Oktober 2000 die Zerstörung einiger Fensterfelder durch Steinwurf. 
 

Durchgeführte Maßnahmen:

  • korrodierte Schutzgitter ausgebaut 
  • Schutzgitter oder Schutzverglasung neu anfertigt 
  • neue Schutzelemente eingebaut

Schäden an den Rippen

Die Formsteine in den Laibungen und die Rippen mehrerer Fenster waren defekt, die Fugen porös. Dadurch war die Statik der Fenster in Gefahr. Am mittleren Nordfenster im Nordquerschiff war eine Backsteinrippe fast über die gesamte Höhe von 22 m gerissen. Das gesamte Fenster musste ausgebaut, die Rippen neu aufgemauert und restauriert werden. Schäden / Brüstungsfelder: Die glasierten Brüstungsfelder vieler Fenster waren instandsetzungsbedürftig. Die Fugen waren nicht intakt. Die Glasur der Steine war defekt. 

Durchgeführte Maßnahmen:

  • poröse Formsteine entfernt 
  • neue Formsteine eingesetzt 
  • schadhafte Glasur an Brüstungssteinen erneuert 
  • Mauerwerksbereiche verfugt 
  • Ablaufrohre überarbeitet

 

 

Die Restaurierung der Grabplatten

Grabplattenrestaurierung 2004
Nische nach Ausbau

2003-2008: 26 mittelalterliche und eine neuzeitliche Grabplatte wurden in den Jahren 2003 bis 2008 restauriert.

Mit der Montage von zwei Platten im Südquerhaus wurde im Dezember 2010 die Rettung der bis zu drei Tonnen schweren Platten abgeschlossen.

Die Entstehungszeit liegt hauptsächlich in der Zeit vom Ende des 14. Jahrhunderts bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Kalksteinplatten wurden aus Gotländer Kalkstein gefertigt. Sie waren ursprünglich zweifarbig gestaltet; in der Oberfläche steinsichtig und in den Vertiefungen ausgelegt mit einer dunklen harz-teerhaltigen Masse.

Unter Leitung von Baurat Gotthilf Ludwig Möckel wurden die Platten Ende des 19. Jh. vom Fußboden aufgenommen und in die unteren Wandbereiche des Münsters eingesetzt. Durch die hohe Feuchtigkeits- und Salzbelastung der Wandbereiche kam es zu starken Salzausblühungen und damit verbundenen Treiberscheinungen.

Mit dem Aufstellen der restaurierten Platten nach einer Neukonzeption in den Jahren 2004 und 2005 im nördlichen Seitenschiff wird zudem ein wichtiges Kapitel der Klostergeschichte erlebbar. Durch den luftumspülten Einbau vor der Wand, wird weiterer Feuchtigkeits- und Salzeintrag unterbunden. Zementhaltige Kittungen und Verfugungen wurden durch geeignetes Material ersetzt, Verunreinigungen und Verkrustungen beseitigt, Abschalungen und Absprengungen mit Festigungsmaterial hinterfüllt und damit gefestigt. Die Salzreduzierung erfolgte durch Auflegen von Zellulosekompressen. Risse und Fehlstellen wurden gekittet, gerissene Platten und Aufsplitterungen vernadelt.

 

 

Restaurierung des Lettner-Kreuzaltars

Außenseiten der Altarflügel
Mittelalterliche Fassungsreste

2009: Im Jahr 2009 hatten der Bauverein und die Kirchgemeinde vorrangig zum Ziel, den Kreuzaltar aus der Zeit um 1360/70 zu restaurieren. Der doppelseitige zwölf Meter hohe Altar entstand unter der Leitung einer böhmischen oder süddeutschen Werkstatt, unter der Mitwirkung des bedeutenden norddeutschen Meisters Bertram von Minden.

Es handelt sich um das monumentalste und qualitätvollste Werk seiner Art und Zeit europaweit. Das Gesamtwerk umfasst, mit einer unvergleichbaren Programmfülle für diese frühe Zeit, auf der Christusseite nach Westen Predella, Altarschrein und Triumphkreuz und auf der Marienseite nach Osten Reliquienschrein, Retabel und den "Guten Baum der Maria" in Kreuzesform. Der wichtigste Unterschied zu den früheren Arbeiten ist der Grad der tatsächlich umgesetzten Naturbeobachtung. Der Altar stellt diesbezüglich die Wendemarke in der norddeutschen Kunst dar und ist in seinem Bildprogramm in der gesamten Kunstgeschichte einzigartig.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung unterstützte gemeinsam mit der Ostseesparkasse Rostock die Restaurierung maßgeblich.
Schäden am Altarwerk gab es an der Farbfassung, insbesondere an der Fassung der Fragmente der Tafelbilder und den Rahmen der Altarflügel, überdies starke Ablösungen des Kreidegrundes, sowie Schäden an den silberfarbenen Metallauflagen der Fugen, weiterhin partielle Absplitterungen, gelöste Brettfugen und starke Verschmutzungen.


In engster Abstimmung mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege wurden unter andrerem die gesamte Oberfläche gereinigt, kleinere Ausbrüche ergänzt, rostende Beschläge und Nägel konserviert, gelöste Brettfugen geleimt und gelöste Farbfassungen gefestigt. Dabei konnten nun erstmals die Reste der bedeutenden originalen mittelalterlichen Tafelmalereien auf den Außenseiten der Altarflügel gesichert werden.

Die Sanierung des Kreuzgangrestes südlich vom Münster

Kreuzgangsrest
Ausgrabungen
Statische Sicherung

2008: Die Sanierung im Jahr 2008 dauerte vier Monate. Die letzten Erhaltungsmaßnahmen lagen 44 Jahre zurück und galten vor allem dem sichtbaren, oberirdischen Bereichen.

Durch poröse Steine im Bodenbereich war die Standsicherheit der Bögen teilweise gefährdet. Rund 800 Steine wurden für die Sanierung benötigt. Rund fünf Prozent sind Originale, die von früheren Sanierungsarbeiten auf den Dachböden des Münsters lagerten. Diese setzte man vor allem im sichtbaren Mauerwerk ein.

Stahlträger von der vorhergehenden Sanierungsphase über zwei der sieben romanischen Bögen waren durchgerostet, diese wurden durch neue ersetzt. An 19 Stellen entlang der Ruine gab es Kernbohrungen, in denen Sicherungs-Anker eingezogen wurden. 13 Stahlnadeln festigten Steine in den Rundbögen, die ansonsten herausgebrochen wären.

Eine neue Stahlkonstruktion mit Kupferabdeckung auf der Mauerkrone ersetzte die schmale Kupferabdeckung aus den 1960er Jahren. Der neue Überstand soll die vorkragenden Formsteine vor Witterungseinflüssen schützen.  

 

 

 

Restaurierung der Adolf-Friedrich-Kapelle

Kapellen-Deckenkonstruktion
Abnahme der Restaurierung
Schadensbild

2008: Das prächtigste Grabmal im Münster wird restauriert. Bis Oktober arbeitet hier ein Fachteam aus Berlin.

Er muss sie über alle Maßen geliebt haben. Warum sonst kam Herzog Adolf Friedrich I. auf die Idee, ein solch repräsentatives Grabmal für seine Gemahlin Anna Maria und sich selbst im Münster errichten zu lassen? Nach ihrem plötzlichen Tod im Jahre 1634. Anna Maria, Tochter des Grafen Enno von Ostfriesland, verstarb mit nur 33 Jahren. Nach der Geburt ihrer Tochter. Ein typisches Frauenschicksal jener Zeit, eine persönliche Tragödie. 

Adolf Friedrich ließ darum die besten Baumeister bestellen, wollte seiner geliebten Frau ein großes Andenken widmen. Und sich selbst. Damit belebte der Adlige eine Tradition aus dem Mittelalter, als die Klosterkirche zur Grablege der mecklenburgischen Fürsten avancierte. Später wich der Hochadel auch auf andere Kirchen aus.

Grabmal und Gruft für Anna Maria und den Herzog kamen damals wie heute prächtig daher. Wie ein Palast oder eine Schloss-Empore wirkt das Gebilde in der Backstein-Basilika. In einer Art Loggia im italienischen Stil stehen die lebensgroßen Herzog-Figuren. Fast wie in einer szenischen Darstellung. 

Bei der aktuellen Restaurierung der Anlage konnte Diplom-Restaurator Thomas Schubert immer wieder neue Details entdecken. "Beispielsweise ist im Gewand der Herzogin der Vorname verewigt." Schubert zeigt auf das altdeutsche A und N. Und da: Über den Säulen aus Gotländer Sandstein stehen die fünf Sinne. 

"Mit dem Spiegel in der Hand: die visuelle Wahrnehmung. Einfach schön." Große Symbolik, so weit das Auge reicht. Sanduhr und Kerze, Bilder für Leben und Tod. Die Wappen aus Alabaster, der Engel an der Decke mit den Goldverzierungen, die prächtigen Glasmalereien - alles glänzt wie neu. Viel Arbeit steckt dahinter: die Reinigung der filigranen Teile, die Behandlung des Holzes, das vom Wurm befallen war, der Ersatz abgebrochener Kanten, die Auffrischung der Farben. Bereits seit Juni arbeitet der Berliner Teamleiter mit vier bis fünf Fachkollegen für Holz, Glas oder Stein an der Anlage. 

Noch ist die Loggia gleich hinter dem Hochaltar und Oktogon eingerüstet. Im Oktober sollen die Hüllen fallen. Dann können die Besucher der Basilika - bis zu 170 000 in zwölf Monaten - ihren Blick auf das prächtige Ensemble richten. Für insgesamt 300 000 Euro werden in diesem Jahr nicht nur die Kapelle, sondern Teile des Dachstuhls, die Eindeckung am Kapellenkranz, die Reste vom Kreuzgang saniert und Wände im Hauptschiff restauriert. 

Eigenmittel der Kirchgemeinde, des Münsterbauvereins und Spenden fließen. Voraussetzung, um die Zwei-Drittel-Förderung von Bund, Land und EU zu erhalten, weiß Kustos Martin Heider. Für ihn ist Adolf Friedrich I. ein besonderer Regent. Denn als schwedische und kaiserliche Truppen 1637 und 1638 im Dreißigjährigen Krieg das Münster heimsuchten, die Gräber schändeten, Kupfer und Blei von den Dächern holten, für Kriegszwecke einschmolzen, war es Adolf Friedrich, der die Kirche nicht vergaß. Er steuerte das Geld für die Wiederherrichtung bei. Dachte dabei sicher auch an die beigesetzte geliebte Frau. Der Herzog heiratete später zum zweiten Mal, verstarb mit 70 anno 1658 und wurde später in Doberan zur letzten Ruhe gebettet. Gleich neben seiner ersten Herzdame.

Artikel aus der "Ostseezeitung" vom 27. September 2008: Herzogspaar grüßt von Loggia; Wochenendausgabe, 27. September 2008
http://www.ostsee-zeitung.de

Teilsanierung Kupfereindeckung Chorumgang

Nördlicher Chorumgang
Kapellenkranz
Südlicher Chorumgang

2008: Undicht: das Dach an der Nordostseite des Münsters. Eine Doberaner Fachfirma legt Kupfer auf.

Frisch ausgeschlafen und ein gutes Frühstück im Magen: Das ist Pflicht, um in 18 Metern Höhe sicher arbeiten zu können, sagt Alois Becker, Chef der Bad Doberaner PGH Dachdecker, Bauklempner und Installateure GmbH. Seit einigen Tagen legen seine Leute neues Kupfer auf den Kapellenkranz an der Nordostseite des Münsters. 250 Quadratmeter im ersten Bauabschnitt.

Dringend nötig, weil das Dach an dieser Stelle - zuletzt um 1880 unter Baurat Gotthilf Ludwig Möckel saniert - heute viele Schäden aufweist. Möckel ließ einst ein Meter breite Kupferplatten verlegen, die alle 50 Zentimeter mit dem Dachstuhl verbunden wurden. Darunter verfing sich der Wind, es klapperte mächtig. Und es entstand eine kräftige Sogwirkung, die über die Jahrzehnte zu undichten Stellen führte, so Carla Strebe, leitende Architektin.

In diesem sensiblen Bereich setzt man nun schmalere, 60 Zentimeter breite Kupferplatten ein, befestigt sie alle 15 Zentimeter mit der Holzschalung. An anderen Ecken hält man sich an die Möckelsche Breite, um das Gesamtbild nicht zu stören.

"Noch eine gute Woche haben wir zu tun", sagt Alois Becker. Im Herbst geht es an die Eindeckung des romanischen Kreuzgangsrestes. Auch hier kommt das Edelmetall als krönender und schützender Abschluss auf einen von der Doberaner Firma Ott gefertigten Metallunterbau. In beiden Fällen regiert sorgfältige Handarbeit. Die Truppe um Alois Becker, die bereits an Kirchendächern in Warnemünde oder Kessin ihre Spuren hinterließ, will auch im nächsten Jahr wieder "in den Ring steigen".

Dann sollen weitere 500 Quadratmeter beschädigtes Kupferdach am Münster ersetzt werden. Wer das Rennen macht, bleibt abzuwarten, denn der Markt ist hart umkämpft. Das Vergabeverfahren ist vom Gesetzgeber strikt vorgeschrieben.

Und am Münster gaben sich bereits viele Firmen die Klinke in die Hand, weiß Kustos Martin Heider. Seit 2003 flossen allein zwei Millionen Euro in die Restaurierung der Zisterzienser-Klosterkirche. Damals kam die Basilika als national bedeutendes Denkmal mit internationalem Kunstwert auf die Liste besonders förderungsfähiger Objekte. 140 gibt es davon bundesweit. Nur ein Detail: 50 der 70 Münsterfenster und 23 der 25 Kalkstein-Grabplatten wurden seither saniert. Doch vieles bleibe noch zu tun, um das sich Kirchgemeinde und Münsterbauverein kümmern wollen. Stichwort: wertvolle Innenausstattung.

Artikel aus der "Ostseezeitung" vom 9. September 2008: Neues Kupfer schützt wertvolle Kapellen

ANETT JONUSCHAT
www.ostsee-zeitung.de
Dienstag, 09. September 2008