• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
16.12.2008

Gotland-Sandstein erstrahlt in alter Pracht

Derzeit werden die Arbeiten des sechsten Bauabschnitts einer umfassenden Restaurierungsphase im Doberaner Münster weitestgehend abgeschlossen. Umfang der von Bund, Land und der Europäischen Union geförderten Sanierungsmaßnahmen sind Arbeiten im Dachstuhl über Lang- und Querhaus, die Sanierung bzw. Erneuerung der 110 Jahre alten Kupfereindeckung über dem Chorumgang sowie die Sicherung und Restaurierung des romanischen Kreuzgangsrestes aus der Zeit um 1250.

Im Innenraum der Backsteinbasilika wurden die farblich gefassten Wandflächen des Obergadens einschließlich Triforium und Fensteranschlüssen an der Südseite des Hauptschiffs restauriert. Aufwändig bearbeitet wurde auch die Adolf-Friedrich-Kapelle, die monumentale Grabanlage des Herzogs Adolf Friedrich I. von Mecklenburg und seiner Frau Anna Maria von Ostfriesland aus der Übergangszeit von der Renaissance zum Barock.

Am 29. Oktober 2008 fand nun die Abnahme dieser letztgenannten Baumaßnahme durch die Münsterverwaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde, die betreuende Architektin (Carla Strebe aus Bad Doberan), die Baubeauftragten der Landekirche und des Kirchenkreises (Baurat Karl-Heinz Schwarz und Wolfgang Weigel) und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (Elke Kuhnert und Frank Hösel) statt. Der leitende Restautor Thomas Schubert aus Berlin erläuterte den Anwesenden die abschließenden Arbeiten, die ohne Beanstandungen abgenommen werden konnten.

Das Schadensbild umfasste noch Anfang dieses Jahres starke Oberflächenverschmutzungen, Salzbelastungen, Oberflächenverluste, Ausbrüche und Rissbildungen sowie Schäden aufgrund älterer Restaurierungsmaßnahmen.

Steinrestaurierungsmaßnahmen wurden durchgeführt an der Außenwand des Untergeschosses und an Pilasterfüllungen, Zwickel, Säulen, Geländer der Balustraden, Gesimse, Friese und Fußboden, an Portal- und Treppenaufgang sowie an den Köpfen des Herzogpaares im Obergeschoss der Grabanlage. Holz- und farbfassungsrestauratorische Maßnahmen mussten unter anderem an den Türen des Untergeschosses und am Portal, an der Figur des auferstandenen Christus, an zwei Engeln und Einzelteilen der Obelisken am Portal, am Walmdach mit Attika und den Skulpturen der Loggia sowie an dem hängenden Engel durchgeführt werden. Überdies wurden auch Metallarbeiten an den fünf Türen, den Zugeisen zwischen Dach und Wandflächen, den Befestigungshaken der Alabasterwappen und glasrestauratorische Maßnahmen an den 24 goldfarbenen Scheiben auf der Außenseite des Daches, den Bleiglasfenstern in der Loggia und im Gruftraum notwendig.

Eine anspruchsvolle und rundum gelungene Restaurierung einer weiteren bedeutenden Chorumgangskapelle des Doberaner Münsters findet ihren Abschluss! In diesem Jahr wurden insgesamt rund 300.000 Euro für Restaurierungsarbeiten im Münster, einschließlich der Grabkapelle, aufgewendet.

Münsterverwaltung & Münsterbauverein e.V.

M. Heider

Münsterblick / Gemeindebrief - 1. Dezember 2008