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15.12.2008

Schicksalhaft verbunden

BAD DOBERAN - 75 Namen und 75 dazugehörige Kerzen: Der internationale Gedenktag für verstorbene Kinder und Geschwister hat gestern Abend im Bad Doberaner Münster stattgefunden. An jenem Tag treffen sich betroffene Menschen in aller Welt, um Kerzen für ihre verstorbenen Kinder und Geschwister anzuzünden und sich ihrer gemeinsam zu erinnern.

Die beiden Frauen Sabine Kraus und Andrea Schürgut riefen den Gedenktag in Bad Doberan ins Leben gerufen. Jede von ihnen kennt das Gefühl, das eigene Kind zu verlieren. Mit diesem besonderen Tag versuchen sie, die Erinnerungen an ihre Kinder wach zu erhalten und sich regelmßig ganz bewusst mit der Trauer auseinander zu setzen.

Sich der Trauer stellen: Das kostet KraftJeder Mensch trauert anders. "Es ist schwierig, allen Anwesenden gerecht zu werden, denn jeder von ihnen befindet sich in einer anderen Phase", sagt Kraus. Als sie selbst vor etwa 15 Jahren ihren Sohn verlor, verlor sie sich zunächst auch selbst - in ihrer eigenen Trauer. "Heute versuche ich, den Betroffenen Mut zu machen, wieder aktiv zu werden, sich ihren lebenden Kinder zu widmen und die Erinnerungen in Ritualen aufrecht zu erhalten", sagt Kraus. Bei Schürgut bewirkte der Verlust ihres Sohnes vor zehn Jahren Ähnliches : "Ich habe vor einiger Zeit meine Trauerbegleitausbildung abgeschlossen und helfe nun Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen."

Kraus und Schürgut haben in den Jahren andere Betroffene für die Organisation des Gedenktages gewonnen. Jedes Jahr sind nun etwa acht bis zehn Helfer daran beteiligt. Alle kostet es jedoch Überwindung und Kraft, sich ihrer Trauer zu stellen.

Unterstützung erfahren die Initiatoren vom Doberaner Münster. So richtete auch Pastorin Anne Jax Worte an die Hinterbliebenen. Mit musikalischer Begleitung machten sich die Betroffenen auf den Weg und entzündeten Kerzen. Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich Betroffene im Gemeindehaus austauschen und Mut machen.

15. Dezember 2008

von dabe

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