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Gerissene Gewölbe, Fürstenepitaph, Kanzel und Taufe


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Münster, Großes Fürstenepitaph, Philipp Brandin, um 1583

 

Der schlechte bauliche Zustand der Kirche wird auch durch die Beauftragung durch Herzog Ulrich und Herzogin Elisabeth an den Turmdeckermeister Jacob Bucholtz illustriert.


Zum Schadensbild gehörten gerissene und „zerbrochene“ Gewölbe: „(…) Die gewolbe so zurissenn, zubrochen vnndt nicht tuchtich seindt, ahnn der gantzen Kirchenn, wiederumb machen Vnndt vorfertigenn, den gewolbe dhe es vonnotten abdonnichen, Vnndt das gantze gewolbe, dha es hiebeuhornn [hiervoran] gewittet [geweißt] gewesen, auch wiederumb abweissen (…).“

Die Restaurierung und Umgestaltung zog sich bis in die zweite Hälfte der 1580er Jahre. Sie berücksichtigte die liturgischen Bedürfnisse des lutherischen Gottesdienstes und sicherte dauerhaft den weiteren Erhalt des Kirchenbaus. Die hohen Investitionen sind als ein deutliches fürstliches Bekenntnis zu Doberan zu lesen!

1583 wurde das Große Fürstenepitaph geschaffen, das sich ursprünglich an der Nordseite des Sanktuariums befand und erst im späten 19. Jahrhundert an die Westwand des Südquerhauses versetzt wurde. Eine Kanzel erhielt die Kirche laut datierender Inschrift im Jahr 1586. Teile des 1867 abgebauten Objektes blieben erhalten und befinden sich heute in den Staatlichen Museen im Schloss Güstrow. Eine Tauffünte entstand offenbar ebenfalls im Jahr 1586. Sie stand im westlichen Joch des Langhauses.

Martin Heider


Eine ausführliche Darstellung der Thematik samt Quellenangaben und Aktentranskriptionen in: Martin Heider, Christian Kayser (Hg.): Das Bad Doberaner Münster. Bau – Geschichte – Kontext. Petersberg 2020, 344 S., 360 z.T. erstmals veröffentlichte historische Pläne, Grundrisse sowie aktuelle Abbildungen. Der Band ist für 29,95 € erhältlich an der Münsterkasse.

 

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