Bund und Kirchenkreis fördern weiteren Münster-Bauabschnitt


Restaurierung Dez 2025

800.000 Euro Gesamtvolumen inkl. Förderung, Eigenmittel, Spenden und Patenschaften


Die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde Bad Doberan erhielt kürzlich die Förderzusage für einen weiteren Sanierungsabschnitt des Doberaner Münsters. Bis 2027 steht eine erneute Förderung des Bundes in Kombination mit Kirchenkreis-Patronats-Mitteln zur Verfügung.

Das Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ ist ein Förderprogramm des Bundes über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Es unterstützt die Erhaltung und Restaurierung von Kulturdenkmälern, die als besonders bedeutsam für das nationale Kulturerbe eingestuft werden. Ziel ist die Sicherung, Instandhaltung und Restaurierung herausragender Baudenkmäler, etwa bedeutender Kirchen, Klöster, historischer Stadtanlagen oder Industrie- und Kulturbauten. Gefördert werden vor allem Maßnahmen zum Substanzerhalt.

Die Größenordnung des Gesamtvolumens liegt inkl. Eigenmitteln bei 800.000 Euro. Die Eigenmittel sollen, wie in den letzten 2 ½ Jahrzehnten, vollständig aus den Einnahmen des Münsterhaushalts (Besichtigungen, Führungen) sowie Spenden, Patenschaften, dem Verkauf spezieller Artikel, etwa des Kalenders, der Fensterbilder und Medaillen sowie durch Zuweisungen aus dem Münsterbauverein Bad Doberan e.V. erbracht werden. Denn die Kirchensteuerzuweisungen und das Kirchgeld werden vollständig für die anderen kirchengemeindlichen Aufgaben benötigt.

Nun konnte auch das Gerüst im Westteil (Foto) abgebaut und ein neuer Bauabschnitt begonnen werden. Dieser ist die Fortsetzung und Verlängerung eines seit 2022 laufenden und bislang größten Bauabschnitts seit 1990 mit einem Gesamtvolumen von rund 1,8 Mio. Euro.

7,8 Millionen Euro für Bauerhalt des Münsters seit 2001

Seit 2001 sind insgesamt etwa 7 Mio. Euro in Erhalt und Restaurierung des Münsters und seiner international bedeutenden Ausstattung geflossen, zu denen nun weitere 800.000 Euro hinzukommen.

Für 2026 und 2027 ist insbesondere die Gewölbesanierung in den Querhäusern sowie einiger Gewölbefelder der Seitenschiffe vorgesehen. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die abschließende nachhaltige Beseitigung statischer Probleme, insbesondere der Rissbildungen im Südquerhausgiebel, die unter anderem durch korrodierte historische Zuganker verursacht wurden.

Parallel zur statischen Instandsetzung der Gewölbe werden die rund 45 Jahre alten Wandfassungen an den rund 25 Meter hohen Wandflächen der Querhäuser gereinigt, konserviert und punktuell restauriert, damit es in den nächsten Jahrzehnten keiner separaten „Generalrestaurierung“ des Innenraums, sondern allenfalls Pflege- und Wartungsarbeiten bedarf.

Martin Heider

 

Deutlich geringere Einschränkungen durch neuen Bauabschnitt


Mittelschiff 2025

Der aktuelle Bauabschnitt 2022–2025 im Mittelschiff läuft nun aus. Im neuen Bauabschnitt in den Querhäusern und Teilen der Seitenschiffe ist mit deutlich geringeren Einschränkungen für Gottesdienste, Konzerte und Führungen zu rechnen.

Der Wechsel des Bauabschnitts vom Mittelschiff zu den Querhäusern bedeutet für Kirchengemeinde, Besucher und Veranstaltungen eine deutliche Erleichterung. Im nun endenden Bauabschnitt stand mit dem Mittelschiff der zentrale Kirchenraum des Münsters im Fokus der Arbeiten. Das machte umfangreiche Gerüststellungen, Abdeckungen und Sperrungen notwendig, die zeitweise Veranstaltungen und Führungen deutlich beeinträchtigten.

Nun verlagern sich die Sanierungsarbeiten in die seitlich gelegenen Querhäuser (Nord- und Südquerhaus – Foto 2) sowie in Teile der Seitenschiffe. Diese Bereiche liegen außerhalb der Hauptachse des Kirchenraums und werden für zentrale Veranstaltungen nur als Zugangsbereiche genutzt. Das Mittelschiff ist nun wieder vollständig zugänglich und nutzbar.

Gottesdienste finden seit dem Ewigkeitssonntag wieder im banktemperierten Westteil statt. Wahlweise können nun wieder Teilbereiche (Ost- oder Westteil) bzw. das gesamte Mittelschiff (Heiligabend, Großkonzerte) ohne Einschränkungen genutzt werden.

Führungen gehen nun wieder uneingeschränkt zur außergewöhnlich reichen Ausstattung im Mittelschiff samt dem monumentalen Lettner-Kreuzaltar; nun auch ohne Sichtbarrieren, da das Gerüst zwischen Kreuzaltar und Westwand komplett demontiert ist.

Baumaßnahmen werden durchaus unterschiedlich wahrgenommen; nicht zwingend als störend. Sie wecken Interesse am Baugeschehen und die Spendenbereitschaft. Zudem brachte der endende Bauabschnitt wieder viele neue Erkenntnisse über das Münster. Mit den bevorstehenden Arbeiten in den Querhäusern ermöglichen sich für Interessierte wieder Einblicke in die frühere und heutige Restaurierungspraxis.

Martin Heider

 

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