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Monatliche Morgenandacht im Münster

Immer am 1. und 3. Donnerstag im Monat um 8 Uhr im Münster

Die Mitarbeiter unserer Kirchengemeinde beginnen zweimal im Monat den Tag mit der Feier der Mette (Morgengebet) nach altkirchlicher Tradition (im Evangelischen Gesangbuch unter Nr. 727). Dies ist uns eine liebgewordene Tradition geworden, zu der wir gern auch die Gemeinde und Gäste einladen möchten. Dieser Moment der Einkehr im morgendlichen, stillen Münster ist eine ganz besondere Form geistlichen Lebens und innerer Gemeinschaft.

Herzlich willkommen!

Taizé-Andacht

Taizé-Kreuz vor dem Hochaltar
Ankündigung Taizé-Andachten
Erste Taizé-Andacht im Jahr 2008

Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Bad Doberan lädt an jedem 1. Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr zu einem Taizé-Abendgebet in das Doberaner Münster ein. In der kalten Jahreszeit findet dieses in der beheizten katholischen Kirche im Doberweg statt. 

In Anlehnung an und in Verbundenheit mit den Gebeten der Gemeinschaft von Taizé werden besonders junge Menschen aus der Kirchgemeinde diese Abendgebete mitgestalten.

Der Begriff "Taizé" ist mehr als nur der Name einer Ortschaft im französischen Burgund. Als 1949 der Schweizer Mönch Frère Roger Schutz den Orden gründete, war er von den Auswüchsen des Zweiten Weltkriegs zutiefst getroffen. Der protestantische Mönch setzte der Gewalt und Vernichtung den Glauben an die Gemeinschaft der gesamten Christenheit und an die Jugend entgegen. Die Namen "Frère Roger" und "ökumenische Jugendbewegung" sind seitdem untrennbar miteinander verbunden. 1974 fand ein Konzil der Jugend statt, mit dem Taizé weltweite Aufmerksamkeit und Anerkennung gewann. Die daraus resultierenden religiösen Jugendtreffen wurden nach einiger Zeit wieder eingestellt und gingen in den "Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde" über.

Viele werden sich noch an die unfassbare Meldung im August 2005 erinnern. Mitten in die Euphorie des katholischen Weltjugendtages in Köln traf die Nachricht von dem Attentat ein. Dem 90jährigen Protestanten Frère Roger war kein natürlicher Tod beschieden. Eine geistig verwirrte Frau verletzte ihn beim Abendgebet tödlich. An diesem Abend hob der Schock um den plötzlichen Verlust alle Schranken zwischen Katholiken und Protestanten auf. - Das war vielleicht das schönste Abschiedsgeschenk, das dem Kämpfer um Aussöhnung und Einigkeit im Christentum gemacht werden konnte.

Vielen Christen, katholischen und evangelischen zugleich, hat sich aber ein Bild der Hoffnung mit dem lebenden Roger Schutz eingeprägt. Als im April 2005 die Beisetzungsfeier für Papst Johannes Paul II. stattfand, hat der damalige Kardinal Ratzinger demonstrativ die Hostie an den im Rollstuhl sitzenden Frère Roger ausgeteilt. Das stand im absoluten Widerspruch zur katholischen Lehrmeinung, in der nur bekennende und aktive Katholiken den "Leib Christi" empfangen dürfen und die eine gemeinsame Begehung des Abendmahls von Katholiken und Protestanten explizit untersagt. Seit eben jener Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde, steht die Einlösung dieser vielleicht leichtsinnig vergebenen Verheißung noch im Raum ...

Bei den Taizé-Andachten geht es neben der Besinnung auch um die Gemeinsamkeit im Erleben. Es gibt keine Predigt, sondern nur eine Mischung aus Gebeten, Gesängen und Meditation. Bei der Taizé-Andacht verbringen wir eine Zeit der Stille. Sie gewährt Raum, in sich hinein zu hören und sich fallen zu lassen. Das ist die Gelegenheit, auch mal "auf Empfang zu gehen". Diese Zeit kann ein Augenblick voller Offenheit sein und damit etwas sehr Verbindendes und Intensives.

Auf der Webseite der Communauté de Taizé (www.taize.fr/de) steht: "Stille halten heißt erkennen, dass ich nicht viel ausrichten kann, wenn ich mir Sorgen mache. Stille halten heißt Gott überlassen, was außerhalb meiner Reichweite und meiner Fähigkeiten liegt. Selbst ein ganz kurzer Augenblick der Stille ist wie eine Sabbatruhe, ein heiliges Innehalten, eine Bresche in die Sorgenmauer."

Während die Stille eher das individuelle Gebet verkörpert, steht bei den Gesängen die Gemeinsamkeit des Betens im Vordergrund. Die Gesänge werden in Taizé a-cappella oder mit dezenter Gitarrenbegleitung gesungen.