• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte

Farbgestaltung im Kirchenraum

Langhaus nach Westen
Zentralpfeiler Nordquerhaus
Fassungsbelegstrecke Triforium
Deckengewölbe Langhaus
Neogostische Raumfassung
Rekonstruierte mittelalterl. Fassung

Die heutige Farbgestaltung des Innenraums ist Ergebnis der Generalsrestaurierung von 1974-1984. Die Rekonstruktion des mittelalterlichen Raumerlebnisses wurde damals angestrebt.

Vorausgegangen sind ihr vier verschiedene Farbfassungen, die sich alle an der mittelalterlichen orientieren, aber teilweise in Farb- und Formgebung variieren.

Um die verschiedenen Farbfassungen nachvollziehen zu können, wurde in der ersten südöstlichen Kapelle des Kapellenkranzes die Ausmalung von 1892 erhalten. Im südlichen Querhaus wurde eine Fassungsbelegstreck mit der ersten, dritten (1831) und vierten Fassung (1892) des Triforiums geschaffen. Die Zweitausmalung ist 1830 weitgehend beseitigt worden, die wenigen Befunde ließen keine Rekonstruktion zu.

Die damalige Erstausmalung und die nun den Raum prägende rekonstruierte Farbigkeit zeichnen sich durch die Verwendung weniger Farben aus.

Die Farben rot, blau und weiß galten im späten Mittelalter als Farben der Maria und sind auch am Marienleuchter und im Gewölbe im Inneren des Hochaltars zu finden. Die backsteinfarbene Bemalung der Wände und Pfeiler mit weißem Fugennetz ist mittelalterlichen Ursprungs und in allen Farbfassungen zu finden.

Damit konnten Unregelmäßigkeiten an den hangestrichenen Steine, die durch unterschiedliche Brenneigenschaften keine gleichmäßige Oberflächenqualität und Farbigkeit boten, kaschiert werden. Diese Übermalung ist häufig in norddeutschen Backsteinkirchen zu finden. Auffallend gestaltet in ihrer Farbigkeit sind die beiden Zentralpfeiler in den Querschiffen. Das orientalische Kachelmuster könnte Fürst Heinrich I. der Pilger um 1300 von einer Pilgerreise aus dem heiligen Land mitgebracht haben.