• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte

Baubeschreibung der gotischen Kirche

Kreuzförmige Basilika
Stützpfeiler am Nordquerhaus
Obergaden Chorraum
Obergadenfenster Chorraum

Innen: Das Münster ist im Grundriss eine kreuzförmige, dreischiffige Basilika ohne Vierung mit einer Länge von neun Jochen. Der Chor ist ein 5/8 Polygon mit Umgang und Kapellenkranz.

Aufgrund der kurzen Bauzeit wirkt der Innenraum sehr einheitlich und ist geprägt durch eine klare Gliederung und ähnlich bleibende Details.

Die Gesamtlänge des Mittelschiffes mit Kapellenkranz beträgt 78 m, die des Querschiffs 39 m. Die 24 gleichartigen Pfeiler stehen symbolisch für die zwölf Apostel sowie die zwölf Propheten. Zwischen den fünf Jochen des Langhauses sind die Pfeilerabstände größer als im übrigen Teil der Kirche. Dies ist ein Indiz für die teilweise Wiederverwendung der Fundamente der romanischen Vorgängerkirche.

Die Querschiffe werden von hohen Gewölbefeldern überdeckt, die auf schlanken, elegant gegliederten und farbig reich gemusterten, hoch aufragenden Mittelpfeilern ruhen. Die Höhe des Kreuzrippengewölbes im Mittelschiff beträgt 26,5 m, im Seitenschiff 12,5 m. Die ehemalige Dreiräumigkeit der Zisterzienserkirche ist direkt erlebbar: je ein Drittel für Laienchor, Mönchschor und Presbyterium.

Die Dienste im Mittelschiff enden in rund vier Meter Höhe, bis auf den Chorbereich, in reich verzierten Konsolen. An den Längsseiten befand sich das zum Teil heute noch erhaltene Mönchsgestühl. Die Konsolen sind aus Kalkmörtel, wurden in Holzformen gegossen und anschließend mit Werkzeugen fein modelliert. Sie zeigen Blattwerk von Weinlaub, Akanthus, Ahorn, Feige und Eiche im Stil der Hochgotik.

Die Triforiumgalerie wurde auf die durch die Seitenschiffdächer hervorgerufene tote Zone aufgemalt. Sie ist nur als Scheintriforium aufgemalt, da die Zisterzienserbauregeln keinen offenen Laufgang erlaubten und einer technischen Ausführung mit Backstein Grenzen gesetzt waren.

Im Münster liegt die Luftfeuchtigkeit bei 80 - 85 %. In den unteren Bereichen von Pfeilern und Wänden sind große Mengen Wasser und darin gelöste Salze enthalten.

 

Außen: Im Norden symbolisiert die Prunkfassade, betont durch zwei symmetrisch angeordnete Treppentürmchen, in Beziehung zum angrenzenden Friedhof und dem spätromanisch - frühgotischem Beinhaus das himmlische Jerusalem.

 

Die Westfassade, asymmetrisch mit einem Treppentürmchen und einem schmucklosen Pfeiler, war ursprünglich teilweise durch Konversenbau und Werkstätten verdeckt. An der Westwand des südlichen Seitenschiffes blieben von der romanischen Vorgängerkirche aus der Zeit um 1230 der Bogenfries, das Portal, und der Stufengiebel erhalten. Typisch für viele Zisterzienserkirchen ist aufgrund der Trumlosigkeit ein große Westfenster, welches eine natürliche Beleuchtung der Kirche ermöglicht.

An der Südfassade ist am mittleren Strebepfeiler der Südquerhauswand der alte Dachansatz des Mönchsbaus zu sehen. Rechts unter dem linken Querhausfenster des Südgiebels ist der ehemalige Zugang aus dem Mönchsdomitorium als Türbogen erhalten, sichtbar im Eingangsbereich der Kirche. Am südlichen Querschiff sind teilweise die Ansätze der Satteldächer des nördlichen Kreuzgangflügels erkennbar.

Die Sakristei mit Treppenturm und Bibliothek ist ein stabilisierender Anbau aus dem 19. Jahrhundert. Nach vollständigem Abriss des Kreuzganges wurde dies notwendig und schuf gleichzeitig neue Räume.

Offen bleibt, ob der Kapellenkranz im Osten früher einheitlich mit einem Schleppdach geschlossen war. Seit 1884 hat jede Chorumgangskapelle ein einzelnes Pyramidendach, wodurch eine architektonische Auflockerung erreicht wurde. Zuvor überzog ein Schleppdach alle Kapellen.

Die Treppentürmchen an den Außenfassaden betonen das Aufwärtsstreben des Kirchenbaus. Ein umlaufender Kleeblattbogenfries bestimmt dagegen mit hellem Innenputz und Mauerband den Bau horizontal. Der überwiegende Teil des Bausubstanz stammt noch aus dem Mittelalter.