• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte

Bauablauf und Finanzierung

Mittelalterlicher Strebebogen
Glocke von 1301
Dachflächen Kapellenkranz
Mittelalterlicher Dachstuhl
Ehemaliges Wirtschaftsgebäude 13. Jh.
Wirtschaftsgebäude - Nordgiebel und Mühle
Kornspeicher 13. Jahrhundert

Bereits um 1295 war der Rohbau des hochgotischen Münsters samt Dachstuhl fertig gestellt. Dies ergab eine dendrochronologische Untersuchung durch Dr. Tilo Schöfbeck. Weitere Forschungen wurden in den darauf folgenden Jahren durchgeführt.  

Ein im Jahr 2011 durchgeführter Abschlussbericht von Dr. Christian Kayser von der TU München zur Statik gibt Hinweise zu den vier großen Bauphasen an der hochgotischen Klosterkirche. 

Ein Beleg für die frühe Fertigstellung des Baues ist ebenfalls die 1301 gegossene, erhaltene, funktionstüchtige Glocke und die einmalig erhaltene hochgotische Erstausstattung. 

Die unteren Bereiche des größeren und rund 80 Meter lange Neubaus wurde um den kleineren ca. 50 Meter langen weiterhin genutzen Altbau (die romanische Klosterkirche) herum errichtet. Da Teile der West- und Südwände und deren Fundamente, auch aufgrund des anschließenden Kreuzganges, in den Neubau integriert wurden, mussten in diesen Bereichen bald Abrissarbeiten an Teilen der romanischen Kirche erfolgen. 

Der Obergaden wurde dann in einem Zug in wenigen Jahren errichtet. 

Das Material der alten Kirche wurde in Bereichen westlich des Chorraumes zum Verfüllen der Pfeiler und Wände verwendet. Das mit der Vorgängerkirche geweihte Material wurde somit weiterhin im sakralen Kontext genutzt. Obwohl Kirchenbau und Ausstattung längst fertig gestellt waren, erhielt das Münster erst am 4. Juni 1368 die Schlussweihe.

 

 

Die Finanzierung

 

Der Bau des gotischen Münsters erforderte erhebliche Finanzmittel, da die Zisterzienser ihre Kirche natürlich nicht selbst gebaut haben, sondern  durch Bauleute errichten ließen, die dafür guten Lohn erhielten.  Die Mönche hatten auf Grund ihrer gottesdienstlichen Pflichten selbst keine Zeit, einen solchen Bau selbst zu errichten. Für sie galt die Regel: „Dem Gottesdienst ist nichts vorzuziehen“. 

Die wirtschaftliche Tätigkeit des Klosters war effektiv und nachhaltig. Von Anfang an bildeten umfangreiche Stiftungen an Landbesitz und steuerliche Privilegien durch die  Landesherren und Bischöfe eine gute Grundlage. Dazu kam ein umfangreicher Handel mit Lüneburger Salz, sowie landwirtschaftlichen und handwerklichen Eigenprodukten in den Doberaner  Klosterhöfen der Hansestädte Rostock, Wismar und Lübeck.     

Weitere Einnahmequellen waren im Laufe der Zeit geschickte Finanzoperationen und Grundstücksgeschäfte sowie vielfältige Legate vermögender Privatpersonen, fortwährende Altarstiftungen und bischöfliche Ablässe.

Die bäuerlichen Klosteruntertanen trugen durch klar begrenzte Dienstleistungen, wie zum Beispiel Holzfuhren im Winter, und durch ihre seit Jahrzehnten unveränderten Abgaben zum wirtschaftlichen Erfolg des Klosters bei. Das Abhängigkeitsverhältnis von Bauern und Kloster beruhte in Doberan auf Gegenseitigkeit. Nämlich Abgaben zu leisten auf bäuerlicher Seite,  Schutz und Hilfe in unverschuldeten Notsituationen zu gewähren, von Seiten der Klosterherrschaft.  Auch für Doberan galt der Spruch des Bauern. „Unter dem Krummstab ist gut wohnen.“