• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte

Baugeschichte

Dachflächen von Nordost
Gemalte Triforium-Galerie
Chorscheitel und Kapellenkranz

1171 gründeten Bischof Berno von Schwerin und der kurz zuvor getaufte Obotritenfürst Pribislav das Zisterzienserkloster Doberan als Tochterkloster von Amelungsborn im drei km südöstlich vom heutigen Doberan gelegenen Althof.

Infolge eines Thronfolgekrieges nach dem Tode Pribislavs wurde das Kloster schon acht Jahre nach seiner Gründung fast völlig zerstört. 1186 wurde ein erneuter Anlauf an heutiger Stelle gewagt. Der Vorgängerbau des gotischen Münsters war eine im Jahr 1232 geweihte romanische Backsteinbasilika.

Ab rund 1270 wurde das neue, geräumigere hochgotische Gotteshaus gebaut, der Rohbau bereits 1296 fertig gestellt. Ansehen und Reichtum des Klosters waren im 13. Jahrhundert gewachsen, die romanische Kirche genügte den Ansprüchen nicht mehr.

Drei Generationen unter 11 Äbten bauten die heute in ihrer Gesamtheit hervorragend erhaltene Basilika. Urkundlich erwähnt wird nur ein Baumeister Heinrich. Am 4. Juni 1368, 74 Jahre nach Baubeginn fand die Weihe des Münsters statt.

Als Blütezeit des Klosters gelten die Jahre 1402-1478. Zahlreiche Urkunden bestätigen einen guten wirtschaftlichen Fortgang. Doberan wurde als reiches und glückliches Kloster bezeichnet. In Folge der Reformation wurde das Kloster 1552 aufgelöst und zu einem herzoglichen Landwirtschaftbetrieb umgewandelt, der Ort verlor seine hohe Bedeutung.

Herzog Ulrich I. rettete das Münster 1553 durch einen Befehl vor dem Abriss. Seit der Reformation wird das Münster als evangelische Pfarrkirche und Grablege einiger Landesherren und weiterer Personen genutzt.

Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu Plünderungen und Zerstörungen durch kaiserliche und schwedische Truppen. Größere Erneuerungsphasen wie die Barockisierung blieben weitgehend aus.

Einen großen Aufschwung erfahren Doberan und das Münster erst wieder 1793 durch die Gründung des ersten deutschen Seebades in Heiligendamm durch Großherzog Friedrich Franz I. Doberan wird seine Sommerresidenz.

In den Jahren 1829-1834 wurden Reparaturen und eine Neufassung des Innenraums durch C.T. Severin durchgeführt, sowie von 1848-1875 vor allem die Ausstattung durch L.A. Bartning und Th. Krüger restauriert.

In den Jahren 1882-1896 kam es zu einer neogotischen Restaurierung und Kathedralisierung unter Leitung des Baurats L. Möckel. Der bauliche Zustand der Kirche zeigte erhebliche Mängel. Statische Probleme und dringend notwendige Instandsetzungen der Bausubstanz machten größere Eingriffe notwendig.

Das Münster ist eine der wenigen deutschen Kathedralbauten ohne Zerstörungen und Plünderungen im 2. Weltkrieg. Von 1964 bis 1984 wurde das Münster erneut außen und innen restauriert. Gefördert wurde dies von Seiten der Regierung der DDR, um das Münster als herausragendes Beispiel der nordischen Backsteingotik zu erhalten. Die ehemalige Klosterkirche stand auf der Liste nationalbedeutender Denkmäler mit internationalem Kunstwerk in der DDR auf Rang drei.

Ein Blick in die Bauakten zeigt, dass die Arbeiten 1984 keinesfalls beendet waren. Es findet sich bis heute kein Jahr, in dem keine Erhaltungsmaßnahmen am Bauwerk bzw. der Ausstattung stattfanden, wenn auch in unterschiedlichem Umfang und Intensität.

1988 sind beispielsweise im Januar die Fenster in der Bülowkapelle in Arbeit und das 1. Obergadenfenster von Westen an der Südseite im Oktober ausgebaut. 1990 ist ein Apostelfenster aus dem Chorumgang in Arbeit. Restaurierungsmaßnahmen am Mühlenaltar sind 1993 im Gange. Das Westfenster wurde am 8.11.1996 nach aufwändiger Sanierung eingeweiht. 1997 begann die Restaurierung der ersten zwei Grabplatten, Wise und Weser.

Um das Jahr 2000 zeigten sich Schäden, insbesondere an Ausstattungsstücken und Architekturelementen, die zuvor nicht im Programm der Arbeiten waren. Zur Koordinierung der Finanzierung und der seitens der Kirchengemeinde anfallenden Verantwortlichkeiten wurde im Januar 2001 die Münsterverwaltung gegründet.

Seitdem wurden große Bereiche des Dachstuhls saniert, ebenso die Dachflächen am Kapellenkranz, 50 der 70 Fenster, alle weiteren mittelalterlichen Grabplatten, die Farbfassung des Hochaltars und des Sakramentshauses, die monumentale Grabanlage im Chorumgang, 16 Epitaphien, Schnitzwerke und die Wandmalereien des auf dem ehemaligen Mönchsfriedhof stehenden Beinhauses aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Nicht zu vergessen seien die statischen Sicherungsmaßnahmen durch den Einzug von Edelstahlankern im Langhaus.

Die Arbeiten werden auch über das Jahr 2018 hinaus andauern. Mehr als 50 Jahre halten die Restaurierungs- und Instantsetzungsarbeiten am Doberaner Münster an.