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07.05.2018

Doberaner Marstall saniert

Mit dem Marstall ist ein weiteres Gebäude im Klosterareal saniert

Das Bauvorhaben am Marstall, der aus der Zeit um 1800 stammt und im westlichen Teil des Klosterareals liegt, ist abgeschlossen. Damit wurde ein weiteres Gebäude im Klosterareal vor dem weiteren Verfall bewahrt und ein Bereich der Anlage deutlich weiterentwickelt.

Aus Anlaß der Fertigstellung begrüßte der Geschäftsführer der Wohnungs- und Investitionsgesellschaft (WIG) - die das Gebäude erwarb und sanierte - Arno Gutzmer zum Festakt. Auszüge aus seiner Festrede skizzieren den Entscheidungsweg und die Kosten.


Eingeladen waren alle am Bau beteiligten Firmen und Institutionen, der Aufsichtsrat der WIG, die künftigen Mieter, und die Grundstücksnachbarn im Klosterbereich. Am Außenbereich wird noch kräftig gearbeitet. Dies ist ein gesonderter Bauabschnitt, der durch die Stadt Bad Doberan realisiert wird.

 

Arno Gutzmer: "Mit der heutigen Veranstaltung bringen wir im westlichen Klosterbereich die Fertigstellung eines markanten Bauwerkes zum Abschluss. Gleichzeitig wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Bezug nehmend auf die bisherigen Nutzungen werden die künftigen Mieter der Wohn- und Gewerberäume das Gebäude mit einem anderen Leben erfüllen. Wo einst Pferde untergebracht waren, Schulsport betrieben wurde und der Bauhof der Stadt seine Betriebsstätte hatte, werden Wohnen, Handwerk und Gewerbe in touristischer Ausrichtung einen Platz finden. Die Stadt wird in diesem Hauptraum gemeinsam mit dem Klosterverein eine Ausstellung zum Kloster beherbergen und einen Anlaufpunkt für Touristen organisieren.

Mit Abschluss der Arbeiten im Außenbereich wird das Gelände beste Bedingungen für historische Handwerksmärkte und andere Veranstaltungen bieten. Wir haben damit eine Steilvorlage für die Sanierung des Wirtschaftsgebäudes gegeben. Aber auch der angrenzende Hengstenstall wartet auf eine Sanierung. Diesem Projekt werden wir uns nachfolgend widmen und voraussichtlich im kommenden Jahr realisieren.

 

Der Entscheidungsweg

Es war ein langer und schwieriger Weg von der Absichtserklärung bis zur Fertigstellung, und es war auch immer ein Lernprozess. Die Bürokratie verlangte uns viel ab. Die Überlegungen zur Nachnutzung begannen in 2013 mit der Festlegung, dass der städtische Bauhof das Areal aufgeben wird. Der Leerzug erfolgte dann im Sommer 2013.

Der Grundstein für das heutige Nutzungskonzept wurde durch Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V., gelegt. Wir bedanken uns ausdrücklich für Ihr Engagement in dieser Sache.
Bereits im 1. Konzept stand das Informations- und Ausstellungszentrum im Mittelpunkt der Überlegungen.
Da die Stadt sich nicht in der Lage sah, das Grundstück selbst zu entwickeln, eine vollständige Privatisierung eines Grundstückes im Klosterbereich aber nicht vorgesehen war, kam die Überlegung, das städtische Wohnungsunternehmen mit der Aufgaben zu betrauen.

Das Konzept wurde dann in gemeinsamen Runden mit der Stadt, dem Förderverein und der WIG weiter entwickelt. Im Oktober 2013 fasste die Stadt den Beschluss zum Verkauf des Marstalls an die WIG. In 2014 wurde weiter um ein belastbares Konzept gerungen. Gleichzeitig begann die Suche nach einem geeigneten Architekturbüro. Im Juli 2014 haben wir uns grundsätzlich mit dem Architekten Herrn Hadlich über eine Zusammenarbeit verständigt.

 

Im September 2014 bestätigte die Stadtvertretung das erarbeitete Nutzungskonzept für den Marstall. Im Dezember 2014 wurde der Kaufvertrag zwischen der Stadt und der WIG geschlossen. Nun konnte die ordentliche Planung beauftragt werden. Nach Vorlage der ersten Kostenschätzungen erfolgten die Abstimmungen mit dem Sanierungsträger zur Einwerbung von Städtebaufördermitteln. Im Oktober 2015 konnten wir die Unterlagen zur Baugenehmigung einreichen. Im Juli 2016 wurde der Fördermittelbescheid des Landesförderinstitutes zugestellt.

Im August 2016 wurde daraufhin die Modernisierungsvereinbarung mit dem Sanierungsträger, der GSOM, geschlossen. Im Dezember 2016 erfolgte nach öffentlicher Ausschreibung die Auftragsvergabe. Im Januar 2017 wurde eine Darlehensvereinbarung mit der Bank geschlossen. Damit war auch die Finanzierung des Vorhabens gesichert.

Der anfängliche Bauablaufplan sah eine Bauzeit von Februar 2017 bis zum Jahresende vor. Jetzt sind wir Mitte April 2018 zum Abschluss gekommen.

 

Die Kosten der Marstallsanierung


Die Baukosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf ca. 1,8 Mio. €. Die anteiligen Städtebaufördermittel werden voraussichtlich ca. 600 T€ betragen. Für die Hofgestaltung hier im westlichen Klosterbereich wurden durch die WIG weitere ca. 200 T€ bereitgestellt. Durch die Städtebauförderung sind wir eine Mietpreisbindung eingegangen. In diesem Objekt sind fünf Wohnungen, drei Gewerbeeinheiten und ein Ausstellungsraum entstanden. Insgesamt stehen ca. 712m² für die Mieter zur Verfügung. Entstanden sind vier Zweiraumwohnungen zwischen 53m² bis 83m² und eine Dreiraumwohnung mit 89m².

 

Die Gewerbe sollen vorrangig dem touristischen Anspruch entsprechen. Im Gewerbe 1 erfolgt derzeit der Ausbau im Sinne des Mieters. Die Gewerbeeinheit wird dann erst Ende Mai fertig gestellt. Der Ausstellungsraum wird ein Modell des Klostergeländes beherbergen. Mit Schau- und Informationstafeln sollen vielfältige Informationen zum Doberaner Kloster dargeboten werden.