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31.12.2016

Industriekletterer im Münster

Erstmals Einsatz im Innenraum für Reinigungs- und Wartungsarbeiten

Industriekletterer waren bereits am Äußeren des Doberaner Münsters tätig. Ein Novum ist deren Einsatz im Innenraum. In der ruhigeren Besucherzeit vor den Feiertagen konnten die ersten Einsätze realisiert werden.

Hauptziel ist das Durchführen von Reinigungs- und kleineren Wartungsarbeiten, für die die Errichtung eines Gerüstes viel zu aufwendig wäre. In manche Bereiche kommt man somit seit vielen Jahren das erste Mal. Dort, wo in den vergangenen Jahren Gerüste für die Sanierung von Fenstern und das Einziehen von Zugankern standen, wurden die benachbarten Bereiche bereits gereinigt und gewartet. In anderen Bereichen war dies mitunter seit der Restaurierung in den 1980er Jahren bislang nicht möglich.

Die Fensterbänke und die dort integrierten Rinnen zum Sammeln des Schwitzwassers bzw. der durch feine Ritze bei Schlagregen eindringenden Feuchtigkeit, sowie die kleinen Röhrchen, durch die das Wasser nach außen abgeleitet wird, wurden gereinigt. Werden diese nicht freigehalten, kann das Wasser aus diesen Rinnen in den Innenraum überlaufen. Dies hat vor der Fensterrestaurierung in den Jahren 2002-2006 zu hässlichen, schmutzigen "Wassernasen" auf den weißen Flächen des gemalten Triforiums geführt und war durch Feuchteeintrag Gefährdung für bestimmte Ausstattungsstücke. Nach der Restaurierung dieser Flächen in den vergangenen Jahren sollen nun neue Schäden frühzeitig vermieden werden.

Zudem werden Verschmutzungen auf horizontalen Flächen, Mauervorsprüngen und in den Fensterlaibungen beseitigt. Diese Verschutzungen können Nährboden für Mikroorganismen sein, die sich nachteilig für die Farbfassungen auswirken. Eine über die Jahre entstandene große Anzahl an unzugänglichen verstaubten, unansehnlichen Spinnennetzen konnten zudem beseitigt werden.  
Die Kletterer befestigen ihre Seile im Dachstuhl und führen diese durch mehrere Gerüstlöcher im Deckengewölbe. So ist das Erreichen nahezu aller Bereiche möglich. Die Deckengewölbe haben im Haupt- und Querschiffen eine Höhe von ca. 26,5 Meter in den Seitenschiffen von ca. 13 Meter.

Ausgeführt wurden die Arbeiten durch Geschäftsführer Lothar Drummer und den Bad Doberaner Peter Westendorf (in den Fotos am Seil bis in 26,5 m Höhe) von der Firma TSP - Spezialbau GbR Drechow.

Die Arbeiten werden im Januar, nach dem Ende der Weihnachtsferien in allen Bundesländern und parallel zu den Bau- und Restaurierungsarbeiten, fortgeführt. 

Martin Heider

Kustos / Verwalter am Doberaner Münster