• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
25.12.2016

Grabmalrestaurierung

Restaurierungsarbeiten am Reiterstandbild des Hofmeisters Samuel Behr im Jahr 2016

Im Jahr 2013 begannen die umfangreichen Voruntersuchungen und die Maßnahmebeschreibung für die Restaurierung des Reiterstandbildes des Fürstlich Mecklenburgischen Geheimen Rates und Hofmeisters Samuel Behr (1575-1621). Seit dem Jahr 2015 erfolgen die mitunter komplizierten Arbeiten zur Bestandssicherung und Restaurierung, die in diesem Jahr entscheidend fortgeführt wurden.

Die Restaurierungsarbeiten am Reiterstandbild konzentrierten sich in 2016 auf den Untergrund um das Grabmal. Sie verzögerten sich zu Anfang des Jahres, weil die Durchfeuchtung in diesem Bereich größer war als zunächst angenommen (Grundwasserspiegel bei - 1,17 m) und man sich entschloss, den Unterboden vollständig aufzunehmen. Dabei wurde von den Archäologen die Seitenwand einer Grabtumba (?) freigelegt und Bruchstücke des alten Sarkophagsockels gefunden. Die freigelegten Abschnitte wurden sofort wieder mit kapillarbrechendem Material verfüllt.


Nach Vorlage unterschiedlicher Vorschläge für die zusätzliche Belüftung des Untergrundes und mehreren Abstimmungsrunden entschieden sich die Verantwortlichen für drei umlaufende Entlüftungsfugen um das Grabmal. Dabei verläuft die mittlere Fuge in einer Führung innerhalb der historischen Bodenfliesen, die dazu teilweise beschnitten werden müssen. Vor dem Einbringen des Estrichs wurden Kabel für die spätere Beleuchtung des Reiterstandbildes verlegt.

Parallel dazu erfolgte in der Pribislav-Kapelle die Restaurierung von Pferd und Reiter. Hierbei wurden unsachgemäße Altergänzungen ersetzt, brüchige Bereiche gefestigt und Fehlstellen in der Farbfassung durch Retuschen vervollständigt.

Ebenfalls abgeschlossen wurde die Restaurierung von Sattel und Zaumzeug in einer Hamburger Werkstatt.

Nach der Winterpause werden die historischen Bodenfliesen wieder verlegt und die Restaurierungsarbeiten an allen Steinteilen des Grabmals werden fortgeführt.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung unterstützt gemeinsam mit der Ostseesparkasse Rostock die Restaurierung und Konservierung dieses künstlerisch herausragenden und im Erscheinungsbild außergewöhnlichen Grabmonumentes maßgeblich. Die Eigenmittel stammen aus dem Münsterhaushalt der Kirchengemeinde, einer Zuwendung aus dem Münsterbauverein, dem Denkmalfond der Nordkirche, Patronatsmitteln und einer großen Privatspende.

Sebastian Röhl, Leitender Restaurator

Martin Heider, Kustos