Grabmal Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg

Das Grabmal von Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg (†1920) und seiner Frau Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach (†1908) wurde um 1910 von Baurat Winter aus Braunschweig gefertigt. 

Es besteht aus einem Sokkel aus graublauem, norwegischen Labrador, überdacht von einem Ziborium unter anderem aus Veroneser Marmor, versehen mit einem Glasmosaik. 

Johann Albrecht war als Präsident der deutschen Kolonialgesellschaft viel auf Reisen. Er nahm byzantinische Gebäude aus Ravenna und Umgebung zum Vorbild. Zusätzlich ist das Grabmal von der wilhelminisch-deutschen Baukunst beeinflusst.

In der Kapelle blieb nach 1976 im Gegensatz zur übrigen Kirche die neogotische Farbfassung der Restaurierung von Gotthilf Ludwig Möckel 1896-98 erhalten. Die Fürstenbilder in der Kapelle zeigen Königin Sophie von Dänemark und Prinzessin von Mecklenburg (†1631), Gemahlin des dänischen Königs Friedrich II., sowie Herzog Karl I. v. Mecklenburg (†1610). 

 

Herzogregent Johann Albrecht von Mecklenburg

Als erster großherzoglicher Spross wurde Johann Albrecht im erneuerten Schweriner Schloss am 8.12.1857 geboren.
Er genoss bereits in jungen Jahren einen ausgezeichnete Erziehung. So wurden er und seine Geschwister zunächst von Hauslehrern unterrichtet. Ab dem 14. Lebensjahr ging er auf ein Gymnasium in Dresden. Nach seiner Militärausbildung studierte er Jura und Philosophie in Bonn. Johann Albrecht galt als hochintelligent, voll Tatkraft und Durchsetzungsvermögen. Sein Hauptinteresse galt der Geographie, der Völkerkunde und der Weltpolitik.
Als führendes Mitglied der deutschen Kolonialgesellschaft bereiste er fast die gesamte bekannte Welt und verschaffte sich dabei einen Überblick über die Deutschen Kolonien und ihre Interessen. Aufgrund seiner Tätigkeiten und Leistungen wurde er 1895 sogar zum Präsidenten der deutschen Kolonialgesellschaft gewählt. Es schien als habe er damit seine Rolle im Leben gefunden.

Das Jahr 1897 änderte alles. Durch den frühen Tod seinen Bruders Friedrich Franz III. fiel Johann Albrecht eine völlig andere politische Rolle zu. Er übernahm die Regentschaft für seinen minderjährigen Neffen, den Erbgroßherzog Friedrich Franz IV. Er hatte die Regierungsgeschäfte bis zum 19. Lebensjahr seinen Neffens inne, stand ihm aber auch nach der Thronbesteigung mit Rat und Tat zur Seite.

Johann Albrecht galt als Musterbild eines deutschen Fürsten, konservativ und monarchietreu. Auch seine Politik führte zur Großmachtstellung Deutschlands und vorangetrieben von Kaiser Wilhelm, in den 1. Weltkrieg und damit zur bitteren Niederlage.

Als Albrechts erste Frau Elisabeth, Tochter des Großherzogs Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach, 1908 starb, ließ er das imposante Grabdenkmal im Doberaner Münster errichten.

Johann Albrecht verstarb am 16. Februar 1920 im Schloss Wiligrad "am verlorenen Krieg", so sein Biograph. Er wurde wie schon 750 Jahre zuvor sein direkter Vorfahre Fürst Pribislav und danach weitere mehr als fünfzig im Münster bestattete fürstliche Personen, zu Grabe getragen.

Es war die letzte Bestattung in den Mauern der ehemaligen Klosterkirche.
Das Grabmal wurde von Baurat Winter nach Vorbildern byzantinischer Kunst entworfen und mit wertvollem Gestein, wie etwa blaugrauen Labrador und verschiedenen Marmorarten gestaltet.

Der über der eigentlichen Gruft errichtete Sarkophag wurde aus Botticino-Marmor gearbeitet. Er ist in den Lang- und Giebelseiten in mehrere Felder geteilt, auf denen im Gegensatz zu den frühchristlichen Vorbildern in Ravenna nun auch Stierkopf und Greif als mecklenburgische Wappen sowie Rautenschild und thüringischer Löwe als Wappen des sächsisch-weimarischen Hauses enthalten sind. Als ganz besonderer Schmuck wurden am Grabmal Mosaike mit altchristlichen Darstellungen aus vergoldeten Kacheln verwendet.
Die Kapelle wird gegen den Chorumgang durch ein schmiedeeisernes Gitter abgeschlossen, geschmückt mit den Wappenschildern von Mecklenburg, Thüringen und Stollberg.

Doreen Dwars / Martin Heider