• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
13.07.2017

Bestandssicherung und Restaurierung

Komplexe Restaurierung des Reiterstandbildes im Doberaner Münster

Im Jahr 2013 begannen die umfangreichen Voruntersuchungen und die Maßnahmebeschreibung für die Restaurierung des Reiterstandbildes des Fürstlich Mecklenburgischen Geheimen Rates und Hofmeisters Samuel Behr (1575-1621).

Seit dem Jahr 2015 erfolgen die mitunter komplizierten Arbeiten zur Bestandssicherung und Restaurierung, die in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen.

Das Winterhalbjahr wurde für die Bearbeitung der historischen Bodenfliesen in der Werkstatt genutzt. Dabei wurden in einem kombinierten Verfahren die festsitzenden Krusten und Verschwärzungen entfernt. Von dem sehr guten Reinigungseffekt können sich die Besucher bereits selbst überzeugen. Ende März setzten die Arbeiten im Münster wieder ein. Zur Ausführung kam das gemeinsam von den Projektbeteiligten und dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern und den Kirchenbaubehörden entwickelte Konzept zur weiteren Reduzierung von Feuchtigkeit.


Dieses sieht zusätzlich zu den im Untergrund erfolgten Maßnahmen drei um das Grabmal verlaufende Entlüftungsfugen vor. Für die mittlere Fuge wurden Haltekonstruktionen aus Edelstahl eingebracht und die an dieser Stelle schmaleren Fliesen entsprechend gekürzt. Das verlegte Raster entspricht dem vorgefundenen originalen Zustand - jede einzelne Fliese befindet sich jetzt wieder exakt an ihrer ursprünglichen Position.

Etwas komplizierter als der innere Fliesenboden stellt sich das Neuversetzen der umlaufenden Randstreifen dar. Hier waren viele Bereiche nur mit eingefärbtem Mörtel geschlossen, der sich beim Ausbau nicht halten ließ. In Absprache mit dem Landesamt wird hier ein in Farbigkeit und Oberflächenbeschaffenheit ähnliches Ersatzmaterial zum Einsatz kommen, bzw. werden kleinteilige Fehlstellen mit einem eingefärbten Mörtel geschlossen.

Im unteren Bereich des Grabmals zeigt sich bereits jetzt die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Reduzierung der aufsteigenden Feuchtigkeit und es kann ein deutlicher Rückgang beobachtet werden.


Weit vorangeschritten ist ebenso die Konservierung des Eisengitters. Zur Zeit werden fehlende Teile nach Vorlagen in der Werkstatt neu geschmiedet, retuschiert und in Kürze replatziert.

Mit dem für Juli geplanten Wiederaufsetzen von Pferd und Reiter samt der Replatzierung des Sattels wird auch für die Besucher deutlich, dass die Restaurierungsarbeiten am Reiterstandbild ihrem Ende entgegengehen. Der Abschluss der Arbeiten ist für September diesen Jahres geplant.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung unterstützt gemeinsam mit der Ostseesparkasse Rostock die Restaurierung und Konservierung dieses künstlerisch herausragenden und im Erscheinungsbild außergewöhnlichen Grabmonumentes maßgeblich. Die Eigenmittel stammen aus dem Münsterhaushalt der Kirchengemeinde, einer Zuwendung aus dem Münsterbauverein, dem Denkmalfond der Nordkirche, Patronatsmitteln und einer großen Privatspende.

Sebastian Röhl, Leitender Restaurator / Martin Heider, Kustos

 

 

Foto 1: die jüngste Beratung am 14. Juni 2017 mit Restauratoren, Denkmalpflegern, Kirchenbaubehörden und Münsterverwaltung
Foto 2: Steinrestauratoren bei der Vorbereitung der Edelstahlschienen vor dem Einsetzen in den Bodenbereich

Foto 3: zeigt ein durch Feuchtigkeit und Salze sowie Zementmörtel geschädigtes Sandsteinpostament. Horizontale Sperren in Form von dünnen Bleilappen verhindern zukünftig das Aufsteigen von Feuchtigkeit und Salzen in die Postamente

Foto 4: Konservierung des Eisengitter

Foto 5: Gesamtansicht Reiterstandbild während der Restaurierung

(Fotos: Martin Heider)