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20.04.2017

Hohe Bundesförderung für Doberaner Münster

Informationen über den Werdegang der Fördergeldbeantragung

Hohe Bundessonderförderung für drei Objekte in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gehört das Doberaner Münster mit einer Fördersumme von 125.000 Euro.  

Wie aus einer dpa-Meldung hervorgeht, können sich das Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), die Ernst-Barlach-Stiftung in Güstrow und das Doberaner Münster über eine kräftige Sonderförderung durch den Bund freuen.

Das Museum in Ankershagen erhält für die Erneuerung der Dauerausstellung in diesem Jahr 95.000 Euro. 2018 stehen dafür weitere 111.000 Euro zur Verfügung. Die Gelder stammen aus dem Bundesprogramm «Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland».

Aus dem gleichen Topf stammen fast 31.000 Euro für die Ernst-Barlach-Stiftung in Güstrow, die für die Sanierung und die museale Erstausstattung des sogenannten «Rundzimmers» gedacht sind. 125.000 Euro erhält das Münster in Bad Doberan.



Der Werdegang der Fördergeldbeantragung

Die Freude ist groß, wenn Fördergelder bewilligt werden. Bis dahin sind verschiedene Schritte und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen notwendig. Heute berichten wir zunächst über diesen Weg, bevor wir in der nächsten Ausgabe des Newsletters über die Maßnahme und die zu restaurierenden Objekte berichten werden.

Im Herbst 2016 fand in der Münsterverwaltung eine Beratung mit einer Vertreterin des Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern, den kirchlichen Baubehörden, dem betreuenden Ingenieurbüro und der Münsterverwaltung der Kirchengemeinde statt.

Es ging dabei vorrangig um Detailfragen zur Durchführung der Fördermaßnahme 2016. Dabei wurde ebenfalls geklärt, dass bis Mitte November 2016 ein Antrag auf Sonderfördermittel des Bund (Invest-Ost) zur Unterstützung "National bedeutender Denkmale in Ostdeutschland" eingereicht werden kann. Es handelt sich um die Fortsetzung des Förderprogramms, in dem sich das Münster ohnehin befindet. 2017 sei das theoretisch letztmögliche Förderjahr aus diesem Sonderförderprogramm. Diese erneute Chance auf Beantragung von Fördermitteln wollten wir unbedingt nutzen.

Im ersten Schritt wurden in Absprachen zwischen dem Ingenierbüro und der Münsterverwaltung der Maßnahmeantrag und die Maßnahmebeschreibung für den Förderantrag erarbeitet. Dies unter Verwendung der Liste der in den
Münsterbaukonferenzen als offen und notwendig definierten Bau- bzw. Restaurierungsmaßnahmen.

Im nächsten Schritt erfolgte die fachliche Abstimmung dieses Antrages mit dem Baudezernat der Landeskirche, der Baudienststelle der Propstei und dem Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege. Danach folgte der Beschluss des Kirchengemeinderates der Kirchengemeinde zu dieser Maßnahme, um deren Finanzierung und damit die Beantragung der kirchenaufsichtlichen und der denkmalrechtlichen Genehmigung zu beschließen.

Bis Mitte November wurden die Unterlagen zur Prüfung beim Bildungsministerium MV eingereicht. Dann gingen diese zur weiteren Berabeitung zum Bundesministerium nach Berlin.

Die Maßnahme sollte, so wie die noch laufende für das Jahr 2016, einen Gesamtumfang von 250.000 Euro haben. Die maximale Förderung des Bundes beträgt 50%. Diese 125.000 Euro für das Doberaner Münster wurden nun auf Grundlage eines Beschlusses des Bundestages in voller Höhe bestätigt, was uns besonders freut.

Das Vorhandensein der Eigenmittel in Höhe von 70.000 Euro musste bereits mit der Antragstellung nachgewiesen werden. Diese kommen aus dem Münsterhaushalt der Kirchengemeinde, der durch den Besichtigungsfonds, Führungen, Spenden und Patenschaften finanziert wird. Maßgebliche Unterstützung erhält das Münster auch durch Patronatsmittel in einer Höhe
von 50.000 Euro, die durch den Kirchenkreis ausgereicht werden. Das Münster wurde bereits auf der zu fördernden Bauobjektsliste des Kirchenkreises zur Patronatsförderung aufgenommen.

Wir danken allen beteiligten Institutionen und Personen, dass somit auch in diesem Jahr die weitere Restaurierung des Münsters und dessen Ausstattung möglich wird!

Martin Heider
Münsterverwalter / Kustos

Fotos:

1.) Zimmerleute der Neumühler Bauhütte im März 2017 bei der weiteren statischen Sicherung an der Dachkonstruktion des Langhauses (Foto: Jürgen Schoof)


2.) Im derzeit noch andauernden Förderabschnitt 2016 eingezogene, dezente, schmale Edelstahlzuganger zur weiteren statischen Sicherung der Dachkonstruktion des Langhauses


3.) Noch stehen die Gerüste am westlichen Bereich des nördlichen Seitenschiffs und des dortigen Obergaden. Im Förderjahr 2017 werden u.a. die daran östlich anschließenden Bereiche saniert; außerdem eine verbesserte Belüftung des Dachraums des nördlichen Seitenschiffs geschaffen.