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15.03.2017

Englischer Bischof besuchte Doberaner Münster

Bischof der englischen Diözese Lichfield (bei Birmingham) in der Nordkirche unterwegs

Michael Ipgrave, seit September 2016 der 99. Bischof der englischen Diözese Lichfield (bei Birmingham), besuchte vom 16. bis 22. Februar die Nordkirche. Auf dem Programm stand auch ein Besuch in Bad Doberan, der mit einer Führung durch das Doberaner Münster begann. 

Auf der Reise standen vor allem Gespräche zum Thema Mission und Ökumene sowie mit dem Bischofsrat der Nordkirche. Weitere Gemeindebesuche führten nach Rostock und Lübeck. Am Wochenende hörte sich Ipgrave das Pop-Oratorium "Luther" in der Hamburger Barclaycard-Arena an.

Besonders interessierte Bischof Ipgrave die kirchliche Arbeit mit Geflüchteten. So besuchte er Projekte und Gemeinden in Rostock, Bad Doberan und Hamburg. In Lübeck nahm er an einem vom Zentrum für Mission und Ökumene in Kooperation mit dem Männerforum der Nordkirche und Einrichtungen der Kirchenkreise Lübeck-Lauenburg und Ostholstein organisierten Fachtag mit dem Titel "Ausgebremst - Was macht Flucht mit Männlichkeit?" teil.

Die Partnerschaft mit der Diözese Lichfield begann in den 1980er-Jahren in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. Seit 1999 wurde für jeweils fünf Jahre ein "Covenant" (Bund) geschlossen. In neuer Formulierung hat die Nordkirchensynode diesen Bund im September 2014 bekräftigt. "Das Engagement für Frieden und Versöhnung ist vor allem im Gedenken an die Zeit des Ersten Weltkriegs in der Partnerschaftsarbeit mit England ein Schwerpunkt", sagte ZMÖ-Europareferentin Christa Hunzinger.

Zur Diözese Lichfield gehören 425 Gemeinden. Insgesamt zählen zur Kirche von England 42 Diözesen. Jede Diözese hat einen Bischof oder eine Bischöfin sowie einen oder mehrere sogenannte Suffraganbischöfe (Suffraganbischof: Bischof, der einem Metropoliten unterstellt ist). Dazu gibt es die Erzbischöfe von Canterbury und York. Die Nordkirche unterhält Beziehungen zu zwei weiteren Diözesen der Kirche von England, den Diözesen Ely und Durham.

Bischof Michael Ipgrave zeigte sich bei einer Führung am 20. Februar durch das Doberaner Münster insbesondere begeistert von der erhaltenen liturgischen Ausstattung aus dem Mittelalter. Besonders interessierten ihn der Hochaltar, der Kelchschrank, der Mühlenaltar, der Tugendkreuzigungsaltar sowie die mittelalterlichen und neuzeitlichen Grabmäler. Münsterführerin und Sprachmittlerin Renate Scheel führte durch das Münster. Münsterkustos Martin Heider öffnete sonst nicht zugängliche Bereiche und lieferte zusätzliche Informationen.

Innerhalb der Führung begrüßte Bischof Dr. Andreas von Maltzahn die Gäste aus der Partner-Diözese Lichfield. Am Rundgang nahmen außer den Bischöfen u.a. Tilman Jeremias, Pastor für Mission und Ökumene in Mecklenburg sowie der Doberaner Pastor Albrecht Jax teil.

Insbesondere die kirchliche Arbeit mit Geflüchteten interessierte Bischof Ipgrave bei seinem Antrittsbesuch. Der Münsterführung folgten im Gemeindezentrum der Kirchengemeinde Gespräche zur Arbeit der Suppenküche und zur Arbeit mit Flüchtlingen.
 
Dazu finden Sie weiterführende Informationen auf der Internetseite www.kirche-mv.de

Fotos: Renate Scheel führt Bischof Michael Ipgrave, dessen Frau und weitere Teilnehmer durch das Münster