• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
04.12.2012

Johannes Voss, langjährige Leiter der Münsterrestaurierung verstorben

40 Jahre Wirken am Doberaner Münster - großer Kenner der Münsterausstattung - Kirchengemeinde, Stadt und Vereine erinnern sich in Dankbarkeit

Johannes Voss bei Beratungen zur Restaurierung im Doberaner Münster

Am ersten Adventswochenende erhielten wir die traurige Nachricht: am Freitag, dem 30. November ist Johannes Voss aus Schwerin nach längerer Krankheit und doch so schnell und für uns unerwartet verstorben. Johannes Voss war dem Doberaner Münster rund 40 Jahre verbunden. Das Münster, wie es sich heute zeigt, gehört zu seinem Lebenswerk. Er hat die Generalrestaurierung und Umgestaltung des Innenraums von 1975 bis 1984 engagiert geleitet. Viele weitere Jahre, auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1999, blieb er ein treuer Berater der Kirchengemeinde in Sachen Münsterrestaurierung. Er nahm zweimal jährlich an den Münsterbaukonferenzen und an vielen weiteren Beratungen teil und brachte sein großes fachübergreifendes Wissen ein. Der Kirchengemeinde, den Baubehörden und den verantwortlichen Denkmalpflegern war er in seiner ruhigen, sachlichen und fachkompetenten Art ein wichtiger und geschätzter Partner. Er begleitete in den letzten Jahren beratend die Restaurierung der Fenster, Altäre, Grabplatten und Grablegen.

Johannes Voss, geb. 1934, war nach einer Tischlerlehre seit 1956 als Restaurator in der Restaurierungswerkstatt der Denkmalpflege in Halle tätig, unter anderem an der Wiedereinrichtung der Dome und Stiftskirchen in Halberstadt, Magdeburg und Quedlinburg beteiligt. Seit 1965 war er Werkstattleiter am Institut für Denkmalpflege Schwerin, 1968-84 Lehrbeauftragter an den Kunsthochschulen Berlin und Dresden.

Im Jahr 2008 konnte die Fülle seines Wissens um das Münster in einem 160seitigen großen Kunstführer des Deutschen Kunstverlags „Das Münster zu Bad Doberan“ publiziert werden. Dabei wurden die Ausstattungsstücke aus liturgischer, kunsthistorischer und werklicher Sicht beschrieben, ein wichtiges Werk für uns und folgende Generationen. Viele Menschen aus Bad Doberan und der Region kannten ihn durch seine Vortragstätigkeit.

Noch im Oktober dieses Jahres wirkte er an einer Beratung im Münster und im November, wie bereits seit mehreren Jahren, in der Doberaner Arbeitsgruppe für die Bewerbung zur Aufnahme der hochgotischen Ausstattung in das Weltkulturerbe der UNESCO mit. In seiner Kenntnis um die Gesamtzusammenhänge und das Detail wies er dabei immer wieder ausdrücklich auf die Einzigartigkeit und Welterbewürdigkeit der Doberaner Kirchenausstattung hin.

Nach dem Wissen um seinen Krankenhausaufenthalt gingen in der vergangenen Woche noch schriftliche Genesungswünsche von Teilnehmern einer Münsterbauberatung nach Schwerin. Nach der Todesnachricht wurde im Gottesdienst am ersten Advent Johannes Voss gedacht.

Die Kirchengemeinde am Münster, die Stadt Bad Doberan, der Münsterbauverein, der Klosterverein und viele Doberaner Bürger erinnern sich in großer Dankbarkeit!

Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 7. Dezember um 12 Uhr im Schweriner Dom statt.