• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
23.11.2004

Gerüste am Münster: Restaurierung geht weiter

Der Ostsee- Anzeiger Bad Doberan berichtete kürzlich: "Es ist eingerüstet- innen wie außen. Und es hat einen guten Grund. Am und im Bad Doberaner Münster gehen die Restaurierungsarbeiten zur Werterhaltung fast ohne Unterbrechung weiter.

An den sieben Fenstern im Obergaden (fünf im Lang- und zwei im Querhaus) wurde gut 100 Jahre nichts getan, erklärte Martin Heider, Kustos der evangelischen Kirchgemeinde. Der zustand des Glases sei zwar gut, aber die Halterungen und das Mauerwerk sind schadhaft. Bei vier der sieben Fenster sind die für die Stabilisierung zuständigen Backsteinrippen gerissen. Der Grund: Materialfehler. Einmal eingerüstet, so werden kleine Schäden im Mauerwerk, die durch Feuchtigkeit entstanden sind, gleich mit behoben, um zukünftig ein Reinregnen zu verhindern. Aus diesem Grunde auch die Einrüstung außen und innen. "Wir wollen eine gründliche Restaurierung, die von Dauer ist", erklärt Heider. Die Scheiben erhielten in diesem Zusammenhang gleich eine Verschönerungskur, gingen auf eine weite Reise nach Dresden und ins Vogtland. Die ersten Felder wurden in der vergangen Woche bereits wieder eingebaut. Ist alles verfugt, erfolgt die Farbangleichung an den grau gefassten Formsteinen- alt zu neu.

Die Maßnahme, noch mit Fördermitteln aus dem Jahre 2003 realisiert, soll im Juni beendet sein. "Und dann geht es gleich weiter mit Mitteln aus dem Jahr 2004, ebenso für Fenster und Grabplatten," freut sich Martin Heider. Die Gelder kommen u.a. aus dem Programm des Bundes für die "National bedeutenden Denkmäler" mit einer Co- Finanzierung vom Landesamt für Denkmalschutz. Die Maßnahme für 2003 hat ein Volumen von 350 000 Euro, wobei 40 Prozent die Kirchgemeinde selbst trägt, die aus Spenden- und Eintrittsgeldern kommen.

Aber nicht nur die Gerüste fallen dem Besucher auf. Eine "Behausung" im Münster zieht Blicke an. Im Inneren arbeiten Restauratoren an Grabplatten. Den Kalksteinplatten hat der Salzfraß ordentlich zugesetzt. In fünf Jahren sollen alle 13 Abtsplatten restauriert sein und am Ende so aufgestellt werden, dass Salz sie nicht mehr zersetzen kann. Sieben erhalten eine Verankerung vor der Wand und sechs sollen vor der Rückwand des Chorgestühls stehen- eingefasst in einem Stahlrahmen, der zuvor in den Boden eingelassen wurde. Ganz neu dann auch die chronologische Reihenfolge. "Das Thema Grabplatten wird uns in den nächsten Jahren noch mit ganz neuen Ideen beschäftigen, die in einer Konzeption münden werden. Wir haben im Münster insgesamt 27 aus der Klosterzeit", zählt Heider auf."