• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
21.12.2005

Die Weihnachtsgeschichte in der Bildkunst des Münsters

Als Geburtsfest Christi in Bethlehem wurde Weihnachten in Rom bereits im Jahre 336 gefeiert. Der vorchristliche deutsche Festname bezeichnete ursprünglich die erste der zwölf geweihten Nächte um die Jahreswende (24.12. - 6.1.). Noch im 4. Jahrhundert verbreitete sich das Fest rasch in der ganzen westlichen Kirche, im Osten zusätzlich zu dem dort älteren Epiphaniasfest.

Die Geburt Christi ist bildlich zuerst auf Sarkophagen des 4. Jahrhunderts zu finden. Neben Maria, Josef und dem Christuskind werden auch die Heiligen Drei Könige (Melchior, Kaspar und Balthasar) in der mittelalterlichen Kunst häufiger dargestellt.

Im Doberaner Münster blieben mehrere Darstellungen der weihnachtlichen Ereignisse erhalten. Die meisten davon befinden sich an mittelalterlichen Ausstattungsstücken des 14. Jahrhunderts. Der Hochaltar aus der Zeit um 1300 und der Kreuzaltar zeigen jeweils eine Darstellung der Geburt Christi, die Verkündigung durch den Engel Gabriel an die Jungfrau Maria und die Darbringung des Christuskindes im Tempel. Die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige ist auf der Außenseite der Flügel am Altar der Kreuzigung Christi durch die Tugenden und an der Innenseite der Brüstung in der Oktogon-Kapelle zu finden.

Am 1. Weihnachtsfeiertag werden nach dem Festgottesdienst die Flügel des Tugendkreuzigungsaltars geschlossen, damit die sonst nicht sichtbaren Außenseiten der Altarflügel mit den weihnachtlichen Szenen bis zum Erscheinungsfest am 6. Januar betrachtet werden können.