• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
02.12.2005

Rettung für marodes Torhaus

Die Sanierung des Torhauses hat begonnen. Im Zuge dessen werden Teile der Klostermauer aus der Zeit um 1290 restauriert. Dafür fließen 430 000 Euro an Städtebaufördermitteln aus dem Bauministerium.

Vorsichtig schlägt Reinhard Schmidt den Mörtel vom Ziegel. Stein für Stein geht er vor, behandelt jedes rote Teil wie ein rohes Ei. "Alles, was nicht völlig zerstört ist, setzen wir bei der Restaurierung wieder ein", erzählt er. Auch die Balken, wenn sie nicht gerade völlig verfault sind, werden bei der Sanierung des Torhauses samt Klostermauer erneut verwendet. Mit Torsten Nowak, der ebenfalls vom Rostocker Bauhof Dorsch stammt, ist er zurzeit mit dem Abriss von eingestürzten Teilen des im Jahre 1763 errichteten Torhauses beschäftigt. Notwendige Voraussetzung für den Wiederaufbau des denkmalgeschützten Objektes. Die Firma Dorsch besitzt eine Referenzliste, hat unter anderem an der Gewölbereparatur der St.-Nikolai-Kirche in Rostock mitgewirkt, Spuren am Marien-Kirchturm in Wismar, der Kirche Groß Raden oder dem Beinhaus des Doberaner Münsters hinterlassen.

Bis Ende November nächsten Jahres beabsichtigen die Planer, das vom Verfall bedrohte Torhaus modernisieren zu lassen. Außenansicht und Gebäudezuschnitt sollen dabei erhalten bleiben. Im Innern des altehrwürdigen Domizils ist geplant, ein Informationszentrum und einen Klosterladen zu etablieren. Letzterer könnte ökologische Produkte anbieten, lautet eine Idee.

Die Klostermauer, die aus der Zeit um 1290 stammt, und das Torhaus gehören zum mittelalterlichen Ensemble der Zisterzienseranlage. Sie wurden aufgrund der erhaltenswerten historischen Bausubstanz als Einzeldenkmal in die Liste der Stadt Doberan aufgenommen. Für die Sanierung in der Klosterstraße 1 fließen 430 000 Euro an Städtebaufödermitteln. Das Projekt wird vom Schweriner Bauministerium unterstützt. Die Stadt stellt für die Aktion einen Haushaltsausgaberest aus 2003 und 2004 bereit, der bei der Restaurierung des Möckelhauses nicht verbraucht wurde, so Bauamtschef Norbert Sass. Die Stadtvertreter gaben dazu bereits im September grünes Licht.

Donnerstag, 01. Dezember 2005 www.ostsee-zeitung.de/