• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
30.11.2005

Feuerwehrmann legte Brand

Der Klosterverein hatte zu einem Klönsnack eingeladen. Es ging um Erinnerungen an die ehemalige "Vitakost" im Wirtschaftsgebäude des Klosters. Auch eine einstige Mieterin war dabei:

Einwohner werden es nicht vergessen: Am Abend des 8. März 1979 stieg eine große Rauchsäule über Bad Doberan. Ein Feuer war weit zu sehen. Die "Vitakost" brannte. Das einstige Wirtschaftsgebäude im Klostergelände war eine Schüler- und Berufsgaststätte. In der oberen Etage wohnten drei Familien. Und auf dem Boden lagerten Kräuter. Und die hatte ein junger Bad Doberaner angezündet. Er war Mitglied der Doberaner Feuerwehr und soll bereits vorher Brände gestiftet haben. Doch dieser Schaden, den er anrichtete, ist nie wieder gut zu machen. Obwohl die Wehrleute alles taten, was möglich war, war das Gebäude nicht mehr zu retten. Der damalige Wehrleiter Werner Junge kann sich genau erinnern, wie das Feuer an verschiedenen Stellen aus dem Dach kam. Die Evakuierung dauerte bis weit in die Nacht. Werner Junge wurde verletzt und musste ins Krankenhaus. Er konnte gestern beim Klönsnack im Kornhaus viel erzählen, als es um die Klosterruine und ihre Zukunft ging.

Unter den Teilnehmern auch Jurlanthe Kirschner. Sie konnte ihre Tränen kaum zurückhalten. Die Stimme versagte fast, als sie sprach. Ihre Familie hatte von 1958 bis zum Brand in dem Wirtschaftsgebäude gewohnt. "Mein Mann kam die Treppe rauf und rief, ich solle die Feuerwehr alarmieren. Ich wollte es nicht glauben. Wir wollten noch retten, was zu retten ist. Wir mussten aber runter. Dann brach der Dachstuhl zusammen." Unten hätten sich alle umarmt und wären nur noch froh gewesen, sich selbst gerettet zu haben.

Jurlanthe Kirschner hatte durch den Brand auch ihre Arbeit verloren. Sie hatte auf dem Kräuterboden gearbeitet. Gisela Rohde konnte sich gestern auch an vieles erinnern. Sie war von 1971 bis 1973 in der Vitakost-Küche beschäftigt. Für bis zu 3000 Personen wurde hier gekocht. Das weiß auch Reinhard Falck, Gastronom in Bad Doberan. Er berichtete, dass Vitakost seit Ende der 60er-Jahre zur Schälküche Wendelstorf gehörte, 1976 der Handelsorganisation (HO) zugeordnet wurde. Und er konnte erzählen, dass hier nicht nur Schüler und Berufstätige ihr Mittag aßen, sondern auch große Feierlichkeiten stattfanden.

Der Klosterverein hatte gestern zu der Veranstaltung eingeladen, um gemeinsam über die Zukunft der Klosterruine zu sprechen. 6000 Quadratmeter Fläche stehen hier zur Verfügung. Internationale Begegnungsstätte, Ausstellungsraum, Gaststätte - all das könnte hier Platz finden, so Vereinsvorsitzender Günter Rein. Doch es muss sich rechnen. Was die Frauenkirche für Dresden, muss die Klosterruine für Bad Doberan werden.

Der Klosterverein hatte zu einem Klönsnack eingeladen. Es ging um Erinnerungen an die ehemalige "Vitakost" im Wirtschaftsgebäude des Klosters. Auch eine einstige Mieterin war dabei.

Quelle: www.ostsee-zeitung.de/archiv.

von RENATE PETER, Mittwoch, 23. November 2005