• Hochaltar Ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
28.12.2008

Kreuzaltar kann restauriert werden

Der Kreuzaltar im Münster kann restauriert werden. Gestern kam der Förderbescheid von Sparkassenstiftung und OstseeSparkasse.

ad Doberan Ein Hauch von Geheimnis umhüllt die Summe des Förderbescheides für die Restaurierung des Lettner-Kreuzaltars im Münster. Weder Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, noch Sönke Reimers, Vorstandsmitglied der OstseeSparkasse Rostock, gaben die Summe preis. Sie überreichten gestern den Bescheid an Carla Strebe, Vorstandsmitglied im Münsterbauverein. Auch sie verriet nichts, freute sich aber riesig, dass die Restaurierungsarbeiten beginnen können. Da dafür mindestens zehn Grad Celsius nötig sind, wird das Gerüst im Frühjahr aufgestellt. Im Herbst könnte der wertvolle Altar dann im neuen Glanz erstrahlen.

Der Ende 2002 gegründete Münsterbauverein Bad Doberan, er zählt 100 Mitglieder aus ganz Deutschland und sogar Norwegen, hilft durch finanzielle Förderung der Baumaßnahmen, das Doberaner Münster für folgende Generationen zu erhalten. Die Gesamtmaßnahme Kreuzaltar wird knapp 40 000 Euro kosten. Der Münsterbauverein und die Kirchgemeinde leisten ihren Eigenanteil dazu.

"Die Restaurierung und Wiederherstellung des kostbaren, im wahrsten Sinne Meisterwerks für Bad Doberan ist gesichert", sagte von Rauch mit dem Hinweis auf die Werkzuweisung an den norddeutschen Kunstschnitzer und Maler Bertram von Minden. "Nach der Unterstützung für die Restaurierung eines spätmittelalterlichen und eines neuzeitlichen Fensters und die Wiederherstellung der 700 Jahre alten Bronzeglocke engagieren wir uns gerne für dieses landesgeschichtlich hoch bedeutsame Projekt", hob Reimers hervor.

Unter der Leitung einer böhmischen oder süddeutschen Werkstatt entstand der Altar um 1360/70. Kustos Martin Heider bezeichnet ihn als "das monumentalste und qualitätvollste Werk seiner Art und Zeit europaweit".

Das Gesamtwerk umfasst, mit einer unvergleichbaren Programmfülle für diese frühe Zeit, auf der Christusseite nach Westen Predella, Altarschrein und Triumphkreuz und auf der Marienseite nach Osten Reliquienschrein, Retabel und den "Guten Baum der Maria" in Kreuzesform. Johannes Voss, ehemaliger Hauptkonservator am Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Schwerin, machte auf die Schäden am Altar aufmerksam - an der Farbfassung, insbesondere an der Fassung der Tafelbildfragmente und den Rahmen der Altarflügel, überdies starke Ablösungen des Kreidegrundes, sowie Schäden an den silberfarbenen Metallauflagen der Fugen, weiterhin partielle Absplitterungen, gelöste Brettfugen und Verschmutzungen.

RENATE PETER

Mittwoch, 17. Dezember 2008

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